Schulen in Not

11. November 2016 | Nachrichten | 3 Kommentare

Dazu erklärt die Fraktion DIE LINKE [LSA] heute: „Weit über 300 Schulen im Land verfügen derzeit nicht über die Grundausstattung mit Lehrkräften, um den planmäßig zu erteilenden Unterricht zu 100% absichern zu können. Ein Drittel davon kommt nicht einmal auf eine Unterrichtsversorgung von 95%, und ca. 40 Schulen können sogar nur weniger als 90% des regulären Unterrichtes anbieten. Betroffen sind vor allem Grund- und Förderschulen aber auch Sekundar- und Gemeinschaftsschulen. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Thomas Lippmann hervor, die sich auf die Angaben der jährlichen Statistik zur Unterrichtsversorgung stützt.

Die Antwort des Bildungsministeriums zeigt auch, dass das System der pädagogischen Mitarbeiter*innen an den Grundschulen schon so weitgehend erodiert ist, dass die Absicherung der verlässlichen Öffnungszeit faktisch aufgegeben wurde. An einem Drittel der Schulen steht für 8 Schulklassen und teilweise darüber hinaus höchsten noch eine pädagogische Mitarbeiter*in zur Verfügung. Jede 10. Grundschule hat schon gar keine pädagogischen Mitarbeiter*innen mehr. Nur noch an knapp der Hälfte der Grundschulen kann von einer ausreichenden Ausstattung gesprochen werden, um die verlässliche Öffnungszeit zu garantieren.

Minister Marco Tullner

Minister Marco Tullner ist gefragt

Aus einer weiteren Antwort zur Besetzung von Schulleiterstellen geht außerdem hervor, dass viele Grund- und Förderschulen zusätzlich ohne Schulleitung auskommen müssen. In fast jeder elften Schule im Land ist das Chefzimmer nicht besetzt. Lediglich in 8 der insgesamt 67 führungslosen Schulen gibt es zumindest eine kommissarische Leitung durch Lehrkräfte. In 22 Grundschulen behilft man sich dadurch, dass die Schulleiterin oder der Schulleiter einer benachbarten Schule ein oder zwei Tage in der Woche mit vorbeischaut und das Nötigste regelt. Ansonsten sind die Kollegien auf sich allein gestellt.

Die Faktion DIE LNKE fordert vor dem Hintergrund dieser alarmierenden Fakten die Landesregierung auf, die angekündigte Kehrtwende in der Personalpolitik mit dem jetzigen Doppelhaushalt zu vollziehen. Die bisher vorgelegten Personalansätze sind dafür aber noch völlig unzureichend und werden nicht zu einer Verbesserung der Situation führen. Die ist aber mehr als dringend geboten, wenn nicht weiterer Schaden an der Bildung der Kinder und Jugendlichen entstehen soll.“

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