Corona-Viren und Immunsystem – Teil 1

24. März 2020 | Natur & Gesundheit | Keine Kommentare

In Zeiten der Corona-Krise diskutieren wir viel über die Eindämmung der Infektionsherde, das Abschneiden der Infektionswege und die Isolierung Erkrankter und deren Kontaktpersonen. Das alles sind sinnvolle Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des offenkundig hochinfektiösen und gefährlichen neuen Virus zu verhindern. Sie zielen damit auf die Gesamtbevölkerung und sollen uns vor Ansteckung schützen.

Was greift aber, wenn jemand bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen ist? Für den einzelnen Menschen ist ein individueller Schutz nötig, denn wir wollen die Infektion möglichst ohne bleibende Schäden überstehen und wieder gesund werden. Dazu soll es in den nächsten Tagen eine kleine Serie mit Anregungen geben, was wir tun können, um die eigene Abwehrkraft zu stärken. Viele dieser sogenannten Lifestyle-Maßnahmen sind generell geeignet, uns gesünder und vitaler zu machen. Nutzen wir also die durch das Corona-Virus verordnete Zwangspause, um etwas für uns und unsere Gesundheit zu tun.

Viren und Immunsystem

Der Corona-Erreger ist ein Virus. Viren sind Partikel aus Genen mit einer Proteinhülle, mit deren Hilfe sie im lebende Zellen aufgenommen und dort vermehrt werden können. Sie sind keine Lebewesen und haben keinen eigenen Stoffwechsel, den man mit einem Antibiotikum blockieren könnte, wie bei einem Bakterium.

Bei einer Infektion hilft uns also nichts anderes als unser Immunsystem. Immunzellen patrouillieren im Körper, spüren virusinfizierte Zellen auf und zerstören diese. Deshalb nennt man diese speziellen T-Lymphozyten „Killerzellen“. Dazu brauchen sie sogenannte „T-Helferzellen“, die sie aktivieren und verschiedene Botenstoffe freisetzen. Über diese Botenstoffe werden auch die B-Lymphozyten aktiviert, die als Antikörper-Fabriken fungieren. Ist eine Infektion erfolgreich überstanden, bleiben einige T-Killerzellen und antikörperproduzierenden B-Lymphozyten als Gedächtniszellen in „Wartestellung“, um bei erneutem Kontakt mit dem Erreger (in unserem Falle dem Corona-Virus) sofort agieren zu können. Auf diesem Prinzip basieren auch sämtliche Impfungen, bei denen den Immunzellen nur ein bestimmtes Signal-Protein angeboten wird, um ohne vorherige Erkrankung Gedächtniszellen zu bilden. Nicht jeder Erreger-Kontakt führt übrigens zur Erkrankung, manche Menschen können den Erreger (Virus oder Bakterium) eliminieren und Gedächtniszellen bilden ohne jegliche Krankheitssymptome. Das nennt man „stille Feiung“.

Die Immunzellen sind Teil eines komplexen Netzwerks, zu dem auch das gesamte Hormonystem, das vegetative Nervensystem und die Psyche gehören, Mit diesem Netzwerk beschäftigt sich die Psychoneuroimmunologie. So ist beispielsweise bekannt, dass Stress (Adrenalin kurzfristig und Kortisol auf längere Dauer) die Immunabwehr herabreguliert. Positive Ereignisse und Erfahrungen stärken dagegen die Abwehrkraft.

Waldweg NordspitzeWas können wir tun?

Zu den Maßnahmen, die unsere Abwehrbereitschaft erhöhen können, gehören die im folgenden aufgeführten Themen, die von uns in den nächsten Tagen einzeln aufgegriffen werden:

  • die sogenannten „Abhärtungsmaßnahmen“: kalte Dusche, Wassertreten, Barfußlaufen, Sauna
  • moderater Ausdauersport
  • Sonne und Vitamin D
  • gesunde Ernährung
  • Stressabbau und Schlaf
  • Gartenarbeit und Kräuter
  • Vitamine und Mineralstoffe (Vitamin C, Zink, Selen)
  • das Mikrobiom des Darms (hilfreiche Darmbakterien)
  • Hygiene und Hautpflege (Schutzmantel der Haut)

Kräutergarten

Dr. med. Annette Kreutzfeldt, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin und Immunologie

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