A143: EU fordert Prüfung zweiter Trasse für Westumfahrung von Halle

6. März 2015 | Umwelt + Verkehr | 9 Kommentare

Mit der Fertigstellung der A143 wird es wohl auch weiterhin in absehbarer Zeit nichts. Die Europäische Kommission fordert die Prüfung einer Alternativroute. Darauf lege die EU größten Wert, erklärte Sachsen-Anhalts oberster Straßenplaner Jörg Przesang der Volksstimme.
A143
Die A143 ist bereits zwischen der A38 und der B80 bei Halle-Neustdt fertiggestellt. Bis zum Lückenschluss an der A14 bei Halle-Trotha fehlen noch 12 Kilometer. Doch die Trasse würde ein Europäisches FFH-Schutzgebiet zerschneiden, dadurch gelten die Porphyrkuppenlandschaft und das Kleine Knabenkraut, eine dort wachsende Orchideenart, als gefährdet. Deshalb hatte der NABU gegen die Route geklagt. Anwohner fürchten obendrauf Lärm.

Laut Bericht würde die Alternativroute laut Volksstimme-Bericht weiter westlich von Halle und nach an Wettin vorbei auf die A14 führen und das FFH-Gebiet umfahren, allerdings Salzwiesen tangieren. Dadurch verlängert sich die Strecke um zehn Kilometer, die Kosten klettern um 175 Millionen Euro. Schon die Wunschvariante würde mit 240 Millionen Euro zu Buche schlagen. Schon dort waren die Kosten wegen der Verzögerungen und zusätzlicher Naturschutzmaßnahmen in die Höhe geschnellt. Ursprünglich sollte die Autobahn 2007 fertig sein und 150 Millionen Euro kosten. Doch das Land zweifelt auch die Wirksamkeit der Alternativroute an. So geht man bei der Wunschvariante von einer Verkehrsbelegung von 46.500 Fahrzeugen am Tag aus, bei der alternativen Lösung wären es bis zu 6.000 weniger.

Bis Jahresende sollen die Unterlagen nun in Brüssel eingereicht werden. Im kommenden Jahr rechnet man mit einer Entscheidung, 2017 könnte dann laut Bericht Baustart sein, sofern es keine weiteren Klagen gibt.

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