Umweltverein für dringenden Abriss des alten Planetariums auf der Peißnitz

19. Mai 2015 | Vermischtes | 8 Kommentare

Derzeit wird um das alte Planetarium auf der Peißnitz in Halle (Saale) gestritten. Die Stadt will es abreissen lassen, 140.000 Euro Fluthilfemittel sind dafür bewilligt. Der Arbeitskreis Innenstadt kritisiert diese Pläne, betont den architektonischen Wert.
planetarium
Dagegen erhält die Stadt Unterstützung vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA). Der hält einen Abriss des Planetariums für dringend geboten. Man unterstütze Beschluss des halleschen Stadtrates, das Gasometer auf dem Holzplatz zum Neubau des Planetariums zu nutzen.

Der Standort des in den Jahren von 1976 bis 1978 erbauten Raumflugplanetariums „Sigmund Jähn“ galt schon damals auf Grund seiner Lage im Hochwassereinzugsgebiet nicht als unumstritten, so der AHA. Zwar erreichten die Hochwasser in den Jahren 1979, 1982 und 1988 keine kritische Höhe, zeigten aber auf, an welchem Standort sich das neugebaute Planetarium befindet. Bereits die Hochwasser u.a. im Jahr 1994, zum Jahreswechsel 2002/2003 sowie im Winter 2011 erreichten durchaus kritische bis sehr kritische Wasserhöhen, welche dann letztendlich mit dem Hochwasser im Sommer 2013 ihren vorläufigen Höhepunkt fand.
3 Juni planetarium
Argumente aus der Sicht des Denkmalschutzes seien zwar nachvollziehbar. Die Peißnitz habe aber eine sehr wichtige Rolle in der Saaleaue als Überflutungsraum. Deshalb müssten der Insel andere Prioritäten eingeräumt werden, wozu die bauliche Freiräumung von Retentionsflächen gehöre, so der AHA. Er hält es daher für ökologisch und ökonomisch unverantwortlich den Standort des Planetariums aufrecht zu erhalten, da jederzeit Hochwassersituationen eintreten könnten, die sogar noch schlimmer ausfallen als das letzte. Sogar eine Prüfung der Beräumung weiterer Bauten auf der Peißnitz ist nach Ansicht des AHA dringend erforderlich. Auch die ebenerdigen Gewölbe des Peißnitzhauses seien baulich wieder zu öffnen, um ein weitgehend ungehindertes Durchströmen von Hochwasser unter dem Haus hindurch zu ermöglichen, so der AHA. Diese Pläne hegt der Peißnitzhaus-Verein sschon seit längerem.

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  • #153769

    Derzeit wird um das alte Planetarium auf der Peißnitz in Halle (Saale) gestritten. Die Stadt will es abreissen lassen, 140.000 Euro Fluthilfemittel si
    [Der komplette Artikel: Umweltverein für dringenden Abriss des alten Planetariums auf der Peißnitz]

    #153770

    Warum findet man sich denn nicht in der Mitte zusammen und – wie ich es schonmal vorschlug – baut das Ding ab und an anderer Stelle wieder auf? Die modulare Schalenbauweise sollte sowas doch möglich machen? Eine unwiderbringliche Zerstörung wäre über das Ziel hinausgeschossen und ist mir völlig unverständlich.

    #153771

    Ist der Holzplatz nicht auch mal ein Auenwald gewesen, der sich dort grade wieder selber etwas zurückfindet?

    #153772

    Achja, auch Robin Wood, der einsame Streiter, meldet sich wieder mal zu Worte. Hat wohl in der Schopenhauerstr. gerade mal nichts zu tun…
    Sich aber mit dem AKI anzulegen, ist sicher nicht so klug…

    #153773

    10010110 schrieb: „Warum findet man sich denn nicht in der Mitte zusammen und – wie ich es schonmal vorschlug – baut das Ding ab und an anderer Stelle wieder auf? Die modulare Schalenbauweise sollte sowas doch möglich machen? Eine unwiderbringliche Zerstörung wäre über das Ziel hinausgeschossen und ist mir völlig unverständlich.“

    Vollste Zustimmung! Wenn Abbau, dann sollten zumindest architekurgeschichtlich wertvolle Teile für den Neubau des Planetariums verwendet werden.

    #153784

    Es gibt aber kein Dilemma. Man kann das Planetarium aus dem Naturschutzgebiet entfernen, ohne es komplett zerstören zu müssen. Und man muss es auch nicht in das neue Planetarium integrieren, sondern kann dieses Gebäude z. B. irgendwo in Halle-Neustadt (außerhalb des hochwassergefährdeten Gebiets) wieder hinbauen. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig.

    #153789

    Ist der Holzplatz nicht auch mal ein Auenwald gewesen, der sich dort grade wieder selber etwas zurückfindet?

    Ja, das stimmt, denn mit Beginn der Industrialisierung durch Bau des Gaswerkes und des städtischen Elektrizitätswerkes wurde das damalige Gelände am Holzplatz um ca. 3-8 m aufgeschüttet. Zuvor war es der „Holzplatz“ für die Saline und vielleicht auch nur eine Wiese, denn die heutige Straße zu den Pulverweiden hieß damals „Wiesenstraße“ und die um 1900 gebaute und heute im Gelände stehende schrottreife Stahlfachwerk-Brücke heißt immer noch „Alte Wiesenstraßenbrücke“ (BR 068-Zustandsnote 4).

    #153798

    Kann es sein dass ihr Betonteile mit Legobausteinen verwechselt? Am ehemaligen BWG-Erlebnishaus kann man gerade sehen, wie schnell so ein Betonbau abgerissen werden kann. Die Lego-Methode dürfte um ein Vielfaches teurer werden.

    #153843

    „Auch die ebenerdigen Gewölbe des Peißnitzhauses seien baulich wieder zu öffnen, um ein weitgehend ungehindertes Durchströmen von Hochwasser unter dem Haus hindurch zu ermöglichen, so der AHA.“

    Würde da nicht ein Tunnel helfen?
    Und wenn man das Haus abreißt, kann auch nichts mehr ungehindert Durchströmen unter dem Haus… 😉

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