Startseite Foren Halle (Saale) Problem Osendorfer See

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  • #51749

    „Dieser Wert (Gleichstand) hat sich nun durch die Hochwasserflutung eingestellt.“

    Da irrst Du sicherlich , Kenno, der Zufluß von der Reide ist doch gestoppt worden, der Grundwasserspiegel dürfte noch nicht erreicht sein.

    #51750

    Das betreten der Hänge war schon zu DDR Zeiten verboten.

    Ein Absenken wäre schwer durchzuführen und müsste unter scharfer Kontrolle durchgeführt werden, sonst passiert das, was Kenno beschrieben hat.

    Mit der Normalisierung des Grundwasserniveaus um den See müsste sich die Situation eigentlich in den nächsten Jahren entspannen, falls nicht doch noch ein Abrutsch passiert

    http://umweltatlas.halle.de/

    #51751

    Aber die Sportler wollen ja sicher, dass der alte Zustand wieder hergestellt wird.

    #51814

    ayo

    Wenn nach Durchnässung die Gefahr einer Hangrutschung akut ist, führt da wohl kein Weg hinein. Bitter, dass man nun in diese Lage gestolpert ist, anstatt darauf hinzuarbeiten.

    Wie oben #51528 beschrieben, gab es schon 1999 Untersuchungen und die Empfehlung, den See auf den natürlichen Grundwasserspiegel einzustellen. Dann hätte man rechtzeitig die Böschungen abflachen und das Sportzentrum oberhalb neu errichten können.

    #51836

    @Ayo,
    an der Abflachung der Böschungen liegt es nicht. Diese wurden immer nach Bergrecht ausgeführt, so auch in Nachterstedt und am Osendorfer See. Erstaunlich hat die Nachterstedter Bruchstelle mit dem halben Haus bei einem Böschungswinkel von fast 80 Grad bis jetzt gehalten, weil man den Druck von der Böschung mittels einer künstlichen Grundwasserabsenkung (Brunnengalerie) genommen hatte.
    Am Osendorfer See ist die Frage, will und kann man eine Brunnengalerie zur Senkung des Grundwasserstandes auf – 8 m aus wirtschaftliche Erwägungen zukünftig noch betreiben oder denkt man ähnlich Halle-Neustadt an die Abschaffung?

    #51840

    ayo

    @kenno: Nein, die Böschungen sind angeblich nicht ordnungsgemäß angelegt worden. Das war wohl auch ein Argument für das dauerhafte Abpumpen. Für die Sanierung der Böschungen wurden seinerzeit 1,6 Mio DM einkalkuliert.

    Wenn diese ungesicherten Böschungen jetzt eingestaut wurden, muss man folglich davon ausgehen, dass die Standsicherheit auf absehbare Zeit nicht gewährleistet bleibt?

    #51868

    @ayo,
    gut, dann müssen die Böschungen ohnehin saniert werden. Aber ob sie dann den Differenzdruck von >0,8 bar aushalten werden, ist ein anderes Thema.

    #51946

    ayo

    Dann bin ich gespannt, was die Zukunft bringt. Die Entscheidung für ein dauerhaftes Abpumpen war zwar kurzfristig billig, könnte sich aber nun als teure Hypothek entpuppen.

    #51960

    Erster Beitrag von @suntracker2802:

    Weiß denn hier jemand, wie hoch Halle-Ost und der Bereich Dieskau/Osendorf/Döllnitz im Vergleich zum Osendorfer See liegen? Wenn also nicht mehr abgepumpt werden sollte, wird es dann Probleme in einem oder beiden dieser Bereiche mit dem Grundwasser geben? Oder ist der Osendorfer See dafür zu klein?

    Laut Wikipedia wird ja der Hufeisensee schon lange nicht mehr abgepumpt. Hat es nach Stopp des Abpumpens Probleme in den umliegenden Bereichen mit dem Grundwasser gegeben?

    #51965

    ayo

    Die Grundwasserveränderungen für Osendorf sind nicht geklärt aber hier am wahrscheinlichsten. Dieskau liegt jenseits der Reide (in diese wird der See zzt. entwässert) und hat demzufolge kaum mit veränderten Grundwasserverhältnissen zu rechnen. Döllnitz liegt stromauf an der Elster, also vermutlich auch unkritisch.

    #51985

    Ich bemerke aus der Diskussion und wenn ich die sonstigen bisherigen Berichte zu Grundwasserproblemen in anderen Regionen sehe und lese, dass wir wohl ein generelles Problem mit einem zu hohen Grundwasserspiegel haben. meine Theorie ist, dass vor dem Beginn der Auskohlung in Mitteldeutschland der Grundwasserspiegel bereits so hoch war. Durch den jahrzentelangen Kohlebergbau wurde regionsweit der Grundwasserspiegel gesenkt. Erst mit Beendigung der Bergbauaktivitäten und damit verbindenem Abschalten der Pumpen erkannte man, das zwischenzeitlich in Gebieten gebaut worden ist, wo vor 150 Jahren kein Mensch ein Haus mit Keller gebaut hätte, geschweige denn überhaupt ein Haus hingesetzt hätte. Nun haben wir den „Salat“. Weiteres Abpumpen ist vielleicht eine zeitlich begrenzte Lösungsmöglichkeit. Langfristig sollte zurückgebaut werden.

    #51987

    Ach ja – Frage von Enrico: Ich kenne jemanden der auf dem Dautzsch wohnt und ab und an – nicht konstant – im Keller Grundwasser hat und das abpumpen muss.

    #51992

    Also in Büschdorf drückt es ordentlich Grundwasser in den Keller…

    #52077

    Kennt sich jemand aus, wann das Tagebaurestloch aus dem Bergrecht entlassen worden ist und ob der Wasserstand im Osendorfer See immmer schon nur durch kräftiges Abpumpen auf -8 Meter gehalten werden mußte?
    Gab es überhaupt eine wassersportliche Nutzungskonzeption für den aus dem Bergrecht entlassenen See?
    Lag überhaupt ein Abschlußbetriebsplan des Bergbausanierers vor?
    Warum hat man mit dem Beginn des Kanusports nicht solange gewartet, bis eine gesteuerte Flutung bis auf Grundwasserniveau, wie es beim Hufeisensee geschehen ist, abgeschlossen war?
    Dann hätte man sich jetzt das teure Abpumpen sparen und die Sportanlagen auf höherem Niveau errichten müssen.

    #52164

    ayo

    @kenno: Laut Wikipedia (der Osendorfer See hat eine eigene Seite) gab es das Rennsportzentrum bereits in den 1950er Jahren, ein weiterer Ausbau erfolgte in den 1970ern und 1999. Die Entlassung aus dem Bergrecht lag demnach in den 50ern oder sogar früher.

    Eventuell liegen dem Büro CUI in Halle (hatte im Auftrag der Stadt Halle die Umweltverträglichkeitsstudie erstellt) weitere Details vor.

    #52169

    @kenno: Die Bergaufsicht muss nicht beendet sein, da das LAGB den See z.Zt. gesperrt hat, gehe ich davon aus, dass der Osendorfer See noch unter Bergaufsicht steht.

    Den See kann man in bezug auf die Grundwasserverhältnisse auch nicht isoliert betrachten, die Bergbaufolgelandschaft erstreckt sich ja bis südlich der Dieselstraße. Darin befindet sich auch der ehem. Südfeldsee (gegenüber HEP) der früher eine Wasserhaltung hatte, die über die ehemalige Brikettfabrik Bruckdorf und deren Klärteiche in die Reide entwässerte (ob da jetzt noch gepumpt wird, weiß ich nicht). Außerdem gibt es noch das „Blaue Auge“. Die LMBV hat im letzten Jahr die Grundwasserüberwachung in dem Gebiet stark ausgebaut, so wurden im Bereich der Kleingartenanlagen östlich der Europachaussee neue Grundwassermessstellen errichtet. Über den Zweck bin ich allerdings nicht informiert.

    Es wird sicher so sein, dass man ohne Planung, Folgenabschätzung und die Ausführung von Sicherungsmaßnahmen in einigen Bereichen die Wasserhaltung im Osendorfer See nicht abrupt einstellen kann.

    #52244

    @Micha,
    das sehe ich auch so.
    Die LMBV hat versucht, die Grundwasserverhältnisse der Vielzahl von TRL in diesem Gebiet isoliert zu betrachten. Mußte sich aber, wie im Fall Concordia-See bei Nachterstedt eines Besseren belehren lassen und hat jetzt die Flutung des Sees von einer ungesteuerten in eine kontrollierte Flutung umgestellt und dazu braucht man natürlich viel mehr Grundwassermessstellen und man hält das Grundwasser durch eine neu angelegte Brunnengalerie in Nachterstedt ebenfalls künstlich niedrig bzw. wird beides kontrolliert hochfahren, um nach dem Gleichstand evtl. darauf zu verzichten.
    Wie das mal in Osendorf und Umgebung weitergehen soll ist immer noch fraglich und wird noch weite Kreise ziehen!!!

    #52325

    @Ayo,
    wenn die Entlassung des Osendorfer Sees schon 1950 lag, dann hat uns die DDR neben Halle-Neustadt ein weiteres Kuckuckei ins Nest gelegt!!!
    Wer soll denn jetzt das Wiederabpumpen des Sees und die ständige Grundwasserhaltung im gesamte Osten und Südosten von Halle einmal bezahlen?

    #52326

    Ich habe mir gerade mal auf der Homepage des Kanuclubs http://hallescher-kanu-club.de/osendorfer-see/ , die Bilder von dem im November 2012 von der Stadt Halle errichteten Sicherungsdamm angesehen, der ein erneutes Überlaufen der Reide in den Osendorfer See verhindern sollte.“ Damit das hoffentlich nicht wieder passieren kann.“..stand da im Text.
    Und genau das ist passiert.

    Wer hat die Berechnungen und Planungen zu diesem Damm gemacht und wer könnte da in Regreß genommen werden?

    #52359

    ayo

    @kenno: Die bereits zitierte CUI-Studie von 1999 zeigt, dass das kritische Erbe bekannt ist und auch zeitnah nach 1989 erörtert wurde. Man hatte sich dann aber für die kurzfristig billigere Variate entschieden – das Abpumpen. Ob die parallel zur Studie erfolgte Sanierung des Sportzentrums die Entscheidung erzwungen hat, ist mir nicht bekannt.

    Immerhin kann man sagen, die Wasserhaltung hat gut 60 Jahre funktioniert! Und wenn die Entlassung, wie @micha06de schrieb, noch gar nicht stattgefunden hat, dann wären wohl nach wie vor die Bergbaubehörden in der Verantwortung.

    #52395

    Beitrag von @Malefiz:

    @AYO: Wo kann man die CUI Studie bekommen? Wo kann man hochauflösende Karten mit der Höhe über Normal und dem Grundwasserniveau im Saalkreis finden?

    @ayo Also ich wohne in Dieskau und seit Freitag (nach dem Regen) drückt das Grundwasser auch in unseren Keller. Ich glaube das die Lage zur Reide keine Rolle spielt. Das letzte Mal hatten wir das 2010.
    Vielleicht nach dem letzten Dammbruch am Osendorfer See? Kann ich aber nicht mehr Nachhalten.

    #52420

    ayo

    @malefiz: Frag einfach direkt bei CUI (cui.de) nach. Die Stadt Halle müsste sie auch haben, weil sie Auftraggeber war.

    Die Grundwasserkarte gibt es hier.

    Dammbrüche am Osendorfer See finden nur HINEIN, also von Osten her, statt, wenn die Reide Hochwasser führt. In diesen Fällen ist auch der Grundwasserleiter randvoll. Ob das abgepumpte Wasser in solchen Situationen verschärfend wirkt, kann ich nicht beurteilen. Dazu müsste man zunächst wissen, an welcher Stelle die Einleitung erfolgt.

    #52452

    @Ayo,
    ich vermute, dass seit 1954, der Gründung des Halleschen Kanu-Clubs 54 e.V., die Stadt Halle für den LMBV oder dessen Vorgänger die eingestellte Wasserhaltung der umliegenden Tagebaurestlöcher mit dem Betrieb des Osendorfer Sees übernommen hat.
    Nunmehr ist der Osendorfer See gesperrt und unterliegt damit erneut dem Bergrecht und es muß zu dessen Wiederentlassung ein neuer Abschlussbetriebplan entworfen werden.

    #52499

    @ayo: Einsicht in die Studie kann nur der Auftraggeber geben, der hat sie bezahlt und auch alle Rechte daran. Die beauftragten Firmen dürfen, selbst wenn sie wollten und könnten keine Informationen heraus geben.

    @Malefiz:

    Falls Du damit umgehen kannst – ein digitales Geländemodell bekommst Du seit kurzem bei der BKG (Bundesamt für Kartografie und Geodäsie), die dieses im Rahmen der Opendata Aktion zur Verfügung stellt. Dieses hat allerdings nur eine Rasterweite von 200 m, was über für grobe Einschätzungen ausreichen sollte.

    @all
    Die weiter oben von mir erwähnte und von @wolli bezweifelte Vernässungsgefahr in Ortschaften durch den höheren Wasserstand des Osendorfer Sees kann ich, nachdem ich mir die örtlichen Verhältnisse noch einmal angesehen habe, nicht bestätigen (kann sie aber in Einzelfällen, insbesondere bei Neubauten, nicht ausschließen). Schließlich liegt auch der jetzige Seespiegel deutlich unter dem natürlichen Grundwasserstand.

    #52500

    @Malefiz: Die von @ayo verlinkte Karte ist eine Grundwasserflurabstandskarte (jetzt erst gesehen), da brauchst Du keine Höhenkarte! Leider geht die Karte östlich der Straße „Am Tagebau“ nicht weiter

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