“Männer wählten AfD, Frauen die CDU“

11. Januar 2018 | Politik | 1 Kommentar

Lange ist sie her, gefühlt, die Bundestagswahl 2017.  Zu einer Regierungsbildung ist es dennoch nicht gekommen. Möglicherweise kann es bald Neuwahlen geben, sollten sich CDU und SPD nicht auf eine „GroKo“ einigen.  Zeit gelassen hat sich auch das Statistische Landesamt, aber nun eine gründliche statistische Auswertung des Wahlergebnisses vorgenommen. Die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2017 für Sachsen-Anhalt wurden nun veröffentlicht. Bei der Wahl hatten CDU, DIE LINKE und SPD zum Teil erhebliche Stimmenverluste hinnehmen müssen. Die großen Gewinner im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 waren die AfD und die FDP.

Bei der Wahlbeteiligung legten alle Altersgruppen zu. Betrachtet man die Wahlbeteiligung nach Geschlechtern, gab es lediglich bei den Frauen über 70 Jahren eine leichte Verringerung um 0,1 Prozentpunkte. Dafür legten die jungen Frauen von 18 bis 21 Jahren bei der Wahlbeteiligung um 19,8 Prozentpunkte zu. Lediglich in den Altersgruppen der 60- bis unter 70-Jährigen und den Wählern über 70 lag die prozentuale Wahlbeteiligung der Männer über der der Frauen.

CDU und DIE LINKE verloren bei den Wählern zwischen 35 und 60 Jahren, die SPD bei den Wählern zwischen 60 und 70 Jahren

Die Parteien CDU, DIE LINKE und SPD verloren über alle Altersgruppen hinweg an Unterstützung. Die Christdemokraten mussten vor allem bei den Wählern zwischen 35 und 45 Jahren ein starkes Minus verkraften und lagen dort mit 27,9 Prozent nur noch knapp vor der AfD mit 25,5 Prozent. Bei den Wählern der jüngsten Altersgruppe 18 bis unter 25 und in der ältesten Wählergruppe der Wähler über 70 Jahre erzielte die CDU mit 8,1 respektive 8,0 Prozentpunkten die wenigsten Verluste. Die Linke verlor 11,2 Prozentpunkte in der Altersgruppe der 45- bis unter 60-Jährigen. Bei der SPD war der Verlust bei den 60- bis unter 70-Jährigen mit 5,6 Prozentpunkten am größten.

FDP beim Nachwuchs mit großer Steigerung

Bei der jüngsten Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen konnte dafür die FDP ihr Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 verdreifachen (+ 9,2 Prozentpunkte). Bei der AfD waren hier die Gewinne mit 5,6 Prozentpunkten am niedrigsten gegenüber ihrem Gesamtplus von rund 19 Prozentpunkten. Die AfD konnte sich vor allem auf die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen (+ 19,7 Prozentpunkte) und die der 45- bis 59-Jährigen (+ 18,9 Prozentpunkte) stützen.

Männer wählten AfD, Frauen die CDU

Insgesamt lag der Anteil der Wählerinnen bei 51,8 Prozent, dementsprechend waren es 48,2 Prozent Männer an der Urne. Die Partei DIE LINKE kam diesem Verhältnis mit 52,0 Prozent Wählerinnen am nächsten. Die größte Abweichung gab es bei der AfD, bei der 61,7 Prozent der Stimmen auf Männer entfielen, während die CDU (59,4 %) und die GRÜNEN (59,1 %) vermehrt von Frauen gewählt wurden.

Die Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2017 finden Sie im Statistischen Bericht auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt.

(Quelle StaLa-LSA)

 

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