Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler steigt auch in diesem Schuljahr leicht an

30. Juni 2021 | Bildung und Wissenschaft, Soziales | 1 Kommentar

 

In Sachsen-Anhalt gibt es insgesamt 871 allgemeinbildende Schulen, an denen in diesem Schuljahr (2020/2021) 198 714 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Das Statistische Landesamt teilte nun mit, dass von diesen etwa 6,3 % eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen, also 12 519 Schülerinnen und Schüler. Von diesen kommen wiederum knapp 40 % aus Syrien.

Vergleicht man diese Zahl mit derjenigen vor 6 Jahren, fällt eine leichte Steigerung auf. So waren es im Jahr 2014/2015 nur 4 075 Schülerinnen und Schüler bzw. 2,2 %.

Sachsen-Anhalt liegt mit diesem in den letzten Jahren gestiegenen Anteil jedoch weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, welcher mit einem Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Vorjahr bereits bei 11,3 % lag.

Hohe Anteile ausländischer Schülerinnen und Schüler verzeichnen dabei vor allem die größeren Städte. Auch in Sachsen-Anhalt sind es demnach die kreisfreie Stadt Halle (Saale) mit 12,8 % und die Landeshauptstadt
Magdeburg mit 12,7 % gefolgt von der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau mit 7,9 %, welche die höchsten Anteile ausländischer Schülerinnen und Schüler aufweisen. Am geringsten fällt der Anteil hingegen im Landkreis Harz mit nur 2,2 % aus.

Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr, dass Kinder mit Migrationshintergrund hierzulande inzwischen eine große Schülergruppe stellen und sich die Schulklassen insbesondere in den Städten daher in den letzten Jahren Zusehens verändert haben. Kritiker bemerken aus diesem Grund immer wieder, dass sich deshalb auch das Beschulungssystem der Situation besser anpassen müsste. Schließlich sind es besonders die Migrantenkinder, die im Leistungsdurchschnitt schlecht abschneiden.

Einem Untersuchungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge, erklärt sich dieser hohe Anteil an leistungsschwachen Schülern unter den Migrantenkindern vor allem durch das vergleichsweise niedrige Bildungsniveau der Eltern und die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, in denen die Schüler aufwachsen. Wenngleich es natürlich auch andere Kinder trifft, sind es im Zuge der Corona-Krise jedoch  im besonderen Maße diese Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte, die nunmehr aufgrund fehlender Homeschooling-Möglichkeiten den Anschluss und damit mögliche zukünftige soziale Aufstiegschancen verpasst haben.

Um neben den bereits bestehenden Problemen nun also auch die entstandenen Bildungslücken aufzuarbeiten, wird zukünftig die Integrationsarbeit an Schulen noch einmal deutlich wichtiger werden.

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