Wenn sich die Kirche nicht in die gesellschaftliche Debatte einmischt, ist sie gesellschaftlich überflüssig

3. April 2018 | Politik | 32 Kommentare

Die christlichen Kirchen sind dort angekommen, wo sie der Religionsgründer (wenn er eine Kirche hätte gründen wollen) hin haben wollen: Mitfühlend und voller Nächstenliebe. Das ist aber besonders der AfD gar nicht recht. Die Kirchen werden angegriffen und ihnen wird politische Teilhabe abgesprochen. Zu den neuesten Diffamierungsversuchen der AfD gegenüber den Kirchen in Sachsen-Anhalt erklärt der religionspolitische Sprecher Wulf Gallert, Fraktion Die Linke:

„Die evangelische und die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt sind wichtige Träger des gesellschaftlichen Lebens. Sie bilden nicht erst seit 1989 den Raum für gesellschaftliche Debatten, bei denen es um die Grundwerte unseres Zusammenlebens geht.

Politik hat zu akzeptieren, dass sich die Kirchen in diesen Fragen positionieren und als Ausdruck ihres Glaubens in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen Partei ergreifen. Dass sie damit politischen Parteien auf die Füße treten können, ist nichts Neues, kann und muss aber in einer demokratisch verfassten Gesellschaft ausgehalten werden.

Huysburg, Klosterkirche, Zentrum des spirituellen und christlichen Lebens in Sachsen-Anhalt

Die organisierte und breite Diffamierungskampagne der AfD gegenüber den Kirchen wegen deren humanistischen Grundpositionen in der Flüchtlingsfrage stellt jedoch spätestens seit zwei Jahren diesen demokratischen Grundkonsens in Frage. Die selbst ernannten Verteidiger des christlichen Abendlandes haben ganz offensichtlich mit dem Christentum nichts am Hut und es stört sie offensichtlich gewaltig, dass die Kirchen trotz der Hassrhetorik und der gesellschaftlichen Polarisierung durch die AfD in der Flüchtlingsfrage bei ihrem christlich-humanistischen Weltbild bleiben.

Man kann über das Verhältnis von Staat und Kirche sicher kontrovers diskutieren. Das Ziel der AfD ist es allerdings, all diejenigen zu diffamieren, die mit ihrem Weltbild nicht übereinstimmen. Deshalb haben die Kirchen an dieser Stelle Solidarität verdient – egal ob von Christen oder Nicht-Christen – jedenfalls von allen, die sich der Menschlichkeit verpflichtet fühlen.“

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  • #312808

    Das ist keine Antwort, was die BRD denn dann ist.
    Und jetzt bitte nicht sagen, eine Firma.

    #312811

    Das war nicht die Frage.
    Es handelt sich nur um eine Korrektur der irrigen Ansicht:“Ein Hinweis an die AfD, dass in einem säkulären Staat eine politische Partei nicht in Kirchenangelegenheiten hineinzupfuschen hat, würde ein solches Statement gut ergänzen.“

    #312837

    @fractus, so weit entfernt von deinen aus meiner Sicht richtigen Thesen ist das Statement von Gallert wohl nicht. Was stört dich so daran?

    Ich gestehe das Statement zunächst nur flüchtig gelesen zu haben und habe mich in meiner Antwort primär auf die Gallerts Aussage sinnentstellend wiedergebende Überschrift bezogen.
    Insofern hast du recht. Sieh mein Statement als Kommentar zur hallespektrum-Überschrift, nicht zu Gallert himself.

    #312843

    Doch, das war die Frage, denn du hast folgende falsche These in den Raum geworfen: „Nein, die BRD ist kein säkularer Staat.“

    #312845

    Anstatt hier herumzudeuteln, solltest du deinen Widerspruch lieber begründen.
    Präambel Grundgesetz:“ Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“

    #312851

    Da sind wir uns ja vielleicht sogar einig, dass für einen säkularen Staat derartige Formulierungen und das „so wahr mir Gott helfe“ etwas unpassend und überflüssig sind.

    #312892

    Dann eben mit „sowahr mir das Geld helfe“; ersatzweise mal auch die Deutsche Bank, die Gebrüder Albrecht, Familie Schwarz, Frau Klatten etc etc

    #312938

    @porbitzer, mit solchen „harmlosen“ Fragebögen, die Minderheiten kriminalisieren fängt es an, dann rufen alle „Heil“ und was dann passiert, wissen wir schon.
    Deshalb ist es auch die Pflicht der Kirche gesellschaftliche Werte zu vertreten.

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