Startseite Foren Halle (Saale) Falsche Priorität: Tablets für alle Schüler

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  • #256061

    Der Oberbürgermeister hat angekündigt für alle 22.000 halleschen Schülerinnen und Schüler Tablets anschaffen zu wollen, um zeitgemäße Lernmethoden zu ermöglichen. Was im ersten Moment gut klingt, entpuppt sich mit Kosten von über 6,5 Mio. Euro als reichlich teurer Spaß für die Stadtkasse (plus jährliche Folgekosten).

    Als unsinnige Ankündigung kann man es aber nur noch begreifen, wenn man sich den erst vor kurzem verkündeten Sanierungsstau von über 200 Mio. Euro in Erinnerung ruft. Solche ‘Wohltaten’ über den beklagenswerten Zustand mancher Schule oder Fragen des baulichen Brandschutzes zu stellen, ist schlicht fahrlässig.

    Meine Meinung darum: Der OB setzt mal wieder falsche Prioritäten zum Zwecke einer populistischen Effekthascherei. Und wenn daraus absehbar und verständlicherweise nichts wird, schiebt er es auf den Stadtrat und die ‘alten Kräfte’. Das bekannte, billige Spiel.

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Jahre von Klaus54.
    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Jahre von Klaus54.
    #256067

    Häh? Wäre denn die Stadt für so etwas überhaupt zuständig?

    #256068

    Anonym

    Ich meinte was von Sponsoren gelesen zu haben. Sind das die “alten Kräfte”? 🙂

    #256074

    Ich mach noch schnell einen Tablet-Laden auf !

    Oder Tabletten für alle schüler.

    #256100

    Vielleicht meint er das “Tablet” für’s Pausenbrot aus dem 1-Euro-Laden.

    #256101

    Ohne Worte.

    #256103

    Ich betrachte diesen „Vorstoß“ als vollkommenen und kaum mit Worten zu beschreibenden Unsinn.

    Die Kinder sind heutzutage auch mit elektronischen Spielereien nicht klüger als vor 50 Jahren – das Gegenteil ist eher der Fall. Viele Kinder können nicht mehr rückwärtslaufen, auf einem Bein stehen oder sich länger als drei Minuten auf eine Sache konzentrieren, weil sie von früh bis spät nur vor einem elektronischen Verblödungsgerät sitzen.

    Medienkompetenz zu entwickeln, ist schön und gut, aber die entwickelt man nicht, indem man ihnen (und deren Eltern) Dinge aufzwingt, die sie nicht brauchen und womöglich auch gar nicht wollen und die nicht nur einmal, sondern dauerhaft Kosten verursachen und eine Ressourcenverschwendung unglaublichen Ausmaßes sind.

    Und die Familien, denen zu Hause angeblich das Geld für einen Computer fehlt, sind meistens auch solche Familien, die den ganzen Tag mit ihren Smartphones (welche sie ja trotzdem besitzen) die Datenleitungen zumüllen, und wo den Eltern egal ist, was die Kinder so treiben. Die brauchen keine zusätzlichen Tablet-Computer, die brauchen erstmal eine pädagogische Betreuung, die ihnen und den Kindern einen angemessenen Medienkonsum vermitteln.

    #256105

    Binärcode, ich stelle mir die Aufregung vor, als der Abakus an den Schulen eingeführt wurde.

    #256107

    Man sollte sich anderenorts erst mal die Hintergründe zu Gemüte führen. Ich frage mich, warum sich die öffentliche Hand immer so über den Tisch ziehen lässt. Bei der Masse, die gekauft wird, soll ein Tablet 300 € kosten?

    #256114

    Binärcode, ich stelle mir die Aufregung vor, als der Abakus an den Schulen eingeführt wurde.

    Ist mir neu, dass man mit dem Abakus im Internet surfen und seinen Freunden für das neueste Schnullivideo einen Daumen-hoch-Knopf anklicken, sich mit Werbung vollballern, online einkaufen und seinen Tagesablauf, Interessen und Medienkonsum komplett ausspionieren lassen konnte.

    Abgesehen davon ist der Vergleich sinnlos, denn genauso wie die Erfindung des Autos zu seiner Zeit einen enormen tatsächlichen Wohlstandssprung bewirkte während heute jede neue Autobahn keinen nennenswerten Gewinn an Lebensqualität bringt, war der Abakus zur Zeit seiner „Erfindung“ eine Rechenhilfe, die einen enormen gesamtgesellschaftlichen Wissenszuwachs ermöglichte während mit Tablet-Computern die Kinder nicht klüger werden als ohne.

    Wenn diese Geräte nur dem Vermitteln von schulischem Wissen dienen würden, könnte man ja noch drüber Nachdenken. Aber wie wollte man das technisch lösen und wo zöge man die Grenze?

    Und was ist mit Eltern, die das nicht wollen?

    #256117

    Hier wird auch die Anschaffung neuer Technik damit begründet, dass die alte Technik alt ist, und man verhindern will, dass man alte Technik rumstehen hat. Eigentlich das gleiche wie vorher, nur dass ein Tablett dann irgendwann weniger Platz wegnimmt.

    Ich wundere mich manchmal, wie ich die Schule geschafft habe, ohne.
    Schon mal Kinder gesehen, die versuchen im Fotoalbum zu “wischen” 🙂 Herrlich!

    #256118

    M.W. entscheiden die Lehrer über das Unterrichtsmaterial und die Unterrichtstechnik und nicht der Oberbürgermeister, das kann also nur ein Angebot für die Schulen sein. Vermutlich ist es mit den Schulen auch gar nicht abgestimmt.

    #256119

    Ich finde auch, dass eine ordentliche (rein mechanische) Tastatur viel mehr wert ist, als dieses Getippe auf einer Glasscheibe.

    #256122

    Vielleicht meint er das “Tablet” für’s Pausenbrot aus dem 1-Euro-Laden.

    Das wäre zu unterstützen, ehe die Schüler die Tische vollschmieren.

    #256123

    Zumindest dürften die Lehrer jetzt gerade Luftsprünge machen, wenn die Schüler ermutigt werden sollen, ihre ganze Technikinfrastruktur mit in die Schule zu bringen.

    #256124

    Ich finde auch, dass eine ordentliche (rein mechanische) Tastatur viel mehr wert ist, als dieses Getippe auf einer Glasscheibe.

    Ich finde auch, dass nichts über die Beherrschung eines Schreibstiftes, möglichst sogar in Form einer gelungenen Schreibschrift, geht, zumindest in der Schule. Das Verlernen dieser Kunst gelingt dann völlig ohne Anstrengung.

    #256127

    weil sie von früh bis spät nur vor einem elektronischen Verblödungsgerät sitzen.

    Du nimmst jetzt ein Stück Kreide, stellst dich auf einem Bein vor die Tafel und schreibst hundertmal: “ich soll nicht Anderen das vorwerfen, was ich selber gerade tue.”

    #256129

    Anonym

    mmh, mir erschließt sich bei dem Projekt die ganze Motivation nicht.

    An welchen Stellen sind Defizite an Schulen aufgetreten, die nun unbedingt den Einsatz gerade auch von IPads bedürfen?

    Und Halle als Universitätsstadt wäre doch gerade prädestiniert gewesen, entsprechend universitäre pädagogische Erfahrungen in einem solchen Projekt zu versammeln, damit eine solche umfangreiche Anschaffung auch effektiv didaktisch in den Unterricht integriert werden kann. Schließlich ist es mit dem Anschaffen der Geräte allein nicht getan.

    #256130

    Ich mach noch schnell einen Tablet-Laden auf !

    Oder Tabletten für alle schüler.

    Du solltest eher zu IT Consult gehen. Denn teurer als die Tablets dürfte die Infrastruktur und die Einrichtung der 22.000 Tablets sein.

    Ich halte das auch für eine unsinnige Idee. Da es aber wohl nur ein Vorschlag war, wird das sicher verpuffen. Anlass war wohl auch, dass die Computerpools veraltet sind und eh getauscht werden müssen. Wobei diese Mittelfristig sicher nicht durch Tablets ersetzbar sind.

    Auch wenn Wiegand offensichtlich nur anfänglich von iPads sprach, dürfte man sich bei den Kosten sehr grob bei den Kosten der Einführung beim Stadtrad orientieren.

    http://www.mz-web.de/halle-saale/stadtrat-in-halle-abgeordnete-sollen-ipads-bekommen-1578244

    #256131

    Interessant ist auch, wie schnell das Betriebssystem eines Tablets auf diesem nicht mehr updatefähig ist = Folgekosten.

    #256151

    Interessant ist auch, wie schnell das Betriebssystem eines Tablets auf diesem nicht mehr updatefähig ist = Folgekosten.

    Tablets haben eh eine sehr beschränkte Lebenszeit. Im schulische Dauereinsatz wird der Akku wohl weit vor dem Betriebssystem streiken. Das im Computerbereich biblische Alter von 10 Jahren, wie so mancher Schulcomputer, werden die Tablets wohl eh nicht erreichen.

    #256195

    Immer off denselm, ich muss jetzt widersprechen und stimme unserm verehrten Herrn Oberbürgermeister Doktor Bernd Wiegand zu. Ja, ja, ja-jedem Schüler sein Tablet.
    Als ich eingeschult wurde, hatte jedes Kind seine Schiefertafel, die Form war dem Tablet sehr ähnlich, hatte den Vorteil keinen Strom zu verbrauchen, löschen musste man selbst. Die Schiefertafel war die V o r s t u f e des heutigen Tablets.
    Aber die Entwicklung ist doch nicht stehengeblieben!!! Wir müssen uns den Anforderungen der Zukunft stellen. Wem soll denn beim heutigen Stand der Technik, der Automatisierung usw. noch zugemutet werden z. B. 7×8 auszurechnen? Das wäre doch ein Schritt zurück. Das kann man nicht zulassen.
    Vorwärts zu neuen Ufern! Halle (Saale) voran! 🙂

    Und Geld? Ph- Geld spielt keine Rolle. Was man nicht hat, kann doch keine Rolle spielen oder sehe ich das falsch? 🙂

    #256200

    7 x 8 = 54 ?

    #256232

    Bestätigung meiner Worte, auch der Mensch vor mir offenbart durch das Fragezeichen seine Unsicherheit.Daher muss es heißen:
    Von der Wiege, den Rollator, die Trage, die Bahre und das Bett
    j e d e m M e n s c h e n sein T a b l e t.
    🙂

    #256244

    Nicht nur das Fragezeichen…

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