Landtagswahl 2016: Stimmen zur Wahl

13. März 2016 | Politik | 42 Kommentare

Die AfD geht in Sachsen-Anhalt als eindeutiger Sieger aus der Landtagswahl hervor. Mit deutlich mehr als 20 Prozent und damit auch deutlich über den Ergebnissen zieht sie in den Landtag ein. Die FDP muss ebenso wie die Grünen um ihren Einzug bangen. Hallespektrum hat mehrere Politiker und Vertreter von Parteien zum Wahlergebnis befragt.

Für Marco Tullner, CDU-Kandidat aus Halle, ist das dramatische Einbrechen der SPD keine wirkliche Überraschung und als Ergebnis hinzunehmen. Es müsse nun vor allem eine stabile politische Mehrheit neben der AFD hinbekommen werden. Die politischen Konzepte sollen in Zukunft so ausgerichtet werden, dass die Defizite und Problematiken die im Wahlkampf sehr stark thematisiert wurden dann nicht mehr so stark vertreten sind, dass die Bürger auch wieder andere Entscheidungen treffen.

Auch Bernd Wiegand, Oberbürgermeister von Halle (Saale) zeigt sich entsetzt: „Das AfD-Ergebnis ist absolut erschreckend. Jetzt muss man sich erstmal sammeln und verarbeiten“.

IMG_3840Karamba Diaby, Bundestagsabgeordneter der SPD, sagte Hallespektrum gegenüber zum schlechten Abscheiden seiner Partei, „Das Ergebnis ist eine Katastrophe. Wir müssen gründlich analysieren was unsere Schwachstellen sind.“ Auf das sehr gute Ergebnis der AFD angesprochen, erklärte er: „Die müssen zeigen, dass sie nicht nur protestieren, sondern auch Programm bieten. Mit Hass-Botschaften allein kann man nicht regieren“

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Swen Knöchel

Swen Knöchel, Landtagskandidat von Die Linke, sieht das Wahlergebnis als ein „bitteres Ergebnis“ für seine Partei. „Es spiegelt die Unzufriedenheit mit der Landesregierung wider. Es war uns klar, dass wir aufgrund klarer Positionen zu Flüchtlingen Prozente verlieren“. Er sieht aber keinen Grund diese Positionen aufzugeben.

Peter Kehl von der FDP sagte gegenüber Hallespektrum über das Wahlergebnis: „Wir zittern noch um die 5% Hürde. Für uns geht um Viel. Wir haben seit langer Zeit keine Abgeordneten mehr.“ Die gesamte Arbeit müsse derzeit ehrenamtlich erfolgen, fährt er fort. „Das Problem war, dass wir das Flüchtlingsthema nicht eingeplant haben“. Darauf angesprochen, falls die FDP in den Landtag einzieht, ob er dafür ist, dass die Partei Regierungsverantwortung übernimmt, würde er als Vorsitzender des größten Kreisverbands in Sachsen-Anhalt dafür plädieren in die Opposition zu gehen.

Nach dem Einzug der AfD als zweitstärkste Fraktion in den Landtag von Sachsen-Anhalt hat Miteinander e.V. eine offensive Auseinandersetzung mit den demokratiefeindlichen Politikangeboten der Partei gefordert. „Politik und Gesellschaft müssen jeden Versuch der AfD im Parlament zurückweisen, die Gesellschaft zu spalten.“, sagte Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins am Sonntag in Magdeburg. „Eine Politik der Diskriminierung und des Hasses darf nicht unbeantwortet bleiben.“

Auch Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg äußerte sich nach der Wahl: „Der Ausgang der Wahl wirft freilich manche Fragen auf, so zum Beispiel: Was versteht die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt fast 27 Jahre nach dem Mauerfall eigentlich unter Demokratie: ein Rund-um-Versorgungssystem, das man, wenn nicht alle Wünsche oder Forderungen erfüllt werden, abstraft, oder eine Solidar- und Handlungsgemeinschaft, die vom konstruktiven Engagement mündiger Bürger und Bürgerinnen lebt? Wie lässt sich die Wählerwanderung so vieler von anderen Parteien zur AfD erklären, besonders die von der Linken? Das erweckt nicht den Eindruck tiefgründiger Überzeugungen. Waren sich die etablierten Parteien lange Zeit vielleicht auch zu sicher? Mit ebenso markigen Parolen und simplen Sprüchen wie von ihren Herausforderern konnte man dann zuletzt vermutlich auch nicht mehr viel bewirken.“

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  • #235531

    Die AfD geht in Sachsen-Anhalt als eindeutiger Sieger aus der Landtagswahl hervor. Mit deutlich mehr als 20 Prozent und damit auch deutlich über den E
    [Der komplette Artikel: Landtagswahl 2016: Stimmen zur Wahl]

    #235532

    „Die politischen Konzepte sollen in Zukunft so ausgerichtet werden, dass die Defizite und Problematiken die im Wahlkampf sehr stark thematisiert wurden dann nicht mehr so stark vertreten sind, dass die Bürger auch wieder andere Entscheidungen treffen.“
    Ich habe diesen Satz seziert, aber keinen Inhalt gefunden.

    #235533

    Ich entnehme, dass die Flüchtlingspolitik im Landtag keine große Rolle spielen wird, das hätte Tullner aber einfacher sagen können.

    #235534

    „Peter Kehl von der FDP sagte gegenüber Hallespektrum über das Wahlergebnis: „Wir zittern noch um die 5% Hürde. Für uns geht um Viel. Wir haben seit langer Zeit keine Abgeordneten mehr.“ Die gesamte Arbeit müsse derzeit ehrenamtlich erfolgen, fährt er fort. “

    Schlimm.

    #235536

    Seit 27 Jahren wandern in erster Linie gut ausgebildete und intelligente Menschen aus Sachsen-Anhalt ab. Die daheim Gebliebenen haben Angst vor Zuwanderung. Auch das könnte Teil, aber nicht alleinige Erklärung des Wahlergebnisses sein.

    #235563

    Ach, wie ich diese Schwatzrunden mit sonorer Deutungshoheit auf den Fernsehkanälen für überflüssig halte.

    Ich schalte die nicht mal ein. Du offenbar schon. Dann beklag dich nicht über deine selbstgewählte Überflüssigkeit.

    #235564

    Schade ist, dass die Grünen mit ihrem Ergebnis eine Neuwahl verhindern.

    #235566

    Anonym

    ja, das ist wohl leider so.
    Nur ist die Frage, ob Neuwahlen das ganze nicht noch verschlimmern würden.
    Die „etablierten“ Parteien haben so viel verloren, dass ich kaum glaube, dass es bei Neuwahlen viel besser aussehen würde.

    #235568

    @peterkotte, was faselst Du da?
    Was für Neuwahlen?
    Auch Ihr AfD-Wähler müsst jetzt 5 Jahre mit dem Ergebnis Eurer Entscheidung leben. Grüne hin oder her.

    #235571

    Seit 27 Jahren wandern in erster Linie gut ausgebildete und intelligente Menschen aus Sachsen-Anhalt ab. Die daheim Gebliebenen haben Angst vor Zuwanderung. Auch das könnte Teil, aber nicht alleinige Erklärung des Wahlergebnisses sein.

    Richtig. Es gibt keine „alleinige“ Erklärung, die Gründe sind so komplex wie die Flüchtlingskrise. Beim Betrachten der Verluste der Linkspartei ist davon auszugehen, dass auch einige Wähler von Links nach Rechts gewandert sind. Das ist mit politischer Überzeugung nicht zu erklären, sondern nur mit Frust und Protest (gegen die Regierungsparteien). Einige, die vorher aus Frust und Protest Links gewählt haben, haben jetzt aus Frust und Protest die AfD gewählt.

    #235573

    Ja nun ist es geschehen und alle jammern, AFD lacht weil sie es geschafft hat, die mit ihren Reden Menschen so beeinflusst haben das diese die AFD gewählt ohne nach gedacht zu haben. Aber man kann nicht in die Menschen rein sehen und muss nun mit dem Ergebnis leben sowie das beste draus machen. Nur hatten wir es als Deutsche schon mal das eine Partei durch Reden gewählt wurde und was daraus wurde weiß jeder. Es wird schwierig und ich hoffe das alle die die AFD gewählt haben einen ordentlichen Denkzettel verpasst bekommen in der nächsten Zeit. Das viele aus Frust gewählt haben ist auch klar und ohne Gehirn. Die Zeit wird es zeigen und ich wünsche allen Sachsen- Anhalter die nicht AFD gewählt haben, das sie es schaffen.
    Viel Glück

    #235595

    Es wird schwierig und ich hoffe das alle die die AFD gewählt haben einen ordentlichen Denkzettel verpasst bekommen in der nächsten Zeit. Das viele aus Frust gewählt haben ist auch klar und ohne Gehirn. Die Zeit wird es zeigen und ich wünsche allen Sachsen- Anhalter die nicht AFD gewählt haben, das sie es schaffen. Viel Glück

    Danke für die Glückwünsche 😉 ABER: Denkzettel hin oder her – die Politik muss angemessen reagieren! Das alleinige Bloßstellen der AfD reicht nicht aus. Sonst muss man sich in x-Jahren mit einer anderen „Alternative“ auseinandersetzen. Die Volksparteien bleiben nach der Wahl in meinen Augen nach wie vor in der politischen „Bringeschuld“…

    #235598

    Ebenfalls danke für die Glückwünsch, unsere Demokratie ist stark und gefestigt, die wird dieses wahlergebnis aushalten.

    Für Sachsen-Anhalt erwarte ich als CDU-Mitglied, dass Haseloff den Kurs einhält, den er vor der Wahl eingeschlagen hat. Das wird mit den Grünen als Koalitionspartner nicht einfach sein, es sei denn sie werden grüne Kretschmänner.

    #235601

    Ich bin nur verwundert über die Aussagen des OB, dass er erschrocken ist und die demokratischen Parteien jetzt usw.. Der gleiche Protest gegen die etablierten Parteien hat ihn doch auch gewählt.

    #235603

    So ein Unsinn.

    #235614

    Da ist was dran, Hansimglück. Ich vermute aber, dass er nur das notwendige politisch korrekte Erschrockenheits -Riual bedient hat.

    #235615

    Da ist was dran, Hansimglück. Ich vermute aber, dass er nur das notwendige politisch korrekte Erschrockenheits -Ritual bedient hat.

    #235616

    Auch da ist ne Menge dran.
    Er dürfte drei Kreuze machen, dass er das Flüchtlingsthema nicht in seiner Wahl hatte.

    #235621

    Wenn man die Kommentare in den Medien liest, hat man den Eindruck, die Journaille irrt orientierungslos herum. Es wird meist nur „Quatsch mit Soße“ geschrieben.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 11 Monaten von farbspektrum.
    #235625

    Lustig, wie jetzt alle Verlierer die Schuld bei der AfD suchen, statt über ihr eigenes Versagen nachzudenken. Und bei Schallplattenpüppchen Bundesmerkel muss auch wieder jemand am Strippchen gezogen haben, sie schwafelt mal wieder ihre Dauerplatte von „Lösungen finden“. Nur hat sie nie welche, nichts als Geschwätz. Bin mal gespannt, wann sie verkündet, nochmal neu nachgedacht zu haben. 😀

    #235626

    heiwu schrieb:

    Seit 27 Jahren wandern in erster Linie gut ausgebildete und intelligente Menschen aus Sachsen-Anhalt ab. Die daheim Gebliebenen haben Angst vor Zuwanderung. Auch das könnte Teil, aber nicht alleinige Erklärung des Wahlergebnisses sein.

    Vor 27 Jahren- also 1989- wurden hier Anfang Mai noch mit über 97 Prozent die Kandidaten der Nationalen Front gewählt… war also alles noch viel schlimmer…

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 11 Monaten von Osmo.
    #235628

    Nach diesen 27 Jahren wählt man eine Partei, bekommt jedoch eine Koalition mit ähnlichen Prozenten, genauso verlogen und auch nicht besser…

    #235630

    Naja, es ist schon sehr vieles anders und auch besser. Leute, die das nicht unterscheiden können, haben früher hauptsächlich PDS oder gar nicht gewählt und gehen jetzt der AFD auf den Leim. Das durchschnittliche Dumpfbrot fühlt sich da hervorragend aufgehoben.

    #235632

    Das durchschnittliche Dumpfbrot fühlt sich da hervorragend aufgehoben.

    Genau diese Arroganz treibt der AfD scharenweise die Wähler in die Arme. Das „Pack“ hat gewählt. 😀

    #235636

    Dumpfbrot ist keine Arroganz, sondern fast noch ein Lob.

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