Kunst am Bau: Sachsen-Anhalt fördert nur acht Projekte

13. Juli 2015 | Vermischtes | 2 Kommentare

Gesichtslose Gebäude, ganze ohne besondere gestalterische Elemente. Das gehört in Sachsen-Anhalt offenbar zum Alltag. Das kritisiert die Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen.

Demnach wurden in den vergangenen zehn Jahren zwar 119 öffentliche Landeseinrichtungen neugebaut oder vollsaniert. Doch nur bei acht dieser Maßnahmen wurde ,Kunst am Bau‘ berücksichtigt. „Die Gesamtaufwendungen des Landes in den letzten zehn Jahren für Kunst am Bau beliefen sich auf 447.000 Euro bei einem dreistelligen Millionenbetrag für die Bau- beziehungsweise Vollsanierungsmaßnahmen. Dies sind erschreckend niedrige Zahlen“, so die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Prof. Dr. Claudia Dalbert.

Befremdlich sei auch die Begründung, mit der pauschal in der Richtlinie Bau des Landes Sachsen-Anhalts solche Maßnahmen beantragt werden können: ,Bei Baumaßnahmen des Landes sind Leistungen zur künstlerischen Ausgestaltung an bildende Künstler zu vergeben, soweit Zweck und Bedeutung der Baumaßnahmen dieses rechtfertigen.‘ Hochschulen, Landesschulen, Finanzämter seien alles öffentliche Orte mit Baumaßnahmen ohne Kunst am Bau. „Kunst ist essentieller Bestandteil von Kultur und eines lebendigen öffentlichen Lebens. Bei einer Landesregierung, die an der Bildung kürzt, ist es leider folgerichtig, dass sie zeitgenössische Kunst als minder wichtig erachtet“, so Dalbert.

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