Startseite Foren Halle (Saale) Gnade für Zoo-Vize Timm Spretke- jetzt schlägt er zurück

Dieses Thema enthält 94 Antworten und 16 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  wolli vor 9 Monate.

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  • #288527

    K.Zoller schrieb: „eine Massentierhaltungsseuche gabs zu dem Zeitpunkt, als die Bibel geschrieben wurde glaube ich noch nicht.“

    Herdenhaltung war die Wirtschaftsgrundlage der „biblischen Völker“. Die sich daraus ergebenden Zoonosen sind eine der ersten ernsten Probleme der Jungsteinzeit, deren kulturelle Nachfolger auch wir sind.
    Wir zeigen das auch im Landesmuseum. Ist nicht weit vom Zoo.

    #288533

    sehr geehrter Herr? fractus,
    mal ganz abgesehen davon, dass ich es sehr „mutig“ von Ihnen finde, einen Menschen den Sie nicht kennen und von dem Sie nichts wissen auf einer öffentlichen Seite verbal in die Schublade alberne Argumentation und irrational argumentierende Impfgegener zu stecken, muss ich Sie fragen, ob Sie sich die Posts überhaupt richtig durchgelesen haben.
    Ich enthebe Sie der Mühe, dieses nochmal tun zu müssen und fasse (zum letzten mal) zusammen:
    1. Es ging hier NICHT darum, die gesetzliche Rechtmäßigkeit des Handelns von Herrn Spretke zu untermauern. Wie sie auch gern nochmal nachlesen können, sprach ich lediglich davon, dass sein Handeln meiner Meinung nach „einen guten Grund“ gehabt haben muss.

    2. NIEMAND hat zur Wiederholung des Tuns von Herrn Spretke aufgerufen! Es wurden lediglich mögliche Erklärungen dazu geliefert.

    3. Wenn man einen Menschen in seinem Handeln verstehen will, dann sollte man sich tunlichst befleißigen, sich mit den Hintergründen dazu zu befassen. Wer einen erklärenden Exkurs in die „Produktionsmethoden“ der industriellen Geflügelwirtschaft per se ablehnt und sich damit der Aufklärung über die möglichen Hintergründe eines „bewussten, individuellem Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben in einem Zoo“ verweigert, gibt vielleicht? nur zu, dass er darüber gar nichts wissen WILL?

    4. NIEMAND bestreitet, dass eine Seuche, so sie denn existent ist, bekämpft werden muss. Bei der Geflügelgrippe 2016/2017 handelt es sich um keine Seuche, sondern um Panikmache seitens der Geflügelindustrie.
    Ich zitiere aus der Risikoeinschätzung Kommission unabhängiger Wissenschaftler
    Prof. Dr. S. Bhakdi (Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie), Prof. Dr. K. Reiss (Biochemie und Zellbiologie), Dr. J. Mooij (Ornithologie), Prof. Dr. S. Lorenzen
    (Zoologie): „Nach internationaler Definition ist ein Ausbruch auf einem Geflügelbetrieb gekennzeichnet durch das Auftreten einer deutlich über der statistischen Wahrscheinlichkeit liegenden Anzahl an klinisch
    schweren Infektionen.“ Diese waren und sind in keinem der Fälle gegeben, oder wurden nicht abgewartet, da sofort gekeult wurde, nachdem oft nur wenige Tiere auffällig waren.

    5. Es geht hier auch nicht um pro oder kontra industrielle Geflügelproduktion, sondern darum Ursachen aufzuzeigen, für Gründe, die einen reputierten Vizedirektor zu seinem Handeln bewegt haben könnten.

    6. Und last not least geht es darum, dass es nicht sein kann, dass in einem demokratischen Rechtsstaat unter Beugung (wenn nicht schlimmer) übergeordneten Rechts private und Rassegeflügelhalter, sowie Zoos und Tierparks per Verordnung zu einer Sippenhaft mit der Geflügelindustrie gezwungen werden, obwohl diese weder an der Entstehung, noch an der Verbreitung des aktuellen H5N8-Virus beteiligt sind.

    Zum Schluss sei noch gesagt, das JEDE dieser hier geäußerten Fakten beweisbar sind, nicht zuletzt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) selbst, welches 2015 ein Gutachten seines Wissenschaftlichen Beirates vorgelegt bekam, in welchem die Schieflage der gegenwärtigen Produktionsmethoden der industriellen Geflügelhaltung, nicht zuletzt unter dem Aspekt der Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung bei einem Weiterbestand selbiger Produktionsmethoden, bestätigte(nachzulesen auf der offiziellen HP des BMEL).

    Was ist hier nun richtig: „Wissen ist Macht“, oder eher „Nichtwissen macht nichts“?

    #288536

    „Wir zeigen das auch im Landesmuseum. Ist nicht weit vom Zoo.“

    Na dann machen wir doch mal einen Abstrich aller tierischen Exponate. Und wehe dir, wir finden einen Rest von Seuche. Dann beschlagnahmen wir die ganze Auststellung. 🙂

    #288537

    sehr geehrter Herr? fractus,

    Was soll das bitte? Alle meine von dir zitierten Aussagen bezogen sich auf die Argumente der sogenannten Tierschützer hier im Forum (zum Teil neu Angemeldet). Und da habe ich kein Wort zurückzunehmen.

    insofern wäre es für die Diskussion hier im Forum hilfreich, auf die vorgebrachten Argumente der anderen Diskutanten einzugehen auch wenn du nicht mit ihnen übereinstimmst. Das ledigliche Wiederholen immer wieder der gleichen eigenen Argumente, wenn auch in neuer Form, trägt wenig zu einem konstruktiven Miteinander und zu einer Fortentwicklung in einer Diskussion bei, ebensownig wie Deine Distinktionsversuche a la „sehr geehrte Herr…. „. Wenn du mir einen Brief schreiben willst oder mir eine Mitteilung
    zukommen lassen willst, so nutze bitte die Möglichkeit des Versendens von Privatnachrichten.

    #288541

    Herdenhaltung war die Wirtschaftsgrundlage der „biblischen Völker“.

    Ich sprach auch nicht von Herdenhaltung, sondern von Massentierhaltung.
    Es wäre mir neu, wenn man in der Steinzeit bereits bis zu 100.000 Hühner auf bis zu 5000 qm geschlossener Halle gehalten hätte, lasse mich aber gerne korrigieren.

    #288543

    Das hätten sie nicht sagen sollen. Jetzt wird gegraben und geforscht.

    #288548

    Um welche Vogelarten ging es denn im Zoo eigentlich?

    #288550

    @K.Zoller: in der Steinzeit gab es keine Hühner 🙂

    #288562

    @K.Zoller: in der Steinzeit gab es keine Hühner 🙂

    🙂 sehen sie? Sag ich doch – nichts mit Massentierhaltung…..
    Wäre in den Mengen und Besatzdichten auch nicht realisierbar gewesen – gab ja noch keine Antibiotika……

    #292527

    Jetzt hat der Aufsichtsrat des Zoos den langjährigen Mitarbeiter Timm Spretke doch entlassen. Gab es wirklich keine rechtliche Möglichkeit, eine mildere Strafe zu verhängen? Es wurde der Öffentlcichkeit jedenfalls nicht mitgeteilt.
    Jetzt sollten wir auf mögliche Fehler der Mitglieder des Aufsichtsrates achten und bei Fehlern eine ebenso unnachsichtige Bestrafung verlangen.
    Das sind die Mitglieder des Aufsichtsrates:
    Aufsichtsrat / Vorsitzender Dr. Bernd Wiegand (Oberbürgermeister)
    Aufsichtsrat Berhard Bönisch (CDU/FDP)
    Aufsichtsrat Frank Sänger(CDU/FDP)
    Aufsichtsrat Katja Müller (DIE LINKE)
    Aufsichtsrat Klaus Hopfgarten (SPD)
    Aufsichtsrat Dennis Helmich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    #292535

    @Stadt_für_Kinder das wäre grossartig, wenn es zu so einer Überprüfung käme. Dann hätte diese Sache wirklich etwas Gutes gehabt.

    Dazu konnte es aber nicht gekommen, weil der Vize im Alleingang geschummelt hat.
    Hätte er seinen Chef ins Vertrauen gezogen, hätten sie gemeinsam Chancen gehabt.

    Das ändert an der Sache nur wenig. Dann wäre der Zoodirektor selbst gekeult- ähh entlassen worden. Ich finde eine Bestrafung richtig- z. B. auch Dekradierung- aber eine Kündigung nach 40 Jahren Beschäftigung ohne vorherige Abmahnung zu hart.

    #292536

    Anonym

    Ob diese Entscheidung einer rechtlichen Überprüfung standhält?

    #292546

    Es könnte sein, dass der neue Zoodirektor Müller mit seinem Vertreter Spretke kein gutes Verhältnis hatte und das Problem nun mit der Entlassung gelöst wurde.

    #292551

    Alles Spekulation.

    #292555

    Das allerdings, aber wenn der Öffentlichkeit keine detaillierte Begründung mitgeteilt wird, wo sich so viele für Spretke einsetzen, gibt es eben Spakulationen.

    #292558

    – erledigt –

    #292559

    Wäre schon, wenn jemand vom Spektrum über den in ein paar Wochen stattfindenden Gütetermin vor dem Arbeitsgericht berichten könnte, wenn Spretke klagen sollte, wovon ich ausgehe. Die Entlassung einer Degradierung vorzuziehen erscheint mir suspekt.

    #292564

    Mann weis ja nicht, wie sie sich zur Entlassung geeinigt haben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass mann nach 40 Jahren einfach so rausgeschmissen werden kann. Oder doch? Möglich ist ja heute alles.

    #292672

    Ich denke es gibt eine Kündigungsschutzklage, ggf. sind da dann Abfindungen mit drin…

    #311162

    In einem Leserbrief der MZ kritisiert heute der geschasste ehem. Zoo-Vize Tim Spretke den Zoodirektor für die nächtliche Leuchtbespaßung im Zoo, die nach seiner Meinung nicht in einen Zoo gehört und schädlich für alle Tiere ist.

    #311174

    In einem Blog des Geflügelzuchtvereins Flensburg hat Timm Spretke seine Situation nach seiner Entlassung geschildert:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Liebe Freunde und Unterstützer !

    Der Rechtsstreit mit meinem bisherigen Arbeitgeber, der Zoo Halle GmbH, ist beendet. Zur Kammerverhandlung vor dem Arbeitsgericht in Halle am 07.12.2017 haben wir uns auf einen Vergleich geeinigt. Eine Weiterbeschäftigung bis zu meinem regulären Renteneintritt am 01.10.2018 erfolgt nicht. Durch Zahlung einer Abfindung wurden die finanziellen Verluste, die mir durch den Bezug von Arbeitslosengeld ab 01.12.2017 entstehen, ausgeglichen. Der Kündigungsgrund, im Zusammenhang mit tierseuchenrechtlichen Vorschriften eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben, wurde fallen gelassen. Er war nach meinem Verständnis auch unverhältnismäßig.

    Es ist unbestritten, dass ich gegen Vorschriften des halleschen Veterinäramtes, die zum Schutz vor der Vogelgrippe erlassen worden waren, verstoßen habe. Einige Nacht- und Seidenreiher, die im Zeitraum Januar bis Anfang März 2017 in einer großen Voliere im Zoo Halle verstarben, habe ich nicht aktenkundig gemeldet und sie in einer Tiefkühltruhe eingefroren, sie aber so einer sofortigen veterinärpathologischen Untersuchung entzogen. Ich hielt die Konsequenzen, die sich aus nur einem einzigen positiven Vogelgrippenachweis ergeben hätten (Schließung des Zoos, Keulung des Tierbestandes in der betroffenen Voliere, negative emotionale Auswirkungen auf das Personal), bei Zoos und Privathaltern für unangemessen und nicht differenziert genug. Die spätere Untersuchung der eingefrorenen Vögel ergab keinen positiven Befund auf AI.

    Das hallesche Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, gegen deren Anordnung ich verstoße habe, hat mir für diese Ordnungswidrigkeit eine schriftliche Ermahnung erteilt und wegen der Geringfügigkeit des Verstoßes von einem Ordnungsgeld abgesehen. Für Falschparken wird man „härter“ bestraft.

    Trotzdem kann ich niemandem eine solche Vorgehensweise empfehlen, sie ist weder heldenhaft noch nachahmenswert. Es gehört auch eine gewisse Portion Glück dazu, dabei keinem einen Schaden zugefügt zu haben.

    Allen, die mir mit Rat und Tat zu Seite gestanden, mir Hilfe angeboten, mich mit Informationen versorgt und auch moralisch unterstützt haben, möchte ich hiermit herzlich danken.

    Mit freundlichen Grüßen
    Timm Spretke

    #311175

    Tja, was soll man da sagen?

    #311184

    Macht mehr chinesische Lichterfeste und spart die Vögel ein, dann kommt auch keiner zu Schaden. Richtigen ZOO braucht doch keiner, oder?

    #311185

    Es kann nicht alles erlaubt sein, was Geld in die gebeutelte Zookasse spült. Schon in den 30er Jahren gab es das Finanzproblem, da saßen Menschenaffen mit Hemd und kurzer Hose bekleidet mit im Kassenhaus und rauchten Zigarren.

    Timm Spretke schreibt u.a.:
    „Wenn selbst einem Laien einleuchtet, dass für die Wildtiere solch ein Trubel mit Lärm, Musik und Licht bis spät in die Nacht hinein mit erheblichem Stress und Leid verbunden ist, nicht artgerecht sein kann und gesundheitsgefährdend wirkt, wie kommt dann eine Zooleitung darauf, das Event trotzdem hier stattfinden zu lassen? Die Verantwortlichen sollten zur Rede gestellt werden. Überfordert waren letztlich alle: die Tiere, die Tierpfleger, das Aufsichts- und Kassenpersonal, die Gastronomie im Zoo, die Parkmöglichkeiten und die Anwohner am Zoo.“

    #311190

    Ein sehr zutreffender Kommentar. Masse ist meist wenige Klasse und die Tiere hat niemand gefragt…

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