Abderhalden: Wiegand zieht Antrag zu Straßenumbenennung zurück

29. Juli 2015 | Vermischtes | 17 Kommentare

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand zieht seinen Antrag zur Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße zurück.

Die jetzt durch die Leopoldina vorgestellte Studie zu ihrem einstigen Präsidenten habe neue Erkenntnisse gebracht, so Wiegand auf Nachfrage. Deshalb sei eine Umbenennung nicht mehr zu rechtfertigen. Wiegand hatte vorgeschlagen, diese Straße nach Anton Wilhelm Amo zu benennen. Amo war der erste schwarzafrikanische Student in Halle.

Allerdings ist die Debatte um die Umbenennung trotzdem nicht vom Tisch. Denn auch die Grünen wollen die Straße umbenennen. Im September wird der Kulturausschuss darüber beraten.

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Dieses Thema enthält 17 Antworten und 12 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Profilbild von 10010110 10010110 vor 1 Jahr, 10 Monate.

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  • #165298

    Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand zieht seinen Antrag zur Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße zurück. Die jetzt durch die Leopoldina vorgeste
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    #165300

    Emil war DDR, und daher böse. also weg mit dem Namen!

    #165301
    Profilbild von
    Anonym

    klingt nach einem typisch Wiegandschem Schnellschuß. Offenbar ist die Materie zu komplex um sich populistisch profilieren zu können.

    #165302

    Glückwunsch Dr. Wiegand!

    #165303

    wie ich sie hasse, diese straßennamen mit mehreren bindestrichen…

    #165333

    Anton-Wilhelm-Amo-Str. wäre nicht weniger bindestrichträchtig gewesen. Im übrigen war der Wiegandsche Antrag nur ein Änderungsantrag zum Antrag der Grünen gewesen. Es hilft also nicht viel, wenn unser OB seinen Änderungsantrag zurückzieht. Der der Grünen bleibt bestehen, es sei denn, sie ziehen auch zurück.

    #165361

    Ich wäre für „Am-Steintor-Campus“. Völlig neutral.
    Es hilft schon viel, wenn die Grünen ihren Antrag bestehen lassen.

    #165362

    Das Am kann man weglassen und Steintorcampus draus machen. Dann hat man keine Bindestriche.

    #165368

    Üblich wäre mehr die Schreibweise „Steintor Campus“.

    #165775

    Nur weil Deppenleerzeichen immer üblicher werden, muss man diese Dummheit noch längst nicht akzeptieren oder gar fördern.

    #165795
    Profilbild von
    Anonym

    Völlig neutral.

    Auch die Forderung nach Neutralität ist ein ausgrenzendes politisches Diktum. In dem nämlich Engagement a priorie verteufelt wird. Dann sollten sich die Stadt als nächstes der Namensgegebung von Rive-Ufer, Reileck, Riebeck-, Francke- oder Melanchthonplatz annehmen.

    Gibt es kein positives Moment auf das eine solche Straßenbennung rekurrieren könnte? Insofern fände ich den Vorschlag der Benennung nach Anton Wilhelm Amo bislang am interessantesten.

    #165887

    Insofern fände ich den Vorschlag der Benennung nach Anton Wilhelm Amo bislang am interessantesten.

    Im Gegensatz zu Rive, Reil, Riebeck, Francke und Melanchthon würde Amo allerdings nur für die Tatsache geehrt, dass er eine dunkle Hautfarbe hatte und in Halle graduierte.

    #165890

    Da fällt mir sofort jemand anderes ein.

    #165903
    Profilbild von
    Anonym

    würde Amo allerdings nur für die Tatsache geehrt, dass er eine dunkle Hautfarbe hatte und in Halle graduierte.

    vom Sklaven bis zum promovierten Privatdozenten in Jena, wahrlich eine typische Wissenschaftlerlaufbahn in damaliger Zeit, die im übrigen am Wittenberger Zweig der Uni stattfand. Amo ist letztlich als Ziel rassistischer Kampagnen wieder nach Ghana zurückgegangen. Ist halt nur die übliche durchschnittliche akademische Leistung, wo jeder unabhängig seiner Hautfarbe und Herkunft Zugang zu Hochschulbildung hatte, und keinerlei rassistische Ressentiments vorhanden waren.

    Aber vermutlich ist deine Akademische Vita viel beeindruckender, auf dass du so auf diejenige von Privatdozent Dr. Amo herunter schauen kannst.

    #165978

    Nun laßt doch einfach die Abderhaldenstraße, und gut ist. Wenn ihr bei allen Personen, nach welchen eine Straße benannt ist, im Keller rumwühlt, bleiben bloß noch Blumen. Oder ist etwa Luther unproblematisch?

    #165979

    Deshalb Steintorcampus !

    #165980

    Im Gegensatz zu Rive, Reil, Riebeck, Francke und Melanchthon würde Amo allerdings nur für die Tatsache geehrt, dass er eine dunkle Hautfarbe hatte und in Halle graduierte.

    Eigentlich würde sich damit die Stadt Halle samt ihrer Universitätstradition ein Denkmal setzen. Denn hier war es eben möglich – zu einer Zeit, in der man an den meisten Orten der ‚westlichen‘ Welt Schnappatmung kriegte beim bloßen Gedanken, dass sich ein Schwarzer auf die gleiche Bank setzen könnte.

    #165986

    Denn hier war es eben möglich – zu einer Zeit, in der man an den meisten Orten der ‚westlichen‘ Welt Schnappatmung kriegte beim bloßen Gedanken, dass sich ein Schwarzer auf die gleiche Bank setzen könnte.

    Und die zwei Flüchtlinge, die Martin Patzelt (CDU, MdB) gönnerhaft bei sich aufnimmt, bekommen dann auch ein Denkmal, oder wie?

    Deshalb Steintorcampus !

    Nee, ♫ „ich will unser’n alten Kaiser Wilhelm wieder ham“ ♫

    – und Friedrich gleich mit.

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