Sachsen-Anhalter arbeiteten 2021 21 Stunden länger

24. März 2022 | Soziales | 1 Kommentar

In Sachsen-Anhalt stieg die durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit um 23 Stunden. Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ mitteilt, erhöhte sich das gesamt-wirtschaftliche Arbeitsvolumen, welches die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen am Arbeitsort umfasst, gegenüber 2020 um 1,6 %. Im Vorjahr war noch ein starker Rückgang um 4,7 % zu verzeichnen. Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit je Erwerbstätigen stieg in Sachsen-Anhalt 2021 um 23 Stunden auf 1 411 Stunden (Bundesdurchschnitt: 1 349 Stunden), blieb damit jedoch unter dem Vorkrisenniveau (2019: 1 439 Stunden). Je nach Stellung im Beruf gab es erhebliche Unterschiede bei der Pro-Kopf-Arbeitszeit: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiteten 2021 durchschnittlich 1 378 Stunden, die Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen dagegen 1 797 Stunden.

Ein Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden konnte in fast allen Wirtschaftsbereichen beobachtet werden. Den größten Zuwachs verzeichnete der Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen, wozu auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört (+2,8 %). Dagegen kam es im Bereich Land- und Forstwirtschaft; Fischerei zu einem Rückgang (-3,7 %).
Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden im Baugewerbe mit 1 590 Stunden und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 1 549 Stunden geleistet. Am kürzesten war die durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 365 Stunden), in denen Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.
Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftsunterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

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