Linke distanziert sich von antisemitischer Veranstaltung in Magdeburg

10. Oktober 2018 | Politik | 6 Kommentare

Am 13. Oktober 2018 wird in Magdeburg eine Veranstaltung des sogenannten  Freidenker-Verbands mit Annette Groth, ehemalige MdB DIE LINKE, unter dem Titel »Umdefinition des Antisemitismus?« stattfinden.
Dazu erklären der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Landtag von
Sachsen-Anhalt Thomas Lippmann und der Landesvorsitzende Andreas Höppner:

Verschiedentlich wurden wir gebeten, diese Veranstaltung zu bewerben. Die Einladung zur Veranstaltung des sogenannten Freidenker-Verbands mit Anette Groth offenbart eine unzutreffende, strukturell antisemitische Perspektive und stellt sich implizit hinter die  antisemitische BDS-Bewegung*. Sie arbeitet mit verschwörungsideologischen Mustern, wo sie das Benennen von Antisemitismus als Versuch anonymer Herrschender beschreibt, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Dazu verbreitet sie auch sachlich falsche Behauptungen, so ist die Anzahl antisemitischer Straftaten in der Bundesrepublik, anders als behauptet, im ersten Halbjahr dieses Jahres erneut auf hohem Niveau gestiegen.

Antisemitismus findet sich in allen Altersklassen und gesellschaftlichen Bereichen und viel zu oft wird Antisemitismus nicht als solcher erkannt, problematisiert und dagegen vorgegangen. Schon deswegen und darüber hinaus weil es sich mit Annette Groth um ein Mitglied der Partei DIE LINKE handelt, sehen wir uns zu einer eindeutigen Stellungnahme veranlasst.

DIE LINKE. Sachsen-Anhalt und DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt stellen sich entschieden gegen jede Form des Antisemitismus. Annette Groth spricht und handelt nicht in unserem Namen und nicht auf unsere Einladung. Wir teilen die seit langem bekannte Positionierung von Annette Groth ausdrücklich nicht und widersprechen dieser und den Behauptungen der Einladung des »Freidenker-Verbands« entschieden.

oycott, Divestment and Sanctions (BDS) ist eine politische Kampagne, die Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will. Die Ziele der Kampagne müssen als antizionistisch und antisemitisch
eingestuft werden.“

Mit Falschmeldungen versucht BDS die öffentliche Meinung zu beeinflussen. So setzte man im Sommer 2016 prominente Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace und Pax Christi auf die Unterzeichnerliste einer Petition mit dem Titel „Es reicht! Schluss mit der Kriminalisierung der BDS-Bewegung für Gerechtigkeit in Palästina! Lasst uns das Recht auf BDS unterstützen!“, ohne dass diese davon wussten. Erst nach entsprechenden Protesten wurden sie wieder von der Liste genommen. Im Vorfeld des Festivals Pop-Kultur in Berlin am 23. August 2017 schrieb die deutsche BDS-Initiative rund 100 gebuchte Künstler an und forderte sie mit der falschen Behauptung, die israelische Regierung nehme direkt Einfluss auf die Ausrichtung des Festivals, dazu auf, ihre Teilnahme abzusagen. Tatsächlich hatte die israelische Botschaft lediglich Reisekosten von israelischen Musikern bezuschusst. Dem Boykottaufruf folgten arabische Künstler. Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) erklärt damalse: „Mit Fake-News über eine angebliche Kofinanzierung des Festivals durch den Staat Israel zu operieren, ist widerlich und entsetzt mich“.  (Quelle: Wikipedia)

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Dieses Thema enthält 6 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  fractus vor 1 Woche, 5 Tagen.

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  • #326255

    Am 13. Oktober 2018 wird in Magdeburg eine Veranstaltung des sogenannten  Freidenker-Verbands mit Annette Groth, ehemalige MdB DIE LINKE, unter dem Ti
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    #326256

    Da bekommt man nun die Denkrichtung vorgegeben und weiß gar nicht, um was es geht.

    „Umdefinition des Antisemitismus“?

    #326257

    Du kommst nicht mit?
    Wo hast du was nicht verstanden?

    #326258

    Naja,
    ich befürchtet da hat sich die Linke mal wieder in einem Netz aus Vorurteilen und Halbwahrheiten hoffnungslos verheddert.

    #326259

    Das wird noch ein großes Thema hier, auch zwischen uns, @fractus.
    Ich bin gegen die aggressive Siedlungspoltik der derzeitigen Regierung. Gegen das Aushungern der Bevölkerung des Gaza-Streifens, die von der Hamas in Geiselhaft genommen wird. Auch gegen die einseitige religiöse Definition des Staates habe ich etwas; zumal eine Vielzahl der Bürger dort etwa so religiös ist wie wir: „Es gibt keinen Gott, aber er hat uns das Land gegeben“

    Aber an der Exisenz Israels gibt es nicht zu rütteln, da bin ich auf Seite der Bundesregierung.

    #326260

    Ich beziehe mich auf Zuckermann, Pappe, Verleger, Uri Avnery.

    #326344

    Aber an der Exisenz Israels gibt es nicht zu rütteln,

    Ich weiss ja nicht wieso du jetzt hier gerade auf dieses unpassende Argument kommst?
    In den letzten 20 Jahren habe ich dieses Argument übrigens auch noch nie an passender Stelle gehört.

    Es gibt derzeit schlichtweg keine politische oder militärische Kraft, die das Existenzrecht Israels auch nur im Ansatz halbwegs realistisch in Frage stellen könnnte. Die Existenz Israels ist in keinster Weise bedroht, es sei denn durch die eigene verfehlte Kriegs- und Annexionspolitik.

    da bin ich auf Seite der Bundesregierung.

    Eine Differenz fängt allenfalls hier bei den Mitteln an.

    Ich bin schon der Meinung, dass der Staat Israel angesichts seiner vollständigen militärischen und wirtschaftlichen Dominanz in dieser Region zu einer Friedensregelung gezwungen werden muss. Und es muss auch zum Verzicht auf weitere Annexionen (Siedlungspolitik) gezwungen werden.

    Hierzu gehört die Aufkündigung jeglicher militärischer Zusammenarbeit, ebenso wie der Verzicht auf wirtschaftliche Zusammenarbeit.

    Die erfolgreiche internationale Sanktions-Politik gegen das Apartheid-Regime in Südafrika sollte hier beispielgebend sein.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 5 Tagen von  fractus.
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