Neue Wege beim „Neuen Weg“: Gebäude am Riebeckplatz wird saniert

28. Juni 2015 | Vermischtes | 2 Kommentare

Im Jahr 1992 war Schluss, das zeigen auch noch alte Wandkalender in den Räumen. Seit dem steht der riesige Gebäudekomplex der einstigen CDU-Zeitung „Der Neue Weg“ am Riebeckplatz leer. Doch nun beginnt die Sanierung.
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Das Gerüst steht mittlerweile. Arbeiter haben mit der Beseitigung von Schutt in dem einstigen Druck- und Verlagshaus begonnen, das sich von der Leipziger Straße bis zur Franckestraße erstreckt.

Die Eigentümerin, eine Darmstädter Ärztin, lässt zunächst die Jugendstilfassade sanieren und neue Fenster einbauen. Die konkrete zukünftige Nutzung steht noch nicht fest. Lofts im Industriedenkmal wären machbar. Für Geschichtsliebhaber lässt sich in den großen Komplex noch einiges entdecken. Stuckdecken, Bleiglasfenster, Holzeinbauten und Flügeltüren sind noch vorhanden, ebenso wie das Parkett. Ein Highlight sind die Bleiglasfenster von Johann Ewald. Kurz nach der Wende ließ die Treuhand das Dach sanieren, so dass trotz des jahrelangen Leerstands die Gebäudesubstanz zufriedenstellend ist.

Doch zuvor bevölkern erst einmal Künstler das Gebäude. Die Burg-Studentin und Vorsitzende des Kunstkiosks Hr. Fleischer, Katja Labedzki, wird hier ihre Arbeiten zur Diplomverteidigung präsentieren. Im Oktober wird dann das Werkleitz-Festival die Arbeiten von 21 Künstlern aus Kanada, Australien und Europa präsentieren.

Das Gebäude wurde 1911 als Verlags- und Druckhaus der konservativen und deutsch-nationalen „Halleschen Zeitung“ errichtetet. Ab 01.01.1946erschien die CDU-Zeitung „Der Neue Weg“. Diese wurde nach der Wende von der FAZ übernommen. Wegen sinkender Auflagen wurde das Blatt am 28.02.1992 eingestellt.

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