Startseite Foren Halle (Saale) Bürgerentscheid zum Bürgerticket: Linke für fahrscheinlosen Bus- und Bahn-Verkehr

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  • #174089

    Straßenbahn- und Busfahren ohne Fahrschein – am Montag hat die Stadtratsfraktion „Die Linke“ zu einem Themenabend „Mobilität der Zukunft“ eingeladen.
    [Der komplette Artikel: Bürgerentscheid zum Bürgerticket: Linke für fahrscheinlosen Bus- und Bahn-Verkehr]

    #174090

    Finanzierung durchs Zwangsumlage können die LINKEN vergessen.

    #174091

    Zwangsumlage ist ein Wunschtraum und wird es auch bleiben. Schon schlimm genug, daß man sich anderen Zwangsumlagen, wie einer GEZ nicht entziehen kann. Vielleicht kann man ja diese auch auf die HAVAG, übrigens einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen, überleiten. Schon wäre da fast jeder Hallenser mit im Boot.
    Akzeptanz schafft man nicht mit zwang, sondern mit Angebot. Und das ist in Halle nicht so dolle, wie derzeit wieder mit Rannischem und Steintor bewiesen wird… und auch in der Vergangenheit nicht bewiesen wurde.

    #174092

    Anonym

    Das ist meine Meinung auch, Schulze.

    #174093

    „Das einzige was die Sozialisten vom Geld verstehen ist, dass sie es von anderen haben wollen“ (Konrad Adenauer)
    Wir könnten ja auch eine „Bier-Umlage“ zur Stärkung der halleschen Kneipenkultur einführen.
    Da bezahlt jeder eine monatliche Pauschale und kann dann trinken was er will.

    #174094

    „Das einzige was die Sozialisten vom Geld verstehen ist, dass sie es von anderen haben wollen“ (Konrad Adenauer)

    LOL
    Der kannte aber die Staatsverschuldung Deutschlands im Jahr 2015 nicht.

    #174095

    Sicher kann man schimpfen, dass eine Abgabe (oder wie es dann auch genannt wird) schlimm und belastend ist. Doch viel entscheidender sind die verkehrsfachlichen Argumente, die dagegen sprechen:
    – keine besseren Angebote
    – kein Kundenservice mehr
    – Hilflosgkeit bei Ansturm
    – soziales Verkommen, da Wertschätzung entfällt
    – theoretische Sättigung bei 38 bis 40% Marktanteil des ÖV, aktuell sind es zwischen 16 und 19%
    – praktisch wird sich dieses nicht eintstellen, da der Preis keine entscheidende Größe für Nutzung oder Nichtnutzung darstellt
    – löst keine strukturellen Probleme, wie Wohn/Arbeitsansiedlungen fernab des ÖPNV
    – Kostenersparnis tritt nicht ein, da für Nicht-Einwohner (=nicht-Umlagezahlende) ja Tarife und Tickets bestehen müssen
    – und – die Kommentare zeigen es – negative Stimmung und negatives Image.

    Selbst als Fahrgast kann man nur sagen: Alles, bloß kein Bürgerticket!

    #174096

    Letztendlich scheitert das Projekt dann bestimmt an der Straßenbahn-Maut für nicht Hallenser vor dem EU-Gerichtshof.

    #174106

    Anonym

    Sollte man an Tankstellen auch machen. Kostenlos tanken alle bezahlen. 😉

    Die Sinnlosigkeit dieser Idee wurde schon ja aufgezeigt. Selbst wenn man ohne Abgabe die Öffentlichen kostenfrei machen würde, hätte dies wie genannt große Probleme zur Folge. @Radler nennt es
    Außerdem könnten dann andere Anbieter, wie Teileauto oder das Taxigewerbe klagen. Würde zum beispiel die Idee eines städtischen Fahrradverleihsystem auch beenden usw.

    #174157

    „Der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Bodo Meerheim erhofft sich eine höhere Auslastung. Zugleich merkt er aber auch an, dass die Idee wohl frühestens 2020 umzusetzen ist. Er schlägt einen Bürgerentscheid zu diesem Thema vor.“

    Bodo Meerheim ist es doch selbst offenbar nicht geheuerlich mit dem Vorschlag der LINKEN. Eine Partei muss doch wissen was sie will, Bürgerntscheide werden von Bürgern gefordert und nicht von Parteien.

    #174181

    Anonym

    https://farefreepublictransport.com/city/
    Unter anderem Manchester. Und Hawaii. Ja @Wolli, sie sind überall diese weltfremden Linken. Streng genommen ist Bodo Meerheim auch ein Bürger, oder fallen für dich Linke da raus?
    Offensichtlich gibt es Gründe bestimmte Angebote des ÖPNV mit einer Umlage zu finanzieren und damit frei nutzbar zu machen.
    Aber auch in Halle geht es häufig nur noch darum, was angeblich oder tatsächlich nicht machbar ist. Denn Veränderungen, die Veränderungen nach sich ziehen, sind gruselig, unberechenbar und furchterregend. Vielleicht ist das eine momentane Verwirrung zu Ehren der DDR, die mit dieser Mischung aus Nichtwollen und Nichtkönnen vor 25 Jahren gegen die selbstgebaute Mauer fuhr.
    Eine autofreie Innenstadt sollte meiner Meinung nach fahrscheinlosen ÖPNV anbieten. So scheint es in Manchester zu sein, wo bestimmte Metrolines Einkaufspark, Bahnhöfe und Parkplätze verbinden.

    #174192

    Der Link suggeriert eine Masse an Städten, die das praktizieren. Doch weit gefehlt. Außer Tallinn hat keine europäische Stadt in vergleichbaren Größenordnungen diesen Schritt gewagt.

    Tallinn hatte einen Marktanteil VOR der Einführung der Freifahrt von rund 35%, bei Freifahrt rechnet man (siehe Sättigung) mit knapp 40% Marktanteil. Das ist mit den vorhandenen Resourcen zu bewerkstelligen. Und angesichts dieser Masse sind die Tarifeinnahmen nicht mehr entscheidend gewesen.

    Ob das System langfristig zu halten ist, ob Besiedlung sich an diesem orientiert (so wie im Münchener Umland an die S-Bahn-Äste), ob es sozial akzeptiert bleibt oder irgendwann als rollendes Obdachlosenheim verkommen wird, das ist noch nirgends erforscht, weil es nirgends so lange durchgehalten wurde.

    Melbourne z.B. hat nur im Innenstadtbereich eine Freifahrt. Das hat mit dem Nulltarif nichts zu tun.

    In der Region hatte einige Zeit lang Köthen den Nulltarif eingeführt. Die Nutzungsrate der Busse (Busbetrieb Vetter) stieg an, jedoch hatte irgendeine Haushaltskonsolidierung zum Aus geführt. Alle Effekte verpufft.

    Das hat übrigens nichts mit Links oder Geld oder Spinnert zu tun, das lässt sich rational durchdenken.

    #174195

    Finanzierung durchs Zwangsumlage können die LINKEN vergessen.

    Der Krieg in Syrien wird auch durch Zwangsumlage finanziert. Ebenso die Putschistenregierung in der Ukraine.
    Gehört alles nicht zur Daseinsvorsorge!
    Schon klar, wenn die CDU das ganze Geld verplembert, bleibt nichts für grundgesetzlich geregelte Aufgaben.

    #174209

    Anonym

    Der Link suggeriert eine Masse an Städten, die das praktizieren. Doch weit gefehlt. Außer Tallinn hat keine europäische Stadt in vergleichbaren Größenordnungen diesen Schritt gewagt.

    Der Link öffnet den Blick auf Städte, die sich praktisch mit dem Problem befassen. Und die angepasste Lösungen suchen.
    Das Angebot dem Link zu folgen bedeutet keine Suggestion oder Indoktrination, sondern eben nur ein Angebot.
    Weder eine Moskauer, Washingtoner, Jerusalemer oder irgendeine Modelllösung.

    Das hat übrigens nichts mit Links oder Geld oder Spinnert zu tun, das lässt sich rational durchdenken.

    Genau

    #174224

    Anonym

    Endlich mal eine sinnvolle Idee und ein Sinnvoller Ansatz, und schon schreien die üblichen Verdächtigen Zeter und Mordio. Ich möchte nur mal wissen, wer hier in letzter Zeit häufiger oder auch nur gelegentlich den ÖPNV überhaupt noch nutzt.

    Bei Preisen von 2.20€ für eine Stunde und eine Fahrt ist ein dringender Kurswechsel geboten. Geht ein Kind in der Woche nur 2x zum Training, sind das allein 8,80€/Woche reine Fahrtkosten. Ein Schnäppchen für jeden HartzIV-Empfänger.
    Von der Verbesserung der Lebensqualität bei weniger innerstädtischen Autoverkehr redet übrigens auch wieder niemand.

    Das lautstarkte Anti-Geschrei war bei der Einführung des Semestertickets für Studenten auch nicht anders. Die militante Radfahrerlobby hat sich mit der ebenso militanten Autofahrerlobby zusammengetan und den Untergang des halleschen Studentenlebens prognositiziert.

    Und was ist rausgekommen:
    Von Abstimmung zu Abstimmung bekommt das Semesterticket klare Mehrheiten. Die sind heute meines Wissens (ohne neue Recherche von mir) deutlich größer als zu Einführung des Tickets. Das Ticket ist dabei von einem Abend und Freizeit-Ticket mittlerweile zum Vollticket geworden. Und die Versuche durch Klagen juristisch ein solches Ticket zu unterbinden, sind auch alle kläglich gescheitert.

    #174307

    @fractus

    Glaubst du was du schreibst?

    Wenn ein Kind unterwegs ist, kaufen die Eltern sinnigerweise die SchülerMobilCard (Leipzig) oder MaxiMobilCard (Halle), kostet für Halle 26,50 im Monat, sind also ein Euro am Tag, bei 4 Fahrten (2 x Schule, 2 x Freizeit) also 25 Cent je Fahrt. Klar, man darf auch Erwachsenentickets kaufen, das ist
    nicht verboten!

    Ich nutze den ÖV, im Jahr kommen da rund 30.000 Kilometer zusammen, alle Arten, alle Zwecke, hochflexibel. Wie viel fährst du?

    Lies bitte meine oben angeführten Thesen durch, da geht es ohne Mortio oder Gezeter um gand nüchterne Mechanismen.

    Wenn du Argumente pro Nulltarif anführen möchtest, dann immer her damit. Ich bin gespannt auf die Vorteile. Bitte beachte, dass sich die Menschen nicht statisch verhalten, sondern viel beweglicher wechseln und nutzen, wie die jeweiligen individuellen Vorteile es hergeben.

    danke

    #174345

    Anonym

    ich finde die Umlage gut. aber nur, wenn dann die Linienführung nach Vorgaben der Bevölkerung, also des Stadtrates, festgelegt werden. und solche schwachsinnigen Lösungen wie das Streichen der Linie 6 aufhören

    #174346

    Anonym

    Ich nutze den ÖV, im Jahr kommen da rund 30.000 Kilometer zusammen, alle Arten, alle Zwecke, hochflexibel. Wie viel fährst du?

    Ich habe noch nie ein Auto besessen, meine (seitdem ungenutzte) Fahrerlaubnis ist erst ein Jahr alt. Für alle Wege nutze ich dementsprechend entweder Fahrrad oder ÖV.

    Ich selber kann mich jedoch nicht erinnern, wann ich zuletzt die Straßenbahn genutzt habe. Der Grund: einfach zu teuer. In meiner gesamten Hartz IV-affinen Bekanntschaft gibt es keinen der überhaupt noch den ÖPNV (in Halle) nutzt. Der Grund ist der gleiche, lieber wird ein Auto (so verhanden) genutzt.

    Wenn ein Kind unterwegs ist, kaufen die Eltern sinnigerweise die SchülerMobilCard (Leipzig) oder MaxiMobilCard (Halle),

    Wenn der Schulweg (parktisch nur Gymnasien) weit genug entfernt ist, wird von der Stadt tagsüber ein Schülerticket gestellt. Sonst wird gelaufen oder Fahrrad gefahren. Das ist die Realität bei prekären Lebensverhältnissen. Ab dem 14. Geburtstag (ca. 8. Klasse) hat es sich mit dem Kinderticket sowieso ausgefahren.

    Die von dir vorgestellte Karte ist eine jahreskarte. Wird also nur derjenige Kaufen, der das ganze Jahr über solche Fahrten benötigt. Dein Beispiel von 5x die Woche Training, zeigt doch, dass du ein radikales Extrembeispiel als exemplarisch versuchst vorzuführen und so in deinem Sinne zu rechnen. Die Rechnung ist so von vorne bis hinten falsch.

    Wenn du Argumente pro Nulltarif anführen möchtest, dann immer her damit.

    da brauche ich doch glatt nur Dich zitieren:

    Bitte beachte, dass sich die Menschen nicht statisch verhalten, sondern viel beweglicher wechseln und nutzen, wie die jeweiligen individuellen Vorteile es hergeben.

    Die größtmögliche Flexibilität liefert nunmal ein kostenloser ÖPNV. JEDES kostenpflichtiges Ticket ist IMMER eine Mobilitätssteuerung weg vom ÖPNV hin zum Individualverkehr.

    #174347

    Scheinbar richtet sich die HAVAG auf die fahrscheinlose Zeit schon ein.
    Gestern war wieder ein alter Tatrazug unterwegs. 😉

    #174355

    „Linienführung nach Vorgabe der Bevölkerung“:

    Dann möchte ich gern eine Linie durch die Ernst-Grube-Straße mit Haltestelle Eck Kreuzvorwerk.

    #174387

    @fractus

    Die gern gemachte Überlegung, dass eine Dauerkarte sich nicht lohnt, weil man soundsoselten die bräuchte (alles nahe dran) ist ein Produkt der schlechten ÖV-Werbung. Würde diese öfter den Begriff „Flatrate“ verwenden, gäbe es diese Diskussionen nicht. Keiner überlegt beim mobile, ob es wirklich einer Flatrate bedarf, man bucht die einfach. Kaum jemand gibt seine Wohnung auf, weil er mal drei Woche im Urlaub ist. usw. ….

    Kinder müssen nicht nur zum Trainig, das Leben ist bunter. Gesamtstatistisch unternehmen Menschen 3,einbisschen Wege am Tag. Dass Schüler (mobiler als ein Bürger im Altersheim) dann 4 Wege zurück legen, ist so unwahrscheinlich nicht. Auch rechnet es sich weit früher.

    Dass Halle kein Sozialticket hat, ist bitte für die Bedürftigen.

    Mein Argument ist keines ProNulltarif, sondern die gleichzeitige Gefahr, dass bei einem durchaus denkbaren Andrang nirgendwo die Kapazitäten reichen würden. Der Betrieb wird zusammenbrechen. Wo kommt das Geld her für eine Verdopplung der Flotte?

    Wenn Fahrgäste sowieso kommen wie sie wollen, warum soll der Betrieb die Fahrzeuge pflegen?

    Wenn bei Großveranstaltungen das Ticket inklusive ist (Messe, Konzerte, Sport), dann kommen dennoch nicht alle via ÖV. Weil der Preis nicht die gravierende Entscheidungsgrundlage stellt. Der ist unerheblich, sonst würden Menschen nicht Autos haben.

    #174397

    Schon für den einfachen Weg zur Arbeit, den man je nach Wetter- und Arbeitslage mal mit dem Rad, mal mit der Bahn, mal mit dem Auto und im Urlaub gar nicht zurücklegen möchte lohnt sich dieses blöde Abo der Havag nicht.

    #176589

    Ich bin dafür, da ich als Studentin merke, wie angenehm es ist, einfach in die Bahn einsteigen zu können ohne vorher ewig zu überlegen. Gerade für Geringverdiener und HartIV-Empfänger kann die kostenlose Nutzung des ÖPNV viel mehr Mobilität bedeutet. Über 2€ für eine Fahrt ist schon ziemlich viel. Da ist das Auto oft günstiger. Außerdem würde es der Umwelt helfen und den Autoverkehr in der Innenstadt verringern, wenn jeder Bahn fahren kann. Die Umlage sollte aber anders als die GEZ abhängig vom Gehalt sein.

    #276777

    Heute stellt die MZ das Ergebnis einer 200 000-Euro-Studie zum Zwangsticket/Bürgerticket vor. Folgende Varianten sollen durchgerechnet worden sein:
    1. alle Einwohner zwischen 20-75 Jahren im MDV-Bereich zahlen monatlich 24-32 Euro
    2. alle Grundstückseigentümer an der Strecke zahlen
    3. alle Arbeitgeber im MV-Bereich zahlen
    4. Erhöhung der Grundsteuer
    5. ÖPNV-Abgabe für Touristen

    Angesichts der Flüchtlingswelle wird uns erklärt, dass wir Bürger damit nicht belastet werden, weil das Geld aus Steuern vorhanden sei.
    Dann sollen bitteschön die staatlichen Zuschüsse für den ÖPNV erhöht werden, damit der ÖPNV für uns Bürger bezahlbar bleibt.

    #276783

    Nahverkehr ist Ländersache.
    Aber unsere werten teuren Landtagsabgeordneten hauen sich lieber selbst die Taschen voll, insbesondere C&A

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