Startseite Foren Halle (Saale) Gnade für Zoo-Vize Timm Spretke

Dieses Thema enthält 68 Antworten und 15 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Schulze vor 2 Monate, 2 Wochen.

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  • #288172

    Tiere im Kühlhaus verstecken hat geholfen, denn die anderen leben noch.

    #288175

    Wolli schätze ich auch als praktischen Menschen ein. 🙂

    #288174

    Zunächst einmal, ich kenne Herrn Spretke seit über 20 Jahren und weiß, dass er ein Topfachmann ein loyaler und gewissenhafter Mitarbeiter des Zoos ist. Das was er hier getan hat, hat er mit Sicherheit aus gutem Grund getan.
    Das was hier seit 2006 im Namen der Vogelgrippe geschieht ist nur Lug und Trug seites der industriellen Geflügelwirtschaft (ich meine hier die ganz großen Chefs an der Spitze). Die Hybriden, oder Genetiken, wie es im Tierquälerhochdeutsch so schön heißt,sind so was von überzüchtet, dass sie spätestens ab Mitte ihres kurzen Lebens, nicht mehr auf ihren eigenen Beinen stehen, sondern nur noch auf Brust und Schenkeln durch ihren eigenen Kot rutschen können. Ausgemistet wird in Großställen erst, wenn die Tiere zur Schlachtung gehen, da diese durch die Überzüchtung so stressanfällig sind, dass sie durch den Trubel am plötzlichen Herztod sterben würden. Die Tiere sind so empfindlich gezüchtet worden, dass sie diese Tortur bis zur Schlachtung nur mit Medikamentengabe überstehen.
    Jeder der Fleisch von solchen Tieren isst, isst Fleisch von kranken Tieren! Gerade hier im Osten, wo die Mäster die vorhandenen Großställe übernommen und ausgebaut haben, hat die Massentierquälerei schon zu DDR-Zeiten Tradition gehabt, nur hat es damals niemand erfahren. Im Osten fehlen die gewachsenen bäuerlichen Strukturen, wie es sie im Westen immer schon gab. Die Geflügelhaltung in Sachsen-anhalt ist eine der schlimmsten die ich kennen. Wer das nicht glaubt sollte mal bei ARIWA (Animals Right Watch)googlen.
    Und dabei gibt es zunehmend Alternativen, Kleinbauern, die ihre Tiere mittels Mobilställen im Freilauf halten. Aber gegen genau solche zielt die Panikmache der Vogelgrippe ab. Die sollen kaputt gemacht werden, damit die Geflügelbarone sich noch goldenere Nasen verdienen können. Und die Rassegeflügelhalter und privaten Halter springen dabei gleich mit über die Klinge. Das ganze hat System und wer auch nur ein bischen interessiert ist findet im Netz genügend Beweise für meine Zeilen.
    Herr Spretke hat das wohl alles gewusst und auch gewusst, dass die Tiere im Falle einer Meldung wie vorgeschrieben beprobt werden würden. Die Proben hätten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein nierdrig pathogenes Virus (ein simples Schnupfenvirus!) ergeben, welches in Wassergeflügel weltweit ganz natürlich zu Hause ist.
    Das wäre aber egal gewesen, denn die Geflügelpestverordnung schreibt vor, dass in diesem Falle alles gekeult werden „muss“, auch wenns nur ein Schnupfen ist.
    Die Ansteckungsgefahr für andere Vögel des Zoos wäre bei solchen artgerechten Haltungen, wie sie der Zoo hat, überhaupt nicht gegeben gewesen. Die gibts nur in der Massentierhaltung, wo ein Tier auf dem anderen hockt und sich vor Schmerzen krümmt.
    Und eins noch, hier wird doch niemand glauben wollen, dass ein mehr als Deutschlandweit anerkannter Ornithologe und Mitglied in der Ornithologischen Gesellschaft nicht in der Lage gewesen wäre die Symptome einer Vogelgrippe (die hier ja nicht gegeben war) rechtzeitig zu erkennen?
    Ich denke mal, dass Herr Spretke seinen Chef vor einem Gewissenskonflikt schützen wollte. Denkt mal dran, dass die gekeulten Tiere auch nicht so leicht wieder zu beschaffen gewesen wären, mal ganz abgesehen vom moralischen Aspekt, zuzusehen, wie gesunde Tiere umgebracht werden, nur damit die Geflügelbarone von den Problemen in ihren Ställen ablenken können.
    Was für eine kranke Welt!

    #288180

    p.s. an die Redaktion: Eine der letzten Online-Ausgaben des „Spiegel“ schreibt zur Massengeflügelhaltung in Sachsen-Anhalt genau das Selbe.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/gefluegelmast-so-leiden-die-huehnereltern-a-1140175.html

    #288353

    Mittels Gewissen eine Seuche verheimlichen, wie geht das?

    #288359

    Mittels Gewissen eine Seuche verheimlichen, wie geht das?

    ? Die Frage verstehe ich nicht.
    Welche Seuche? Wo verheimlicht?

    #288361

    Ein hochspezialisierter Ornithologe wird wohl wissen, ob seine Tiere eine Seuche haben.

    #288371

    Welche Seuche? Wo verheimlicht?

    Eine Seuche wurde nicht verheimlicht, sondern nur tote Tiere. Das war ein Alarmsignal, das auf alles hätte hindeuten können, AUCH auf eine Seuceh, AUCH auf Vogelgrippe. Der Alarm wurde heimlich „weggedrückt“, indem die Kadaver im Kühlhaus versteckt wurden.

    #288374

    Dann war doch alles korrekt. Sozusagen strikte Isolation.

    #288387

    Das was hier seit 2006 im Namen der Vogelgrippe geschieht ist nur Lug und Trug seites der industriellen Geflügelwirtschaft (ich meine hier die ganz großen Chefs an der Spitze). …

    Und dabei gibt es zunehmend Alternativen, Kleinbauern, die ihre Tiere mittels Mobilställen im Freilauf halten. Aber gegen genau solche zielt die Panikmache der Vogelgrippe ab. Die sollen kaputt gemacht werden, damit die Geflügelbarone sich noch goldenere Nasen verdienen können.

    Langsam wird die Argumentation albern. Aus einem bewussten, individuellem Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben in einem Zoo (der ebenso eine ethisch nicht unumstrittene Tierhaltung zu verantworten hat) einen Kampf gegen die industrielle Massentierhaltung konstruieren zu wollen, spricht nicht gerade für eine seriöse Argumentation.

    Wenn der Herr wirklich so fachkompetent ist, wie einige hier herausstellen, dann hätte er auch offen Gründe für eine Nicht-Vogelgrippen-Todesursache benennen und vertreten können, in Absprache mit seinem Chef. Andernfalls war es allenfalls ein Vabanque-Spiel, welche zufällig mal gut ausgegangen ist.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 4 Wochen von  fractus.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 4 Wochen von  fractus.
    #288390

    Du weißt doch, wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen!

    #288391

    fractus schrieb:
    Zitat:
    Wenn der Herr wirklich so fachkompetent ist, wie einige hier herausstellen, dann hätte er auch offen Gründe für eine Nicht-Vogelgrippen-Todesursache benennen und vertreten können,
    Zitat Ende

    Ja, sollte man meinen – wenn man es mit Menschen zu tun hat, denen es wirklich um die Sache geht, die prüfen und denken, bevor sie handeln und die bereit und willens sind, die (Ausnahme)Möglichkeiten der Verordnung im Sinne der Tiere auszuschöpfen.
    Leider haben wir aber diesen Winter bundesweit das genaue Gegenteil beobachten müssen: nicht vereinzelt, sondern bundesweit!
    Und dass man in Sachsen Anhalt alles andere als mit Bedacht handelte, zeigen die Fälle – und besonders der Zoo Köthen dürte zeigen, wie weit man mit sachlicher Argumentation kommt. Die 133 vorbeugend gekeulten, kerngesunden Zootiere wird der Zoo kaum aus lauter Freude gekeult haben.
    Man hätte die Tiere genau so gut beproben können und nur die keulen, die wirklich krank waren. Der Opelzoo in Hessen hats vorgemacht – in Hessen gab es trotz H5N8 positiv nicht eine einzige vorbeugende Keulung eines Vogels – nichtmal aus dem betroffenen Kontaktbestand. In Bayern dagegen, hat man wegen einer handvoll toter Wassergeflügel in vorauseilendem Gehorsam auch gleich sämtliche Kanarienvögel und Finkenvolieren mit gekeult – alles Vogelarten, die gar nicht unter die Verordnung fallen. Da wurde der komplette Wildpark niedergemetzelt.
    Und Sachsen Anhalt gehört nun mal zu den zahlreichen Bundesländern, die auch lieber vorbeugend Keulung anordnen, statt erst zu beproben und sich auf Quarantäne einzulassen – und wenn die Behörde das im Seuchenfall anordnen, dann lässt sich das ausschließlich durch eine einstweilige Verfügung verhindern – die widerum nicht der Zoodirektor, sondern die Stast Halle als Eigentümer hätte veranlassen müssen. Es ist kaum vorstellbar, dass in so einem Fall, wo der Entscheider für die Durchsetzung der Maßnahme auch der Eigentümer ist, dieser gegen sich selbst eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das ist exakt dieselbe Situation, wie in Höllohe in Bayern mit den Singvögeln.

    So hat Sachsen Anhalt gehandelt:

    23.11. Quedlingburg : 38 Verdacht, 1 H5N8 pos. beprobt offensichtlich keine verendet/klinisch? 37 vorbeugend gekeult
    private Hühnerhaltung, Zufallsbeprobung wegen Ausnahmegenehmigung?

    Jerichower Land
    Möser 15.12. :Enten, 400 verendet, 9600 vorbeugend vernichtet

    Burgenlandkreis :
    28.12. 81 Enten und Gänse, 14 H5N3 (LPAI!!!), 0 verendet !!!, 14 vorbeugend gekeult (Zufallsbeprobung wegen Ausnahmegenehmigung?)
    Laut Presse sind alle Tiere (67) gekeult worden wegen H5N8 – aber der Befund scheint sich nicht bestätigt zu haben, da bei OIE nur 14 H5N3 Tiere gemeldet und gekeult wurden. Also vermtlich mal wieder ein falsch positives Erstergebnis?

    Salzlandkreis 5.1.2017 Legehennen, 70 verendet, 33260 vorbeugend gekeult

    Anhalt Bitterfeld 2.1.2017 Köthen Zoo 453 Wassergeflügel, 2 verendet (1 Schwan und ein Emu) , 133 vorbeugend gekeult Taucht bei TSIS nicht bzw als WV-Fund auf!!!

    Zu den Massentierbeständen muss man dazu erwähnen, daß es außerhalb von Seuchenzeiten als absolut normal gilt, dass 10% des Gesamtbestandes bereits während der Mast verendet (bei Puten bis zu 30 %) und diese toten Tiere einfach in den Mist getreten und später mit dem Mist aufs Feld gefahren werden. Diese Tiere werden normalerweise nirgends gemeldet oder untersucht. Also die 400 toten Enten in Möser oder die 70 toten Legehennen im Salzlandkreis waren nichts Besonderes – diese Todesraten gelten als völlig normal und kein Mensch untersucht, woran die Tiere verendet sind, bevor sie aufs Land gekippt werden (und dort mit was immer sie umgebracht hat unter Umständen die Aasfresser und unser Trinkwasser verseuchen).

    Und gerade in Sachsen Anhalt haben wir zahlreiche Fotobelege von ausgebrachtem, kadaververseuchtem Mist sogar aus Sperr- und Beobachtungsgebieten.

    z.B. 9.1.2017 Jerichower Land

    Übertragungswege – interessante Überlegungen


    bis zum 5. Beitrag durchscrollen
    oder:
    22.3.2017 Jerichower Land

    Vogelgrippe Zahlen Daten Fakten


    durchscrollen bis zum Abschnitt „eine kleine Sammlung rund um Geflügelmist“

    Es scheint absolut niemanden in Sachsen Anhalt ernstlich zu interessieren, dass aus Sperrgebieten unbeprobte Kadaver eventuell verseuchter Tiere frei auf den Acker gekippt werden, wo sie in der Tat eine Gefahr für die WIldtiere bedeuten – und vielleicht sogar für die menschen, denn Todesursache könnten auch andere, auf den Menschen übegehende Keime gewesen sein – aber einen Mann, der die toten Tiere einfriert, also nicht in die Natur verbringt und da irgendwo z.B. durch einbuddeln verschwinden lässt, den will man hinhängen?

    Hier wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen – die Kleinen hängt man hin, die Großen lässt man laufen…..
    …soetwas nennt sich Rechtsstaatlichkeit…..

    #288400

    Nach dem vorangegangenen Beitrag bleibt mir nur festzustellen:

    Tierschützer sind eine seltsame Spezies Mensch.

    #288401

    Der Rechtsweg stand offen, und wurde nicht beschritten. Stattdessen Vermutungen, Behauptungen, und dann werden Kadaver ohne Untersuchung im Kühlhaus versteckt.

    #288405

    Wieso? Die Trennung der mutmaßlich inifizierten Tierkadaver war doch professionell. Welche Ansteckungsgefahr bestand denn für auswärtige Vögel in einem vergitterten Käfig?

    #288465

    Hei-Wu, Sie haben mich dazu bewegt, mich hier anzumelden und auch meinen Senf dazuzzugeben.
    Zitat:“Der Rechtsweg stand offen, und wurde nicht beschritten. Stattdessen Vermutungen, Behauptungen, und dann werden Kadaver ohne Untersuchung im Kühlhaus versteckt.“
    Fakt ist zunächst einmal: Der Rechtsweg im Zuge der Vogelgrippen-Verordnung hat keine aufschiebende Wirkung.
    Aber sehen wir uns die handelnden Personen an:
    Ich erlaube mir, etwas auszuholen:
    Es ist wohl als Tatsache anzusehen, dass Menschen bestimmte Berufe aus Neigung ergreifen, Veterinär ist so ein Beruf. Da muss man eine gehörige Portion Liebe zum Job mitbringen, Beamter auf Lebenszeit ist ein anderer Beruf, und es gibt auch Veterinäre, die eher Beamte sind, und mit der Tiermedizin und dem Heilen weniger am Hut haben, als mit dem Berufsbeamtentum (nicht grundsätzlich diskriminierend gemeint)
    Wer in einem Zoo arbeitet und das seit Jahren, wie Herr Spretke, und nach Aussage einer guten Freundin ein fachkompetenter Herr, so hat er in seinem Leben wohl schon einige Erfahrung mit den Ämtern hinter sich.
    Wenn wir dazu die Vorkommnisse aus diesen Ämtern in Bezug auf das Vorgehen einzelner der Amtsveterinäre im Bereich Vogelgrippe, Beprobung, Vorsorgliche Keulung, Vernichtung wertvoller Zuchtbestände ausdrücklich geschützter Rassen, etc. vergegenwärtigen, kann man schon verstehen, dass ein engagierter Zoo-Fachmann so seine Probleme hat, jeden toten Vogel zunächst dem Amtsveterinär in die Hände zu geben, der dann vielleicht zur Beprobung und das durch Verseuchung des Restbestandes kommt. Das ist keine Mär, sondern ja wohl passiert, anlässlich der Beantragung einer Ausnahmegenehmigung.
    Hier ist ein Fachmann, der, anders als die Erfinder der Vogelgrippe/Geflügelpest-Verordnung wohl eher täglich mit Tieren zu tun hat und dessen Beobachtung eben keinen Hinweis auf Vogelgrippe ergeben hat. Herren fractus und hei-wu, es gibt sehr wohl Anzeichen für Influenza-Befall, weit vor der Analyse des FLI, und die Vor-Beprobung der Amtsvets ist, so ich weiss, um 50 bis 60 % falsch positiv.
    Der Herr Spretke arbeitet seit Jahren mit diesen Tieren, gehen wir davon aus, dass er sehr wohl die Anzeichen lesen kann, und dass, anders als die landläufige Meinung, auch in Zeiten der Vogelgrippe der Tod als normaler Sensenmann daher kommt und aus anderen Gründen seine Ernte einfährt.
    Die Meldung der toten Vögel hätte zu einer Beprobung geführt, vor Allem weil der Amtsvet, aus m.E. falscher Voreiligkeit und Voreingenommenheit, in diesen Zeiten sogar plattgebügelte Tauben als an der Vogelgrippe verendet, verdächtigt.
    Diese Beprobung würde auf meinem Hof nicht stattfinden.
    Die Herren Amtsvets müssten mir erst nachweisen, in den letzten 72 Stunden keinen Kontakt zu irgenwdwelchen Geflügeln gehabt zu haben und dürften sich dann, nach Komplett-Dusche, Säurebad und Vollkondomierung meinen Hühnern auf Sichtweite nähern, aus lauter, berechtigter Angst, eben diese Veterinäre könnten mir das Virus einschleppen.
    Das Vertrauen in unsere Amtspersonen nimmt quadratisch in dem Masse ab. wie die Überreaktionen dieser Leute zunehmen.
    Z.B. Schwante, die Veterinäre beproben und Keulen wegen Nachweis von Antikörpern einer dem Schnupfen vergleichbaren Infektion, der gesamte Bestand wird erschlagen, nicht gekeult, Keulen ist ordentliches Umbringen, einschläfern, betäuben und töten, Keulen bedeutet nicht das Zerquetschen eines Schwanenhalses mit einer Zange, die dafür noch nicht eimal geeignet ist.
    oder nehmen wir Wörth, hier ist erst die durch unmittelbare Anrufung eines Gerichtes zwechs Einstweiliger Verfügung, entstandene Zeitverzögerung dazu genutzt worden, doch nochmal nachzudenken und eine ordentliche Lösung für die verschiedenen Zuchtgeflügel (Qarantäne) zu finden.
    Auch hier hätte der Amtsschimmel fröhlich drauflos gekeult.
    Wie meinten Sie, fractus, „Tierschützer sind eine seltsame Spezies Mensch. — goldrichtig beobachtet.
    Tiere und wir teilen uns diesen Globus. Uns sind lt. Bibel die Tiere anvertraut, nicht zum totschlagen!
    Es gibt so ein paar Sprüche, die Sie vielleicht vergegenwärtigen sollten:
    Wenn die letzte Biene tot ist bleiben dem Menschen noch 3 Jahre (Einstein?)
    Ihr habt diese Welt nicht von Euern Vätern geerbt, sondern von Euern Kindern geliehen, als geht pfleglich damit um!
    Wenn Sie weitere Denkanstösse brauchen ich helfe gern aus!

    #288493

    “ Uns sind lt. Bibel die Tiere anvertraut, nicht zum totschlagen!“
    Ich glaube nicht, dass die Bibel als Leitfaden zur Seuchenbekämpfung taugt.

    #288494

    Es gibt kein Verbot in der Bibel, Tiere aus wichtigem Grund zu töten. Wer sich auf „die Bibel“ beruft, sollte die auch gelesen haben, und deren gängigen Auslegungen zumindest in Grundzügen kennen.

    Ich bin aber durchaus der Ansicht, dass man das „Keulen auf Verdacht“ legal verhindern kann, besonders, wenn es um besonders geschützte Tiere geht.

    Im übrigen bin ich auch der Ansicht, dass die Verhinderung der Ausbreitung einer gefährlichen Seuche auch im Interesse des Tierschutzes liegt, besonders aber im Interesse der Menschen. An der Vogelgrippe sind bereits Menschen gestorben, das wird schnell vergessen.

    Natürlich ist Massentierhaltung eine Gefahrenquelle, und sollte deshalb auch beschränkt werden. Aber all die Probleme bekämpfen wir nicht, wenn man einen „Helden“ bejubelt, der Tiere, die aus ungeklärter!!! Ursache in einer staatlichen Einrichtung verstorben sind, im Kühlhaus versteckt.

    #288495

    Eine Seuche sollte immer da bekämpft werden, wo sie entsteht, und das ist in den Ställen der industriellen Geflügelhaltung.
    Warum private Kleinhalter, Zoos, Tierparks und ähnliche Institutionen in Sippenhaft genommen werden, für Zustände die von ihnen weder verursacht worden sind, noch für Zustände, die im Allgemeinen keinerlei Gefahr für gesundes und artgerecht gehaltenes Geflügel darstellen, ist nicht zu verstehen.
    Und genau deshalb können einige Menschen, die umfassend über die Hintergründe der Vogelgrippe informiert sind und daher wissen, dass es im Falle des Bergzoos keine Gefahrenlage gab, Herrn Spretke nicht nur nicht verurteilen, sondern sie können sein Handeln nur als moralisch und ökonomisch richtig bewerten. Dass es solche Gesetze/Verordnungen (GeflügelpestVO) ohne verifiziertes Wissen über die Krankheit sekbst überhaupt gibt ist schon traurig genug!

    #288496

    Eine Seuche sollte immer da bekämpft werden, wo sie entsteht, und das ist in den Ställen der industriellen Geflügelhaltung.
    Warum private Kleinhalter, Zoos, Tierparks und ähnliche Institutionen in Sippenhaft genommen werden, für Zustände die von ihnen weder verursacht worden sind, noch für Zustände, die im Allgemeinen keinerlei Gefahr für gesundes und artgerecht gehaltenes Geflügel darstellen, ist nicht zu verstehen.

    Das ist ja eine Argumentation auf dem irrationalen Niveau von Impfgegnern. Natürlich ist es besser, eine Seuche vor der Entstehung bzw. am Ort der Entstehung einzudämmen.

    Ist sie aber ausgebrochen, dann muss ihre Verbreitung eingedämmt werden. Und das geschieht nun mal in der Regel völlig unabhängig von ihrer Entstehung.

    Ich pflichte hier @Hei-Wu ausdrücklich zu. Nur weil etwas (zufällig) gut gegangen ist, heißt das noch lange nicht, dass es richtig war und bei Wiederholung auch wieder gut gegangen wäre.

    Solche individuellen Herangehensweisen helfen nun mal nicht, problematische Rechtslagen juristisch anzugreifen. Es wäre interessant zu wissen, was der Zoo jenseits der personalrechtlichen Verantwortung zum Vorgang sagt.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  fractus.
    #288497

    @ hei-wu:
    Es geht hier weiß Gott nicht um das Bejubeln eines „Helden“, aber es muss doch Jedem auch gestattet sein, Menschen die zu Unrecht und auf Grund unvollständiger (ich will nicht sagen falscher) Berichterstattung (ich rede hier von der Presse, nicht vom Forum!)Gefahr laufen, als Henker an der Gesundheit der Bevölkerung dargestellt zu werden, zu verteidigen, zumal, wenn man über die wahren Hintergründe hinlänglich informiert ist!?
    p.s. man kann das Keulen auf Verdacht nur dann verhindern, wenn man saumäßiges Glück, viel Zeit, einen sehr guten Anwalt und einen verständnisvollen Amtsveterinär hat. Ach ja, nicht zu vergessen, Menschen die hinter einem stehen (dazu bitte den Gesetzestext der Geflügelpestschutzverordnung aufmerksam lesen).

    #288499

    @farbspektrum – sicher nicht – eine Massentierhaltungsseuche gabs zu dem Zeitpunkt, als die Bibel geschrieben wurde glaube ich noch nicht.

    Ist zwar etwas OT – aber villeicht eine Überlegung wert:

    Nur dort, in der Massentierhaltung gab es einige wenige Fälle, wo man vielleicht mit viel goodwill von seuchenartigem Auftreten sprechen konnte.

    Wobei auch da, selbst unter diesen widrigsten Umständen in der Regel nur an vergleichsweise wenigen Tieren das H5N8 (allerdings nicht als todesursächlich) nachgewiesen wurde – der Rest wurde vorbeugend vernichtet.

    Bei den Wildvögel konnte man bei weniger als 0,0002% das H5 Virus nachweisen – als Todesursache wurde es in keinem einzigen Fall nachgewiesen.

    Selbiges gilt für die in diesem Winter gekeulten privaten Hobbybestände und die gekeulten Tiere aus Zoos und Wildparks.

    Ich stelle mir da zunehmend die Fragen:
    Wer hat ein Interesse daran, eine ganz normale, bei Vögeln schon immer dagewesene Grippeerkrankung, die prozentual nicht annähernd so viele Opfer fordert, wie die Menschengrippe alljährlich(die trotzdem nicht als Seuche ausgerufen wird), zur Seuche hochzustilisieren?

    Wer hat so ein Interesse daran, mit reißerischen Überschriften und Verwendung von falschen Begriffen wie Pandemie und Co in der Öffentlichkeit Panik zu schüren?

    Wer hat davon den größten Nutzen?

    http://www.mt.de/lokales/leserbriefe/21759911_Schritt-in-die-Artenarmut.html

    …ach ja, und nur zur Information noch zwei Fakten :
    1. der Erzeuger, der seine Tiere aus welchen Gründen auch immer nicht vermarkten kann (weil Markt zu voll, weil er im Beobachtungs- oder Sperrgebiet liegt etc.) bleibt auf horrenden Kosten sitzen: Futter, Entsorgung, entgangene Einnahmen durch die nicht stattgefundene Schlachtung etc.

    2. Wird im Rahmen eines festgestellten Seuchenausbruchs vom Staat die Keulung angeordnet, erhält der betroffene Erzeuger für jedes gekeulte Huhn rund 5-6 Euro und für jede gekeulte Pute rund 25,- Euro Entschädigung – zur Hälfte aus der Tierseuchenkasse, zur Hälfte aus unseren Steuergeldern, die Entsorgung der Kadaver wird bezahlt und manche Bundesländer tragen die Kosten für Stallreinigung und Desinfektion auch noch mit.

    Im Moment ist es so, dass, wenn in einem Betrieb ein „Ausbruch“ ist, 3 km um diesen betrieb Sperrgebiet ist und 10 km um den Betrieb Beobachtungsgebiet. Sämtliche Betriebe, die in dieser Zone liegen können und / oder dürfen von dem Tag an ihre Tiere praktisch nicht mehr vermarkten. Sie sitzen auf dem kompletten Schaden und niemand ersetzt ihnen den, es sei denn, sie haben eine entsprechende Versicherung, was sich sicherlich nicht jeder Betrieb leisten kann.

    Diese Betriebe also, die offensichtlich ALLE Biosicherheitsmaßnahmen akriebisch eingehalten haben und darum nicht betroffen sind, haben den Millionenschaden.

    Der Betrieb, wo das Virus trotz der Maßnahmen eingedrungen ist (also wohl vermutlich bei den Maßnahmen nachlässig gehandelt wurde?), wird per Verordnung gekeult und erhält Entschädigung.

    Für mich klingt das wie:
    die, die alles richtig machen, werden bestraft – die, die schlampen werden belohnt…..

    #288515

    Wenn eine Seuche ausgebrochen ist, gilt es nicht über Maßnahmen zu diskutieren, die jeder nach eigenem Belieben anwenden kann, sondern die zu diesem Zeitpunkt geltenden angeordneten Maßnahmen durchzusetzen. Ich glaube nach diesem Prinzip wurden schon lange, Seuchen erfolgreich bekämpft.

    #288518

    Ja, dieser Gehorsam hat früher mal dazu geführt, dass Menschen Opfer der Pest wurden, die keine waren.

    #288519

    Ja, dieser Gehorsam hat früher mal dazu geführt, dass Menschen erst Opfer der Pest wurden, die vorher keine waren.

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