Anonyme Gruppe angeblicher TOOH-Mitarbeiter verteidigt Rosinski mit offenem Brief

1. Juli 2020 | Kultur | 22 Kommentare

Unter dem Absender „belegschaft.der.buehnen.halle@gmail.com“ verbreitet eine Gruppe von angeblich „mindestens 64 Mitarbeitern“ einen offen Brief an den Stadtrat und in cc an die Presse. Das Schreiben ungekürzt im Wortlaut:

*Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates der Stadt Halle,

die derzeitigen Vorgänge in der Halleschen Kultur GmbH um die fragwürdige Freistellung des Geschäftsführers Herrn Rosinski, veranlassen uns, uns erstmals direkt an Sie zu wenden.

Wir, das sind ein nicht geringer Teil Mitarbeiter nahezu aller Gewerke der TOOH, welche nicht zuletzt zunftbedingt eher im Hintergrund agieren, und daher naturgemäß weniger öffentlich gehört werden, als Intendanten, Schauspieler, Sänger und Regisseure.Auch Geschäftsführer gehören nicht zwingend einer sich öffentlich und laut*
mitteilenden Berufsgruppe an. Hat Letzteres Herrn Rosinski sein Amt gekostet?

Wir möchten Ihnen daher ohne zu zögern darlegen, weshalb wir dies alles unverantwortlich, ungerecht, verfahrenswidrig und schlicht verdächtig finden. Vorerst möchten wir mitteilen, wofür Herrn Rosinski unserer Meinung nach zu danken ist:

-Aufstellung eines gesicherten Haushaltes, der es allen Kulturschaffenden und Mitarbeitern ermöglicht, nach fast einem Jahrzehnt des Lohnverzichts (als Akt der Solidarität um Kündigungen zu vermeiden und zum Unternehmen selbst) wieder Vollzeit und voll bezahlt zu arbeiten.

– Erhaltung der Liquidität im Jahr 2016*

– Herr Rosinski setzte alle Kraft daran, 2018 3 Millionen Euro Landesmittel in Magdeburg zu akquirieren um Spielbetrieb, Arbeitsfähigkeit und Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und somit eine Insolvenz abzuwenden und die GmbH finanziell auf sichere Füße zu stellen.

-Die Sicherung vieler Arbeitsplätze im Orchester durch nicht Weiterführung des geplanten Stellenabbaus von 115 auf 99 Musiker dank seines Strukturanpassungskonzeptes.

– Die Verhinderung von betriebsbedingten Kündigungen.

– Beim Ausbruch der Corona Pandemie übernahm Herr Rosinski als einziger  Verantwortung für seine Mitarbeiter, in dem er persönlich vorstellig wurde, und über den Stand der Entwicklung im Hause sowie über das Krisenmanagement zwischen Stadt und öffentlichen Institutionen sprach. Weder Herr Lutz noch Mitglieder des Betriebsrates ließen sich blicken. Bei anberaumten Krisensitzungen glänzten sämtliche Entscheider mit Ausnahme des Geschäftsführers, durch Abwesenheit.

– In persönlichen Begegnungen lernten wir in ihm einen offenen, korrekten Menschen kennen, der uns zuhörte und kompetent in Dingen der Welt  und des Theaters war. Jemand, dem die Kunst kostbar ist und eben deshalb ihre dauerhafte Erhaltung am Herzen liegt.

Nun zu nach unserer Ansicht ungerechtfertigten Vorwürfen gegen Herrn Rosinski:

Von Vertretern einer Art “ Rosinski muss weg–Allianz “ kann man in den Medien hören und lesen, Rosinski habe “ÜBERGRIFFIG“ gehandelt, verweigere Unterschriften und behindere damit Projekte, von “EINSCHÜCHTERUNG“ war die Rede und er habe “GUTE LEUTE RAUSGESCHMISSEN“.

Besonders die Termini “übergriffig“ und “Einschüchterung“ wurde beschwörend aber ohne jegliche nähere Eingrenzung des konkreten Vorfalls wieder und wieder vom Betriebsrat und verschiedenen öffentlichen Medien hergebetet, niemals jedoch mit Fakten untermauert.
Einschüchterung? Womit? Übergriffig? Auf welche Weise? Dass nicht jedes Detail eines Streites zwischen Geschäftsführer und Angestellten in die Öffentlichkeit gehört ist verständlich. Aber in welche strafrechtlich relevante Richtung die Vorwürfe gehen, (Vorteilsnahme, Veruntreuung, Belästigung, Inkompetenz, es gibt doch Begriffe) sollten zumindest die Mitarbeiter,  wenn es sein muss unter Auferlegung einer Schweigepflicht, erfahren können, um sich wirklich ihren Standpunkt zu bilden. Wie kommt es eigentlich, daß kaum jemand fragt, ob oben genannte Übergriffigkeiten eventuell zu begrüßende EINGRIFFE waren, um die GmbH vor Missbrauch von öffentlichem Geld, Verschwendung, und ungenehmigten Ausgaben zu schützen?

Worte von Selbstbedienungsladen und Selbstverwirklicherbude kursieren. Weder unsere Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der TOOH, Herr Gerd Vogel, Michael Sedlaczek noch irgendjemand vom Betriebsrat, konnten uns in einer eilends von uns Mitarbeitern einberufenen Unterredung mit mehr als 60 Kollegen der TOOH darlegen, was genau Herrn Rosinski vorzuwerfen ist.

Durch einen in der MZ erschienen Artikel erfuhren wir überhaupt erst von der geforderten Freistellung des Geschäftsführers, was unsere sogenannten Vertreter in angeblich unserem Sinne, beantragten. In aller Deutlichkeit: Es ist das Gegenteil dessen, was wir uns wünschen! Unsere Vorwürfe an die „Rosinski muss weg–Allianz“ oder Ist da was faul im Staate Halle oder warum stinkt es nach Postenschieberei?

Es heißt immer wieder der Geschäftsführer sei nicht in der Lage gewesen, den “Theaterstreit“ zu lösen. Ist er denn ein Richter, oder nicht doch eher eine Partei, die in Streit
geriet und vor allem ständig erneut in diesen hineingezogen und dem vom Aufsichtsrat nicht genug der Rücken gestärkt wurde, indem dieser sich hinter ihn und sein vorausschauendes Wirtschaften stellte. Der Aufsichtsrat hätte Richter oder Schlichter sein müssen.

Herr Rosinski hätte den Streit nur unter Aufgabe seiner beruflichen Verantwortung schlichten können oder als resignierter Ja-Sager. Uns konnte Herr Rosinski glaubhaft vermitteln, dass es ihm neben Weiterentwicklung des Mediums Theater auch um dessen Zukunftsfähigkeit als öffentlich finanzierte Institution geht. Der Schaden, den das Haus durch leichtfertigen Umgang mit öffentlichen Mitteln nehmen würde, wäre massiv.

Daher ist ein gut wirtschaftender Geschäftsführer zwingend notwendig. Was den dauernden Zwist zwischen künstlerischen Leitern und
Geschäftsführer betrifft, lässt sich sagen, es ist die Pflicht eines Geschäftsführers, dem die finanzielle Aufsicht und langfristige Obhutspflicht für ein
Unternehmen anvertraut worden ist, Kunstschaffende darauf hinzuweisen, wieviel Geld für ihre Projekte eingeplant und vorhanden ist. Werden diese Hinweise nicht akzeptiert bzw. ignoriert, überschreiten unserer Auffassung nach diese Kunstschaffenden ihre Kompetenz und sollten in Frage gestellt werden und nicht, wie geschehen, Herr Rosinski in seinem Amt als Geschäftsführer. Wir empfanden es als selbstverständlich und begrüßten die Aussage von Herrn Rosinski, Meinungsverschiedenheiten, Personalfragen,
Auseinandersetzungen zwischen TOOH Angestellten, Intendanten und Geschäftsführer nicht nach außen zu tragen um nicht als Skandalverein oder
Schmutzwäscherei wahrgenommen zu werden.

Natürlich hätte die Öffentlichkeit volles Recht zu erfahren, wenn sich wirkliche Unregelmäßigkeiten und Verfehlungen zugetragen hätten. Eben diese konkreten Benennungen bleiben aber nach wie vor aus. Kann das Grundlage für eine vorzeitige Freistellung sein, zu der man nur nicht fristlose Entlassung sagen darf?

Herr Brenner und Herr Werner haben dem Vernehmen nach besonderes Interesse, den Geschäftsführer loszuwerden.

Und Florian Lutz? Der Mann hinterlässt verbrannte Erde: Anfangs hatte er Narrenfreiheit, nutzte ein vorhandenes Machtvakuum und
verwandelte das kurz zuvor edel hergerichtete Theatercafé in tausende Euro verschlingenden Pappwandmurks mit Plattenbaucharme. Weniger Gäste und Zuschauer nutzten das Café daraufhin. Unerwähnt sollte man auch viele fragwürdige Inszenierungen nicht lassen, welche die Abonnementen- und Zuschauerzahlen einbrechen ließen. Kann man
Herrn Rosinski, der diese Experimente ohne Einmischung gestattete, als „übergriffig“ bezeichnen, wenn er darauf hinwies?

Die Oper blieb leer aber 2 Kritiker in 500 km Entfernung fühlten sich exquisit unterhalten.

Pressemacht innerhalb der Familie? Wer hat der kann! Für die Vita des flüchtenden Opernintendanten war es nützlich und die verschenkten Tickets füllten zwar leidlich die Ränge,vernichten aber langfristig Arbeitsplätze. Hausinterner Spotkommentar: “ Es Lutzt-ja-nischt ! ‚*

Herr Brenner ist einfach unglaubwürdig, wenn er im Stadtmagazin FRIZZ erklärt er bedaure den “Theaterstreit“ in der Öffentlichkeit, da gehöre er nicht hin. Erinnert sei an sein Radiointerview mit MDR-Kultur, bei dem er die geheimnisvollen Übergriffigkeiten Rosinskis beklagte und nebelig von herrschender Angst unter Mitarbeitern sprach. Fragt niemand, wie hoch die Zahl dieser unter Angst leidenden Mitarbeiter eigentlich ist und ob sie nicht aus gutem Grund zurechtgewiesen wurden? Angst klingt so dramatisch, dass niemand wagt, diesen Begriff eventuell zur kleinkarierten Furcht zu relativieren. Vielleicht, weil liebgewordene Lässigkeiten unterbunden werden sollten?

Auf Gerüchte über eventuelle Vorteile von Arbeitnehmervertretern imAufsichtsrat,denen eine vorzeitige Freistellung Herrn Rosinskis gelegen kommen könnte
und selbige skandalöser Weise selbst initiiert haben, dürfen wir nicht weiter eingehen.Dass diese dem Verfahren geschuldet existieren, ist schlimm genug und
auch, dass sie Unruhe in den “Neuanfang“ pflanzen. Wir empfehlen Ihnen als Stadtrat, sich diese “Arbeitnehmervertreter von
eigenen Gnaden“ genau zu besehen. In wessen Interesse handeln sie? In unserem nicht!

Des weiteren möchten wir darauf aufmerksam machen, dass das überstürzte Verfahren der Freistellung des Geschäftsführers und der Ernennung Frau van den Broeks zu Anfang als beigestellte, dann plötzlich als alleinige Geschäftsführerin Fragen aufwirft. Frau van den Broek engagiert sich im Freundeskreis des Puppentheaters wie
man erfahren konnte, womit wir das oben erwähnte, besondere Interesse der Herren Werner und Brenner berühren. Abgesehen vom finanziellen Mehraufwand (man wird sehen, wie hoch die medienwirksame “geringfügige Aufwandsentschädigung“ ist), wie sollte man sich des Eindrucks einer Postenzuschieberei im gegenseitigen Interesse
erwehren, wenn man hört, dass die Ausschreibung dieses existenziellen Postens für ein Theater die üblichen Zeiträume deutlich unterschritt und Personalgespräche nicht
geführt wurden, selbst mit einem Interessenten, welcher nach Bewerberparametern besser geeignet gewesen wäre. Damit soll nichts gegen Frau van den Broek persönlich gesagt sein.

Allein, dieses Prozedere säht den Keim des Misstrauens zwischen Belegschaft und GmbH Leitung, Aufsichtsrat, Arbeitnehmervertretern und nicht zuletzt der Bevölkerung bzw, dem Publikum.

Klüngel und Vetternwirtschaft stehen im Raum. Frieden ist unter diesen Umständen schwerlich zu stiften! Jede öffentlich finanzierte Institution hat es zu vermeiden,sich durch bekanntwerden solcher Zusammenhänge angreifbar zu machen.

Mit Goethe zu sprechen: “Das ist des Landes nicht der Brauch!“

Wir bitten den halleschen Stadtrat um erneute Prüfung dieser dramatischen Fehlentscheidung im Aufsichtsrat!

 

Print Friendly, PDF & Email

Startseite Foren Anonyme Gruppe angeblicher TOOH-Mitarbeiter verteidigt Rosinski mit offenem Brief

  • Dieses Thema hat 22 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche von fractus.
Ansicht von 17 Beiträgen - 1 bis 17 (von insgesamt 17)
  • Autor
    Beiträge
  • #377534

    Unter dem Absender „belegschaft.der.buehnen.halle@gmail.com“ verbreitet eine Gruppe von angeblich „mindestens 64 Mitarbeitern“ einen offen Brief an de
    [Der komplette Artikel: Anonyme Gruppe angeblicher TOOH-Mitarbeiter verteidigt Rosinski mit offenem Brief]

    #377535

    Klingt für mich sehr authentisch. Es bleibt diesen Mitarbeitern wohl nur, eigene Belegschaftsvertreter zu wählen.

    #377536

    Ja, einen anonymen Vertreter der anonymen Belegschaft.

    #377537

    „Worte von Selbstbedienungsladen und Selbstverwirklicherbude kursieren. Weder unsere Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der TOOH, Herr Gerd Vogel, Michael Sedlaczek noch irgendjemand vom Betriebsrat, konnten uns in einer eilends von uns Mitarbeitern einberufenen Unterredung mit mehr als 60 Kollegen der TOOH darlegen, was genau Herrn Rosinski vorzuwerfen ist.“ Ganz so anonym scheinen sie nicht zu sein, die 60 Kollegen. Das ihnen weder die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat als auch der Betriebsrat Auskunft geben kann, obgleich sie die Abberufung unterstützten, wenn nicht sogar initiierten, ist ein Armutszeugnis erster Güte.

    #377538

    Vielleicht ist das Schreiben so lang geworden, weil er jetzt viel Zeit hat.

    #377539

    Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das mit einem anonymen Brief von 64 anonymen Mitarbeitern wohl so funktionieren soll. Steht dann dort als Unterschrift 1, anonym, 2, anonym, …, 64. anonym?

    Wie kommt eigentlich jemand auf die Idee, das für ein seriöses Anliegen ein anonymer Brief die geeignete Form sei?

    Auch verstehe ich nicht so ganz den Inhalt. Der Aufsichtsrat hat Rosinsky beurlaubt. Im Aufsichtsrat sitzen weder Brenner, noch Lutz noch Werner. Wieso wird in einer Beurteilung von Rosinskys Wirken ellenlang über diese hergezogen. Um diese ging es doch gar nicht.

    Oder sollte der anonyme Brief nur noch ein nachgeschobenen Beweis für das Intrigieren von Rosinsky (und seiner anonymen Unterstützer) und damit eine inhaltlich Begründung der Aufsichtsratsentschiedung zur Beurlaubung Rosinskys sein?

    #377540

    Bestünde der Brief einfach aus dem Lob der Arbeit von Rosinski und trüge 67 Unterschriften, dann könnte er die Öffentlichkeit deutlich beeinflussen. So fragt man sich aber, ob es vielleicht nur 6,7 Autoren gibt, oder gar einen einzigen. Ein Bärendienst.

    #377541

    Rosinskis Fähigkeit, zu manipulieren und zu instrumentalisieren, ist bekannt.

    Ohne Praktikantin ist das natürlich schwerer geworden. Aber die magische Zahl von 64 Unterschriften unter einen anonymen Brief zu inszenieren, erscheint mir als Laien-Theaterkritiker sensationell. Wer hat so lange an dem Drehbuch geschrieben?

    Der Text ist lang, und enthält keine stilistischen Brüche.

    Wir kennen solche Art Pressemitteilungen von zwei Umweltvereinen in ähnlicher Länge. Da schreibt aber auch nur einer….

    #377542

    Ähm,

    #377544

    Kommt noch was?

    #377545

    Ich schreibe jetzt im Namen von 268,375 Mitarbeitern der TOOH:
    Herr Rosinski war ganz, ganz böse.

    #377546

    An fractus:

    Mit Brenner, Lutz und Werner hat es insofern doch zu tun,
    als diese die zweite Streitpartei bilden.
    Die erste ist, logischerweise, Rosinski.
    Der Stadtrat sollte Intendanten u. Aufsichtsratsmitgliedern
    die auch Arbeitnehmervertreter der TOOH sind,
    bezügl. persönlicher Interessen an der Geschäftsführer-
    freistellung im Blick behalten.
    Für Außenstehende ist es leider schwer, das ganze zu durchblicken.

    „THEATERSTREIT“ist sowieso das falsche Wort, denn es streiten sich
    ja nicht zwei oder mehrere Theater untereinander.
    Es ist ein Streit INNERHALB EINER Theater GmbH.

    Brief: es existieren keine Unterschriften unter diesem.
    Er zeigt ein Stimmungsbild, welches unter mindestens 64 Mitarbeitern
    existiert, in Worte gefasst wurde und das derren Anliegen formuliert.

    Natürlich sorgen sich manche Kollegen,daß ihre Unterschrift
    ihnen Ärger bringen könnte.
    Andere sorgen sich weniger und würden unterschreiben.
    Das Schreiben sollte außerdem noch vor der heutigen Aufsitsratssitzung
    sowie der am Freitag stattfindenden Betriebsversammlung
    an die Öffentlichkeit.
    Abgesehen davon, wäre ein offenes Unterschriften sammeln
    unterbunden worden (so frei sind wir nun auch wieder nicht,
    30 Jahre später).
    Der Brief und was er anspricht und fragt wird, so hoffen wir,
    in gewisser Weise wirken,
    auch wenn er juristisch wertlos sein sollte.

    #377573

    Was wäre ein Theater ohne Theater. Und erst eine GmbH. Da machen Theater Theater Theater. Ein „Glück“, das die Staatskapelle nur Musik macht. Das wäre noch ein Theater.

    #377576

    Jetzt wird das Gericht zum Theater glaubt man der MZ.

    Der Brief und was er anspricht und fragt wird, so hoffen wir,
    in gewisser Weise wirken,

    Ich hoffe es ausdrücklich nicht. Der Geschäftsführer ist für die wirtschaftliche Sicherstellung von Theater, Oper und Orchester zuständig. Die Intendanten für deren künstlerische Leitung. Die Aufgabe von Theater, Oper Orchester ist die Kunst. Insofern ist der Geschäftsführer ein Dienstleister für die Intendanten. Der auch im Brief aufscheinende Versuch, dieses Verhältnis umzukehren und die Intendanten zu Dienstleistern des Geschäftsführers im Sinne eines wirtschaftlich orientierten Kunstbetriebes zu machen, geht dagegen völlig an den Aufgaben der TOOH vorbei. Er formuliert darin einen kommerziell gefälligen Kunstanspruch, der weit über die Kompetenzen eines Geschäftsführeres hinausgeht und sich fremde Kompetenzen anmaßt.

    #377629

    An fractus:

    Die Aufgabe des Geschäftsführers
    ist, den Intendanten Geld für derren
    Projekte zu geben.
    Aber ebenso seine Aufgabe ist es,
    ihnen bei Überschreiten des Budgets in Erinnerung zu bringen,
    daß es Geld von vielen Steuerzahlern
    ist, mit dem sie da umspringen.

    Und nur weil jemand verantwortungsvollen
    Umgang mit Geld einfordert und nötigenfalls durchsetzt, ist er noch lange kein Kunstverhinderer.

    #377630

    Nein, aber auch nicht „Der gute Mensch von Sezuan“…

    #377634

    „Unerwähnt sollte man auch viele fragwürdige Inszenierungen nicht lassen, welche die Abonnementen- und Zuschauerzahlen einbrechen ließen. “

    Es ist genau diese Übergriffigkeit der Argumentatation ins künstlerische, die ich meinte. Diese Übergriffigkeit wird im nächsten Satz dann radikalisiert:
    „Kann man Herrn Rosinski, der diese Experimente ohne Einmischung gestattete, …“

    ist er nicht gnädig gewesen, der Herr GF?

    Diese Argumentation ist übergriffig, denn solche Bewertungen sind alleine Sache des Aufsichtsrates und gehen einen GF nichts an. Sie greift direkt in die Kompetenz des Aufsichtsrates ein. Hier maßt sich der GF. unter dem Vorwand (!) der Wirtschaftlichkeit eine künstlerische Einmischung und Bewertung an, die jenseits seines Aufgabenbereiches liegt.

Ansicht von 17 Beiträgen - 1 bis 17 (von insgesamt 17)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.