Halles neue Mitte

3. Mai 2017 | Politik, Umwelt + Verkehr | 2 Kommentare

Es ist geschafft: Der Steintorplatz ist nicht länger mehr nur Verkehrsknotenpunkt in Halle, sondern ein neues urbanes Zentrum. Heute Vormittag  haben Landesverkehrsminister Thomas Webel  und OB Bernd Wiegand gemeinsam den Schlussstein gesetzt zu einem der großen Bauvorhaben der Stadt: den Umbau des gesamten Platzes vor dem Steintor-Varieté. Ein höchst komplexes  Vorhaben, in dem nicht nur  4,5 Kilometer Straßenbahngleise umverlegt, Radwege gebaut und neuer Raum geschaffen wurden für die Fußgänger, sondern insgesamt auch 18 Kilometer Versorgungsleitungen unter der Erde neu verlegt wurden.

Das alles in der geplanten Bauzeit von nur drei Jahren  und ohne Überschreitung des Budgets von 21 Millionen Euro! 60% davon kamen aus dem Bundeshaushalt und 30% vom Land  – nur gut zwei Millionen musste die Stadt selbst dazulegen. Möglich gemacht hat es das Förderprogramm STADTBAHN Halle, das Matthias Lux von den Stadtwerken als „Segen“ für Halle bezeichnete, denn die Stadt allein hätte so etwas nie stemmen können.

Der größte Gewinn der Umgestaltung ist die Entflechtung der unterschiedlichen Verkehrsströme: Autos, Bahn, Radfahrer und Fußgänger werden nun so über den Platz geleitet, dass sie einander möglichst wenig berühren.  Und auch dadurch ist der Platz sicherer geworden, dass die neu gebaute Gudrun-Goesecke-Straße einen Großteil des Verkehrs gleich von der Wucherer-Straße aus aufnimmt und damit den Platz entlastet.

Für die Hallenser und ihre Gäste wird aber nicht nur der verkehrstechnische Gewinn zählen, sondern ebenso die neu gewonnene städtische Lebensqualität. Denn mit der Erweiterung der Fußgängerfläche ist aus dem einstigen Fußweg vor dem Steintor-Varieté nun erst ein wirklicher Platz geworden, ein Ort, den man nicht mehr nur schnell hinter sich lassen will, sondern auf dem man gern verweilen wird : mit breiten Sitzflächen, einem schönen Wasserspiel und einem Café im neu erbauten Wohn- und Geschäftshaus neben dem Vaieté. Es heißt „loezius“ und erinnert damit an die einstige Reithalle des Pferdegroßhändlers Emil Lözius, die Ende des 19. Jahrhunderts  zum Walhalla-Theater wurde.

Direkt neben dem Café führt der Durchgang hinunter zum neuen geisteswissenschaftlichen Campus. So haben die rund 3000 jungen Leute, die ihn täglich passieren, einen kurzen Weg zum neuen Steintorplatz. Er wird – das kann man  schon jetzt sagen – vor allem auch ihr Platz werden.

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