Land sucht Lehrkräfte für Deutsch als Zielsprache

9. April 2022 | Bildung und Wissenschaft, Soziales | 1 Kommentar

 

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen Aufnahme von Geflüchteten im Land Sachsen-Anhalt bereitet das Bildungsministerium derzeit in Absprache mit den Kommunen die Einrichtung von „Ankunftsklassen“ vor, in denen ukrainische Kinder und Jugendliche zunächst Sprachbarrieren abbauen sowie psychosoziale Unterstützung bekommen sollen.

Für den Unterricht in diesen Ankunftsklassen sowie die begleitende Sprachförderung beabsichtigt das Land Sachsen-Anhalt zum nächstmöglichen Zeitpunkt, insgesamt bis zu 150 Lehrkräfte für den deutschen Spracherwerb / Deutsch als Zielsprache einzustellen (DaZ).

Bildungsministerin Eva Feußner erklärte hierzu: „Wir bauen in dieser speziellen Situation ganz besonders auf DaZ-Lehrkräfte. Die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine sollen in den Schulen Sachsen-Anhalts und in den Ankunftsklassen schnellstmöglich wieder Struktur, Freude und Spaß erleben.“ Zu einem vernünftigen Bildungsangebot gehöre jedoch auch eine gute Sprachbildung, so die Ministerin weiter. Um diese abzusichern, biete das Land nun kurzfristig attraktive Möglichkeiten für interessierte DaZ-Lehrkräfte an, die dann helfen könnten, den Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine ein Stück Sicherheit und Alltag zurückzugeben.

Ziel soll der möglichst schnelle Erwerb der deutschen Sprache sein, um den zügigen Übergang in eine Regelklasse zu ermöglichen. Wesentliche Aufgabe der Lehrkräfte ist die interkulturelle Verständigung, das Ankommen in einem neuen Land zu ermöglichen und die Grundlagen der deutschen Sprache zu vermitteln. Der Unterricht findet sowohl in Ankunftsklassen und Lerngruppen als auch integrativ im Regelunterricht statt.

Für den Einsatz als Sprachlehrkraft wird vorausgesetzt:

  • entweder ukrainische Sprachkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau und deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, idealerweise verbunden mit einer pädagogischen Qualifikation
  • oder – ohne entsprechende ukrainische Sprachkenntnisse – Hochschulabschluss Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zielsprache oder vergleichbar (Didaktik, Pädagogik, Linguistik, Übersetzung, Germanistik), Sprachpädagogik oder Zertifizierung/Zulassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge als Lehrkraft in Integrationskursen gem. § 15 der Integrationskursverordnung

Die Bewerbungsfrist endet zunächst am 19. April, damit kurzfristig Einstellungsangebote erfolgen können. Die Ausschreibung wird dann im Anschluss erneut online gestellt.

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