Startseite Foren Halle (Saale) Realschulabschlüsse: Empörung gegen Tullners verschärfte Versetzungsordnung

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  • #397487

    Hausfrauenstudium

    Ist ein in nc-freies Studium mit vernachlässigbaren Arbeitsmarktbezug. So sind sozialen Kompetenzen gefragt, z.B. wie heirate ich reich. Es ist sowieso absurd, wie hoch der soziale Karrierenutzen bei gleichzeitig vernachlässigbarer fachlicher Relevanz von so manchen Studium ist. Bourdieu bezeichnete solchen Nutzen als soziales Kapital bei seiner soziologischen Analyse der Klassenstruktur des Kapitalismus in “Die feinen Unterschiede”.

    #397493

    Und wie erklärst du, dass eine so „dressierte“ sogar Bundeskanzlerin werden konnte?

    Ich habe auch studiert. Der verlinkte Artikel ist wohl eher BILD-Niveau. Ich habe das nicht erlebt. ML war ein Nebenfach. Wir mussten auch nicht Berge an ML-Literatur lesen. Ich musste auch keine Zeitungen abonnieren und was sonst noch für Müll da drinsteht.

    Ich habe es nicht erlebt also gibt es das auch nicht. Du hättest also offensichtlich nicht studieren sollen. Gut, es reicht nicht mal um den Text zu lesen.

    #397494

    Ich habe es nicht erlebt also gibt es das auch nicht.

    Das habe ich nicht gesagt. Ich habe auch nichts davon gehört, also scheint es nichts Typisches zu sein. Keiner meiner Mitschüler, die zum Studium überall hin verstreut wurden, hat so etwas berichtet. Ich habe auch im Verwandten- und Bekanntenkreis so etwas nicht gehört. Es ist durchaus möglich, dass es irgendwo einen Übereifrigen gab.
    „Bei der Einweisung in das Studentenwohnheim sagte mir die nette Leiterin, dass es gut wäre, wenn wir pro Zimmer die „Junge Welt“ und das „Neue Deutschland“ abonnierten, um dann hinter vorgehaltener Hand zu ergänzen: Sie müsse eine Liste mit diesen Angaben weiterreichen.“
    Ein wichtiger Bestandteil der Verifizierung von Behauptungen ist die Lebenserfahrung und die sagt mir : Es ist gelogen.

    #397495

    Geplant vielleicht aber besetzt nach Linientreue und Parteibuch. Entsprechend schlecht war das Ergebnis wie bei jeder Quote.

    Kompletter Blödsinn, die Fans vom Unrechtsstaat müssen sich den Müll schön reden.

    https://www.deutschlandfunk.de/ddr-studieren-in-einer-diktatur.1310.de.html?dram:article_id=398152

    Aber erklärt so einiges bei dir.

    Was denn nur: Entweder sie durften nicht studieren oder einigen haben die Studieninhalte nicht gepasst. Der Beitrag vom dlf fährt eine so klare heutige politische Propaganda, dass er sich ganz sicher nicht für die Diskussion eignet. @schulze hat das schon ganz gut gezeigt.

    Fassen wir doch mal die DDR-Pseudodebatte für alle Schwarz-Weiß-Denker hier im Forum zusammen:

    Nicht zum Studium zugelassen:
    konfessionsgebundes Kind ohne FDJ und Jugendweihe:
    aus politischen Gründen nicht zugelassen (Bähh, ja so böse war die DDR)

    Arbeiterkind:
    war ganz sicher zum Studieren zu blöd (Bähh, Prolet und dann in der DDR kein Studium, das muss ganz sicher zu blöd sein)

    Akademikerkind:
    der Studienplatz wurde ihm durch Beziehungen weggeschnappt. (Akademikerkind= ganz sicher nicht zu blöd außerdem durchs Elternhaus sozial benachteiligt; Böse SED-Auswahl)

    Ergo: DDR war pöse TikTaTur, wo nicht jeder durfte Studieren. Wie gut dass wir heute Tullner haben!

    #397496

    kwT – Doppelpost

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 1 Tag von fractus.
    #397511

    Beim Lesen der Beiträge in diesem Thread denke ich zwangsläufig an eine der Lieblingstheorien von @nix idee, nämlich an die Hufeisen-Theorie.

    #397512

    Studienplätze wurden nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten geplant. Über die Ergebnisse wird man sicher reden können, sofern an einer sachlichen Debatte Interesse bestände.

    Das in der Bundesrepublik gepflegte Hausfrauenstudium gab es allerdings nicht.

    …eine sachliche Debatte ist … nicht möglich.

    dann versuchen Sie halt mal!

    #397513

    Das war der große gesellschaftliche Fortschritt in der DDR, dass bisher Unterprivilegierte dank einer Quotenregelug Zugang zu Bildung erhielten.

    Aus ökonomischen Gründen konnte eben auch nicht jeder der wollte studieren, sondern der Zugang wurde gelenkt.

    das stimmt nur teilweise bzw bis zu einem bestimmten punkt. für manche war diese “lenkung” zwang. und auch wenn auch ich das in unserm umfeld ebenfalls nicht erlebte, weil die meisten einfach konfessionslos waren- im nachhinein habe ich auch von bekannten erfahren, die wegen ihrer bloßen kirchentreue nicht studieren durften.

    #397514

    …Und da sage ich zunächst einmal, dass die Trennung der Kinder nach der 6. Klasse in künftige Realschüler und Hauptschüler generell ZU FRÜH erfolgt.Nach meiner Meinung wäre der Zeitpunkt nach Abschluss der 7. Klasse geeigneter, weil die Kinder dann dementsprechend älter, reifer und einsichtiger sind, was Bildung für ihr Leben und die Gesellschaft bedeutet… Ich plädiere für ein einheitliches Schulsystem in Deutschland.
    … Herrn Tullner rate ich, 2 Jahre später ab dem Zeitpunkt, wo wir Corona im Griff haben, also ca. 2024 kann er den Vorschlag noch einmal machen. Aber da ist er wohl evtl. nicht mehr Minister. Oder sollte sein jetziger Vorschlag etwas mit Wahlkampf zu tun haben? Kommt bei mir leider, leider nicht gut an. Da muss was Besseres her, Herr Tullner!

    auch die 7.klasse halte ich für viel zu früh. wieviele spätzünder gibt es, denen somit die chancen genommen werden? aufgrund von familiären, pubertäts- oder sonstigen schwierigkeiten oder einfach aufgrund später einsetzender reifeentwicklung ist es nun mal so, daß nicht alle straigt ab dem 10 lbj. nach einer musterung auch den weg gehen, den man ihnen da zumuten würde. wenn das so möglich wäre, wären wir keine menschen, sondern maschinen…
    btw: es gibt diverse namhafte personen, denen man bis zur pubertät weder leistung noch können nachsagte.
    aber leider ist es für hrn tullner genau der richtige zeitpunkt zum streichen, denn es bedeutet ein paar lehrer weniger in seiner frisierten lehrermangelstatistik.

    #397515

    Dort, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine riesige Fabrikantenvilla, in der noch immer die enteigneten Fabrikanten lebten. Ich habe die soziale Auswahl in der DDR nicht als ungerecht empfunden.
    Ich halte nichts von Realitätsvermittlung durch Kintopp, trotzdem denke ich, dass das Wohnmilieu der Unterschicht in dem Film “Babylon Berlin” realistisch dargestellt war. Die durchschnittliche Belegungszahl pro Wohneinheit in Loests Hof (Schmied-/Schlosserstraße) betrug sechs Personen, insgesamt wohnten einst 2700 Menschen in 408 Wohnungen in Loests Hof.

    #397518

    auch die 7.klasse halte ich für viel zu früh. wieviele spätzünder gibt es, denen somit die chancen genommen werden?

    Ich stimme dir vollkommen zu. Warum nicht bis zur 10. Klasse warten und dann mit 13 Jahren zum Abitur?

    Die Entscheidung zur Schullaufbahn ist auch eine Entscheidung über den sozialen Umgang. Ich finde es schrecklich, wenn Pennäler ab der 5. Klasse nur noch Umgang mit ihresgleichen haben und jeder Kontakt zu Kindern mit bildungsfernerem Hintergrund oder aus sozial benachteiligtem Umfeld abbricht. So wird eingebildeter, elitärer Dünkel regelrecht produziert.

    #397519

    Nicht zum Studium zugelassen:

    konfessionsgebundes Kind ohne FDJ und Jugendweihe:

    aus politischen Gründen nicht zugelassen (Bähh, ja so böse war die DDR)

    Ganz genau, endlich verschließt sich fractus nicht mehr den traurigen Tatsachen der Vergangenheit.

    #397520

    Wenn ich heute Kinder im schulfähigen Alter hätte, würde ich das Beste für sie wollen. Also Privatschule oder so schnell wie möglich an eine höhere Schule. damit sie aus dem Milieu herauskommen.

    #397521

    Deshalb fordert die SPD seit Jahrzehnten die Gesamtschule als Regelschule. Aber dafür wird man trotzdem als “Arbeiterverräter” beschimpft.

    #397524

    Das habe ich nicht gesagt. Ich habe auch nichts davon gehört, also scheint es nichts Typisches zu sein. Keiner meiner Mitschüler, die zum Studium überall hin verstreut wurden, hat so etwas berichtet. Ich habe auch im Verwandten- und Bekanntenkreis so etwas nicht gehört. Es ist durchaus möglich, dass es irgendwo einen Übereifrigen gab.

    „Bei der Einweisung in das Studentenwohnheim sagte mir die nette Leiterin, dass es gut wäre, wenn wir pro Zimmer die „Junge Welt“ und das „Neue Deutschland“ abonnierten, um dann hinter vorgehaltener Hand zu ergänzen: Sie müsse eine Liste mit diesen Angaben weiterreichen.“

    Ein wichtiger Bestandteil der Verifizierung von Behauptungen ist die Lebenserfahrung und die sagt mir : Es ist gelogen.

    Du warst offensichtlich Teil des Problems. Aber ja, nicht jeder Studienplatz konnte mit irgendwelchen linientreuen Kaspern besetzt werden.

    Ich kenne genug Leute deren akademische Karriere verbaut wurde, weil die Linientreue nicht stimmte. Dafür gibt es sogar Belege, aber natürlich nehmen das die Leute wie Du nicht wahr. Dabei sollte doch schon deine intellektuellen Unzulänglichkeiten genug Indiz sein.

    #397526

    Beim Lesen der Beiträge in diesem Thread denke ich zwangsläufig an eine der Lieblingstheorien von @nix idee, nämlich an die Hufeisen-Theorie.

    Die Realität kann grausam sein. Immerhin glauben beide Seiten im Recht zu sein.

    #397525

    Was denn nur: Entweder sie durften nicht studieren oder einigen haben die Studieninhalte nicht gepasst. Der Beitrag vom dlf fährt eine so klare heutige politische Propaganda, dass er sich ganz sicher nicht für die Diskussion eignet. @schulze hat das schon ganz gut gezeigt.

    Fassen wir doch mal die DDR-Pseudodebatte für alle Schwarz-Weiß-Denker hier im Forum zusammen:

    Nicht zum Studium zugelassen:

    konfessionsgebundes Kind ohne FDJ und Jugendweihe:

    aus politischen Gründen nicht zugelassen (Bähh, ja so böse war die DDR)

    Arbeiterkind:

    war ganz sicher zum Studieren zu blöd (Bähh, Prolet und dann in der DDR kein Studium, das muss ganz sicher zu blöd sein)

    Akademikerkind:

    der Studienplatz wurde ihm durch Beziehungen weggeschnappt. (Akademikerkind= ganz sicher nicht zu blöd außerdem durchs Elternhaus sozial benachteiligt; Böse SED-Auswahl)

    Ergo: DDR war pöse TikTaTur, wo nicht jeder durfte Studieren. Wie gut dass wir heute Tullner haben!

    Es durften auch nicht ganz linientreue Studieren, weil man nicht alle Studienplätze mit Halbdummen besetzen konnte. Mich würde es z.B. sehr stark wundern, wenn Du mit Leistung dein Studium rechtfertigen konntest.

    Es wurde nie behauptet, dass nur linientreue Täter studieren durften.

    Und es reicht ja schon, dass Du daran zweifelst, dass die DDR eine Diktatur und Unrechtsstaat war, Du bleibst halt genauso Intellektuell und moralisch integer wie irgendwelche Neonazis, die das 3. Reich für akzeptabel halten. Damit muss man leider auch im Jahre 2021 klar kommen. Irgendwie Schade aber es lässt sich nicht ändern.

    #397529

    Hausfrauenstudium

    Tullner setzt das gendergerechte “Frauensonderstudium” für alle durch, und macht sich so zum Schwarz rot grünen Ministerpräsidenten!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 1 Tag von redhall.
    #397531

    Also Privatschule

    Diese Sonderschulen für minderbegabte High-Society-Sprösslinge müsstest Du allerdings erstmal bezahlen können.

    #397533

    Diese Sonderschulen für minderbegabte High-Society-Sprösslinge müsstest Du allerdings erstmal bezahlen können.

    https://www.privatschulberatung.de/Privatschule/Halle
    Es scheint ja viele High-Society-Sprösslinge in Halle zu geben.

    #397534

    Also Privatschule

    Diese Sonderschulen für minderbegabte High-Society-Sprösslinge müsstest Du allerdings erstmal bezahlen können.

    So teuer ist die gar nicht. Schliesslich werden solche “Privatschulen” nahezu vollständig (über 80%) staatlich finanziert. Nur müssen Eltern bereit sein, dafür Geld (100€…200€ monatlich) auszugeben.

    #397537

    Deshalb fordert die SPD seit Jahrzehnten die Gesamtschule als Regelschule. Aber dafür wird man trotzdem als „Arbeiterverräter“ beschimpft.

    ach echt? wußte ich nicht. die sollten mehr dafür tun, als die forderung am schreibtisch murmeln.
    denn irgendwann, wenn Tullner fertig ist mit seinem massaker, ist’s vielleicht zu spät.

    #397538

    Wenn ich heute Kinder im schulfähigen Alter hätte, würde ich das Beste für sie wollen. Also Privatschule oder so schnell wie möglich an eine höhere Schule. damit sie aus dem Milieu herauskommen.

    Sie würden also Ihr kind in eine blase setzen, in der es wenig schwierigkeiten, viel geld, das gleiche klientel… gibt? na ob das die beste lebensschule ist, bezweifle ich.

    #397539

    Ich frage mich schon die ganze Zeit: Wie kann der sogenannte Bildungsminister überhaupt auf solche perversen Gedanken kommen? Was geht da im Kopf vor? Fragen wie: Was kann ich nur tun, um noch mehr zu selektieren? Wie kann ich die AfD-Wähler ködern?

    Hat dieser sogenannte Bildungsminister auch nur im Ansatz verstanden, was die PISA-Studien gefordert hatten? Ja, längeres gemeinsames Lernen.

    In a l l e n bisherigen PISA-Studien lagen auf den ersten fünf Plätzen stets Länder mit einem integrierten Schulsystem. Damit ist es möglich, dass integrierte Schulsysteme zu exzellenten Leistungsergebnissen für Spitzenschüler führen und gleichzeitig zu einer guten Basisqualifizierung im unteren Bereich. Sehr gute fachliche Leistungen bei gleichzeitig geringer sozialer Selektivität hat es bisher nur in integrierten Schulsystemen gegeben. Mittlere und schlechte Leistungen gibt es in integrierten und selektiven Schulsystemen Die Behauptung, dass frühe Sortierung zu besseren Leistungen führt, ist damit nicht haltbar.

    Dass nun die AdD dem sogenannten Bildungsminister Beifall klatscht, ist offenbar ebenso gewünscht wie das populistische Gequatsche von Haseloff, welches der AfD nachäfft.

    #397540

    ob das die beste lebensschule ist, bezweifle ich.

    Ich halte Gewalt, Rauschgift und Disziplinlosigkeit nicht für eine gute Lebensschule.

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