Startseite Foren Halle (Saale) „Aufschwung drückt Arbeitslosigkeit auf tiefsten Stand seit der Wende!“

Dieses Thema enthält 17 Antworten und 10 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Schulze vor 7 Monate, 2 Wochen.

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  • #334507

    Die Arbeitsagentur Halle hat in ihrer heutigen Erklärung zur Arbeitsmarktbilanz 2018 Erfolgsmeldungen verkündet. Die Bilanz für 2018 falle durchweg po
    [Der komplette Artikel: „Aufschwung drückt Arbeitslosigkeit auf tiefsten Stand seit der Wende!“]

    #334508

    Also wie immer, alles paletti. Man kann es nicht mehr hören und lesen.

    #334509

    Klaro, Langzeitarbeitslose sind nicht so qualifiziert. Ja bitte, Fr. Bratke, warum habt ihr da nichts dafür getan?
    Industrie ist im Bereich Halle ohnehin nicht vertreten; über die Personalbüros der Firmen und die Agentur werden keine Stellen ausgeschrieben. Alles, was man in den Dateien der Agentur lesen kann, sind Jobvermittler, Einmannagenturen, Leiharbeitsfirmen, die ihre eigene Statistik und Daseinsberechtigung nachweisen wollen und noch die Hilfsgelder der Agentur abgreifen.
    Aus eigenem Erleben kann ich sagen, daß die Agentur gar nicht gewillt ist, Qualifikation zu ermöglichen, sondern die Menschen auch in höherem Lebensalter dazu nötigen will, einen unterbezahlten Montagejob irgendwo in Deutschland anzutreten.
    Diese Wohltätermaske muß man ihnen vom Gesicht reißen!

    #334512

    Alles, was man in den Dateien der Agentur lesen kann, sind Jobvermittler, Einmannagenturen, Leiharbeitsfirmen, die ihre eigene Statistik und Daseinsberechtigung nachweisen wollen und noch die Hilfsgelder der Agentur abgreifen.

    Da hast Du wohl nicht unrecht.
    Biete dein Profil als Jobvermittler an. Man muss dazu nicht viel können. Nur ein entsprechendes Auftreten haben. In einer starken Stunde hat mir eine hohe Führungskraft der Arbeitsagentur verraten ( das ist etwa sieben Jahre her): seiner Ansicht nach gehören einige seiner Leute auf die andere Seite des Schreibtisches…

    P.S.: Was die Zeitarbeit betrifft: hier muss eine klare gesetzliche Regelung her, dass die Zeitarbeitsfirmen den Tariflohn der jeweiligen Branche des Einsatzbereiches an ihre Beschäftigten zu zahlen haben. Das betrifft insbesondere deren Einsatz im Öffentlichen Dienst. Der Vorteil der Zeitarbeit mag ja in der Flexibilität des Einsatzes bestehen, aber den müsste halt der Auftraggeber drauflegen.

    #334515

    Die Preise für Leihfuzzis sind schon gesalzen, das glaube mal ja. Nur kommt das eben nicht im Stundenlohn für die primär Betroffenen raus. Es muß ja schließlich der ganze Wassrkopf der Disponenten, Geschäftsstellenleiter, Sekretärinnen, Kaffekochern und -trinkern etc bezahlt werden.
    Und nochwas: die Auftraggeber sind ja von der Zahlung der Sozialleistungen entlastet, der ökonomische Vorteil ist also doppelt vorhanden. Ein Leiharbeiter für 10€/Stunde wird entsprechend mit 40-50€ verrechnet (Beispielrechnung ca.). Nun frage mal… (und bei geringem Lohn müssen auch die Arbeitgeberanteile entsprechen geringer sein… : Merkste was?)

    #334520

    Es sind zwar nur Bundes-Zahlen und bis 2017, aber sehen denn die Kurven für Sachsen-Anhalt anders aus?
    Nur gut, dass die Rentenbesteuerung kräftig steigt. Schließlich muss ja die Aufstockung der Minirenten der prekär Beschäftigten bezahlt werden.
    eine grafik
    https: //www.dgb.de/themen/++co++da5c4450-f2f2-11e8-b85a-52540088cada

    #334541

    Dann schau mal im Wahlprogramm deiner Hetzpartei nach, wie sie das angehen will.

    #334573

    Fast alles wurde nach dem B e i t r i t t der DDR von der Bundesrepublik
    1990übernommen.
    Gerade bei der Berichterstattung über Arbeitslosigkeit, so kommt es mir immer wieder vor, hat man die Schönfärberei und Lobhudelei, Fälschung der Statistik durch bestimmte Tricks usw. der DDR übernommen.Wenigstens was, sage ich mir immer. 🙂
    Gib einem Kind ein Spielzeug, dann ist es beschäftigt.
    Schicke einen Arbeitslosen zu einer Qualifizierung, dann ist er nicht mehr ohne Beschäftigung, hat aber trotzdem keinen Arbeitsplatz. Juhu!!
    🙂 🙂 So geht Berichterstattung.

    #334587

    Leiharbeit ist doch DAS Paradebeispiel für den faulenden und parasitären Kapitalismus. Dies wird (nicht nur vereinzelt) noch damit „getoppt“, dass die Produktion von Produkten in Niedriglohnländer verlagert wird, so dass am Ende zwei Sklavenheere ausgequetscht werden: das produzierende und das dienstleistende Sklaventum.

    #334590

    Nur schlimm, dass WIR das als Einzelpersonen noch unterstützen, WENN wir Klamotten aus Billiglohnländern kaufen, die UNSERE Betriebe dort herstellen lassen, damit sie nur ordentlich selbst Gewinn machen! Ich schließe mich da allerdings aus. Guckt mal bei Ann-Christin, früher NewYorker, ganz ganz früher Assmann, am nt.Das ist so etwas von fies, ein Kleid 9 Euro. Dazu kommt die Verschwendung von Ressourcen. Das bRAUCHT ja nicht zu halten, für den Preis ist rasch etwas Neues gekauft.

    #334591

    Da hast du vollkommen recht, Elfriede. Seinen Kindern kann man nur das Gegenteil vorleben. Lieber weniger Besitz, dafür nachhaltig, langlebig und reparierbar.

    #334593

    Welche Partei hat denn Leiharbeit und Billigjobs hoffähig gemacht?

    #334594

    Diese hier nicht: https://www.die-partei.de/

    #334598

    das war eine Arbeiterpartei mit sozialdemokratischen Wurzeln, die sich dann schnell mal in die reaktionäre Ecke gewendet hatte und auch einen Herrn H. an die Macht kommen ließ, was ihr allerdings nicht so sehr gut bekam. Nach dem Zusammenbruch und Wiedererstarkung hat sie dann in gleicher weise wie vor 1932 weitergemacht… und… und … und ///

    Leiharbeit sieht in den Firmen so gut aus, weil sich diese Beschäftigten nicht als Personalkosten niederschlagen, sondern Sachkosten sind. Das hat schon vorteile, die man der Geschäftsführung, den Eigentümern und Aktionären günstig verkaufen kann. Und meistens sind die Leihis auch nicht gewerkschaftlich im Betrieb organisiert, was ein weiterer Vorteil ist; natürlich nicht für diese, denn sie erhalten ja im betreikten Betrieb und der Branchengewerkschaft kein Streikgeld, gehen leer aus ohne Beschäftigung und werden dann eben einfach mal so „freigesetzt“

    #334606

    Die staatliche Förderung prekärer Arbeitsverhältnisse angefangen vom Mini/Midi-Job bis hin zur Ausweitung von Leiharbeitsverhältnissen und Zeitarbeitsverträgen, kapitalfreundliche und restriktive Sozialgesetzgebzung ist Ergebnis eines langen und zähen Klassenkampfes des Kapitaleigentums gegen die abhängig Beschäftigten.

    Dies Klassenkampf von oben wird (in unterschiedlichem Maße) von allen im BT vertretenen Parteien mitgetragen. Die Ergebnise sind Ausdruck eines strukturellen Ungleichgewichtes im parlamentarischen politischen System und der Verfassungswirklichkeit zuungunsten der abhängig Beschäftigten und Menschen ohne nennenswerten Kapitalbesitz. Auch die Schwäche der Gewerkschaften ist auch (aber nicht nur) ein Ergebnis gewerkschaftsfeindlicher Gesetze und Regeelungen (Aussperrung, beschränkungen des Streikrechtes) ist.

    Es ist blauäugig hier nur einer Partei ihr Versagen vorzuwerfen. Geradezu dämlich ist es, den rechten Bauernfängern auf den Leim zu gehen und sich den Realitäten der bundesdeutschen Klassengesellschaft zu verweigern. Dann kann man sich auch gleich selbst kastrieren.

    #334610

    Die Selbstkastrierten kannst du nicht noch einmal kastrieren. Die blöken immer weiter fröhlich und unbedacht das ihnen eingefleischte Liedchen „Wer hat uns verraten …“. Das Kuriose dabei ist, dass sie meinen, mit dieser Haltung noch heutzutage was bewirken zu können.

    #334617

    Was soll denn noch mehr bewirkt werden als ohnehin schon ist?

    #334665

    Andererseits, trotz Fachkräftemangel(?) werden Ü55er „freigesetzt“ und bekommen auch keine neue Tätigkeit. Damit scheint der Mangel entweder nicht so eklatant zu sein, oder es mangelt lediglich an willigen Arbeitsschafen, die für Billiggeld malochen. Qualifikation ist da eher hinderlich, weil sie an geist gebunden ist. Dumme sind leichter zu dirigieren und zu kujonieren.
    Und nach nahezu 8 Jahren schlechter Erfahrung und unnötigen Bewerbungen weiß ich als qualifizierter Facharbeiter in mehrereren Berufen und nochmehr Tätigkeiten, daß das so sein muß.

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