Startseite Foren Halle (Saale) Freie Fahrt für Radfahrer auch bei Rot

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  • #189628

    Anonym

    Ansonsten können wir Lichtzeichen für alle Verkehrsteilnehmer abschaffen

    Wenn das funktionieren würde, gäbe es wohl gar keine erst, meinst du nicht?

    Zum Schutz aller sollte man eben gerade die elementaren Regeln nicht aufweichen.

    Die elementare Regel könnte ja zukünftig lauten: Für Kraftfahrzeuge gelten Lichtzeichenanlagen und die entsprechenden Ge- und Verbotsschilder. Exklusiv sozusagen.

    Es soll doch nicht so sein, dass jeder ohne jegliche Rücksicht auf und über die Straße latscht, radelt, fährt.

    Wenn jetzt eine Gruppe einen Freifahrtschein bekommt wird es nicht sicherer.

    Sieh es doch mal weniger als Konkurrenz. Die Radler, die schon weg sind, sind nicht mehr im Weg.

    #189629

    Wenn jetzt eine Gruppe einen Freifahrtschein bekommt wird es nicht sicherer.

    Aber auch nicht unsicherer. Lies bitte nochmal diesen Artikel. Ich hebe nochmal besonders die folgende Aussage hervor:

    Wo es bisher ausprobiert wurde, sind die Erfahrungen allerdings durchweg positiv. Der Grünen-Antrag verweist auf Strasbourg, Bordeaux und Nantes, wo während mehrjähriger Versuche kein einziger Unfall im Zusammenhang mit der Regelung dokumentiert sei.

    #189648

    Kein Fall in Zusammenhang mit der Regelung? Also gab es in 3 Städten seit mehreren Jahren keinen Unfall mit Radfahrern die bei Rot gefahren sind?

    Klingt ja sehr plausibel. Aber wenn es die Grünen so sagen. Andere behaupten ja wenigstens das es keine signifikante Steigerung der Unfallzahlen gab.

    Übrigens scheinen die Regeln unterschiedlich implementiert zu sein. Unter anderem z.B. mit der vollen Haftung für den Radfahrer im Falle eines Unfalls.

    Wenn man die generelle Betriebsgefahr für Autos also abschaffen würde, wäre es auch weniger Schlimm.

    Die elementare Regel könnte ja zukünftig lauten: Für Kraftfahrzeuge gelten Lichtzeichenanlagen und die entsprechenden Ge- und Verbotsschilder. Exklusiv sozusagen.
    Es soll doch nicht so sein, dass jeder ohne jegliche Rücksicht auf und über die Straße latscht, radelt, fährt.

    Ja könnte. Ob es Sinnvoll ist darf doch dennoch bezweifelt werden oder? Ansonsten spricht ja dann auch nichts dagegen diese Regelung auf alle Verkehrsteilnehmer zu erweitern oder? Rote Ampel gilt dann eben als Stoppschild.

    #189652

    Anonym

    die generelle Betriebsgefahr für Autos also abschaffen

    Die wird nicht umsonst angenommen. Irgendwas ist da also dran. Viele Generationen schon.

    Ob es Sinnvoll ist darf doch dennoch bezweifelt werden oder?

    Sicher. Das bedeutet aber wiederum nicht, dass es völlig sinnlos ist, oder?

    Ansonsten spricht ja dann auch nichts dagegen diese Regelung auf alle Verkehrsteilnehmer zu erweitern oder?

    Nein, natürlich nicht. Es ist generell nicht notwendig, überhaupt Regeln und Vorschriften aufzustellen bzw. durchzusetzen. Der Mensch ist doch ein vernunftbegabtes Wesen. *ähem*

    Rote Ampel gilt dann eben als Stoppschild.

    So, wie mit grünem Blechpfeil?! Jede Menge Rollstopps, manche sogar ganz ohne Bremsen. Da sind eindeutige Gebote („Halt!“) einfacher in der Anwendung.
    Es kommt natürlich auch darauf an, was die (rote) Ampel überhaupt regeln soll. Den Fußgängerverkehr über z.B. die Merseburger Straße wirst du so nicht hinbekommen. Die Einführung der dortigen Haltstellenampeln zeigt seitens der meisten Autofahrer auch noch andere Defizite bei den Verkehrsregeln.
    Dass Kreisverkehre ganz gut ohne Ampeln auskommen, dürfte sich auch rumgesprochen haben. Viele Kreuzungen lassen sich so entampeln. Aber eben nicht alle. Und je größer die Kreuzung, also je mehr Spuren, je mehr (Kraft-)Verkehr, desto weniger Fußgänger und Radfahrer.

    Bliebe noch flächendeckend Tempo 30 und einhergehend mehr „Rechts vor Links“ und noch weniger Konfliktpotenzial.

    #189665

    Selbst der ADAC berichtet in Autotests regelmäßig vom mitunter stark eingeschränkten Gesichtsfeld im Auto, ganz zu schweigen vom fast ganz behinderten Gehörsinn.

    #189676

    Anonym

    mitunter stark eingeschränkten Gesichtsfeld im Auto, ganz zu schweigen vom fast ganz behinderten Gehörsinn.

    Und das schon bei muskulösen, oft auch attraktiven jungen Männern. Das Ganze wird bei griesgrämigen Alten ja nicht besser. Berichte dazu gibt es hier im Forum. Entsprechende Beobachtungen sind vor allem sonntags im gesamten Stadtgebiet möglich.

    #189678

    Für die Hardliner unter euch:

    #189690

    #189712

    Radfahrer haben doch jetzt schon fast einen Freifahrschein. Nicht nur das, die fahren auch wie wollen, egal, was die StVO ihnen vorschreibt.

    Was die „grünen Pfeile“ an den Ampeln angeht, die abmontiert wurden, kann ich absolut nicht nachvollziehen, warum er wegen „2 Unfallän mit Personenschaden innerhalb eines Jahres“ abmontiert werden soll/wurde. Was stellt da bitte schön eine erhöhte Unfallgefahr dar. Einfach lächerlich. Kurioserweise wird da aber aber nicht erwähnt, wer denn Grün/Rot hatte. Könnte es mir an einigen Stellen durchaus vorstellen, das einfach die Fussgänger bei Rot über die Ampel gelatscht sind und nicht auf die Autofahrer geschaut haben, die zu dem Zeitpunkt grün hatten, oder ob nicht gerade der Fussgänger grün hatte, als der Autofahrer bei „Rot“ abbog.

    #189715

    Wenn jetzt eine Gruppe einen Freifahrtschein bekommt wird es nicht sicherer.

    Aber auch nicht unsicherer. Lies bitte nochmal diesen Artikel. Ich hebe nochmal besonders die folgende Aussage hervor:

    Wo es bisher ausprobiert wurde, sind die Erfahrungen allerdings durchweg positiv. Der Grünen-Antrag verweist auf Strasbourg, Bordeaux und Nantes, wo während mehrjähriger Versuche kein einziger Unfall im Zusammenhang mit der Regelung dokumentiert sei.

    In Amsterdam kümmerte sich damals auch kein Fußgänger oder Radfahrer um Ampeln, nur fahren da die Autofahrer auch vorsichtiger, die rechnen mit der Dummheit der anderen; und die Schienentrassen waren durch Taxifahrer nutzbar.

    #189777

    Die wird nicht umsonst angenommen. Irgendwas ist da also dran. Viele Generationen schon.

    Es wird auch angenommen das alle Verkehrsteilnehmer an der roten Ampel warten. Gerade bei solchen Lockerungen sollte auch über die Haftung nachgedacht werden.

    Sicher. Das bedeutet aber wiederum nicht, dass es völlig sinnlos ist, oder?

    Nein. Gab ja auch Änderungsvorschläge.

    Nein, natürlich nicht. Es ist generell nicht notwendig, überhaupt Regeln und Vorschriften aufzustellen bzw. durchzusetzen. Der Mensch ist doch ein vernunftbegabtes Wesen. *ähem*

    Und warum nehmen wir dann die einzige Gruppe aus die eine flächendeckende Verkehrserziehung erhalten hat und bei groben Verstößen von der Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen wird?

    Die Radfahrer denen nach gröbsten Verstößen das Radfahren untersagt wurde kannst du in Deutschland wohl an einer Hand abzählen. Auch besitzt nur ein Teil der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer eine ausreichende Kenntnis der StVO. Da helfen auch keine verweise auf die Ausnahmen der Autofahrer.

    So, wie mit grünem Blechpfeil?! Jede Menge Rollstopps, manche sogar ganz ohne Bremsen. Da sind eindeutige Gebote („Halt!“) einfacher in der Anwendung. Es kommt natürlich auch darauf an, was die (rote) Ampel überhaupt regeln soll. Den Fußgängerverkehr über z.B. die Merseburger Straße wirst du so nicht hinbekommen. Die Einführung der dortigen Haltstellenampeln zeigt seitens der meisten Autofahrer auch noch andere Defizite bei den Verkehrsregeln. Dass Kreisverkehre ganz gut ohne Ampeln auskommen, dürfte sich auch rumgesprochen haben. Viele Kreuzungen lassen sich so entampeln. Aber eben nicht alle. Und je größer die Kreuzung, also je mehr Spuren, je mehr (Kraft-)Verkehr, desto weniger Fußgänger und Radfahrer.
    Bliebe noch flächendeckend Tempo 30 und einhergehend mehr „Rechts vor Links“ und noch weniger Konfliktpotenzial.

    Also ich bin im Zweifel bei dir. Rot heißt Rot für alle. Diese Ampeln haben für gewöhnlich einen Sinn. Ansonsten sind diese Ampeln z.B. Nachts auch aus.

    Selbst der ADAC berichtet in Autotests regelmäßig vom mitunter stark eingeschränkten Gesichtsfeld im Auto, ganz zu schweigen vom fast ganz behinderten Gehörsinn.

    Also zum einen definiert wohl jeder Stark eingeschränkt anders. Die meisten PKW sind aber mit Rundumverglasung und Spiegeln ausgestattet. Der Blick zur Seite und vorne ist aber nahezu uneingeschränkt und somit völlig ausreichend für jegliche Stoppschildszenarien.

    Was der Hörsinn damit zu tun hat weiß ich auch nicht genau. Da man für gewöhnlich auf Sicht fährt. Aber für die Autodiskofraktion gibt es zum ausgleich auch genug Radfahrer mit Kopfhörern, was ja beides im gewissen Maße erlaubt ist.

    #189781

    Anonym

    Und warum nehmen wir dann die einzige Gruppe aus die eine flächendeckende Verkehrserziehung erhalten hat und bei groben Verstößen von der Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen wird?

    Diese Gruppe muss eine Verkehrserziehung erhalten, gerade weil von ihr die größte Gefahr im Straßenverkehr ausgeht. Wer dann noch, trotz dieser vorgeschriebenen Ausbildung, einen groben Verstoß begeht, darf eben nicht mehr motorisiert(!) am Verkehr teilnehmen. Radfahren und Fußgehen bleibt auch den größten Sündern noch erlaubt.

    Auch besitzt nur ein Teil der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer eine ausreichende Kenntnis der StVO.

    Selbes Prinzip: die StVO bzw. das StVG wurden ursprünglich wegen der motorisierten Verkehrsteilnehmern erforderlich. Kannst ja mal die Zahl der Vorschriften, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger gelten mit der Gesamtzahl der Regelungen vergleichen.

    Die meisten PKW sind aber mit Rundumverglasung und Spiegeln ausgestattet. Der Blick zur Seite und vorne ist aber nahezu uneingeschränkt und somit völlig ausreichend für jegliche Stoppschildszenarien.

    Leider nutzen nicht alle PKW-Fahrer auch diese Möglichkeiten. Auch „uneingeschränkt“ würde ich nicht uneingeschränkt unterschreiben.

    Was der Hörsinn damit zu tun hat weiß ich auch nicht genau.

    Man hört im (geschlossenen) Auto weniger als außerhalb. Auch ohne Disco.

    #189803

    Diese Gruppe muss eine Verkehrserziehung erhalten, gerade weil von ihr die größte Gefahr im Straßenverkehr ausgeht. Wer dann noch, trotz dieser vorgeschriebenen Ausbildung, einen groben Verstoß begeht, darf eben nicht mehr motorisiert(!) am Verkehr teilnehmen. Radfahren und Fußgehen bleibt auch den größten Sündern noch erlaubt.

    Ich zweifle nicht die notwendige Erziehung dieser Gruppe an. Diese können aber wohl im Schnitt Verkehrssituationen besser einschätzen. Nicht zuletzt wegen der Erfahrung und der Ausbildung.

    Selbes Prinzip: die StVO bzw. das StVG wurden ursprünglich wegen der motorisierten Verkehrsteilnehmern erforderlich. Kannst ja mal die Zahl der Vorschriften, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger gelten mit der Gesamtzahl der Regelungen vergleichen.

    Das Ding heißt StVO weil sie den Umgang im Verkehr regelt. Die meisten Regeln tangieren alle Nutzer auch wenn die Relevanz natürlich eher für den MIV gegeben ist. Aber gerade die Grundregeln gelten eben uneingeschränkt für alle Verkehrsteilnehmer.

    >Leider nutzen nicht alle PKW-Fahrer auch diese Möglichkeiten. Auch „uneingeschränkt“ würde ich nicht uneingeschränkt unterschreiben.

    Deswegen steht da nahezu uneingeschränkt. Aber definitiv ausreichend für kreuzende Straßen.

    Man hört im (geschlossenen) Auto weniger als außerhalb. Auch ohne Disco.

    Das bezweifle ich nicht. Es hat nur keine wirkliche Relevanz bei der Vorfahrt (in Bezug auf rote Ampeln werden wie Stoppschilder behandelt).

    #189808

    Anonym

    Diese können aber wohl im Schnitt Verkehrssituationen besser einschätzen.

    Das wiederum bezweifle ich. Jedenfalls was „im Schnitt“ betrifft. Der geübte Autofahrer, wie du und ich z.B., wird aber von vielen ungeübten und unerfahrenen Autofahrern begleitet. Vielleicht nicht die Mehrheit, aber ein (viel zu) großer Teil. Aber auch bzw. gerade routinierte wiegen sich oft in trügerischer Sicherheit.

    Nicht zuletzt wegen der Erfahrung und der Ausbildung.

    Regelmäßige Nachschulungen oder wenigstens -prüfungen und ich stimme dem zu.

    Die meisten Regeln tangieren alle Nutzer

    Aber oft nur peripher. Gerichtet sind sie vor allem an den motorisierten Verkehr. Im Laufe der Geschichte sind natürlich etliche Vernetzungen entstanden. Aber du wirst zugeben, dass ohne Kfz ein großer Teil der Vorschriften unnötig wäre.

    Es hat nur keine wirkliche Relevanz bei der Vorfahrt

    Kommt natürlich auf die Sichtverhältnisse und das Sehvermögen an, aber prinzipiell hast du recht.

    #189833

    Das Ding heißt StVO weil sie den Umgang im Verkehr regelt. Die meisten Regeln tangieren alle Nutzer auch wenn die Relevanz natürlich eher für den MIV gegeben ist. Aber gerade die Grundregeln gelten eben uneingeschränkt für alle Verkehrsteilnehmer.

    Die Straßenverkehrsordnung wurde aber nicht wegen der Fußgänger und Radfahrer eingeführt, sondern wegen des – zur Zeit der Einführung (sie geht auf ein Gesetz von 1909 zurück) – immer stärker zunehmenden KFZ-Verkehrs. Und diese Regulierung wird auch nur benötigt, weil – wie ich bereits erläuterte – Autos unflexible Gefährte mit großer Masse und großem Raumbedarf sind.

    Wenn es nach Fußgängern und Radfahrern ginge, bräuchten wir keine Verkehrsregeln und -gesetze und auch keine Ampeln. Die würden vermutlich erst nötig, wenn sämtliche Einwohner Halles gleichzeitig mit dem Rad in der Stadt unterwegs wären.

    #189837

    Um das mal klarzustellen: modern ist nicht das Auto, sondern das Fahrrad oder ein gepflegter Gang zu Fuß.

    #189840

    @nixidee

    Deine Einschätzung, dass die Rundumverglasung des PKWs ausreicht, um mit der Stopschildregelung auszukommen, kann nicht stimmen:

    – gerade beim Abbiegen passieren die meisten MIV-Rad-Unfälle
    – nach schräghintenrechts kann man zwar dank Spiegel gucken, doch wehe es ist Dunkel oder regnet. Rundumblick ist etwas anderes. Fahr mal Rad, oder geh zu Fuß – DAS ist Rundumblick
    – größere, beladene Fahrzeuge (LKWs) machen dann an Ampeln was genau? Da ist nichts mit Rundumblick.

    Akustisch ist es auch relevant. Denn auf dem Rad oder als Fußgänger wird oft genug auf akustische Reize hin geschaut und kontrolliert, ob der Weg frei ist. In einem akustisch dichten Gefährt entfällt dies. Bei Musikkrach erst recht. Frag mal Notdienste…. 😉

    #189861

    Das wiederum bezweifle ich. Jedenfalls was „im Schnitt“ betrifft. Der geübte Autofahrer, wie du und ich z.B., wird aber von vielen ungeübten und unerfahrenen Autofahrern begleitet. Vielleicht nicht die Mehrheit, aber ein (viel zu) großer Teil. Aber auch bzw. gerade routinierte wiegen sich oft in trügerischer Sicherheit.

    Ähnliche Schnitte hast du auf dem Rad. Zusätzlich dazu aber sehr Junge und, in welchen Fällen auch immer, KFZ untaugliche Teilnehmer. Von daher würde ich bei der Annahme bleiben.

    Regelmäßige Nachschulungen oder wenigstens -prüfungen und ich stimme dem zu.

    Je nachdem wie Regelmäßig aber gegen eine Tauglichkeitsprüfung inkl. Theorie spricht per se nicht viel.

    Aber oft nur peripher. Gerichtet sind sie vor allem an den motorisierten Verkehr. Im Laufe der Geschichte sind natürlich etliche Vernetzungen entstanden. Aber du wirst zugeben, dass ohne Kfz ein großer Teil der Vorschriften unnötig wäre.

    Natürlich. Dennoch betrifft es eben alle die am täglichen Verkehr teilnehmen wollen. In 100 Jahren betrifft es vielleicht auch Luftverkehr oder was weiß ich. Nur die Geschichte ist in solchen fällen eben nur nice to know.

    Kommt natürlich auf die Sichtverhältnisse und das Sehvermögen an, aber prinzipiell hast du recht.

    Ja und wenn die Verhältnisse es nicht zulassen wartet man im diskutierten Fall eben auf Grün. Auch Nachts um 3 Uhr. Betrifft Radfahrer ja auch.

    @nixidee
    Deine Einschätzung, dass die Rundumverglasung des PKWs ausreicht, um mit der Stopschildregelung auszukommen, kann nicht stimmen:
    – gerade beim Abbiegen passieren die meisten MIV-Rad-Unfälle

    Unachtsamkeiten haben selten was mit Rundumsicht zu tun. Auch hat ein solches Abbiegen selten etwas mit eine Kreuzungssituation zu tun.

    – nach schräghintenrechts kann man zwar dank Spiegel gucken, doch wehe es ist Dunkel oder regnet. Rundumblick ist etwas anderes. Fahr mal Rad, oder geh zu Fuß – DAS ist Rundumblick – größere, beladene Fahrzeuge (LKWs) machen dann an Ampeln was genau? Da ist nichts mit Rundumblick.

    Hat auch alles wenig mit Kreuzungen zu tun. Was jetzt die Nachtsicht in einem Auto so sehr verschlechtern soll ist mir ein Rätsel. Außer bei voller Innenbeleuchtung vielleicht.

    Dagegen sieht es für den Brillenträger im Zweifel schlechter aus. Sind ja auch nicht wenige (glaube 1/3 immer 1/3 gelegentlich).

    Akustisch ist es auch relevant. Denn auf dem Rad oder als Fußgänger wird oft genug auf akustische Reize hin geschaut und kontrolliert, ob der Weg frei ist. In einem akustisch dichten Gefährt entfällt dies. Bei Musikkrach erst recht. Frag mal Notdienste….

    Bei Notdiensten ist das Problem das Leute bei Grün reinfahren. Wieder keine Relevanz zum Thema. Wenn ich eine Ampel Nachts um 3 wie ein Stoppschild betrachte, taste ich mich eben an die Kreuzung heran.

    Hier wird bei den KFZ irgendwie sehr häufig der worst case(missachten der Regeln) unterstellt. Aber genauso wenig funktioniert es bei sämtlichen anderen Verkehrsteilnehmern wenn diese sämtliche Regeln missachten. Selbst die Handynutzung während der aktiven Verkehrsteilnahme ist ja nun schon lange kein PKW exklusives Problem mehr.

    #189863

    Anonym

    @SfK: Du warst wohl noch nie bei der IAA! Wer heute kein Auto hat, gilt doch als asozial! 🙂

    #189868

    Anonym

    Ähnliche Schnitte hast du auf dem Rad.

    Das mag sein. Da wären wir wieder beim Gefahrenpotenzial. 10kg Fahrrad, 75kg Mensch, 300 Watt gegen 1500kg, 75000 Watt. Außenmaße und Trägheit (der Masse und des Fahrers) kommen noch dazu.

    Beides von unsicheren und unerfahrenen Verkehrsteilnehmern bewegt, ist das wirklich kein Unterschied?

    Was jetzt die Nachtsicht in einem Auto so sehr verschlechtern soll ist mir ein Rätsel.

    Sicherheitsglas (besonders die Frontscheibe, Glas-Folie-Glas), Kratzer, Tönung/Folierung, Heizung, Wassertropfen (Regen), Dreck, Scheinwerfer der anderen usw.
    Ich wette, farbi fände dazu einen Link! 🙂

    #189870

    @nixidee

    Wenn es nichts mit Kreuzungen zu tun hat, warum sterben dort die meisten Radfahrer wegen nicht-richtig-gucken-können. Gerade wenn beide Verkehrsträger gleichzeitig grün hatten? Richtig: Weil das KfZ eine deutlich schlechtere Sicht hat, insbesondere zur fahrerabgewandten Seite. Das kann auch Unachtsamkeit zur Ursache haben, doch in erster Linie ist es schlechte Sicht. Und bei guter Sicht entfällt Unachtsamkeit wegen auffälliger Sichtbeziehung

    Mit der Frage an Notdienste meinte ich, dass diese ein Lied davon singen können, dass in PKW selbst laute Sondersignale nicht wahr genommen werden. DAS ist schlimm!

    #189889

    Gesichtsfeld und Hörsinn:

    Autos sind schon seit längerem nicht rundum verglast. Schon die imposanten und sehr schrägen A-Säulen können die Sicht auf einzelne Fußgänger komplett verdecken. Und das wird bei den oft sehr breiten B-Säulen und den kuchenblechgroßen C-Säulen nicht besser. Hinzu kommt eine „dynamisch“ ansteigende Schulter bei fast allen aktuellen Pkws, unter der Liegeräder und Kinder untertauchen. Ganz zu schweigen der Blick nach hinten, wo das Heckfenster aus der Sicht des Fahrers zum Panzersehschlitz verkommt.

    Hinzu kommen Blendungen und Spiegelungen auf den schrägen Scheiben, erst recht wenn diese verschmutzt oder feucht sind.

    Hörsinn:

    Gerade bei nicht so dichtem Straßenverkehr (also der Situation, wo man als Fußgänger und Radfahrer „grundlos“ an der roten Ampel wartet) hört man herannahende Fahrzeuge sehr gut – im Auto hingegen überhaupt nicht, auch ohne laufendes Radio.

    #190002

    @nixidee
    Wenn es nichts mit Kreuzungen zu tun hat, warum sterben dort die meisten Radfahrer wegen nicht-richtig-gucken-können. Gerade wenn beide Verkehrsträger gleichzeitig grün hatten? Richtig: Weil das KfZ eine deutlich schlechtere Sicht hat, insbesondere zur fahrerabgewandten Seite. Das kann auch Unachtsamkeit zur Ursache haben, doch in erster Linie ist es schlechte Sicht. Und bei guter Sicht entfällt Unachtsamkeit wegen auffälliger Sichtbeziehung
    Mit der Frage an Notdienste meinte ich, dass diese ein Lied davon singen können, dass in PKW selbst laute Sondersignale nicht wahr genommen werden. DAS ist schlimm!

    Abbiegen vs. Ampel als Stoppschild behandeln. Wie du schon sagst, dies passiert auch bei Grün.

    Ein Radler mit lauter Musik nimmt auch keinen Notdienst war. In-Ears sind ne tolle Erfindung.

    Das mag sein. Da wären wir wieder beim Gefahrenpotenzial. 10kg Fahrrad, 75kg Mensch, 300 Watt gegen 1500kg, 75000 Watt. Außenmaße und Trägheit (der Masse und des Fahrers) kommen noch dazu.
    Beides von unsicheren und unerfahrenen Verkehrsteilnehmern bewegt, ist das wirklich kein Unterschied?

    Klar gibt es unterschiedliches Gefahrenpotential. Deswegen machen die einen auch einen Führerschein.

    Aber ist ja nicht so das man selbst ohne E-Bike mit dem Rad Leute locker schwer verletzen und mehr kann.

    Sicherheitsglas (besonders die Frontscheibe, Glas-Folie-Glas), Kratzer, Tönung/Folierung, Heizung, Wassertropfen (Regen), Dreck, Scheinwerfer der anderen usw. Ich wette, farbi fände dazu einen Link!

    Deswegen das so sehr. Es setzt dennoch keine Nachtblindheit ein. Und wenn die Verkehrsteilnehmer adäquat gekennzeichnet sind sollte das kein Problem sein. Wie gesagt das Thema ist immernoch die gute alte Ampel und ob man z.B. Nachts um 3 Uhr die rote Ampel wie ein Stoppschild behandeln darf.



    @geraldo

    Bleib einfach beim Thema. Weder fährt man auf Gehör noch brauch ich an einem Stoppschild (so sollen die roten Ampeln doch behandelt werden oder?) einen 360° Blick. Und wenn Autos ein solch kleines Sichtfeld wie in deiner Phantasie haben dann muss ich auf Grün warten weil ich die Lage eben nicht einschätzen kann. Gilt auch für Radfahrer. Ist doch alles nicht so schwer.

    #190004

    Anonym

    ob man z.B. Nachts um 3 Uhr die rote Ampel wie ein Stoppschild behandeln darf.

    Man könnte auch die Ampel gelb blinken lassen. Ich wäre dafür. Aber das Beispiel LuWu/Martha-Brautzsch/Willi-Lohmann zeigt, dass dann wieder Mitbürger mit etwas Einfluss das Ganze ins Gegenteil verkehren können…

    #190005

    Bleib doch einfach beim Thema, das kann doch nicht so schwer sein!

    Natürlich benutzen Radfahrer (außer Idioten mit Kopfhörern oder gar InEars) zur Orientierung im Straßenverkehr ihr Gehör. Dazu hat man nämlich Sinnesorgane.

    Wenn ich als Radfahrer nachts im Dunkeln bei Rot über eine Kreuzung fahren will, dann sehe und höre ich auch schwarzgekleidete, unbeleuchtete Radler (und auch schwarzgekleidete, unbeleuchtete Fußgänger). Nicht dass ich es gutheiße, dass Radler als schwarze Löcher durch die Nacht gondeln, aber auch hier ist es ein Fakt, dass ich als Autofahrer eher Gefahr laufe, solche Idioten zu übersehen.

    Und das ist genau das Thema: Wenn ich nachts, bei Nieselregen an einer roten Ampel stehe, dann bleibe ich mit dem Auto stehen, weil mir die Gefahr, jemanden zu übersehen zu groß ist, ebenso wie diesem jemand schwere Verletzungen zuzufügen. Auf dem Rad verfüge ich hingegen über die Möglichkeit, die Situation richtig einzuschätzen.

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