Startseite Foren Halle (Saale) Kostenloser Nahverkehr: Warum ist keine ostdeutsche Stadt für Modellversuch vorgesehen? Warum nicht Halle?

Dieses Thema enthält 44 Antworten und 14 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Stadt_für_Kinder vor 6 Monate, 3 Wochen.

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  • #308682

    Die Bundesregierung plant, fünf Modellstädte in Deutschland für den Modellversuch „fahrscheinloser Nahverkehr“ vorzuschlagen. Was für Ärger sucht: kei
    [Der komplette Artikel: Kostenloser Nahverkehr: Warum ist keine ostdeutsche Stadt für Modellversuch vorgesehen? Warum nicht Halle?]

    #308683

    Das wäre ein Spass, überfüllte Busse und Bahnen. Endlose Baustellen um das Nahverkehrsnetz auszubauen um den Bedarf decken zu können. Seien wir doch ehrlich das Nahverkehrsystem von Halle und Co ist doch garnicht dafür ausgelegt um die Massen an PKW Fahrern auf die Busse oder Bahnen zu holen. Vom Liniennetz und der Taktfrequenz besonders in den Abendstunden ganz zu schweigen. Wenn die Umweltinitiativen aufhören würden Umgehungsstrassen zu blockieren wäre die Luft auch dank weniger Durchgangsverkehr auch in Halle etwas besser.

    #308684

    Wenn normalerweise fast alle Straßenbahnlinien über den Marktplatz führen, ist nicht mehr als 15-Minuten-Takt drin.

    #308685

    Ach die Mär vom Durchgangsverkehr wieder.
    Aber richtig, wenn ÖPNV allein nicht alle transportieren kann, sollten wir es besser gleich lassen.

    #308686

    Leider haben ja die Planer der Stadt nicht die Möglichkeit erkannt, die der Umbau des Böllberger Weg und des Südstadtrings bot, Es hätten die Voaussetzungen geschaffen werden können, die für ein Modell in der Stadt Halle gesprochen hätten, Mein Vorschlag P&R Plätze zu schaffen, mit Ladestationen füe Elektroautos, war der Herren zu viel Arbeit, und wurde in der üblichen Art abgebügelt, Kleingeister!

    #308687

    Die Ticketpreise im ÖPNV dienen vor allem der Abschreckung. Jeder der nicht unbedingt auf den ÖPNV angewiesen ist, nutzt Alternativen. Problematisch wird es da vor allem für die Hartz IV-Empfänger aus Trotha, der Silberhöhe oder Halle-Ost, für die fast jeder Jobcenterbesuch mit stundenlangen Fußmärschen verbunden ist. Klar, dass deren Kinder nur sehr selten einen Verein besuchen werden, für den sie jedesmal zwei Tickets benötigen. Da hilft auch der Bildungsgutschein nicht darüber hinweg. Insofern: Kostenloser ÖPNV ist ein gute Sache, vor allem um sozial Schwachen den Zugang zum ÖPNV zu ermöglichen.
    Aber: es ist wohl eine Illusion zu glauben, dass so der Autoverkehr signifikant sinken wird. Dafür bedarf es anderer Maßnahmen, wie Einfahrverbote in die Innenstädte, restriktives Parkplatzregelungen in der Innenstadt und Rückbau von Straßenkapazitäten (Merseburger Straße, Südstadtring etc.). Solange das nicht passiert, ist die Akton vor allem eine ökologische PR-Aktion, die der Autoindustrie nicht wehttut aber von der Aufgabe des Klimaziels 2020 ablenkt. Von der ausnahmsweise mal die sozial schwachen profitieren würden.

    Meine Argumentation entstammt in wesentlichen Teilen übrigens folgendem Spiegelartikel:
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kostenloser-nahverkehr-city-maut-ist-die-bessere-alternative-a-1193605.html

    #308688

    Na immerhin schreibst du direkt vom wehtun. Vielleicht kannst du dich ja als Parkwächter bewerben, dann kannst du deine Machtfantasien wenigstens ein wenig ausleben.

    #308689

    Na, da hat der Chef der Kleingeister wohl nicht für gesorgt.
    Aber erkläre mal, für wen die P&R Parkplätze am Böllberger Weg und Südstadtring, also in Wohngebieten, sein sollen?

    #308690

    Könnten wir es in einem Test nicht wenigstens einmal darauf ankommen lassen? Danach können wir diskutieren, ob und für wen es sich gelohnt hat: sozial Schwache, Innenstadtbelebung, Parkplatzsituation, Luftreinheit oder einfach die Menschen in der Stadt.
    Und in Bezug auf die Überfüllung: regelt das nicht der Markt, also Angebot und Nachfrage? Wenn die Nachfrage da ist, könnte sich vielleicht auch das Angebot verbessern?

    #308691

    Ringelblume guck dir mal die Wortmeldugen aus Leipzig oder Dresden zu dem Thema an, die befürchten alle massiven Mehrbedarf an Fahrzeugen und Infrastruktur. Guck dir doch mal die Bahnen und Busse derzeit schon zur Hauptverkehrszeit an, da gehts zu wie in den Sardinenbüchsen. Eine engere Taktung gibt das Streckennetz schlicht nicht her es gibt einfach zu wenig Trassen um das Liniennetz zu entspannen um nicht zb 5 Linien auf einem Streckenabschnitt zu führen. Stichwort Mansfelder Strasse oder Marktplatz Richtung Rannischer Platz. Da kannst du nix mehr am Takt ändern dort kommt jetzt schon Bahn an Bahn und zu den Hauptverkehrszeiten sind die rappel voll. Aber es stimmt schon Versuch macht klug aber es ist zu befürchten das der Versuch zeigt das Dresden recht hat und man die Mrd nicht hat die nötig wären um den ÖPNV fit zu machen für den kostenlosen Nahverkehr.

    #308692

    @fractus, es lohnt sich den südstadtring anzuschauen, bevor man schreibt.

    #308693

    Der Rückbau der Strassen findet doch schon statt, nur leider ohne gleichzeitigen Ausbau des ÖPNV Netzes. Stassenbahn nach Heide Nord und am besten gleich bis ins Gewerbegebiet Queis verlängern und was ganz gewagtes Queerverbindungen von Neustadt Richtung Böllberger Weg ohne durch die Innenstadt zu müssen. Ebensolches muss von den anderen Aussenbezirken kommen. Sowas wie ein ÖPNV Aussenring um den Marktplatz, Frankeplatz und Riebeckplatz zu entlasten.

    #308694

    Die Fahrpreiserhöhungen im August sind doch so sicher wie Weihnachten im Dezember. Parkgebühren wenn überhaupt sind gleich geblieben. Die Regierung hätte die Möglichkeit gehabt, eine strecken- und zeitbezogene für alle Straßen einzuführen anstatt der Ausländer-Maut, aber nix. Und die Umrüstung von Dieselfahrzeugen aus Steuermitteln, da ist Geld da, für den ÖPNV gibts große Diskussionen.
    Ob man nun neue Straßenbahnlinien baut oder E-Busse anschafft, die an den Endstellen geladen werden können? Für ÖPNV mit kurzen definierten Strecken lohnen sich doch E-Fahrzeuge eher als für Privateinsatz.

    #308695

    @rellah, Busse, Strassenbahnen oder auch Flugzeuge verdienen nur dann Geld wenn sie fahren. Standzeiten an Linienwendepunkten, ich möchte sie nicht Endpunkt nennen, müssten eigentlich minimiert werden. Somit gibt es kaum Standzeiten die für Ladezyklen genutzt werden können. Die Ladekapazität muss schon für den Ganzen Linientag reichen und dann in den ca. 5 Stunden wo sie off Service sind geladen und gewartet werden.

    #308696

    @McPoldy, Busse und Straßenbahnen sind nunmal nicht zum Profit einfahren da, sondern sollen öffentliche Aufgaben wahrnehmen.

    #308697

    Fractus, nur um mal ne Zahl in den Raum zu werfen. Nur für Halle würden 120 Mio im Jahr fällig werden auf dem derzeitigen Stand. Wenn der erhoffte Umsteigeeffekt kommen würde muss man die Summe wohl verdoppeln weil dann schlicht mehr Busse und Bahnen incl. entsprechendem Personal gebraucht werden.

    #308698

    „Busse und Straßenbahnen sind nunmal nicht zum Profit einfahren da, sondern sollen öffentliche Aufgaben wahrnehmen.“

    Aber auch nicht zum ständig Verluste machen, denn auch öffentliche Aufgaben (davon gibt ’s nun mal ein paar) müssen irgendwie finanziert werden.

    #308699

    @Cata
    ich stimme dir durchaus darin zu, dass ein ÖPNV effektiv mit seinem Kapital umgehen muss und kein Selbstbedienungsladen für das Management und Umfeld sein darf.
    Dennoch bedeuten die hohen Subventionen eben, dass ein ÖPNV nicht kostenlos arbeiten kann, wenn er seinen öffentlichem Auftrag gerecht werden soll!
    Ich bin klar für einen kostenlosen bzw. sehr billigen ÖPNV aus Sicht der Nutzer.

    Ein Kostenloser ÖPNV wird aber nicht zur Absenkung der Verkehrslasten führen. Hier müssen andere Maßnahmen ergriffen werden, z.B. der Verzicht auf eine sinnlose, aus kommunalen Mitteln teuer subventioniert S-Bahnbrücke über eine vierspurige Merseburger Straße, inkl. Straßenbahn.

    #308700

    Man könnte ja jetzt auf die Idee kommen und versuchen die 120 Mio bei den Hallensern einzusammeln. Das wären pro Jahr bei geschätzten 230tsd Einwohnern etwa 520 € was dann pro Monat ein Beitrag von 43 € für jeden wär. Also im Prinzip die Abokarte als ÖPNV Umlage. Das kann ja nun auch keiner wollen. Aber irgend wo her muss das Geld ja kommen.

    #308701

    Wenn die kostenlose Nutzung für alle käme, sind die Einnahmen für das Verkehrsunternehmen immer garantiert, unabhängig von der Leistung. Kundenfreundlichkeit lohnt sich dann wirtschaftlich nicht mehr, weil es dafür keinen Anreiz mehr gibt.

    #308760

    Obs in Halle einer QuEErverbindung braucht, wage ich stark zu bezweifeln McPoldy. An den Endstellen brauchen die Fahrzeuge eine gewisse Standzeit, immerhin müssen die Fahrer mal pipi machen können. Und es ist auch ein Puffer für kleine Verspätungen notwendig, die sich sonst aufsummieren könnten. Und diese, wenn auch kurze Zeit, kann zum kontinuierlichen NACHladen genutzt werden. Außerdem fahren Öffentliche eine definierte, ia. kurze Strecke, so dass sich in etwa ein Ladezyklus berechnen lässt.
    Und man bezahlt doch auch schon für Leistungen unabhängig von der Nutzung, zB GEZ. Für Steuern kann man auch keine konkrete Gegenleistung verlangen.

    #308765

    Gibt es für Krankenhäuser auch keinen Anreiz mehr, patientenfreundlich zu arbeiten, wenn sie wirtschaftlich sein müssen? Das Gegenteil ist der Fall.

    #308766

    Aber irgend wo her muss das Geld ja kommen.

    Verstehen die Leute hier aber nicht. Wenn du dann noch die Melkkuh MIV bekämpfst, wird das erwachen um so schöner.

    #308767

    Das Geld muss/soll von der Bundesregierung kommen, den eine verlorene Klage wird sicher teurer. Warum meldet sich nicht tschichtoff zu Wort? Ist wohl zu belanglos?

    #308769

    Wenn schon Halle 120 Mio kostet im Jahr was kostet denn dann der gesammte ÖPNV in der Bundesrepublik? Das sprengt den Haushalt aber gewaltig würde ich meinen.

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