Startseite Foren Halle (Saale) Hallescher Professor hatte 30 Jahre Berufsverbot

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  • #403091

    Der hallesche Osteuropa-Historiker und Aufklärungsforscher Günter Mühlpfort wäre jetzt 100 Jahre alt geworden. In der DDR hatte er über 30 Jahre Berufsverbot. Das war nach Ansicht der DDR-Kommunisten rechtens, denn die DDR war nach deren Überzeugung kein Unrechtsstaat.
    Die Mitteldeutsche Zeitung hat ihn jetzt gewürdigt:
    file:///C:/Users/WOLFGA~1/AppData/Local/Temp/M%C3%BChlpfordt-3.pdf

    #403096

    Ich habe noch keinen MZ-Artikel über Klaus Traube oder Werner Siebler gelesen.

    #403097

    Ich habe noch keinen MZ-Artikel über Klaus Traube oder Werner Siebler gelesen.

    Es gibt über beide unzählige Medienberichte, sogar in den von Dir verhassten „Staatsmedien“.

    #403103

    Was beantwortest du eine Frage, die gar nicht gestellt wurde?
    Du kannst wohl nicht lesen? Ich habe „MZ“ geschrieben, weil ihr tendenziöser Stil auffällig ist.

    #403107

    Dann lies das Blatt einfach nicht. Aber du tust es ja trotzdem und meckerst rum.

    #403111

    Dann lies das Blatt einfach nicht. Aber du tust es ja trotzdem und meckerst rum.

    Ich informiere mich nicht so einseitig wie du.

    #403114

    Natürlich nicht. Du Universalgenie.

    #403117

    Ich habe den Artikel über Günter Mühlpfort in der MZ gelesen. Ich kann an dem Artikel keinen tendenziösen Stil erkennen. Leider war es so, wie in dem Artikel beschrieben! Ich kenne einige Fälle aus meinem Umfeld der ehemaligen DDR die ähnlich waren, viele davon sind irgendwann resigniert von dannen gezogen.

    #403118

    Ich kann an dem Artikel keinen tendenziösen Stil erkennen.

    Tendenziös kann man auch durch Auswahl berichten. Man kann über negative Erfahrungen einer kleinen Gruppe in der DDR berichten, so dass sich ein allgemeines negatives Bild ergibt. Über die positiven Erfahrungen einer viel größeren Gruppe berichtet man nur mal am Rande. So dass der Eindruck von Meinungsfreiheit entsteht. Und man kann über negative Erfahrungen einer kleinen Gruppe in Westdeutschland nicht berichten, so dass sich ein allgemeines positives Bild ergibt. Meinungsmanipulation in der DDR war plump, die im Westen ist viel feiner gestrickt.

    #403119

    Ich habe ihn persönlich kennengelernt, da war er hochbetagt, schrieb bis zu allerletzt an seinen Werken; leider war eine Darstellung seines eigenen Lebens, so viel ich weiß, nicht darunter.
    Vielleicht war er dafür zu diskret.

    #403120

    Über die positiven Erfahrungen einer viel größeren Gruppe berichtet man nur mal am Rande.

    Das stimmt schon. Dir wurde nicht die Lehrbefugnis entzogen, kann also nicht alles so schlimm gewesen sein.

    #403122

    Als sich in Zeitz der Pfarrer Brüsewitz 1976 verbrannte, war das ein verzweifelter Systemkritiker. Das wissen alle noch.

    „1977 verbrannte sich der Tübinger Lehrer Hartmut Gründler in Hamburg während des SPD-Parteitages aus Protest gegen die „fortgesetzte regierungsamtliche Falschinformation“ in der Energiepolitik bzw. Atompolitik, besonders bezüglich der Endlagerung.“ (wikipedia)
    Es gab eine kurze Meldung. Das war natürlich ein geistig Verwirrter, das weiß keiner mehr.

    #403123

    Tendenziös kann man auch durch Auswahl berichten. Man kann über negative Erfahrungen einer kleinen Gruppe in der DDR berichten, so dass sich ein allgemeines negatives Bild ergibt. Über die positiven Erfahrungen einer viel größeren Gruppe berichtet man nur mal am Rande. So dass der Eindruck von Meinungsfreiheit entsteht.

    Es gehört zum Wesen der Diktatur, dass eine Mehrheit als positiv empfundene Erfahrungen hat.

    #403124

    Es gehört zum Wesen der Diktatur, dass eine Mehrheit als positiv empfundene Erfahrungen hat.

    Das gehört nicht nur zum Wesen einer Diktatur, das bestimmt auch den Wahlkampf in einer Demokratie.

    #403125

    Demokratie ist das selbe wie Diktatur und die DDR war gar nicht so schlimm, weil Charaktere wie „farbspektrum“ dort ihre Persönlichkeit in allen Fassetten entfalten konnten.

    #403127

    Wer sich geistig in der Welt alter Knochen bewegt, begreift halt die Gegenwart nicht.

    #403142

    Als sich in Zeitz der Pfarrer Brüsewitz 1976 verbrannte, war das ein verzweifelter Systemkritiker. Das wissen alle noch.

    Es war einer mit normaler Macke der im Trabbi mit Motorradhelm fuhr. Also wenig systemkritisch. Sowas ist tragisch und sollte nicht politisch genutzt werden

    #403143

    Pfarrer Brüsewwitz hatte ungewöhnliche Ideen, aber er war nicht verrückt, er hat eine glasklare politische Botschaft auf seinem Transparent bei der Selbstverbrennung formuliert. Die SED hat ihn nach seinem Tod genug beleidigt, jede Beleidigung dieses Märtyrers werde ich löschen.

    #403144

    Es gehört zum Wesen der Diktatur, dass eine Mehrheit als positiv empfundene Erfahrungen hat.

    Diesen so wunderschön schrägen Satz hätte ich schon ganz gerne erklärt…

    #403145

    , jede Beleidigung dieses Märtyrers werde ich löschen.

    Jetzt werdet ihr aber langsam albern.

    #403146

    Es gehört zum Wesen der Diktatur, dass eine Mehrheit als positiv empfundene Erfahrungen hat.

    Diesen so wunderschön schrägen Satz hätte ich schon ganz gerne erklärt…

    Ansonsten brauchst du sehr viele bewaffnete, unkritische Kräfte.

    #403147

    Ich weiss nicht, was @farbspektrum mit seinen Einwürfen gemeint hat und worauf er hinaus wollte.

    Es sei aber darin erinnert, dass es auch in der Bundesrepublik 1990ff. eine sehr umfassende politische Säuberung der Hochschulen, insbesondere in den Geisteswissenschaften gab. Dazu war in der Bundesregierung allerdings keine Stasi nötig. Der mit politischer Unterstützung der Landesregierung rechtsbrecherisch agierende akademische Lynchmob nannte sich in Halle damals „Gruppe Erneuerung“.

    Für Nichtphilologen fiel damals selbst die Lehre von Russisch und anderer Osteuropasprachen (wegen des Zusammenhanges zur Sowjetunion) unter das Fallbeil dieses nach 1990 oft geradezu kometenhaft aufgestiegenen, pseudoakademischen Lynchmobs. Geradezu schamhaft musste die Uni mehr als 10Jahre später diesen Beschluss zurücknehmen.

    Nach den Säuberungen waren dann auch die Geisteswissenschaften politisch auf Linie gebracht, allerdings zumeist weit unter das in der Bundesrepublik übliche Mittelmaß. Wer darüber hinausdenken will hat angesichts der realen Macht der sich selbst reproduzierenden akademischen Seilschaften keine akademische Berufsperspektive. Dafür gibt es genügend Beispiele.

    #403148

    Ansonsten brauchst du sehr viele bewaffnete, unkritische Kräfte.

    So einfach läuft das aber nicht. Vielleicht funktioniert aber die Reduktion der DDR auf eien Gleichsetzung mit einer Diktatur auch nicht, ist die dahinter stehende Totalitarismustheorie einfach nur zu dünn?

    #403149

    Die DDR war eine Diktatur des Proletariats, sie reduzierte sich auf wenige Proleten und als diese alt und krank waren, brach der Laden zusammen.

    #403150

    Es war ja klar, dass die Erinnerung an Günther Mühlpfordt von den beiden Freunden farbspektrum und fractus als günstige Gelegenheit begriffen wird, Punkte für den Staat zu sammeln, der Mühlpfordt ein halbes Leben lang in eine Randexistenz gezwungen hat.

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