Flüchtlingswohnungen: Stadt strebt auch Vereinbarung mit GWG Neustadt an

4. September 2015 | Vermischtes | 16 Kommentare

Nachdem die hallesche Stadtverwaltung bereits mit der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) eine Vereinbarung zur Bereitstellung von bislang leerstehenden Wohnungen für Flüchtlinge unterzeichnet hat, strebt Oberbürgermeister Bernd Wiegand dies auch für den zweiten stadteigenen Vermieter, die Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH (GWG) an.
borchert
„Die Geschäftsführerin hat ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt“, so Wiegand. Jetzt gehe es noch um die Ausgestaltung der Rahmenvereinbarung. Die GWG verfügt über knapp 10.000 Wohnungen, vorrangig in Halle-Neustadt. Schätzungsweise 500 davon stehen leer. Um diesen Leerstand zu reduzieren wurde bislang abgerissen. So war ursprünglich in diesem Jahr auch der Abriss der Gebäude So sollen die Gebäude Braunschweiger Bogen 1-8 und 15-23 (170 Wohnungen), Oldenburger Straße 1, 3 – 11 (60 Wohnungen) sowie Wolfgang-Borchert-Straße 21, 23,25, 27 (48 Wohnungen) vorgesehen. Ob die GWG weiterhin daran festhält, steht noch nicht fest.

Für Wiegand jedenfalls hat die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in normalen Wohnungen statt in Heimen einige Vorteile. So kämen diese Menschen schneller mit den Hallensern und den deutschen Gebräuchen in Kontakt, könnten dadurch auch viel schneller deutsch lernen.

Kleiner Nebeneffekt für die Stadtkasse dürfte aber auch die Reduzierung des Leerstands bei den beiden Wohnungsgesellschaften sein. Diese steigern dadurch ihre Mieteinnahmen, was sich dann am Jahresende positiv in der Bilanz auswirkt.

Und auch für den Steuerzahler ist diese Form eine Entlastung. Denn die Mieten orientieren sich am Asylbewerberleistungsgesetz bzw. an den Regelsätzen des Jobcenters. Sprich: die Wohnungen für Flüchtlinge dürfen maximal soviel kosten wie die eines Hartz IV-Empfängers. In den Gemeinschaftsunterkünften dagegen erhalten die Betreiber zwischen 12 und 13 Euro pro Person und Nacht.

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