Startseite Foren Halle (Saale) Mauerbau am 13. August 1961

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  • #404098

    Anonym

    Es geht doch beim „Osten“ nicht um Schlangen beim Konsum oder HO.

    Es geht darum, wenn dein Kollege an der Nachbarwerkbank von 2 netten Herren abgeholt wird oder einer deiner Freunde wegen eines Ausreiseantrages mal eben 3 Jahre bekommt und irgendwann ganz weg ist, da in den Westen verkauft.

    Wenn wegen jugendlicher Unbedarftheit, Abi, Studium in der Tonne landen oder genau so, weil die Eltern nicht linientreu waren.
    Glücklicherweise traf man sich nach 90 wieder und man konnte Abi nachholen und sogar Prof. werden.

    Aber was, wenn 89 nicht gewesen wäre?

    #404099

    Es geht darum, wenn dein Kollege an der Nachbarwerkbank von 2 netten Herren abgeholt wird oder einer deiner Freunde wegen eines Ausreiseantrages mal eben 3 Jahre bekommt und irgendwann ganz weg ist, da in den Westen verkauft.

    Es wird immer getan, als sei das der Alltag in der DDR gewesen. Mein Alltag war es nicht.

    #404100

    Das hätten die Mauertoten nur wissen müssen. Dann hätten sie es erst gar nicht versucht.

    Das haben sie, trotzdem dies innerhalb des gesamtdeutschen Gebietes geschah und nicht irgendwo in der Ferne.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monaten von Porbitzer.
    #404104

    Es wird immer getan, als sei das der Alltag in der DDR gewesen. Mein Alltag war es nicht.

    Meiner schon…
    Und Rassismus gab es in der DDR sehr wohl… Man erinnere sich nur daran, wie die DDR-Bürger mit den „Fitschis“ und den Angolanern umging. Es wurde eben nur vertuscht, weil nicht ist, was nicht sein darf…

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monaten von Erdgasfahrer.
    #404102

    aber die Menschen lebten frei.

    Bis auf die Schwarzen.

    Als uns die USA so ganz “ohne Eigennutz” befreiten, durften in den USA Schwarze und Weiße nicht zusammen auf einer Bank sitzen.

    Ja, vor allem die Südstaaten der USA haben ein massives Rassismusproblem, was es in der DDR ja Gott sei Dank nie gab. Allerdings können und konnten damals die Schwarzen in den USA im Prinzip wählen, demonstrieren und das Land verlassen, was DDR-Bürgern jeglicher Ethnie im Allgemeinen verwehrt war.

    Kein Rassismus in der DDR, selten so gelacht. Genauso wie es keine Nazis und keine Punks gab.

    Äh also, das war eher ironisch gemeint, deshalb wollte es ja fractus widerlegen.

    #404107

    Meiner schon…

    Dann werde mal konkret.

    #404110

    Ah, hast du vermutlich aus der Geschichtsverarbeitung der bundesdeutschen Qualitätsmedien. Wie gut, dass die objektive bundesdeutsche Geschichtsschreibung nicht dem Legitimationsinteresse des aktuellen historischen Siegers dient. Oder etwa doch…?

    Querdenker und ihre wirren Theorien, ist irgendwie wie ein Unfall auf der Autobahn, man kann einfach nicht wegschauen. Rassismus kann es nicht gegeben haben, es gab ja schließlich den „antifaschistischen Schutzwall“.

    #404111

    Ganz so einfach ist es dann doch leider nicht. Der Sozialismus war nie ein “Labor”experiment. Es gab triftige Gründe, warum er in Russland entstanden ist und sich trotz Bürgerkrieg, trotz deutscher, französischer und amerikanischer Truppen dort durchsetzen konnte. Es gab noch triftigere Gründe, warum er sich nach 1945 in Europa ausbreiten konnte, beileibe nicht nur im sowjetischen Herrschaftsbereich unter den Kanonen der Roten Armee.

    Es sind übrigens dieselben Gründe, warum die historische Darstellung der DDR in der Bundesrepublik nahezu ausschließlich über Stasiakten erfolgt, es eine seriöse Geschichtsaufarbeitung in der Bundesrepublik faktisch nicht gibt. Nicht zuletzt deine Einlassung erzählt davon…

    Es gibt vor allem triftige Gründe warum sich diese widerwärtigen menschenverachtenden Systeme nie durchsetzen konnten. Trauriger als diese Systeme sind eigentlich nur abgehängte Gestallten, die es noch immer hochhalten und mit massiver Geschichtsklitterung verteidigen.

    #404112

    @fractus man muss zwischen Sozialismus und Stalinismus unterscheiden können.

    Ein Sozialismus wäre im Grunde akzeptabel, aber wir hatten den Namen zwar aber von der Sowjetunion den Stalinismus aufgedrückt bekommen.

    Schweden hatte mal kurze Zeit Sozialismus.

    Man kann sich alles schönreden. Das umlabeln zum Stalinismus weil alles wie zu erwarten vor die Wand gefahren ist, ist etwas durchsichtig. Unterscheiden muss man da nichts und der Sozialismus wird mit Menschen immer gleich enden.

    #404113

    Bis auf die Schwarzen.

    Als uns die USA so ganz “ohne Eigennutz” befreiten, durften in den USA Schwarze und Weiße nicht zusammen auf einer Bank sitzen.

    Selten so ein Geschwafel gelesen.

    Und die USA haben sich auch in dem Punkt weiterentwickelt.

    #404114

    Es wird immer getan, als sei das der Alltag in der DDR gewesen. Mein Alltag war es nicht.

    Dafür gibt es im Grunde 3 Möglichkeiten, viel Glück, Linientreue (bis hin zur Täterschaft) oder man war so einfach gestrickt, dass man es nicht mitbekommen hat.

    Die Straflager, auch vor der Haustür, haben sich nicht von alleine gefüllt. Dafür wären schon solche Diskussionen hier eine Eintrittskarte.

    #404115

    Dafür gibt es im Grunde 3 Möglichkeiten, viel Glück,

    Es gibt noch eine Möglichkeit: Keine politischen Gefangene in Sichtweite.
    Von meinem Kreis, mit dem ich Kontakte hatte, wurde keiner verhaftet. Da sie ja auch ihren Kreis hatten, hätten sie von Verhaftungen erzählt.
    „Durch die Amnestie 1979 wurden 21.928 Personen entlassen. Es ist nicht beziffert, wie viele politische Gefangene sich unter ihnen befanden, aber von etwa 80 verurteilten Gefangenen, die zu der Zeit von amnesty international betreut oder deren Fälle untersucht wurden, wurden mehr als 55 freigelassen.[11] Rund 1.500 der amnestierten Personen wurden in die Bundesrepublik entlassen.“ (wikipedia)

    #404116

    Und die USA haben sich auch in dem Punkt weiterentwickelt.

    Alle haben sich weiterentwickelt. Sogar Westdeutschland, das nach dem Krieg noch auf einer braunen Administration gegründet wurde. Neulich bin ich zu dem Schluss gekommen. dass es eigentlich gar keine 68-Revolution gegeben hat. Die braune Staatsadministration ist einfach aus dem Staatsdienst altershalber ausgeschieden und in Pension gegangen.

    #404118

    Neulich bin ich zu dem Schluss gekommen. dass es eigentlich gar keine 68-Revolution gegeben hat.

    Du hast mir und einigen anderen Usern hier im Forum öfters eine „Alt-68er-Haltung“ unterstellt. Jetzt wissen wir: alles ein Phantasiegebilde. Uns gab es gar nicht.

    #404119

    Du hast mir und einigen anderen Usern hier im Forum öfters eine “Alt-68er-Haltung” unterstellt

    Jetzt verwechselst du mich mit jemand anderen. Dir würde ich nie irgendeine Haltung unterstellen. Ich wüsste gar nicht, wo ich da ansetzen sollte.

    #404120

    Von meinem Kreis, mit dem ich Kontakte hatte, wurde keiner verhaftet. Da sie ja auch ihren Kreis hatten, hätten sie von Verhaftungen erzählt.

    Das ist halt wie mit Corona. „Ich kenne niemanden, der Corona hat“–> „alles nur eine Phantasie der Merkel-Administration“

    Übrigens: von der DDR habe ich früher nur über die Medien Notiz genommen. Ich kannte vor 1989 keine DDR-Bürger. Die Mauer, die wir 1977 auf der obligatorischen Klassenfahrt nach Berlin gesehen haben, war wahrscheinlich nur eine Kulisse, ein Werk von Bühnenbildnern. Extra für uns Gaffer hatten sie davor so Holztreppchen aufgebaut, dahinter eine Modelllandschaft, ein paar „Häuser“ aus billigen grauen Spanplatten, mit qualmenden Trabis dahinter.

    Jetzt bin ich mir sicher: wir wurden von interessierter Seite gnadenlos betrogen. Diesen Gänsefüßchenstaat „DDR“ hat es in Wahrheit nie gegeben.

    #404121

    Jetzt verwechselst du mich mit jemand anderen.

    Stimmt, kann auch Nixi gewesen sein. Der ist halt noch nicht so weit wie Du.

    #404122

    Ich hatte Verwandte im Westen. Die kamen manchmal zu Besuch. Deshalb wusste ich, was auf mich zukommt.
    Von meinem Westonkel habe ich mir zwei Sätze gemerkt:
    Bei uns geht es darum, wie man an das Geld anderer Leute herankommt.
    Wenn du die Filme im Westfernsehen siehst, glaub bloß nicht, dass jeder in einer Villa mit Swimmingpool wohnt.

    #404123

    Anonym

    Und Rassismus gab es in der DDR sehr wohl… Man erinnere sich nur daran, wie die DDR-Bürger mit den “Fitschis” und den Angolanern umging. Es wurde eben nur vertuscht, weil nicht ist, was nicht sein darf…

    Ich zitiere mal aus meinem Link aus #404088: Unterschiede zur realexistierenden Bundesrepublik sind nicht nur zufällig

    Dabei kann bis heute kein einziger Beleg dafür vorgelegt werden, dass es nur ein Gesetz gab, eine offizielle Rede gehalten, ein Gerichtsurteil gefällt wurde oder Bücher erschienen, die es erlauben würden, von Rassismus zu sprechen. Niemand bestreitet, dass es in der DDR rassistische Handlungen gab, doch wurden diese geahndet, sobald sie bekannt und aufgedeckt waren, was bis zum Prozess führen konnte. Allein ein Blick in die DDR-Verfassung wie das Strafgesetzbuch genügt, um sich von der dafür geltenden Staats- bzw. Rechtsordnung zu überzeugen.

    Für einige gilt wohl allerdings das Ahnden und Sanktionieren von rassistischen Übergriffen bereits als Vertuschung. Die westdeutsche Geschichtsinterpretation „as its best“.

    Zudem war nicht jeder Konflikt rassistischer Natur. Ich erwähne nur mal die Begriffe „Normen“ und Vietnamesen.

    #404129

    Schwurbel schwurbel…

    Schönes Märchen von Erich und den 40 Stasi Mitarbeitern. Nur einer von vielen Fällen:
    https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/informationen-zur-stasi/themen/beitrag/rassismus-im-ddr-alltag/

    #404130

    Komisch, jetzt ist ohne kommunistisches Lager auch Frieden in Deutschland, farbi kann das aber sicher auch erklären, denn die marxistisch-lerninistische Weltanschauung kann alles erkläreen, weil se wahr ist.

    Gerade erlebt die bunte Wehr ihr Stalingrad in MASAR-I-SHARIF, läßt Mädchenschulen und Brunnen einfach so im Stich!

    #404131

    Es geht doch beim “Osten” nicht um Schlangen beim Konsum oder HO.

    Es geht darum, wenn dein Kollege an der Nachbarwerkbank von 2 netten Herren abgeholt wird oder einer deiner Freunde wegen eines Ausreiseantrages mal eben 3 Jahre bekommt und irgendwann ganz weg ist, da in den Westen verkauft.

    Wenn wegen jugendlicher Unbedarftheit, Abi, Studium in der Tonne landen oder genau so, weil die Eltern nicht linientreu waren.

    Glücklicherweise traf man sich nach 90 wieder und man konnte Abi nachholen und sogar Prof. werden.

    Aber was, wenn 89 nicht gewesen wäre?

    All die Widerstandskämpfer hatte aber 1989 alle studiert, einschließlich wolli´s Herr Bergner.

    #404132

    Anonym

    Schönes Märchen von Erich und den 40 Stasi Mitarbeitern.

    Es hat schon seine Gründe, warum die DDR-Geschichte nahezu ausschließlich aus Sicht der Stasiakten erzählt wird. Nicht umsonst hat man diese nur ausgewiesenen und erklärten DDR-Oppositionellen in die Hände gegeben, auf dass nicht etwa Sachlichkeit und Objektivität in deren instrumentelle Auswertung und tendenziöse Darstellung einfließe. Hauptsache das Feindbild stimmt, die Fakten werden schon stimmig gemacht.

    1 Jahr Knast für eine Kneipenschlägerei hat auf alle nichts mit unter dem Teppich kehren zu tun.

    #404133

    Es hat schon seine Gründe, warum die DDR-Geschichte nahezu ausschließlich aus Sicht der Stasiakten erzählt wird. Nicht umsonst hat man diese nur ausgewiesenen und erklärten DDR-Oppositionellen in die Hände gegeben, auf dass nicht etwa Sachlichkeit und Objektivität in deren instrumentelle Auswertung und tendenziöse Darstellung einfließe. Hauptsache das Feindbild stimmt, die Fakten werden schon stimmig gemacht.

    Nein, es gibt genug Zeitzeugen und wenn das Umfeld aus moralisch integren und mindestens mittelmäßig intelligenten Menschen bestand, hat man von dem Unrechtsstaat genug mitbekommen. Diese Akten sind natürlich eine sehr gute Quelle, da übertreibt niemand aus Betroffenheit oder versucht sich herauszureden. Man fühlte sich sicher, als man seine Verbrechen dokumentierte.

    Und verlangst Du ernsthaft, man hätte die Verantwortung für die Akten den Tätern in die Hand geben sollen? Die haben ja leider schon gute Arbeit bei der Vernichtung geleistet. Ansonsten hat natürlich jeder Zugang zu den ihn betreffenden Akten, dies gilt natürlich nur für die Opfer. Von daher glaube ich, dass dir das nicht bewusst ist.

    1 Jahr Knast für eine Kneipenschlägerei hat auf alle nichts mit unter dem Teppich kehren zu tun.

    Für jemanden der sonst überall Rassismus sieht eine sehr interessante Beurteilung. Hier geht es ja offensichtlich nicht nur ums Urteil.

    #404134

    Anonym

    Diese Akten sind natürlich eine sehr gute Quelle,

    Jeder Mensch mit ein bisschen Verstand erkennt deutlich, dass aus den Akten selektiv nur diejenigen Dinge zitiert worden sind, die die (vorausbestimmte) Aussage stützen sollen. Seriösität geht anders, aber das war ja die Stasi-Unterlagenbehörde….

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