Flüchtlinge: keine weiteren Zuweisungen nach Halle in diesem Jahr

9. Dezember 2015 | Nachrichten | 6 Kommentare

130 Flüchtlinge kamen am Mittwoch an. Und das war es für dieses Jahr. Der Stadt Halle (Saale) werden bis Jahresende keine weiteren Asylbewerber zugewiesen. Das kündigte Oberbürgermeister Bernd Wiegand im Hauptausschuss an und verwies auf Aussagen vom Land. „Das ist für uns erstmal positiv und bedeutet Luft“, so Wiegand. Denn die Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt sind voll.

Aktuell leben in der Saalestadt 4.383 Flüchtlinge, darunter 401 Duldungen, 397 Personen mit humanitärem Aufenthaltstitel und 71 unbegleiteten Flüchtlingen. In der Erstaufnahmestelle im ehemaligen Maritim-Hotel sind derzeit 490 Personen untergebracht. Die beiden weiteren Landesaufnahmeeinrichtungen im ehemaligen Sportinternat und der alten Jugendherberge leben momentan keine Flüchtlinge. Laut Oliver Paulsen, Leiter des Dienstleistungszentrums Migration, sind 15 Prozent der Flüchtlinge minderjährig, bei 20 Prozent der Flüchtlinge handelt es sich um Frauen.

Karsten Thärigen, Leiter des Polizeireviers Halle, ging auf die Sicherheitslage ein. „Die Lage ist relativ ruhig.“ Seit Oktober habe es in der Erstaufnahmestelle im Maritim-Hotel drei polizeiliche Einsätze wegen Körperverletzungen nach persönlichen Konflikten gegeben. Mit Blick auf die Menge der untergebrachten Personen und die psychische Stresssituation sei dies nicht ungewöhnlich. Angriffe von Außen auf die Einrichtung habe es bisher nicht gegeben. Aus diesem Grund hofft Thärigen, in Zukunft die Polizeipräsenz am Maritim und den Gemeinschaftsunterkünften im Stadtgebiet zurückfahren zu können.

Auf die gesundheitliche Situation ging Amtsärztin Christine Gröger ein. Bisher habe es je einen Fall von Windpocken und Noroviren gegeben. Mehrere Verdachtsfälle auf Tuberkulose hätten sich nicht bestätigt. Aufgetreten seien mehrere Fälle von Kopfläusen und Krätze. Insgesamt wurden 1.900 Flüchtlinge untersucht. Momentan finden die Erstuntersuchungen im Elisabethkrankenhaus statt. Am 14. Dezember gehen jedoch die neuen Behandlungsräume direkt im ehemaligen Maritim in Betrieb.

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