Studie: MDR wird Programmauftrag nicht gerecht

28. Juli 2015 | Vermischtes | 8 Kommentare

Der Mitteldeutsche Rundfunk wird mit seinem Fernsehprogramm offenbar seinem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag nicht gerecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Otto Brenner Stiftung. Dort hatte man die MDR-Regionalversion Sachsen-Anhalt untersucht.

Der Sendebetrieb könne „nur durch hohe Wiederholungsraten aufrechterhalten“ werden, heißt es in der Studie. 35 Prozent des Programms bestehen aus Wiederholungen. Die Regionalberichterstattung bestehe häufiger aus Sachthemen und Ratgeberbeiträgen. 49 Minuten des täglichen Programms werden für Hinweis-Trailer genutzt. Zu 2,1 Prozent der Sendezeit wird das MDR-Programm für Regionalnachrichten auseinandergeschaltet. Mit 26 Prozent hat der MDR laut Studie den höchsten Anteil für fiktionale Unterhaltungsangebote, also Filme und Serien, unter den Dritten Programmen. Die ehemalige Domäne und Schwerpunktsetzung der Dritten, das klassische Schul- und Telekolleg-Fernsehe, finde nicht mehr statt. Der Anteil der im weitesten Sinne journalistischen Berichterstattung im MDR gehe auf 37 Prozent der Gesamtsendezeit zurück. Bedingt durch den hohen Anteil fiktionaler Sendungen sei der Anteil der fernsehpublizistischen Sendungen unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Ein großer Teil der Sendezeit werde für „Human-Touch-Berichterstattung“ genutzt, also „eher belanglose Zerstreuungsthemen wie Stars und Prominenz und weniger auf Angstthemen wie Kriminalität, Unfälle und Katastrophen.“ Den größten Anteil macht Berichterstattung über Sachthemen
aus allen möglichen Bereichen der Gesellschaft aus, bei Kultur und Gesellschaft sind es 17 Prozent, der Bereich Verbraucher/Gesundheit/Service macht 5 Prozent aus, Sport 7 Prozent sowie 14 Prozent gesellschaftlich relevante Themen, 10 Prozent dienen der politischen Berichterstattung.

Hier die Studie herunterladen

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