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  • #361068

    Feliks W. Berger: Bis zum letzten Fackelzug. Mein wahres Leben unterm Zeichen der Sonne und was wir daraus lernen können. Druck & Verlag druck-zuck GmbH Halle 2019. A5, 596 S., mit zahlr. meist farbigen Abbildungen, Broschur, ISBN 978-3-940744-95-1, Preis: 22,00 Euro.
    Aus dem Umschlagtext: Geboren 1944. Gelernter DDR-Bürger. Nicht immer angepasst. Weder damals noch heute. Jugend im zwitschernden Gefühl zwischen Distanz zum autoritären Regime und erotischer Faszination. Instrumentalisiert oder fremdgesteuert? Das wird sich zeigen …

    Das Buch kann heute Abend im Puschkinhaus beim Wende-Gespräch der Rosa-Luxemburg-Stiftung erworben werden.

    #361075

    Habe schon die ersten 30 Seiten gelesen.

    #361086

    Das Buch kann über Druckerei & Verlag druck-zuck GmbH Halle (Saale) zzgl. 3,50 Euro Versand bestellt werden.
    Kontakt: info@druck-zuck.net

    #361088

    3,50 Euro Versand sind angemessen, denn es ist sehr dick.

    #389405

    Feliks W. Berger: Bis zum letzten Fackelzug. Mein wahres Leben unterm Zeichen der Sonne und was wir daraus lernen können. Halle 2019

    Die letzten vier Exemplare wurden jetzt bei eBay in der Rubrik Bücher eingestellt (eines davon verkauft) und sind unter den Stichworten zu finden:

    „Bis zum letzten Fackelzug“ DDR FDJ-Hemd Uniform Junge Pioniere Harald Eichhorn

    Dort sind auch Leseproben eingestellt (u. a. Freundschaftsfestival 1975 in Halle, Weltfestspiele 1973 in Berlin).

    #389411

    Nich nötich,ich weeßes noch: “ Links und links und Schritt gehalten, lasst uns in der Reihe gehn! Unsre Fahnen sich entfalten, um im Sturm voranzuwehn……Blaue Fahnen nach Berlin!“ Ooch wie ich reingetreten wurde in die FDJ- ich weeßes noch- un woanders ooch rein…alles mit 14…nee, nich zum Lachen…
    Wolli, haste mitjesung‘? :-), doch da muss’ch lachen in dr Vorstellung…

    #389483

    Gibt aber doch was zum Lachen dabei, fand ich. Die Headline bei diesem Angebot via eBay über dem Titel lautet: „Eine Jugend im Sozialismus und was vernünftige Menschen daraus gemacht hätten“. Das ist anscheinend nicht einmal ironisch gemeint, auch wenn im Buch mitunter subtile Ironie durchzuschimmern scheint, wenn auch nicht so doll wie bei Elfriede. Mit den Vernünftigen meint der Autor offenbar die Mehrheit Angepasster und Mitläufer, die nichts mit der Opposition zu tun hatten, zu der er sich aber laut Umschlagtext zu zählen scheint. Als würde er sich Asche aufs Haupt streuen, weil er aus seiner Jugend nichts Richtiges gemacht hat. (Das stimmt auch, denn in Wahrheit hat er sich immer nur gedrückt, so mein Eindruck. Sogar erfolgreich, zumindest ohne anzuecken, auch wenn er nicht stolz drauf zu sein scheint. Eher das Gegenteil. Sehr komisch.) Diesen ‚Vernünftigen‘ schmiert er dagegen mächtig gewaltig Honig ums Maul, um es salopp mit der Olsenbande zu sagen, die zu meiner – und der in den ersten Kapiteln beschriebenen – Zeit Kultfilme im Osten waren (bei denen auch meist alles schiefging wie angeblich in des Autors Jugend). Das nimmt er auch nicht zurück und relativiert es kaum. Im Gegenteil. Am Schluss setzt er sogar noch eins drauf. Und zwar für die Weltrevolution, das Ziel einer utopischen Weltgeschichte in Sciencefiction-Manier. Das kann man allerdings auch ironisch lesen, zumal es im Endeffekt wieder mal nicht klappt. Und wegen der überbordenden Bekenntnisseligkeit eines vermeintlich ‚vernünftig‘ Gewordenen kann man sogar Vergnügen daran haben.

    In den teils mehrseitigen Anmerkungen stellt er auf S. 368 ff. (im Angebot zwei Seiten als Leseprobe abgebildet) so einen vorbildlichen Jugendfreund vor, der das mit der Weltrevolution vielleicht glauben mochte, ungefähr in meinem Alter, sodass ich das nachvollziehen bzw. gut vergleichen kann. Deshalb war ich gespannt darauf, wie der Autor in einer (fiktiven) ‚Bekenntnisgeschichte‘ in Anm. 73 das Kennenlernen zweier so unterschiedlich sozialisierter und nur von ihrer Vorliebe für Uniformhemden gegenseitig angezogener junger Menschen schildert. Und erfuhr, dass sie im Handumdrehen dicke Freunde wurden. Ups! Dann wäre er vermutlich für den Herbst 1989 untauglich geworden, so tapfer er sich – laut Umschlagtext und einigen Anmerkungen – da auch geschlagen haben will. Sehr aufschlussreich. Ob das gar unterschwellig homophob gemeint ist, also zynisch, weil er von sich behauptet, schwul zu sein? Sehr bedenklich. Jedenfalls wäre das nicht politisch-korrekt. Vielleicht ist das aber auch dem Bedauern geschuldet über den vergeblichen Versuch eines ‚dritten Weges‘ 1989, also so etwas wie einen ‚Sozialismus mit menschlichem Antlitz‘ zu schaffen, denn die Sympathien dafür sind nicht zu übersehen. Man fragt sich unwillkürlich: War das alles Ironie in unserer Vergangenheit?

    #407832

    Diese Antwort ist ausdrücklich nicht an Elfriede gerichtet, die Anfang des Jahres schrieb: „wie ich reingetreten wurde in die FDJ- ich weeßes noch- un woanders ooch rein…alles mit 14…nee, nich zum Lachen…“ Kein Wunder, dass sie nicht wissen will, wie das bei anderen war.
    Die inzwischen erschienene zweite Auflage beginnt mit dem Geleitwort eines weniger ignoranten Lesers. Darin heißt es:

    „Dieses Buch erzählt die leidenschaftliche Lebensgeschichte eines Einzelgängers, der sich nichts sehnlicher erträumte, als in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter homogen aufzugehen und darin zu verschmelzen. […] einen retrospektiven Begleiter in eine untergegangene Zeit […], der aufrichtig und glaubwürdig reflektiert und dabei schonungslos agiert. Darüber so umfänglich intim zu erfahren, dürfte als einzigartig gelten. Der Leser hat das große Privileg, sich introspektiv im Korridor zwischen Retrospektive und Nostalgie zu entscheiden – das Buch ist in multipler Hinsicht hochinfektiös.“

    Das Geleitwort und weitere Leseproben sind bei eBay im Angebot unterm Titel „Bis zum letzten Fackelzug“ einzusehen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monaten von willy.
    #407839

    Den letzten Fackelzug habe ich leider verpasst, den in der DDR und bei dem Fackelzug zum Abschied von Merkel werde ich sicher auch nicht eingeladen, es sei den, wolli veschafft mir eine Einladung…

    #407888

    Es muss ja 1989 nicht der letzte Fackelzug gewesen sein, meint der Autor und bietet noch alternative Fakten an, voraussichtlich nach dem Abschied der gegenwärtigen Bundeskanzlerin, auch wenn er es schon etwas früher visionierte. Mit anderen Worten: Dichtung und Wahrheit, Wirklichkeit und Fiktion oder so ähnlich. Und früher war auch nicht alles schlecht.

    #407889

    Es gibt doch immer noch Fackelumzüge.
    https://www.n-tv.de/politik/Guck-mal-sieht-aus-wie-die-Nazis-damals-article22866942.html
    Muss man den Kindern keine alten Schwarzweißfotos zeigen. Gelebte Geschichte.

    #407903

    Hat doch niemand was von alten Schwarzweißfotos gesagt. Das Buch ist proppenvoll von Farbbildern. Zwar nur wenige vom Fackelzug, aber in jedem Fall gelebte Geschichte – bis zur Gegenwart.

    #408408

    Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. ( Goethe)

    Grabstein- Inschrift Kurt Tucholskys

    #411924

    Es gibt wieder Protest-Fackelzüge in Deutschland, von der Polizei argwöhnisch beobachtet, teils auch behindert und von manchen Lohnschreibern als Mob bezeichnet.
    https://berliner-zeitung.imgix.net/2021/12/16/f114b0e4-e462-4d3e-a887-82623e7f4987.jpeg?rect=0%2C234%2C4489%2C2525&w=1024&auto=format

    #411925

    und von manchen Lohnschreibern als Mob bezeichnet.

    Fackeln… Journalisten als „Lohnschreiber“ bezeichnen..
    Das riecht nach Schlimmerem
    als nur Konservativ. Empfehle Dir dringend einen Neujahrsspaziergang an der frischen Luft.

    #411969

    Tja, wolli, dabei unterscheiden sich diese abhängig Beschäftigten so gar nicht von deiner damaligen Tätigkeit in einer Regierung Sachsen-Anhalts.

    Es sei denn natürlich, daß du damals nur wegen deiner grünen und inzwischen kohlrabenschwarzbraunen Einstellung da mitgemacht hast. Dann würde dir allerdings doch ein gehöriger Teil der ausgezahlten Rente zuviel überwiesen sein.
    Also hacke nicht auf heutigen lohnabhängig Beschäftigten herum, die schießlich auch ihre Familie ernähren und ihre Miete bezahlen müssen.

    #412082

    Man darf Journalisten nicht überbewerten. Wessen Brot sie essen, dessen Lied müssen sie singen. Es gibt nicht die Freiheit des Journalisten, es gibt die Freiheit des Herausgebers, zu bestimmen, was der Journalist zu schreiben hat.
    So traurig es ist, aber Journalisten sind Lohnschreiber. Sie sind weit entfernt von freier Meinungsäußerung.

    #412139

    Das ist wohl bei jeder Berufsausübung so, im abhängig Beschäftigtsein oder als Selbständiger. Man tut das, was finanziell im Sinne seines Lebensunterhaltes wichtig ist. Dazu gibt es eben auch entsprechende Hierarchien, und das schon seit 1000 Jahren, mindestens.

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