Startseite Foren Halle (Saale) Der Mordweg am Mühlgraben ohne Beleuchtung

Dieses Thema enthält 359 Antworten und 27 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  redhall vor 1 Woche, 5 Tagen.

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  • #203407

    Die MZ hat heute den nach wie vor unbeleuchteten Weg am Mühlgraben zwischen Dreierbrücke und Steinmühlenbrücke thematisiert, auf dem eine Studentin ermordet wurde. Es ist nahezu erstaunlich wie hartnäckig die MZ diesmal nachgefragt hat, solche Hartnäckigkeit erwarten wir Leser von Journalisten, danke dafür.
    Das Ergebnis der Hartnäckigkeit ist die Auskunft der Stadt, dass erst eine Beleuchtungskonzeption für die gesamte Stadt gemacht wird, über die dann 2017 beraten werden soll.
    Da kann man nur den Kopf schütteln, muss erst noch ein Mord dort passieren?
    Dort gehört Beleuchtung hin und zwar sofort! Das kann doch nicht die Welt kosten.

    http://www.e-pages.dk/mitteldeutsche/13907/article/380535/7/2/render/?reader_token=56bd22b62474900318fa22754b901db2&user=170992126dc4507c10a06377b1185249

    #203408

    Dort eine Beleuchtung anzubringen, wäre schlichtweg Populismus. Es gibt zigtausend andere Orte in Halle, an denen theoretisch auch Morde verübt werden können, weil es dort dunkel oder einsam ist.

    #203411

    Es ist ein altbekanntes Binnenmärchen, was da die MZ fordert. Kriminologen kennen dieses Phänomen als Kriminalitätsfurcht-Paradox. Parkanlagen, Parkhäuser oder eben auch Bahnhöfe sind mit Anbruch der Nacht klassische Angsträume, die nur schwer von ihrem Stigma befreit werden können. Mit harten Zahlen lässt sich die Angst nicht begründen, es passiert hier nachts nicht viel mehr als am Tag.

    #203412

    Da stimme ich hei-wu zu. Was die Recherchearbeit von Journalisten anbetrifft hat Wolli Recht. Da wird heute leider nur abgeschrieben und nachgeplappert. Mit wenigen Ausnahmen. Ich denke aber, dass das so seine soll.

    #203415

    Muss erst ein Mord passieren, damit ein Weg beleuchtet wird? Da fallen mir sofort Rabeninsel, Forstwerder, Nordspitze Peißnitz und erst recht die Dölauer Heide ein. Kann ja nicht soviel kosten und ist ja für unsere Sicherheit. Mann o mann.

    Hat sich die Freiheit ein tolles Thema zu Festbeißen rausgesucht. Was soll die Stadt denn sagen? Ehrlich sein, nö da kommt keine Beleuchtung hin? Pöhse, pöhse Stadt. Einknicken? Ja machen wir? Dann kann wirklich jeder kommen, der noch dunklere Ecken kennt?

    #203416

    Sorry, für die Tat ist es doch unerheblich, ob da jetzt beleuchtet wird.
    Jeder, der sich auf unbeleuchteten Wegen bewegt, kennt das Risiko. Und da meine ich noch nicht einmal Mord und Totschlag, sondern einfach nur Sturz und Verletzung durch irgendwelche Hindernisse etc.

    Es gibt Kilometer gute beleuchteter Wege, auch zum Joggen…

    #203423

    Dieser Weg ist aber nicht irgendein Parkweg, sondern für Fußgänger und Radfahrer die Verbindung vom Robert-Franz-Ring zur Ziegelwiese, also praktisch in der Innenstadt. Verweise auf Forstwerder, Rabeninsel, Nordspitze Peißnitz und Heide gehen an der Wirklichkeit vorbei.

    #203427

    Im Übrigen geht die Kriminalpolizei davon aus, dass der Mord an einer anderen Stelle geschehen ist und die Leiche mit dem Strom mitgetrieben wurde. Der Fundort der Leiche ist also nicht gleich Tatort. Eine Beleuchtung ändert daran auch nichts. Vielleicht ist der Mord ja sogar an einer beleuchteten aber trotzdem unbeobachteten Stelle geschehen?

    #203428

    In der Konsequenz Eurer Meinungen könnte man die Beleuchtung auf der Würfelwiese, der Ziegelwiese, der Peißnitz etc. abschalten.

    #203432

    @tanc: die Nordspitze der Peißnitz ist Naturschutzgebiet.

    #203435

    Die MZ gefällt sich mal wieder im BILD-Niveau. „Der perfekte Mord“, der „perfekte Mörder“ und wolli springt auf den quietschenden Zug auf. Das ist nix als Panimache. Und, belauchtet oder nicht: der Weg ist abends/nachts nun mal relativ einsam, wenn die letzten Peißnitzgänger durch sind. Da helfen auch Laternen nichts.

    #203433

    Ich bin ja hier als Autor selbst angesprochen worden und möchte einigen groben Unwahrheiten deshalb auch selbst widersprechen. Der Reihe nach.

    „Dort eine Beleuchtung anbringen wäre schlicht Populismus.“

    Das kann man so sehen, obwohl ich den Weg persönlich für einen vielbegangenen halte (im Unterschied zu den anderen, in der Duiskussion später genannten). Aber wenn das die Ansicht der Stadt ist, dann haben wir als Presse für unsere Leser eben auch Anspruch darauf, das zu erfahren.

    Das „Binnenmärchen“, dass es nachts häufiger entsprechende Deklikte gibt, ist natürlich keins. Diese Behauptung hat sich der Nutzer „Stadt für Kinder“ offenbar ausgedacht.

    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40294/1.html

    Zur Behauptung von 10010110, dass der Tatort woanders liege: Das ist falsch, diese Behauptung der Polizei unterzuschieben, ist ziemlich dreist. Die Stelle, an der heute der Gedenkstein steht, ist zwar tatsächlich nicht der Fundort, aber er ist der Tatort.

    Soweit nur mal meine fünf Cent zu den nachweisbaren Fakten.

    #203443

    Herr Koenau, Sie bestätigen, was von der MZ in Sachen Qualitätsjournalismus zu halten ist. Anstatt sich vor Ort an die Uni zu wenden, die darüber ausgiebig forscht und lehrt (http://bussmann.jura.uni-halle.de/bussmann/)
    „googeln“ Sie sich offenbar die Wahrheit zurecht und verpassen ihr eine knackige Überschrift in BILD-Manier. Das Problem: Damit werden Sie nicht mehr Leser bekommen. Der Markt ist schon von BILD besetzt.

    #203444

    Auf einem beleuchteten Weg fühlt man sich sicherer als auf einem unbeleuchteten, irgendwelche Statistiken sind da völlig gleichgültig.

    #203445

    Dein Gefühl nutzt Dir wenig, wenn Du jemandem mit kriminellen Absichten begegnest.

    #203455

    Menschen mit kriminellen Absichten scheuen das Licht.

    #203456

    Lou

    Dein Gefühl nutzt Dir wenig, wenn Du jemandem mit kriminellen Absichten begegnest.

    Mag sein, aber man muss nicht unbedingt den Kriminellen die optimalen Bedigungen zur Ausübung deren Tätigkeit verschaffen. Unbeleuchtete Stellen werden, so gut wie es geht, von den meisten vermieden. Sie eignen sich somit perfekt als Lauerstellen, oder aber auch als Orte für spontane Straftaten.

    Den Artikel von Steffen Könau habe ich gerade gelesen.
    Die Überschrift ist tatsächlich etwas überpointiert. Unrechechiert ist der Artikel aber keinesfalls. Und neben der lässigen Haltung der Stadtverwaltung zum Thema Beleuchtungssituation trifft der Artikel auch einen weiteren wunden Punkt, nämlich die mangelhafte Informationspolitik des Rathauses und die fabelhafte Überheblichkeit dessen Pressestelle, die nicht einmal vor Journalisten halt macht.

    #203458

    Wie lange schon ist dieser Weg unbeleuchtet und wie viele Morde sind deswegen auf diesem Weg geschehen? Die Studentin wurde nicht ermordet, weil der Weg unbeleuchtet ist. Die Studentin wurde ermordet weil sie Täter und Opfer zur selben Zeit am selben Ort waren. Wenn man der Auffassung ist, dass an einem beleuchtetem Weg keine Morde geschehen, dann kann auch der Auffassung sein, dass tagsüber, wenn die Sonne scheint, keine Morde geschehen. Also hört Beleuchtungskonzept der Stadt und den Mord der Studentin in einen Zusammenhang zu bringen. Es ist einfach widerlich, die Stadt derart unter Druck zu setzen.

    #203459

    @hei-wu auch die Rabeninsel und der Forstwerder sind Naturschutzgebiete und zumindest die Rabeninsel ist recht gut besucht auch in den „Tagesrandzeiten“, Jogger, Hunde,

    zu Populismus volle Zustimmung

    @wolli
    „Menschen mit kriminellen Absichten scheuen das Licht.“

    Glaube ich nicht. Und dazu muss man nicht unbedingt Politiker*In sein.

    #203462

    Wie lange schon ist dieser Weg unbeleuchtet und wie viele Morde sind deswegen auf diesem Weg geschehen? Die Studentin wurde nicht ermordet, weil der Weg unbeleuchtet ist. Die Studentin wurde ermordet weil sie Täter und Opfer zur selben Zeit am selben Ort waren. Wenn man der Auffassung ist, dass an einem beleuchtetem Weg keine Morde geschehen, dann kann auch der Auffassung sein, dass tagsüber, wenn die Sonne scheint, keine Morde geschehen. Also hört Beleuchtungskonzept der Stadt und den Mord der Studentin in einen Zusammenhang zu bringen. Es ist einfach widerlich, die Stadt derart unter Druck zu setzen.

    Zustimmung! Ansonsten länge auch noch der Gedanke nahe, die Stadt zivilrechtlich haftbar zu machen, weil sie den „Mordweg“ geduldet hat.

    #203464

    Ist ein Weg denn sicherer, wenn er beleuchtet ist?
    Ist er sicherer als vorher?
    Wenn ich da alleine langlaufe, bin ich immer noch alleine.
    Die Lampe springt ja nicht aus ihrem Fundament und hilft mir.
    In zynischer Weise leuchtet sie nur den Tatort aus.

    Die Beleuchtung der Dölauer Heide ist natürlich ein besonderes Ziel, was vielleicht in einem eigenen Thema beleuchtet werden sollte.
    Bitte auch am Wochenende das Gehirn mal bisschen benutzen, bevor man sich äußert.

    #203466

    Lou

    Warum schreist du so @Jörg?

    Keiner hat behauptet, dass Straftaten ausschließlich im Dunkeln verübt werden. Aber es gibt eben immer die Bedigungen, die eine Sache eher fördern oder hindern. Lies mal unvoreingenommen die Verlinkung von Hr. Könau! Sie ist gar nicht so schlecht.

    Auch die „Stadt“ setzt keiner unter Druck. Wie soll es auch gehen, eine ganze „Stadt“ unter Druck zu setzen? Wenn du vielleicht die Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung meinst, dann ist deine Aufregung kaum nachvollziehbar. Es liegt in der Natur der Sache, dass Entscheidungen, die öffentliche Angelegenheiten betreffen, auch öffentlich und oft kontrovers diskutiert werden.

    Und dass es zu den originären Aufgaben des Journalismus gehört, solche Entscheidungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu hinterfragen, dürfte auch nicht ganz neu sein.

    #203467

    Wolli, du kannst so viel zensieren wie du willst, dein begrenzter Horizont bleibt offenbar. Du hast halt ne Bank vorm Kopp, wie der Hallenser das ausdrückt.

    #203468

    Lou

    Wenn ich da alleine langlaufe, bin ich immer noch alleine. Die Lampe springt ja nicht aus ihrem Fundament und hilft mir.

    Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du auf einem unbeleuchteten Weg alleine läufst und damit dir auch keiner zu Hilfe eilen kann, ist größer, als auf einem beleuchteten Weg. Und das wissen auch Straftäter.

    #203470

    Menschen mit kriminellen Absichten scheuen das Licht.

    Ganz im Dunkeln wird es aber auch für Straftäter schwierig.

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