Verbitterter Bodendecker

31. Mai 2021 | Bild der Woche | 1 Kommentar
Weit verbreitet, gelegentlich als Unkraut diffamiert, wenn er sich im gepflegten Rasen wiederfindet, siedelt unser heutiger Lippenblüter auf feuchten Wiesen und Lichtungen. Der etwas ungewöhnliche Name soll sich vom lateinischen „consolidare“ herleiten. Seine Heimat ist Europa. Die krautige Pflanze wird nicht sehr groß. Mit ihren Ausläufern breitet sie sich kriechend aus und ist daher ein guter Bodendecker. Die Blätter sind rosettenartig angeordnet. Sie haben eine glatte glänzende Oberfläche und fallen durch ihre meist rostrote Färbung auf. Die schönen violett-blauen Lippenblüten mit den goldgelben Staubblättern kann man jetzt im fortgeschrittenen Frühjahr  bewundern. Die auffälligen Blütenstände bilden für Hummeln, Bienen und Schmetterlingen eine wichtige Nahrungsgrundlage.
Die Pflanze ist als Küchen- und Heilkraut geeignet, findet aber wenig Beachtung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Blätter recht bitter schmecken. Sparsam eingesetzt geben sie einem Salat oder Kartoffelgerichten eine würzige Note.
Als Heilkraut hat die Pflanze, obwohl mit diversen Wirk- und Gerbstoffen ausgestattet, keine Karriere gemacht. In der Volksmedizin nutzte man die antibakteriellen, schmerzlindernden Wirkungen.
(Hans Ferenz)

Auflösung der letzten Pflanze der Woche (Mikrokosmos, Makrokosmos): kleiner Storchschnabel, Geranium pusillum

User „Rati“ brauchte (wie alle anderen auch) nicht zu „raten“, auch nicht in botanischen Lexika oder einfach nur den grauen Zellen nachzuschlagen: der Bild-Redakteur hatte aus Versehen gleich die Lösung mit in die Bildunterschrift gesetzt. Großartig. Wir „suchten “ also um den kleinen Storchschnabel, ein Gewächs, da zur Zeit in den Wiesen und an Wegrändern blüht, besonders dort, wo viel Stickstoff im Spiel ist. Es ist ein kleiner Geselle, der sich gerne teppichartig ausbreitet, und um seine Blütenpracht zu genießen, braucht man schon eine starke Brille.  Er gehört zur Familie der Geraniaceen – den Storchschnabelgewächsen. Zu dieser Familie  „Geraniaceen“ gehört übrigens auch die Gattung der Pelargonien, die man im Volksmund „Geranien“ nennt. ,Mit unserem Storchschnabelsind diese Balkonpflanzen also nur sehr entfernt verwandt. Woher kommt der Name?  Es waren wohl die Botaniker, die sich mit ihrem Sextanergriechisch schwer taten. Auf der Suche nach „Storch“ fanden sie das Wort „Geranos“, was aber eigentlich „Kranich“ bedeutet. Egal. Und so kam dann die Pelargonie zu ihrem Namen: „Pelargos“ wäre nämlich der korrekte Name gewesen für den Storch.  Da brate sich einer einen Storch. Was hat die Pflanze nun mit Kranichen oder Störchen gemein? Es ist der sich nach dem Abblühen bildende Fruchtstand,  der mit seiner lang ausgezogenen Spitze an den Kopf eines Kranichs oder eben Storchs erinnert.

(HW)

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