Tour de Natur kommt heute nach Halle

30. Juli 2018 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Die Tour de Natur ist nach eigenen Angaben eine jährliche Radtour für klimafreundliche Politik und Lebensweise. „Aktiv – umweltbewegt – unaufhaltsam“ setzt sich die Tour de Natur für den Schutz der Umwelt ein: gegen überflüssige und überdimensionierte Betonschneisen, für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik, gegen neue Kohlekraftwerke und für die sofortige Abschaltung aller Atommeiler. Jeden Sommer geht es zwei Wochen lang um ganz konkrete Themen und Projekte entlang der Strecke. In der Vielfalt steckt aber immer der Gedanke, dem friedlichen Umgang des Menschen mit seinesgleichen und der Natur ein Stück näher zu kommen.

Dabei ist die Tour de Natur ist keine Tour de France! Und das ist gut so: Bei langsamen Tempo haben auch Familien mit Kindern und ältere Menschen Spaß. Normale Alltagsfitness und ein technisch solides Rad sind ausreichend.

Für drei Tage kommt die Tour de Natur im Jahr 2018 auch nach Halle. Auf der Strecke am heutigen Montag werden die Radler auch über die Hochstraße in Richtung Hauptbahnhof in die Stadt fahren. Um 15:00 Uhr an der Saaleschule und 15:50 an der Peißnitzbrücke ist ein  Treffpunkt mit den halleschen Radlern angedacht.

Die Strecke durch Halle an drei Tagen:

9. Etappe, Mo, 30.7.: Röblingen – Halle-Trotha (55 km, hügelig)

10:30 Uhr: Infostopp Solarkraftwerk (Köllme)

11:45 Uhr: Infostopp Autobahn A143 in Salzmünde („Brücke im Nichts“)

12:30 Uhr: Aktion in Friedrichsschwerz gegen die A143

13:00 – 14:30 Uhr: Mittagspause in Friedrichsschwerz (Feuerwehr)

16:30 Uhr: Aktion am Fahrradparkhaus Halle(Saale) – Hauptbahnhof

17:00 Uhr: Kundgebung auf dem Marktplatz gegen die A143

Bereits 2012 hat die Tour de Natur den Widerstand gegen die A143 unterstützt, die nach den Planungen unweit von Halle die Saale queren soll. Dort bieten bislang Landschaften wie die Porphyrkuppen seltenen Tier- und Pflanzenarten Schutz. Zudem widerspricht sie allen Bemühungen nach einer Verkehrswende und notwendigem Klimaschutz!

Übernachtung: Saaleschule Halle-Trotha (Hans-Dittmar-Str. 9, 06118 Halle (Saale)

10. Etappe, Di, 31.7.: Halle/Saale

Vormittags: Exkursionen wahlweise zum Umweltzentrum Franzigmark  oder zum Thema Urban Gardening auf Freiflächen sowie Workshops im Quartier

13:00 – 14:30 Uhr: Mittagspause im Quartier

14:30 Uhr: Verkehrswendeaktion

18:30 Uhr: „Das fossile Imperium schlägt zurück – Vortrag zu Klimaschutz und Energiewende von Prof. Dr. Claudia Kemfert (Ort: Aula der Saaleschule)
Interessierte aus Halle (Saale) und Umgebung sind herzlich willkommen!

Alles schien auf einem guten Weg. Die Energiewende schafft Wohlstand, macht unabhängig von geopolitischen Konflikten, schützt das Klima und stärkt die Demokratie. Und sie ist erfolgreich. Zu erfolgreich. Die „alten“ Energien und die Klimaskeptiker gehen nicht kampflos vom Platz. Anstelle von Rückzugsgefechten schalten die Lobbyisten der Kohleindustrie und Atomenergie auf Frontalangriff. Sie nutzen keine Armee, sondern Propaganda und „Fake News“. Mit bislang unbekannter Aggressivität werden Behauptungen, Mythen und Fehlinformationen vorgetragen und der Klimawandel wird geleugnet. Unerwartet befinden wir uns mitten im Krieg der Energiewelten zwischen fossiler Energie und den erneuerbaren Energien. Besonders sichtbar in den USA. Doch auch in Deutschland und Europa ist nicht alles rosig. Das fossile Imperium schlägt zurück. Auch hierzulande. Was steckt wirklich hinter den Mythen: Ist die Energiewende tatsächlich ökonomisch unsinnig? Isoliert sich Deutschland nicht dabei völlig? Droht eine Deindustrialisierung, müssen wir mit Blackouts und Strompreisexplosionen leben? Und: wer zahlt diese Energiewende? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Claudia Kemfert im Rahmen ihres Vortrags und unterstreicht die wirtschaftlichen Chancen, die in einer klugen Energiewende liegen.

Übernachtung: Saaleschule Halle-Trotha (Hans-Dittmar-Str. 9, 06118 Halle (Saale)

11. Etappe, Mi, 1.8.: Halle/Saale – Groitzsch OT Pödelwitz (70 km, hügelig)

12:30 Uhr: Stopp in Bad Dürrenberg (Borlachplatz) – Zusammentreffen mit Teilnehmer*innen , die wegen der langen Etappe von Halle per Zug fahren möchten

14:15 – 15:45 Uhr: Mittagspause in Röcken, Pfarrgarten, dort empfangen uns Mitglieder der Bürgerinitiative „Zukunft statt Braunkohle“

16:45 Uhr: Infostopp auf dem 159 m hohen Monarchenhügel mit Blick auf alte und neue Braunkohle-Löcher

17:30 – 18:10 Uhr: Kundgebung auf dem Markt in Pegau zum Thema Giftmülldeponie mit Bürgermeister Frank Rösel

Auf dem Gebiet der Stadt Pegau war eine Giftmülldeponie geplant, mit der der ehemalige Tagebau Profen nachgenutzt werden sollte. Die Planungen sind nach Protesten derzeit vom Tisch.

Abendprogramm des Klimacamps (weitere Infos hier):

20:00 Uhr: Forumtheaterstück „Who Cares?“

21:30 Uhr: Konzert mit Riosenti

Übernachtung: Klimacamp, 04539 Groitzsch OT Pödelwitz

 

 

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