Mit Vorab-Impfung wird Vertrauen verspielt

6. Februar 2021 | Nachrichten, Politik | 1 Kommentar

Zur aktuellen Diskussion zur Vorab-Impfung von halleschen StadträtInnen hat  die  hallesche SPD  Stellung genommen.

Karamba Diaby, Vorsitzender der SPD Halle (Saale) zeigt wenig Verständnis für den Vorfall:  „Für die Rechtfertigung, dass der Impfstoff hätte weggeworfen werden müssen, wenn er nicht den StadträtInnen verabreicht worden wäre, haben wir wenig Verständnis. Andere Landkreise zeigen hier, dass es auch andere Lösungen gibt. Im Burgenlandkreis existieren beispielsweise Listen mit Menschen über 80 Jahren, die angerufen werden, wenn absehbar ist, dass am Ende eines Tages noch Impfstoff übrig bleiben wird. Solche Mechanismen müssen auch in Halle möglich sein. Es gibt in unserer Stadt noch viele gefährdete Gruppen, die auf die Impfung warten. Deren Vertrauen und das aller BürgerInnen darf nicht derart leichtfertig verspielt werden, wie das hier passiert ist.“

Ähnlich sieht es Eric Eigendorf, Vorsitzender der SPD-Fraktion: „Die fünf StadträtInnen der SPD-Fraktion haben das Impfangebot der Stadt Halle nicht angenommen. Es gibt eine klare Richtlinie, nach der die Impfungen erfolgen sollen. Wir respektieren diese Reihenfolge und setzen uns dafür ein, dass sie eingehalten wird. Die Tatsache, dass zehn Mitglieder des Stadtrates aufgrund ihrer Funktion eine Impfung erhalten haben, ist ein fatales Zeichen für all die Menschen in unserer Stadt, die zu Risikogruppen gehören und noch auf ihre Impfung warten müssen. Es ist völlig unklar, wer hier welche Kriterien angelegt hat – und das muss schleunigst transparent aufgeklärt werden. Hier wurde ohne Not Vertrauen verspielt.“

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