Update: Angriffe gegen Einrichtungen für Migranten. Kultusminister verurteilt die Tat aufs Schärfste

11. März 2016 | Politik | 43 Kommentare

20160311_121155Als eine Mitarbeiterin des „Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt“ (LAMSA) heute morgen ihr Büro betreten wollte, erlebte sie eine unschöne Überraschung. Der Zugang war mannshoch mit Ziegelsteinen und Bauschaum zugemauert. Auf den Ziegelsteinen stand der Schriftzug „No Way“. Von einer politisch motivierten Tat ist auszugehen, da heute zwischen 10 bis 18 Uhr eine Probewahl für Migranten in den Räumen des LAMSA stattfindet. Die Polizei wurde informiert und der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Probewahl findet wie geplant statt. Die Polizei stellt einen Streifenwagen zum Schutz ab.

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Vermauerte Tür zum Eingang des LAMSA

Ebenfalls in der vergangenen Nacht kam es nach Polizeiinformationen zu einem Angriff gegen den Welcome-Treff am Waisenhausring. Hier hatten Unbekannte in der vergangenen Nacht an der Hauswand des Begegnungstreffs drei Plakate, welche sich dem Inhalt nach gegen Flüchtlinge richten, angebracht und die Hauseingangstür mit einer Plastikkette versperrt. Die Polizei entfernte die Gegenstände und sicherte Spuren. Auch hier ermittelt der Staatsschutz und prüft einen Zusammenhang mit der Tat beim LAMSA.

Kultusminister Stephan Dorgerloh verurteilt fremdenfeindliche Aktion gegen das Probewahllokal in Halle

„Wer Migranten den Zugang zu einer symbolischen Wahl verwehren will, zeigt damit, welches Demokratieverständnis er oder sie hat: nämlich gar keines.“ Mit diesen Worten hat Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) das Zumauern eines Probewahllokals in Halle scharf verurteilt. Diejenigen, die mit dieser Untat und Unart den Flüchtlingen ihr Unwillkommen entböten, dürften nicht das letzte Wort behalten. „Deshalb ist es wichtig, hier Flagge zu zeigen und deutlich zu machen, dass unsere Demokratie vom Mitmachen und vom Engagement der Menschen lebt.“ Der Minister will sich heute um 16 Uhr selbst ein Bild vor Ort machen und besucht das Probewahllokal.

„Sich einzumauern oder andere auszugrenzen kann in einer globalen Welt nicht die Lösung sein. Wir haben hier in Deutschland mit Mauern ausgesprochen schlechte Erfahrungen gemacht“, fügte der Minister hinzu.

UPDATE:
Mittlerweile ist im Internet ein Bekennerschreiben der rechtsextremen Gruppierung „Kontrakultur Halle“ aufgetaucht. Sie wollten damit „gegen den Austausch des deutschen Volkes“ demonstrieren. Laut einem Bericht von mdr info ist der Polizei die Gruppe bekannt und ein Tatverdächtiger bereits gefunden.

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Dieses Thema enthält 43 Antworten und 14 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  peterkotte vor 3 Jahre, 5 Monate.

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 44)
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  • #235109

    Als eine Mitarbeiterin des „Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt“ (LAMSA) heute morgen ihr Büro betreten wollte, erlebte sie eine uns
    [Der komplette Artikel: Angriffe gegen Einrichtungen für Migranten. Kultusminister verurteilt die Tat aufs Schärfste]

    #235110

    Ich sehe in dieser Art (gewaltfreien) Protests keinen all zu deutlichen Unterschied zum Bewerfen gewisser Bekleidungsgeschäfte mit Farbe.

    Ehrlich gesagt amüsiert es mich eher, dass der Protest auf so kreative Weise stattfindet. Es wurden keine Häuser angezündet, es wurde niemand verletzt und es ist reversibel (d. h. die Mauer ist ohne große Schäden oder Rückstände wieder entfernbar). Diese Aktion ist fast vergleichbar mit den Kachelklebern, der Strickguerilla oder den Korkmännchen-Aufstellern.

    #235113

    Anonym

    Ist schon fraglich, ob das tatsächlich gewaltfrei ist. Das könnte dir Juri erklären, aber der darf diese Woche vielleicht nicht aus seiner Zelle.

    Wogegen richtete sich denn der „Protest“? No(r)wegen (=No(r)way)? Vielleicht ist der Schriftzug auch der unglückliche Versuch, auf die Mauer hinzuweisen, damit niemand aus Versehen davor läuft.

    #235115

    Ich finde es lustig und Kreativität.
    Das wegen einer kleinen Mauer und einer Plastekette der Staatsschulden ermittelt find ich albern.

    #235116

    Anonym

    Kannste mal sehen, wie unterschiedlich dieser „Gag“ bewertet wird.

    #235118

    Bei Fratzenbuch sollen sich Nazis dazu bekannt haben, wer kann nachschauen? Mauer und Schießbefehl. wer das wohl war?

    #235135

    Anonym

    Die „Kontrakultur Halle“ hat sich dazu bekannt. Mutige Möchtegern-Ritter. Auffallend viele junge, nicht sehr muskulöse und gar nicht attraktive junge Männer. Wenn die mal gemeinsam ein Schwimmbad besuchen…

    #235136

    Wie man eine neue Form der Diskriminierung gegen Migranten lustig finden kann, ist mir schleierhaft.

    #235139

    Kontra Kultur. Der Name ist Programm.

    #235158

    Anonym

    wo war da der Staatsschutz?

    Ja, wirklich schlimm wie ihr behandelt werdet. Mit zweierlei Maß. Dabei seid ihr doch Bürger der Bunderepublik Deutschl..ach nee, Moment, seid ihr ja gerade nicht.

    Schreit ihr euch deswegen montags immer gegenseitig an? Wegen eurer Verwirrung?

    #235170

    Kontra Kultur… alles klar…

    Laßt euch erst mal einen Bart wachsen, und dann hört auf richtige gestandenen Männer. Vor allem, klaut nicht immer Mauerziegel

    #235176

    „Stephan Dorgerloh verurteilt fremdenfeindliche Aktion“

    Was sagt denn der „feine“ Herr Stephan Dorgerloh zur Bombardierung Syriens, zur Befreiung Lybiens, zur Befriedung des Irak`s?

    tz tz

    youtu.be/cYeFSbKOTOg

    #235179

    Ich habe mal ein paar Beiträge entfernt, die nichts zum Thema beigetragen haben. Persönliche Angriffe bleiben bitte außen vor.

    Frau Halle kann ich annehmen, dass sie die Aktion nicht verurteilen? Bleiben sie doch einfach beim Thema!

    #235180

    Wie man eine neue Form der Diskriminierung gegen Migranten lustig finden kann, ist mir schleierhaft.

    Was war denn daran diskriminierend?

    #235181

    Anonym

    Was war denn daran diskriminierend?

    Die Mauersteine und der Spruch „no way“.

    #235182

    Der „feine Herr Dorgerloh“ bleibt im Lande, und sorgt dafür, dass die Kinder hier anständig Schreiben und Lesen lernen. „Libyen“ zum Beispiel.

    #235183

    Was war denn daran diskriminierend?

    Die Mauersteine und der Spruch „no way“.

    Und das diskriminiert weil?

    #235184

    Weil Deutsche nicht verstehen, was „No way“ heißt.

    #235185

    Weil Deutsche nicht verstehen, was „No way“ heißt.

    Siehst du…DAS ist diskriminierend

    #235187

    Anonym

    DAS ist diskriminierend

    Weil?

    #235191

    DAS ist diskriminierend

    Weil?

    Weil er damit ein ganzes Volk als zu dumm hinstellt.
    Wen haben denn die Steine beleidigt?

    #235192

    Es war verdammt noch mal eine soziale, symbolische und institutionelle Diskriminierung. Dazu ist es körperlich diskriminierend, über eine Mauer klettern zu müssen, um zu wählen. Ferner ist kein deutscher Sandstein verwendet worden, sonder billiger Baumarktscheiß, was eine Beleidigung für alle deutschen Steinmetze ist.

    #235195

    Anonym

    Wen haben denn die Steine beleidigt?

    Niemanden. Steinen können niemanden beleidigen. Das weißt du sicher.

    Aber derjenige, der die Steine dort unfachmännisch aufgestapelt hat. Der verfolgte damit einen Zweck. Nämlich den Zugang für bestimmte Teile der Bevölkerung zu verhindern. Vornehmlich aufgrund ihrer Herkunft, Abstammung, ihres Aussehens, ihrer politischen Überzeugung usw.
    Die Aufschrift „no way“ trägt bei der so genannten „Identitären Bewegung“ meist den Untertitel „you will not make Europe your home“. Ein klarer Ausschluss von Nicht-Europäern, was auch immer es da für Qualitätsanforderungen geben soll.

    #235197

    Na klar wollten die damit etwas aussagen….trotzdem ist mir eine Mauer, die von Bauschaum gehalten wurde, lieber als persönliche Angriffe oder Brandstiftung.Ich fand es kreativ egal ob es meine Meinung wiedergibt oder nicht. Keiner kam zu schaden…weder Mensch noch Sachschaden ist entstanden. In Sachsen wären sie froh wenn sie diese „Probleme“ hätten.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 5 Monate von  normalbürger.
    #235201

    Es war verdammt noch mal eine soziale, symbolische und institutionelle Diskriminierung. Dazu ist es körperlich diskriminierend, über eine Mauer klettern zu müssen, um zu wählen. Ferner ist kein deutscher Sandstein verwendet worden, sonder billiger Baumarktscheiß, was eine Beleidigung für alle deutschen Steinmetze ist.

    Niemand musste über diese Mauer klettern….

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