Startseite Foren Halle (Saale) Die Schorre muss weg

Dieses Thema enthält 22 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  McPoldy vor 6 Tagen, 11 Stunden.

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  • #332037

    Die Schorre muss weg. Beim Palast der Republik hat man noch die Asbestkeule geschwungen. Das ist jetzt altengerechter Wohnraum. Kaum kann soviel gefressen werden, wie man kotzen könnte. Guter Artikel in der MZ von Steffen.

    #332050

    Wahrscheinlich lässt sich der Abriss tatsächlich nur über das Denkmalrecht verhindern – allerdings müsste dazu das geschichtsträchtige Gebäude als Einzeldenkmal auf die Denkmalliste geraten.

    #332059

    Apropos Asbestverseuchung des Palastes der Republik.
    Das asbestverseuchte Berlaymont-Gebäude, der Sitz der Europäischen Kommission, wurde auch nicht abgerissen.
    https: //de.wikipedia.org/wiki/Berlaymont-Geb%C3%A4ude

    Vom Abriss des denkmalgeschützten alten Planetariums als Voraussetzung für Fördergeld, will auch keiner was wissen.

    #332060

    teu

    Wem gehört die „Schorre“?
    Wer will die „Schorre“ kaufen?

    Ein Abriss resp. Umbau zu einem Altenheim ist faktisch unmöglich.
    Man würde kaum Personal für ein solches Unternehmen finden.

    Also konkret: Um was gehts?

    #332063

    „Ein Abriss resp. Umbau zu einem Altenheim ist faktisch unmöglich.
    Man würde kaum Personal für ein solches Unternehmen finden.“

    Die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Altenheime sprechen, dass das kein Argument ist.

    #332064

    Ausnahmsweise mal MZ lesen, teu.

    #332066

    Und es ist eben immer zu überlegen, ob und an wen verkauft wird. Nach der Geschichte des Hauses müsste unter Schutz, welchen auch immer fallen. Finde ich.

    #332067

    „selbiges“ fehlt zwisch müsste und unter

    #332068

    teu

    Ausnahmsweise mal MZ lesen, teu.

    Danke für den Hinweis.
    Danke auch an steffen.

    #332074

    Wahrscheinlich lässt sich der Abriss tatsächlich nur über das Denkmalrecht verhindern – allerdings müsste dazu das geschichtsträchtige Gebäude als Einzeldenkmal auf die Denkmalliste geraten.

    Finde ich irgendwie lustig. Irgendwie steht in Halle wirklich alles unter Denkmalschutz aber die Schorre nicht? Laut dem Konkurrenzportal sieht es auch eher schlecht aus. Persönlich wäre ich durchaus für einen Erhalt, war ja nicht nur für die SPD geschichtsträchtig.

    #332078

    Laut dem Mitbewerberportal MZ könnte die Schorre allenfalls Ensembleschutz genießen. Ein Einzeldenkmal ist es wohl nicht. Verstehe ich auch nicht.

    Im öffentlich zugänglichen Denkmalinformationssystem kann man sich die Lage ansehen:

    Die „Schorre ist das Gebäude etwa in der Mitte, die tiefrosa markierten Bereiche sind Einzeldenkmale, die hellrosa markierten Gebiete sind Denkmalbereiche.

    (Zum Denkmalinformationssystem gab es hier auch schon mal einen Bericht, der Link befindet sich unten in dem Artikel: https://hallespektrum.de/nachrichten/kultur/denkmalinfornationssystem-jetzt-oeffentlich-zugaenglich/326848/)

    #332082

    Lat dem Mitbewerberportal MZ könnte die Schorre allenfalls Ensembleschutz genießen. Ein Einzeldenkmal ist es wohl nicht. Verstehe ich auch nicht.

    Angeblich zu verbaut. Aber dann hätten wir in Halle ziemlich wenig Denkmalschutz.

    #332083

    Na, wenn ich mir so Bilder von der Schorre anschaue, was daran einen architektonischen Denkmalwert haben soll, bleibt rätselhaft. Ob die kulturelle Geschichte für einen Denkmalwert ausreicht, dann wäre die Freilichtbühne auch ein Denkmal, eigentlich recht viele Konzertbühnen, wenn man es genau nimmt.

    Aber interessant, dass schon um die Schorre so eine Geschichte losgetreten wird. Was wird wohl sein, wenn der Nächste kommt und vielleicht den Krug zum Grünen Kranze oder die Bergschenke zum Altersheim umbauen will, beides auch noch viel schicker gelegen.

    Passt aber zur Debatte um die Linden. Ja nichts mit Halle-Patina verändern!!
    Konsequent ist es aber dann doch wieder nicht. Für etwas bisher geisterhaft schickes neues durfte das Planetarium verschwinden. Beim ersten Elektrolok-Betriebshof Deutschlands, der wirklich ein Denkmal war, gab es keinen Aufschrei.
    Geschichtslotto irgendwie! Hallesch Roulette!

    #332084

    a, wenn ich mir so Bilder von der Schorre anschaue, was daran einen architektonischen Denkmalwert haben soll, bleibt rätselhaft.

    Das Problem ist, dass die äußerlich sichtbare Fassade des originalen Baukörpers ein Ergebnis der von Umbaumaßnahmen der frühen DDR-Zeit ist („Stalin-Klassizismus“). Es sieht jedenfalls aber so aus (nach meiner laienhaften und unzuständigen Betrachtung), dass der Baukörper im Wesentlichen erhalten ist.

    In dem MZ- Artikel https://www.mz-web.de/halle-saale/schorre-soll-altersgerechten-wohnungen-weichen-rollator-statt-rock–n–roll–31646822 finden sich historische Fotos, die den Baukörper zeigen, und das SPD-Urgestein Rüdiger Fikentscher findet darin die m.E. passenden Worte: „Die Schorre ist ein Ereignisdenkmal“

    M.E. ist ein Baudenkmal keinesfalls nur durch den ästhetischen Wert seiner Fassade, insbesondere nicht durch deren „Originalkulisse“ definiert. Gerade bei der „Schorre“ verhält es sich so, wie bei vielen Kulturdenkmalen: sie stehen als Zeugen eines dynamischen historischen Prozesses, es geht nicht darum, ein bestimmtes Zeitfenster zu dokumentieren.

    #332085

    Ist denn der historische Prozess so besonders gegenüber anderen Orten?
    August Bebel und Kurt Cobain waren an einer Menge Orte. Vielleicht nicht unbedingt in der Kombination, aber ich nehm mal die beiden um zu fragen, ob es wirklich die Ansammlung von Namen ist, die einen Ort besonders macht, dass er zum Kulturdenkmal wird.

    #332086

    Weder Luther noch Göthe waren dort, das konstituiert schon für sich ein Alleinstellungsmerkmal.

    #332088

    😁
    Da wäre ich mir nicht so sicher, die beiden sind doch hier an jedem Baum vorbeispaziert. Vielleicht liegt drunter ja ein weggeworfener Apfelkriepsch.

    #332116

    Genau hei-wu, Kulturdenkmal mit kleinem Museum, was da alles abging und stattfand. Könnte sich regelrecht ein Verein bilden.

    #332141

    Interessant, die Denkmaldefinition ist doch manchmal eher ein Politikum.
    So wie es gerne passt u. Auch spannend wer es fachlich beurteilt.
    Ach ja die Denkmalfachbehörde mit Ihren fachlichen Spezialabteilungen hier Kultur 21. Jahrhundert.
    Auf das Gutachten zur Begründung ähnlich dem Schutz der Bäume wie am Riveufer sind wir jetzt schon gespannt.

    #332149

    Die Begründung, warum es nicht ein Denkmal ist, ist natürlich eine seltenere Übung als das Gegenteil.

    #332153

    Also die SPD will die Schorre auf jeden Fall erhalten, hmm wurde ein Koffer mit Scheinen gefunden? Der Weg zur Erhaltung führt nur über den Kauf des Grundstückes und des Gebäudes. Wenn die Stadt oder die SPD die Kohle auf den Tisch legt kann sie mit dem Gebäude machen was sie will, also stehen lassen als Erinnerungskulisse, eine Nutzung als dann Parteiliche Immobilie oder städtische Immobilie.
    Ich erwarte von der SPD klar ein Nutzungskonzept, einfach nur fordern etwas zu erhalten aber ohne eine Idee wie das erhaltene genutzt werden soll verschlingt nur Geld.

    #332155

    Ich erwarte von der SPD klar ein Nutzungskonzept

    Es gehört nicht der SPD. Ein Nutzungskonzept ist Sache des Eigentümers, und der muss sich an übergeordnete öffentliche Belange halten, also auch an die denkmalrechtlichen Bestimmungen. Strittig ist ja lediglich, wie weit diese reichen, und ob die Zugehörigkeit zum Denkmalbereich reicht, den Abbruch zu verhindern.

    #332157

    Ganz ehrlich der Käufer hat ein Konzept welches besagt Schorre weg, Seniorenfreundliches wohnen hin, wenn Ihm das verwehrt bleibt geht das Objekt auf den Markt und endet als ungenutzte Ruine die verfällt.

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