Startseite Foren Halle (Saale) Auseinandersetzung um Rive-Villa: Bewohner wollen bleiben – HWG will sanieren

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  • #121103

    in den sonntagsnachrichten vom 26. okt. 2014 gibt es einen artikel über die probleme rund um die geplante sanierung des rive-hauses:
    http://www.sonntagsnachrichten.de/index.php/redaktion/1411-gilt-kuhnts-vermaechtnis

    offiziell heißt es von der hwg:

    Aus Sicht der HWG wäre es angesichts der aufwändigen Arbeiten von Vorteil, wenn das Haus leer stünde. Deswegen würde mit den derzeitigen Mietern, teilweise in hohem Alter, gesprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht.

    „gemeinsame lösungen suchen“ sieht in der praxis folgendermaßen aus:

    Jetzt mache die HWG Druck mit ihren Anwälten. „Sie müssen raus, das Haus wird entkernt“, zitiert Födisch den Vermieter. Für ihn ist das eine Horrorvorstellung. Er will bleiben, fordert Gedenktafel und Gedenkstube für Rive und verweist dabei auf das Vermächtnis des Stifters. Er ist froh, dass er seine Mutter aus dem Heim zurückgeholt hat, wo sie „kaputt gegangen“ wäre. Die Wohnung der alten Dame ist tipptopp, vom Fußboden bis zur 4,30 Meter hohen Decke. Födisch streitet mit der HWG darum, was notwendig ist, um das Gebäude zu sanieren und zu erhalten. Er plädiert für eine schrittweise Sanierung und vorsichtige Eingriffe nur da, wo sie nötig sind.

    Auch Nachbar Kolfhaus hängt am Haus und den Erinnerungen. Rive, erzählt er, hat ihm Bonbons gegeben. Er will nicht umziehen, hofft auf den Mieterschutzbund. Angst hat er auch vor Mietsteigerungen, die für die Zeit nach der Sanierung schon angekündigt worden seien. Der HWG traut er nicht. Frieden ist nicht in Sicht.

    „2001 wurde uns das Haus für 350.000 Euro angeboten“, erklären die beiden Altmieter. So viel Geld hatten sie nicht. Später habe sich ein „Miethai aus dem Westen“ für das Grundstück interessiert und das, so die Schilderung, ist nicht der einzige Ärger. Ein Teil des Gartens ist gesperrt. Die HWG hat in die Trennmauer eine Gittertür eingesetzt. Der Kaiser-Wilhelm-Apfel ist weggesperrt, der Nussbaum auch. „Das ist eine große Gemeinheit“, protestieren die Alt-Mieter und berufen sich auf Gewohnheitsrecht.

    insofern ist die kommunale hwg also nicht zimperlicher als andere vermieter. die behauptung, mieter „müssten“ raus, wenn eine sanierung anstehe, ist schon mal grundsätzlich falsch. natürlich ist es kein zuckerschlecken, während einer sanierung zumindest symbolisch in der wohnung zu bleiben (ein altes möbel drinlassen reicht juristisch schon und währenddessen natürlich den altmietvertrag hüten). die mieter haben ein ganzes leben in diesem haus verbracht, da wäre deutlich mehr fingerspitzengefühl seitens der hwg angebracht. es ist schließlich nicht so, dass eine sanierung nicht möglich wäre, wenn das haus noch z.t. bewohnt ist. es ist nur halt ein wenig unbequemer, man muss genauer planen und hier und da rücksicht nehmen, das können die verwaltungsleutchen heutzutage ja nicht mehr. ach ja, altmieter kann man ja nach der sanierung nicht gleich so gnadenlos bei der miete abkassieren.

    #121105

    #121106

    nebenbei bemerkt, warum kommt man bei der hwg nicht auf die idee, an das erbe rives zu erinnern? der mieter sprach von gedenktafel und -stube, das ist doch z.b. ein guter vorschlag.
    halle hat rives weitsicht und engagement immens viel zu verdanken und die hwg ist schließlich ein kommunales unternehmen.

    #121122

    nebenbei bemerkt, warum kommt man bei der hwg nicht auf die idee, an das erbe rives zu erinnern? der mieter sprach von gedenktafel und -stube, das ist doch z.b. ein guter vorschlag.
    halle hat rives weitsicht und engagement immens viel zu verdanken und die hwg ist schließlich ein kommunales unternehmen.

    Weil das nicht nur Geld zur Errichtung, sondern auch zur Unterhaltung kostet. Das Stadtmuseum wäre da wohl eher geeignet an Rive zu erinnern.

    #121123

    Nach den Bedingungen der damaligen Schenkung des Hauses müßte OB Wiegand einziehen.

    #121145

    Scheint ja schon relativ verfahren zu sein, die beiderseitige Situation zwischen Mieter und Vermieter.
    Das Vertrauen der Mieter auf eine sorgfältigen Sanierung durch die HWG scheint jedenfalls nicht mehr vorhanden.
    Dass das für den Vermieter aufwändiger und umständlicher ist, im bewohnten Zustand ein Haus zu sanieren, dazu noch unter den Argusaugen der Mieter, liegt auf der Hand. Ziemlich gegensätzliche Interessen, die unter einen Hut zu bringen sind, wenn man die Bausubstanz erhalten will.

    #121147

    Um den Gedanken von Wolli fortzusetzen, hätte Wiegand die Dienstvilla von Frau Sz. übernommen; in einem wesentlich besseren Zustand als heute vorhanden.

    #121148

    Scheint ja schon relativ verfahren zu sein, die beiderseitige Situation zwischen Mieter und Vermieter.
    Das Vertrauen der Mieter auf eine sorgfältigen Sanierung durch die HWG scheint jedenfalls nicht mehr vorhanden.
    Dass das für den Vermieter aufwändiger und umständlicher ist, im bewohnten Zustand ein Haus zu sanieren, dazu noch unter den Argusaugen der Mieter, liegt auf der Hand. Ziemlich gegensätzliche Interessen, die unter einen Hut zu bringen sind, wenn man die Bausubstanz erhalten will.

    Ich gehe davon aus, dass die bisherige Miete nicht ausreicht, um die Sanierungskosten zu tragen.
    Ruinen auf Grund niedriger Mieten schaffen, ohne Waffen, war einmal.

    #121156

    Das mag schon sein, aber es gilt immer noch das Mietrecht.

    #121158

    Solange die HWG jedes Jahr Gewinne an die Stadt abliefern muss, muss sie auch gewinnorientiert denken und handeln. Sinnvolle Alternative wäre aus meiner Sicht Wohnungsbaugesellschaften als gemeinnützige GmbH, nicht nur in Halle. Wäre wirksamer als eine Mietpreisbremse.

    #121159

    Um den Gedanken von Wolli fortzusetzen, hätte Wiegand die Dienstvilla von Frau Sz. übernommen; in einem wesentlich besseren Zustand als heute vorhanden.

    Da gab es nichts zu übernehmen. Weder von Szabados, noch von Häußler, Rauen, Renger … usw.
    Meines Wissens hat bereits Rive selbst die noch nicht vorhandene Tradition gebrochen, indem er nach seiner Zeit als OB dort wohnenblieb.

    #121210

    Weil das nicht nur Geld zur Errichtung, sondern auch zur Unterhaltung kostet. Das Stadtmuseum wäre da wohl eher geeignet an Rive zu erinnern.

    nach dieser logik brauchen wir auch kein händelhaus… entweder eine stadt pflegt ihr erbe oder eben nicht. wenn halle sich als selbsternannte kulturhauptstadt beweisen will, dann ist auch das rive-haus eine chance, sich dahingehend zu profilieren.

    Nach den Bedingungen der damaligen Schenkung des Hauses müßte OB Wiegand einziehen.

    also ich wäre dafür. dann würde man vielleicht auch nicht den schönen garten mit neubauten à la glas-stahl-beton-klotz zubauen.

    was nützt die schönste herrschaftliche villa, wenn ringsum der ehemalige zugehörige garten entweder mit völlig unpassenden neubauten zugebaut oder zumindest als großparkplatz geplättet wird, oft auch beides. der alte baumbestand wird meist auch radikal zurückgedrängt. der charme eines solchen herrenhauses ist damit weg. es wirkt dann bloß noch wie eine nüchterne kapitalanlage.

    #121227

    Wenn Prof. Varwick von Rive hört löst sich das Problem vielleicht auch von selbst…

    #121230

    Verkaufen, das Ding. Die Stadt braucht Knete.

    #121267

    Allein schon am Foto sieht man, dass mit „vorsichtigen Eingriffen“ und einer „schrittweisen Sanierung“ es nicht getan ist. Wasser von unten, Wasser von oben, defekte Fenster und Türen, aus dem Artikel ergeben sich marodes Dach und sogar teilweise Fussbodeneinbrüche und faulende Zwischendecken.

    Ich finde es immer wieder toll, die HWG (oder jeder andere Vermieter) soll sanieren und modernisieren, aber bitte ohne Lärm, ohne Staub, ohne Belästigung und natürlich ohne Mietpreissteigerung.

    Natürlich ist das für einen langjährigen Mieter, zumal in dem sehr gehobenen Alter, nicht einfach. Aber will man wirklich weiter abwarten und das Gebäude auch verfallen lassen, so wie schon viele in dieser Stadt?

    #121282

    Da fragt man sich auch, warum die HWG es hat soweit kommen lassen.

    #121320

    Da fragt man sich auch, warum die HWG es hat soweit kommen lassen.

    Eine mehr als berechtigte Frage, aber die Antwort dürfte naheliegend sein.

    #121406

    Da fragt man sich auch, warum die HWG es hat soweit kommen lassen.

    weil vielleicht da mittlerweile lauter nachgeborene banausen sitzen, die noch nicht mal gewusst haben, welche bedeutung dieses haus hat?

    #121408

    weil vielleicht da mittlerweile lauter nachgeborene banausen sitzen, die noch nicht mal gewusst haben, welche bedeutung dieses haus hat?

    Muss man das?
    Das Haus hatte eine Bedeutung. Welche hat es jetzt?

    #121410

    Muss man das?
    Das Haus hatte eine Bedeutung. Welche hat es jetzt?

    dasselbe könntest du auch zum händel-haus fragen.

    #121412

    dasselbe könntest du auch zum händel-haus fragen.

    Warst du noch nie in der Musikinstrumenten-Ausstellung oder zu einem Konzert?
    Händel hat im Gegensatz zu Rive eine überregionale, sogar internationale Bedeutung.

    #121414

    rive hat u.a. durch durchdachte grundstücksankäufe und der förderung bzw. modernisierung und einrichtung von kultur, bildung und verkehr aus dem provinzkaff halle eine moderne großstadt gemacht. das hat z.b. mit den museen moritzburg und vorgeschichte, der kunsthochschule burg giebichenstein und dem flughafen schkeuditz durchaus auch überregionale bedeutung.
    händel wurde hier nur geboren, sein werk entstand ganz woanders. rive hingegen widmete seine ganze kraft über viele jahre der stadt halle. sein werk ist somit viel mehr mit halle verbunden als händels werk. das sollte man entsprechend würdigen. wäre halle immer noch ein provinzkaff, kämen wohl nur sehr spärlich touristen aus aller welt hierher.

    von der modernen kanalistation und dem schönen rive-ufer profitieren übrigens die hallenser auch heute noch 😉

    #121415

    Da fragt man sich auch, warum die HWG es hat soweit kommen lassen.

    Weil man zur Sanierung Geld braucht….Geld, dass auch die HWG nicht selber druckt, trotz allem, was der Sadtrat oftmals glaubt. Dann muss der Denkmalschutz fertig werden, dann muss das ein Bauplaner begutachten, dann muss man die Finanzierung sichern, sich auf Fördermittellisten nach oben arbeiten etc.

    #121424

    vielleicht sollten sich mal hwg und stadt an einen tisch setzen und darüber beraten, was möglich, sinnvoll und vor allem verantwortungsvoll gegenüber den betagten mietern und dem geschichtlichen erbe wäre.
    vielleicht wären die beiden herren mieter ja durchaus bereit, ein- oder auch mehrmals in der woche ehrenamtlich eine kleine führung durch eine rive-gedenkstube durchzuführen, zumal sie ja rive sogar noch selbst erlebt haben?

    #121433

    Namen wie Luther oder Händel bringen Geld in die Stadt.
    Die HWG hat doch auch das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus saniert.
    Hat da mal jemand (außer zur Museumsnacht)Besucher reingehen sehen?

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