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Dieses Thema enthält 76 Antworten und 17 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Wolfgang Stauch vor 3 Monate.

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  • #71365

    Das Gedicht von Franz Kugler hat er auf der Rudelsburg gedichtet, es bezieht sich nur bedingt auch auf Halle.

    #72142

    ‚S Steintor

    (Zur Wiedereröffnung am 7. November 1996

    ‚S Steintor spielt nu endlich widder
    Mir frein uns alle wie verrickt
    Ich hawwe jedacht, mich schlätts dernidder,
    un Schwenkow hat sich ooch verdrickt.

    Da kanns nu werklich richtch losjehn
    Hallenser Fans sin enne Macht!
    Hier werd nu balde frischer Wind wehn
    Mir danken Eich, es is vollbracht.

    Nee es is prachtvoll, wollt ich sachen,
    de schlimmste Zeit Hecht hinter uns,
    un Ihr sollt’s allen weitersachen
    bei Lehmanns, Schmidts, bei Hinz un Kunz.

    Fer jeden is da was derbei.
    ‚S Steintor is fer alle da!
    Hallenser bleibt dem Steintor trei!
    Janz friher hieß es „Walhalla“.

    Horst Sonntag

    #72194

    Passendorfer Wiesen

    In Halle, an der Saale,
    da liejen linkerhand
    de Passendorfer Wiesen,
    e stilles Sticke Land.
    De Moodschekiebchen krabbeln,
    de Butterblum‘ bliehn
    Zitronenfalter falten,
    de Wiesen sind jrasjrien.

    Nur manches Mal zum Sonntach
    is dort Bambule, denn
    da unten an der Saale
    machense Ferderenn‘.
    Es rammeln de Hallenser
    in Massen uffen Platz.
    De Herzen schlachen heher
    schon vor der wilden Hatz.

    Mer fühlt wie in der Herde
    sich wohl hier jedenfalls.
    Der Stammgast hat sei Femjlas
    un Frau mit Hut am Hals.
    De Fans dräng‘ sich vorm Schalter
    un jähm de Wetten ab.
    Es riecht nach Roß un Reiter,
    nach Bratworscht un Ketchup.

    Denn endlich renn‘ de Zossen.
    Des Volk schreit rum un tobt.
    Doch is der Einloof anners
    als mehrschtenteels jegloobt.
    De Außenseiter vorne!
    Total verkehrte Welt!
    Doch nich for alle Wetter,
    for wenje jibts viel Jeld.

    De Zossen steert das jar nich.
    Die trotten heem zum Stall,
    erleichtern sich vom Rennstreß
    mit Ferdeäppel-Fall. –
    Druff warten nur de Dilpsche.
    E Riesen-Rennbahnschwarm
    sterzt sich vom Dache nunter.
    Noch sind de Äppel warm.

    Dis is d i e Vochel-Feinkost,
    nich Müll un Straßendreck.
    De Passendorfer Rennbahn
    dient manchen juten Zweck.
    Ooch Halles Dilpsche tun sich
    for Zossen intressiern.
    Ooch Dilpsche könn‘ jewinnen,
    wenn andre was verliern.

    Wolfgang Schrader

    #85177

    Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

    Jugend-Erinnerungen

    O du Garten, wo, als Knaben,
    Mir zu hoch kein Apfel hing,
    Du verschwiegner Mühlengraben,
    Wo den ersten Schmerl in fing,
    Und du Busch, durch dessen Aeste
    Mir ein Hänfling einst entflog,
    Und fünf Jungen mir im Neste
    Ueberließ, die ich erzog:

    Eurer werd‘ ich dann noch denken,
    Wenn der Operntänzer Kunst
    Mit der Scaramuze Schwänken
    Längst bei mir verflog wie Dunst.
    Eurer werd‘ ich nicht vergessen,
    Wenn ich gleich des Witzlings Spaß,
    Und der Prunksucht Abendessen
    Schon am Morgen drauf vergaß.

    Nachbarin im Fliederkleide,
    Meines Herzens erste Braut,
    Meiner Kindheit liebte Freude!
    Hörst Du jetzt noch meinen Laut?
    Denkst du noch im Himmel meiner?
    Oder weißt du nichts von mir?
    Lieb‘ ist dort ja selbst nicht reiner,
    Als die meinige zu dir.

    Jährlich wird der Hügel kleiner,
    Den dein Sarg so lange trug,
    Aber das Gedächtnis deiner,
    Mindert nicht der Jahre Flug.
    Lieben werd‘ ich, bis mein Endchen
    Lebenslicht ist ausgebrannt,
    Dich wie sonst, als noch dein Händchen
    Unschuldsvoll mir Kränze band.

    Ach! aus keinem Festpokale
    Sog ich solchen Rasch noch ein,
    Als aus dir, geliebte Saale!
    Auf dem Felsen Gie’chenstein.
    Tragt, wenn’s seyn kann, aus dem Thale
    Sterbend mich auf jene Höhn,
    Daß ich da zum letztenmale
    Seh‘ die Sonne niedergehn.

    Von der Newa bist zum Rheine,
    Von er Weichsel bis zur Aar,
    Sah ich jede Flur, doch keine,
    Die mir lieb wie jene war.
    Wie ich nun allein so walle
    In des Lebens Abendroth!
    Saale! Wie zerstreut sind alle
    Unsre Freunde, oder todt!

    Meinen Schlaf hat nur zwei Lenze
    Emma*! dein Geräusch erquickt,
    Aber tausend Veilchenkränze
    Mir die Freud‘ an dir gepflückt.
    O du trauter Vollmond! glänze
    So noch jetzt auf meinen Pfad!
    Meine Tage waren Tänze,
    Meine Nächt‘ ein kühlend Bad.

    Dort versucht‘ auf kleiner Leyer
    Meine Hand den ersten Griff.
    Doch, so segelt ohne Steuer
    Ein sich selbst gelaßnes Schiff.
    Dennoch hüpfte damals freier
    In den Adern mir das Blut,
    Als wie jetzt, wo unterm Schleier
    Nicht wie sonst meine Name ruht.

    Was gibt mehr als edle Liebe?
    Und was diese geben kann,
    Gab sie alles mir. Ich bliebe
    Noch ein hochbeglückter Mann,
    Hätte sie die Hälfte dessen,
    (Zu partheiisch zwar vielleicht!)
    Was sie mir hat zugemessen,
    Nur zu meinem Theil‘ gereicht.

    Tückisch stachen zwar die Schlangen
    Um des Neides Haupt, auch mich;
    Doch Vergangnes sey vergangen!
    Dann so schmerzt nicht mehr ihr Stich.
    Uebrig bleiben nur die Zähren,
    Die der Tod mir ausgepreßt,
    Aber diese selbst gewähren
    Mir ein stilles Herzensfest.

    Nimm denn, Glück! mir jede Gabe!
    Dennoch bleibt mir noch genug,
    Wenn ich dich nur immer habe,
    Süße Rückerinnerung!
    Bleibst nur du bis an das Ende
    Meines Lebens mir getreu:
    O so sterb‘ ich reich, und fände
    Mich der Tod auf einer Streu.

    #85240

    August Kopisch

    Entdeckung der Salzquelle in Halle

    O sag, wie hat in Halle man den salz’gen Quell entdeckt?
    – Es hatt‘ ein Schwein vor Zeiten sich darein versteckt
    Und kam heraus und war mit Salz kandirt:
    Das hat die Leute auf die Spur geführt. –
    Aus Dankbarkeit legt man das Schwein
    Noch jetzt in Salz und pökelt’s ein.

    #85578

    Ein Hoch auf Einbeck…was der nicht alles aus dem Hute zaubert…

    Wo andere nur

    „In Halle werden die Dummen nicht alle,

    in Bitterfeld werden die hergestellt und

    in Wolfen ward denen geholfen ! “

    bringen, zaubert er gleich mal einen illustren Strauß diverser dichtender Persönlichkeiten verschiedenster Jahrhunderte hervor.

    #85580

    1. In den Kronen alter Linden
    rauscht´s geheimnisvoll und leise,
    in den duftgen Frühlingswinden
    klinget hell die Burschenweise:
    |: Halle, alte Musenstadt!
    Vivat, crecat, floreat! 😐

    2. Nach den Fenstern holder Schönen
    wandern feur’ge Liebesgrüße
    von den kecken Musensöhnen:
    „Grüß dich Gott, du Traute, Süße!“
    |: Sel´ger Minne Trost ich fand
    an der Saale grünem Strand! 😐

    3. In des Flusses Silberscheine
    spielen Fischlein froh und munter,
    alter Burgen graue Steine
    winken traut ins Tal hinunter;
    |:Moritzburg und Gieb’chenstein,
    Märchenbild im Mondenschein. 😐

    4. Hört ihr nicht der Kämpen Streiten,
    seht ihr nicht der Schwerter Blinken?
    Tapfre Helden aller Zeiten
    kampfesmüd zu Boden sinken?
    |: Hört ihr nicht beim wilden Streit
    alter Glocken dumpf Geläut? 😐

    5. Hieltest trotzig aus die Stürme,
    warst der Wissenschaft ein Hort,
    laut verkünden’s deine Türme,
    tragens‘ fort von Ort zu Ort:
    |:Halle, alte Musenstadt!
    Vivat, crescat, floreat!:|

    Max Trümpelmann, 1894

    #110723

    Mein Saaleland, mein Heimatland
    Mit Deinen Berg und Gründen.
    Was immer Dich mit mir verband
    Das will ich jubelnd künden;

    Auf Waldumkränzten Felsenhöh’n
    Die alten Burgen sagenschön,
    Und immerfort im Tale,
    Blinkt hell und rauscht die Saale.

    Du hüpftest über Moos und Stein

    Vom fernen Waldberg nieder.
    Und munter ging’s Landaus, Landein
    Zur Stätte heitrer Lieder.

    Dort tönt bei vollem Becherklang
    Aus froher Brust der Preisgesang,
    Hallt weit hinab zum Tale
    Der alten Rauschesaale.

    So walle fort und grüß mir fein,
    kommst Du vorbeigezogen,
    Die Rudelsburg, den Gieb’chenstein.
    Und winde Dich im Bogen

    Durch Blumenau’n und Saatengrün,
    Dann wird im Herzen nie verglüh’n,
    Die Liebe zu dem Tale
    Der alten Rauschesaale.

    Albert Pabst

    #110724

    Das macht hier wirklichen keinen Spaß mehr!!!

    #110727

    Unser Webmaster ist verrreist oder bekommt es nicht hin.

    Ich bin auf Bearbeiten gegangen und habe die überflüssigen Zeichen entfernt

    Gib bitte nicht auf, Einbeck, und bring noch mehr hallesche Gedichte.

    Kennst Du eigentlich den „Echtermeyer“, er war an den Franckeschen Stiftungen Lehrer und hat eine Gedichtsammlung herausgegeben, die es heute noch gibt, ich habe mehrere Ausgaben.

    #110751

    Es war einmal ein Kannibale,

    Der war aus Halle an der Saale.

    Man sah ihn oft am Bodensee

    Für zwanzig Pfennige Entree.

     

    Joachim Ringelnatz

    #110772

    @wolli, wenn es sich um Ernst-Theodor-Echtermeyer handelt, ist er mir nur als Herausgeber der Hallischen Jahrbücher für Wissenschaft bekannt.

    #110773

    Das ist er:
    Seine Mustersammlung deutscher Gedichte für gelehrte Schulen (Halle 1836) war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die bedeutendste deutsche Gedichtsammlung, durch die Geschmack und Stil vieler Schülergenerationen geprägt wurden. (Bearbeitet durch Benno von Wiese 1981, zuletzt durch Elisabeth K. Paefgen und Peter Geist 2010.)

    http://www.presseportal.de/pm/25438/1662001/175-jahre-deutsche-gedichte-der-echtermeyer-erscheint-in-jubilaeumsausgabe

    Ich habe der Lyrikerin und derzeitigen halleschen Stadtschreiberin einen „Echtermeyer“ geschenkt und dies mit der Hoffnung verbunden, dass es eins ihrer Gedichte in den „Echtermeyer“ schafft.

    #129798

    Ballade vom Brüderloch

    An der schönen lieben Saale,
    Unweit von dem Giebichenstein,
    Ragt ein Felsen über’m Thale,
    Geisterhaft im Mondenschein.

    Grabmahlähnlich anzuschau’n
    Zeigt der Fels ein breites Thor,
    Wie’s entstanden, wer’s gehau’n
    Sing‘ ich Euch im Liede vor.

    Ritter Hans und Veit von Bores,
    Ein hochedles Brüderpaar,
    Liebten beide Gräfin Dores,
    Weil sie schön und sittsam war.

    Dores kann sich nicht entscheiden,
    Welchen sie am Meisten liebt,
    Kann sie Beide sehr gut leiden,
    Keinem sie den Vorzug giebt:

    Hans und Veit die kühnen Degen
    Steh’n am Felsen wutentbrannt,
    Fechten um der Dores wegen,
    Fechten um der Gräfin Hand.

    Fühlen nicht der Junfrau Schmerzen,
    Sehen nicht der Gräfin Qual,
    Bis sie stürzen mit dem Herzen,
    Einer in des ander’n Stahl.

    Dora weinte jetzt sehr bitter,
    Schlug ein Grab im Felsen noch
    Legt hinein die beiden Ritter,
    Seitdem heisst es Brüderloch.

    Nachts wenn schlägt die Geisterstunde,
    Klirren Waffen wunderbar,
    Sage giebt uns davon Kunde,
    Hier kämpft fort das Brüderpaar.

    #129806
    #129812

    @ Einbeck

    Das Gedicht von den Passendorfer Wiesen ist herrlich
    auch wenn ich eine halbe Stunde zum lesen brauchte 🙂

    #135624

    Ammendorf

    Du bist längst Stadt und trägst den Namen
    Doch weiter voll Bescheidenheit.
    Obwohl auch dich erfüllt das Ahnen
    Und Wirken einer schönen Zeit.

    Nur manchmal geht durch deine Straßen
    Ein Bauer in der Morgenfrüh‘.
    Und irgendwie aus stillen Gassen
    Ertönt ein helles „Kikriki!“

    Bewahre dir im Vorwärtsdrange.
    Trotz Hammerschlag und stolzem Bau.
    Den schlichten Zug noch möglichst lange.
    Du junge Stadt der Elsterau.

    Otto Wittke

    #135625

    Broihan-Schenke bei Beesen

    „Der Himmel ist blau, das Wetter schön!
    Herr Lehrer wir möchten spazieren geh’n!“
    So schrieben wir einst mit Kinderhand
    Im Klassenzimmer an die Tafelwand.

    Das erste Ziel, so lang‘ ich denke.
    War immer dann die Broihan-Schenke!
    Und fünfzig Kinderherzen auf dem Saalepfade
    Die schwärmten von Natur und – Limonade…

    Otto Wittke

    #135752

    Anonym

    zum Singen:

    Wir fahrn ins Saaletal,
    da blüht der Flieder!
    Und wenn der Flieder blüht,
    sehn wir uns wie-hieder…

    #168316

    Im Krug zum grünen Kranze

    Im Krug zum grünen Kranze
    da kehrt ich durstig ein
    Da saß ein Wandrer drinnen
    am Tisch beim kühlen Wein

    Ein Glas ward eingegossen,
    Das wurde nimmer leer!
    Sein Haupt ruht auf dem Bündel
    Als wärs ihm viel zu schwer.

    Ich tät mich zu ihm setzen,
    Ich sah ihm ins Gesicht,
    Das schien mir gar befreundet
    Und dennoch kannt’ ich’s nicht.

    Da sah auch mir ins Auge
    Der fremde Wandersmann
    Und füllte meinen Becher
    Und sah mich wieder an.

    Hei! wie die Becher klangen,
    Wie brannte Hand in Hand,
    “Es lebe die Liebste deine,
    Herzbruder im Vaterland!”

    Wilhelm Müller

    #168319

    das kann man doch auch singen !?

    #168321

    das kann man doch auch singen !?

    #168323

    Als wir dieses Lied 1990 in der Kneipe „Zum Mohr“ gesungen haben, hat uns ein alternativ aussehender junger Mann vom Nachbartisch bei der letzten Zeile „Herzbruder im Vaterland“ mit seinem Bier begossen und geschrien „jetzt geht die Scheisse hier auch los“ und verschwand aus der Kneipe.

    #168324

    Ich habe bewusst die erste Fundstelle in Youtube mit dem Burschenschaftsbild nicht genommen.

    #168335

    Es Steintor ohne Günthi Krause,
    da fehlt doch was!
    Keine Sause ohne Krause!

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