Der „Zuckerbaum“ an der Universitätsmedizin Halle – Ein bunter Mutmacher

15. November 2022 | Natur & Gesundheit | Keine Kommentare

Gestern war Weltdiabetes-Tag. Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 0-17 Jahre neu an Diabetes.

Im südlichen Sachsen-Anhalt versorgt die Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I der Universitätsmedizin Halle jährlich zwischen 30 und 35 Betroffene im Kinder- und Jugendalter nach einer Diabetesmanifestation, Tendenz steigend. Um den jungen Patienten von Anfang an zu zeigen, dass sie mit ihrer Krankheit nicht alleine sind, dürfen sie sich mit einem bunten Handabdruck am „Zuckerbaum“ der Kinderstation verewigen und ihn so gemeinsam mit anderen Betroffenen und Wegbegleitern zum Blühen bringen.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die von hohen Blutzuckerspiegeln gekennzeichnet sind. Der Typ-1-Diabetes, bei welchem das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, steht bei Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Die chronische Krankheit muss bei ihnen mit Insulin behandelt werden.

„Für die Familien ist die Diagnose zu Beginn mit vielen Sorgen verbunden.“, weiß die Diabetesberaterin der Universitätsmedizin Halle, Nicole Kuplin. „Oft hat die Therapie eine erhebliche Umstellung des Familienalltags und der Ernährungsgewohnheiten zur Folge und erfordert bei Eltern sowie Kindern viel Disziplin und Engagement.“ Gemeinsam müssen sie lernen, mehrmals täglich Insulin in exakter Dosierung zu spritzen, regelmäßig Blutzucker zu messen und anschließend einzuschätzen und den Nährstoffgehalt ihrer Mahlzeiten zu bestimmen. Bei kleineren Kindern gilt es auch, Betreuungspersonen in Kita und Schule miteinzubeziehen und vertrauensvoll Hand-in-Hand zu arbeiten. „Umso wichtiger ist es uns als medizinische Wegbegleiter, den Familien Mut zuzusprechen und für ein selbstbestimmtes Leben mit Diabetes fitzumachen.“, so Kuplin.

Vor zwei Jahren hat die Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I deswegen einen „Zuckerbaum“ an die Wand der Kinderstation malen lassen. Seither verewigen sich die neuen Diabetespatienten gleich während ihres ersten stationären Aufenthalts – also mit Diagnosestellung –  mit ihrem Handabdruck am stetig wachsenden, farbenfrohen Baum.

Auch Kinderpflegefachkräfte, Ärzte und Diabetesberater sind als Honigtöpfchen zwischen dem Blättern zu entdecken. Gleichzeitig lernen Kinder und Eltern noch während des Krankenhausaufenthalts in einer Initialschulung von den Diabetesberatern und -assistenten der Universitätsmedizin Halle alles, was sie über die Krankheit wissen müssen: Handgriffe beim Blutzuckermessen, Hinweise zum Insulinspritzen sowie das Berechnen der Kohlenhydratmenge und der benötigten Insulindosis.

Und auch nach der Entlassung können die Familien auf Unterstützung zählen. Für die ambulante Weiterbehandlung gibt es eine enge Abstimmung mit den Experten der Klinik.

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