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Dieses Thema enthält 76 Antworten und 17 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Wolfgang Stauch vor 1 Woche, 4 Tagen.

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  • #70874

    Gibt es eigentlich eine Sammlung hallescher Gedichte oder Lieder?
    In einem alte Stadtführer hat der Herausgeber Fritz Dietz über unsere halleschen Holden folgendes gereimt:

    Den holden Frauen!
    Hallenser Frauen hold und blühend,
    Treu seid ihr wie Meeresgrund.
    Hallenser Mädchen, ach wie glühend,
    Und wie süß küßt euer Mund.
    Drum, mein Halle will ich preisen
    Solang schlägt mein Herz voll Glut,
    Und die Becher fröhlich kreisen
    Von der Heimat Rebenblut.
    Sei gegrüßt, o Saalestrand,
    Halle, du mein Heimatland.

    #70875

    da könnte ich gleich kotzen von so viel Schwülstigkeit

    #70895

    O sag, wie hat in Halle
    Man den salz’gen Quell entdeckt?
    Es hatt‘ ein Schwein vorzeiten
    Sich darein versteckt
    Und kam heraus und war mit Salz kandiert,
    Das hat die Leute auf die Spur geführt. –
    Aus Dankbarkeit legt man das Schwein
    Noch jetzt in Salz und pökelt’s ein.

    August Kopisch, Autor der Heinzelmännchen

    #70951

    Anonym

    @wolli Ich hab das hier gefunden:
    http://gedichte.xbib.de/halle+saale_gedichte_recherche.htm
    http://de.wikisource.org/wiki/Halle_(Saale)#Lieder.2C_Gedichte_und_Novellen
    Von wann ist Gedicht aus dem Stadtführer?
    Ich hoffe @beobachter braucht keine neue Tastatur, hält nix mehr aus die heutige Jugend.

    #70958

    Der Stadtführer heißt:
    „Führer durch unsere Halloren-Stadt Halle“ und wurde in den 20er Jahren von Fritz Dietz herausgegeben, der hat darin auch seine Lobesverse auf Halle geschrieben.

    Es wäre nicht schlecht, wenn sich jemand mal die Mühe machte, alles Gereimte mit Hallebezug zusammenzustellen.

    #70962

    Mirror

    Rentner bitte übernehmen 🙂

    #70963

    teu

    Zu Halle auf dem Markt

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da stehn zwei große Löwen.
    Ei, du hallischer Löwentrotz,
    Wie hat man dich gezähmet!

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da steht ein großer Riese.
    Er hat ein Schwert und regt sich nicht,
    Er ist vor Schreck versteinert.

    Zu Halle auf dem Markt,
    Da steht eine große Kirche.
    Die Burschenschaft und die Landsmannschaft,
    Die haben dort Platz zum Beten.

    Heinrich Heine

    #70971

    Hallesches Studentenlied

    1. In den Kronen alter Linden
    rauscht´s geheimnisvoll und leise,
    in den duftgen Frühlingswinden
    klinget hell die Burschenweise:
    |: Halle, alte Musenstadt!
    Vivat, crecat, floreat! 😐

    2. Nach den Fenstern holder Schönen
    wandern feur’ge Liebesgrüße
    von den kecken Musensöhnen:
    „Grüß dich Gott, du Traute, Süße!“
    |: Sel´ger Minne Trost ich fand
    an der Saale grünem Strand! 😐

    3. In des Flusses Silberscheine
    spielen Fischlein froh und munter,
    alter Burgen graue Steine
    winken traut ins Tal hinunter;
    |:Moritzburg und Gieb’chenstein,
    Märchenbild im Mondenschein. 😐

    4. Hört ihr nicht der Kämpen Streiten,
    seht ihr nicht der Schwerter Blinken?
    Tapfre Helden aller Zeiten
    kampfesmüd zu Boden sinken?
    |: Hört ihr nicht beim wilden Streit
    alter Glocken dumpf Geläut? 😐

    5. Hieltest trotzig aus die Stürme,
    warst der Wissenschaft ein Hort,
    laut verkünden’s deine Türme,
    tragens‘ fort von Ort zu Ort:
    |:Halle, alte Musenstadt!
    Vivat, crescat, floreat!:|

    #70972

    teu

    BRIEF AUF HOTELPAPIER (1929)

    Wenn du nach Halle gehst,
    Dann geh nach Hamburg,
    Wenn du von gutem Leben was verstehst.

    Wenn du nach Halle reist,
    Magst du zuvor mich fragen.
    Ich kann dir manches sagen,
    Was du vielleicht nicht weißt.

    Daß du in kurzer Frist
    Nur Allerbestes pickst.
    Die Stadt ist nämlich etwas trüb gemixed.
    Doch kommt’s auch darauf an, wer du nun bist.

    Ziehst du nach Halle, grüße Giebichenstein
    Und Marcks und andres Nochzuunterschätzte.
    Und möchte alles dir gewogen sein,
    Was mich so freundlich hier anringelnätzte.

    Vorausgesetzt: du hast ein Herz am Rost
    Und für Geschmack ein heiteres Gesicht.
    Dann, wie gesagt, quartier dich vor der Post
    Gleich in Stadt Hamburg ein. Halle entgeht dir nicht.

    Ringelnatz

    #70973

    Ich wohn‘ in der schönen Stadt Halle.
    Da werden die Dummen nicht alle.
    Doch’s Wetter ist schlecht.
    Das ist mir nicht recht.
    Drum mach ich jetzt Urlaub auf Malle.

    Mugger

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

    #70978

    Da will ich von Fritz Dietz aus seinen Stadtführer noch eins hinzufügen, er schwärmte für das schwache Geschlecht:

    Auf grüner Heide!
    Da kannst Du auf grünender Heide-Höhn
    Hallenser, reizende Frauen sehn!
    Da dünkt dir von jeder, geht sie vorbei,
    Daß sie – die Schönste der Erde sei —

    Sie gleichen den Perlen in schäumenden Weinen
    Nie können die Frauen uns schöner erscheinen
    Als – wenn sie geschmückt mit Heide-Grün
    Flüchtig, unnahbar – vorüberziehn—

    So war es damals angeblich in der Heide, heute kommen da Joggerinnen vorbeigehastet.

    #71022

    „Mei scheenes Halle“

    Du scheene Stadt in scheen’n Tale,
    mei liewes Halle, sei jejrießt.
    Ich liebe dr, solang de Saale
    vorbei an dein’n Tärm‘ fließt.

    Dr Schepfer leecht in jeden Lenze,
    wenn Eis un Schnee sin wegjetaut,
    um dich de scheensten Fliederkränze,
    als wärschte enne jungke Braut.

    Un wenn ich ohm bei Trothe stehe,
    wo Eichendorff jedichtet hat,
    un rundergucke von der Hehe,
    da sehe ich mer niemals satt;

    da sehe ich mer niemals miede,
    da predicht jeder Sonnenstrahl
    un jeder Voochel singts in Liede:
    „Es jeht nischt iwwersch Saaletall“

    Un uffen Marcht mit sein’n Tärm‘,
    da steh ich oft un gucke ruff!
    Wer nich fer so e Bild kann schwärm‘,
    der is e Dust, verlaß dr druff.

    Drum, scheene Stadt in scheen’n Tale,
    mei liewes Halle, sei jejrießt.
    Ich liewe dr, solang de Saale
    vorbei an dein’n Tärm‘ fließt.

    Ernst Bunger

    #71024

    Wo die alten Burgen schauen
    Hallesches Studentenlied um 1910
    Weise: Heidelberg , du Jugendbronnen

    Wo die alten Burgen schauen in das Saaletal hinein,
    und geschäftig Well an Welle wälzt zum Weltenmeer sich ein,
    wo die grünen Wiesen leuchten, wo die Felsen trotzig glühn,
    /:dort bin ich Student gewesen – dorthin möchte ich wieder ziehn:/

    Wo vom Alter schon vernarbet auf dem Markt fünf Türme stehn,
    wo am Abend ernst getragen dann des Türmers Töne wehn,
    wo im goldnen Abendglanze leuchten Saale, Burgen, Höhn,
    /:wo ich einst Student gewesen, warst, o Halle, du so schön :/

    Wo ich trug die lieben Farben, meines Bundes Banner schwor,
    wo ich schlug den blanken Hieber draußen einst vor Halles Tor,
    wo der Wurf mir auch gelungen, eines Freundes Freund zu sein,
    /:da hab ich als flotter Studio nur gelebt im Sonnenschein:/

    Wo ich durft in Äuglein schauen, schwarz und grau und blau und braun,
    wo mir süße Mädchenlippen halfen goldne Schlösser baun.
    Wo die lenzumgrünte Saale leis ihr Lied dazu gerauscht,
    /:ach, da hätt mit keinem Fürsten ich, der junge Bursch getauscht:/

    Blühe weiter, altes Halle! Und der Musensöhne Schar
    wandle gern in deine Tore, wo es doch so schön einst war!
    Laß den Freund zum Freunde werden, sei der Wissenschaft Revier :/
    /:und ein donnernd schallend „Prosit“ sei gebracht , o Halle , dir :/

    #71038

    Mirror

    Liebe Rentner. Vielen Dank!

    #71044

    Es lebt eine Frau in Halle.
    Ist den Männern ne Venusfalle.
    Jetzt guckt sie TV
    Bauer sucht Frau.
    Und denkt sich, den werd ich mir kralle.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

    #71058

    Fritz Dietz hat auch noch gedichtet:

    Im schönen Saaletal

    Auf dem „Schwan“ im Sonnenschein,
    Nichts kann wohl besser und herrlicher sein
    Doch um die Wunder zu ergründen –
    Ließ sich kein bessres Mittel finden,
    Als eine Fahrt durchs Saaletal,
    Mit Bergen, Burgen ach, allzumal….

    Das Schiff, das auf der Saale schipperte, hieß damals „Schwan“

    #71068

    Ene mene Malle, wir wolln nich weg von Halle.
    Ene mene Miste, wir wolln nich zur Mallorca-Küste.
    Ene mene Muh, der Thread kann jetzt zu !!

    🙂

    #71082

    Nein, er kann nicht zu, die Sammlung ist noch lange nicht vollständig.

    #71344

    Hallfscher Jahrmarcht…

    So mancher hat in letzten Taachen
    schon iwwers Wetter mächt’ch jetobt.
    Da kann ich blos das eene saachen,
    was jeder Hallenser mir gloobt:
    Äs Wetter war in diesen Falle
    schon richt’ch, denn: Jahrmarcht is in Halle!
    Nu währn de Fitzen lanksam trocken,
    d’r Matsch kläbt zwar an Schuh’n wie Kitt,
    doch nu laß’ch mich schon ehr forlocken
    un mach’e Jahrmarchtsbummel mit.
    Von weiten hart mer schon Musike
    un ä Jekrehle un Jequieke! Jlei forn bein Leckerhoni-Fritzen, sejar bein Eismann schtehnse an, währnd andre in’ner Bude sitzen
    un sahn de „Illußjon“ sich an.
    An ä HO-Schtand, schtols wie Färschten,
    erfrein sich Hungriche an Wärschten.
    Jedoch enne besondre Freide,
    die bring‘ de Karreseils mit sich,
    da lassen sich de junken Leite
    dorch’nander schlenkern, färchterlich!
    De Kleen‘ fahrn liewer Feierwehre,
    da bimmeln se un bäben sehre. Sejar Motorrad kammer fahrn lern‘.
    An Autoschkooter is was los!
    Ooch in Ärrjarten kannste rumärrn.
    Wer Jlick in Schbiel hat, nimmt ä Los.
    Da jibbts ä Wecker ze jewinn‘
    oder ä Korb mit Eiern drin! Forr ener Bude schtehn de Leite, da belln de Quiene wie forrickt. So hat ähmd jeder seine Freide.
    Am meesten sin de Kleen‘ bejlickt.
    Un uff n Heemwech denken alle:
    D’r Jahrmarcht is ä Schtickchen Halle.

    Günter Krause 1.4.1952

    #71346

    Was sind denn Autoschkooter, gabs die 1952 schon?

    #71350

    Die gab es schon zu dieser Zeit!

    #71351

    D’r Lenz kemmt!

    Kaum is d’r letzte Schnee jetaut; da wärds uff unsen Howe laut.
    Ich niesche ausen Fänster –
    Wer macht den Krach? „De Wänster:
    Zwar hat’s bein Kläjen mich jeschtärt,
    doch hawwichs lange nich jehärt,
    drum guck‘ ich zu un schbiere:
    „D’r Lenz schteht forr d’r Tiere!“

    Günter Krause

    #71353

    Bei Halle

    Da steht eine Burg überm Tale
    Und schaut in den Strom hinein,
    Das ist die fröhliche Saale,
    Das ist der Giebichenstein.

    Da hab ich so oft gestanden,
    Es blühten Täler und Höhn,
    Und seitdem in allen Landen
    Sah ich nimmer die Welt so schön!

    Durchs Grün da Gesänge schallten,
    Von Rossen, zu Lust und Streit,
    Schauten viel schlanke Gestalten,
    Gleich wie in der Ritterzeit.

    Wir waren die fahrenden Ritter,
    Eine Burg war noch jedes Haus,
    Es schaute durchs Blumengitter
    Manch schönes Fräulein heraus.

    Das Fräulein ist alt geworden,
    Und unter Philistern umher
    Zerstreut ist der Ritterorden,
    Kennt keiner den andern mehr.

    Auf dem verfallenen Schlosse,
    Wie der Burggeist, halb im Traum,
    Steh ich jetzt ohne Genossen
    Und kenne die Gegend kaum.

    Und Lieder und Lust und Schmerzen,
    Wie liegen sie nun so weit –
    O Jugend, wie tut im Herzen
    Mir deine Schönheit so leid.

    Eichendorff

    #71359

    Die Saale

    Doch manchmal in Sommertagen
    Durch die schwüle Einsamkeit
    Hört man mittags die Turmuhr schlagen,
    Wie aus einer fremden Zeit.

    Und ein Schiffer zu dieser Stunde
    Sah einst eine schöne Frau
    Vom Erker schaun zum Grunde –
    Er ruderte schneller vor Graun.

    Sie schüttelt‘ die dunklen Locken
    Aus ihrem Angesicht:
    „Was ruderst du so erschrocken?
    Behüt dich Gott, dich mein ich nicht!“

    Sie zog ein Ringlein vom Finger,
    Warf’s tief in die Saale hinein:
    „Und der mir es wiederbringet,
    Der soll mein Liebster sein!“

    Eichendorff

    #71363

    An der Saale hellem Strande
    stehen Burgen stolz und kühn
    Ihre Dächer sind zerfallen,
    und der Wind streicht durch die Hallen,
    Wolken ziehen d´rüber hin.
    Zwar die Ritter sind verschwunden,
    Nimmer klingen Speer und Schild;
    Doch dem Wandersmann erscheinen
    In den altbemoosten Steinen
    Oft Gestalten zart und mild.
    Droben winken schöne Augen,
    Freundlich lacht manch roter Mund,
    Wand’rer schaut wohl in die Ferne,
    Schaut in holder Augen Sterne,
    Herz ist heiter und gesund
    Und der Wand´rer zieht von dannen
    Denn die Trennungsstunde ruft
    Und er singet Abschiedslieder
    Lebewohl tönt ihm hernieder
    Tücher wehen in der Luft.

    Franz Kugler

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