Ist Fleisch wieder zu billig? Bäuerliche Landwirte beklagen sich über Discounter-Preise

6. Juli 2022 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Der Discounter Aldi verbilligte gestern Fleischprodukte und begründete dies mit niedrigen Einkaufspreisen. Edeka will nachziehen. Was den Verbraucher sicher freut, sorgt die Landwirte, die sich für eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft engagieren. Bei ihnen kommt nämlich die Preiserhöhung nicht auf der Einnahmenseite an. Die höheren Preise sind offenbar bei den Zwischenhändern versickert. In den letzten Wochen „streikten“ auch die Verbraucher, die hohen Preise für Fleisch- und Wurstwaren ließen sich nicht am Markt durchsetzen, die Umsätze der Einzelhändler brachen ein.

Aktion Agrar ist ein lockerer Zusammenschluss bäuerlicher Landwirte mit Sitz in Magdeburg. Nach eigenem Bekenntnis wollen sie „mit kreativen Kampagnen Bewegung in die Agrarwende bringen. Wir streiten für die Zukunft einer bäuerlichen Landwirtschaft, die ökologischer, sozialverträglich und tiergerechter arbeitet.“

Catharina Rubel, Campaignerin von Aktion Agrar, zu den Preissenkungen: „Sowohl Verbraucher als auch Landwirte haben aktuell mit steigenden Preisen zu kämpfen. Die angekündigten Preissenkungen für Fleisch entlasten zwar die Verbraucher, sind jedoch eine Ohrfeige an Tierhalter – und eine Katastrophe fürs Klima. Statt einer Billigfleisch-Flut in den Regalen brauchen wir eine Reduktion der Nutztierzahlen. Um Bäuerinnen und Bauern aus der Krise zu helfen, braucht es jetzt kostendeckenden Erzeugerpreisen.“

 

 

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