HalleZero – Neuer Ansatz zum Klimaschutz

1. November 2020 | Umwelt + Verkehr | 132 Kommentare

HalleZero ist eine Bürger:inneninitiative mit dem Ziel, den Klimaschutz per Bürgerbegehren voranzutreiben. Bis 2030 soll die Stadt Halle klimaneutral werden, also netto keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen. Ein Interview mit Arian Feigl-Berger, Mitgründerin von HalleZero.

HS: Guten Tag Arian! Schön, dass du uns mehr zu “HalleZero” verraten willst, der jüngsten und wohl bisher am wenigsten bekannten Klimaschutzgruppe. FFF setzt ja auf Schulstreiks und Demonstrationen, Ende Gelände auf direkte Aktionen an der Kohle, Extinction Rebellion auf Zivilen Ungehorsam. Was ist denn der Ansatz von HalleZero?  

AF: HalleZero ist die lokalpolitische Untergruppe von GermanZero für die Stadt Halle. Der Ansatz ist, mit Hilfe von Bürger*innenbegehren bis 2030 die Stadt Halle klimaneutral zu machen. Dabei sehen wir klare Synergien mit den anderen Klimaschutzgruppen. Das Ziel ist, ganz praktisch und konkret die Lokalpolitik auf einen Kurs zu bekommen, der mit den Pariser Klimaschutzzielen vereinbar ist. Dazu müssen wir natürlich auch Druck aufbauen, damit Maßnahmen festgeschrieben werden. Außerdem müssen wir selbst aktiv werden, um diese Transformation, diesen Wandel, sehr demokratisch zu begleiten und mitzugestalten.

HS: Das klingt sehr abstrakt. Gibt es für diesen Ansatz denn Vorbilder, Beispiele?

AF: Ja, es gibt die Initiative für einen Klimaentscheid schon länger in einigen Kommunen, Bayreuth, Darmstadt, München und Essen, da gibt es große Ähnlichkeiten und Austausch. ( https://www.germanzero.de/klimaentscheide

HS: Und außerhalb des aktuellen Klimathemas?

AF: Das Bürger*innenbegehren oder Volksbegehren ist ja ein klassischer, etablierter Ansatz, um selbst Einfluss auf die Politik zu nehmen. Diese Form gab es auf Landesebene gerade als Volksbegehren gegen Lehrermangel. Oder in Berlin als Radentscheid, damals angestoßen von Heinrich Strößenreuther, der dann 2019 GermanZero initiiert hat. Das Buch “Klimawende von unten“ liefert Weiteres. Privatisierte Kraftwerke wurden beispielsweise in kommunale Hand zurückgeholt, um wieder mehr Einfluss zu bekommen.

HS: Nettonull bis 2030 klingt ja kurz und knapp. Natürlich hat es den großen Charme, ein sehr einfach und direkt messbares Ziel zu sein, im Gegensatz zu den üblichen schwammigen Absichtserklärungen. Wenn ich jetzt auf die Straße rausgehe und 20 Personen frage, was sie davon halten, werde ich doch sicher erstmal auf viele Fragezeichen oder pauschale Vorurteile stoßen. Ein Volksentscheid muss die Menschen konkreter mitnehmen, oder?

AF: Die Umstellungen sind natürlich ein großer Brocken Arbeit auf allen Gebieten. Dass es bundesweit bis 2035 möglich ist, hat gerade erst die Studie des Wuppertal Institutes nachgewiesen. Innerhalb einer Kommune mit sehr wenig Industrie ist 2030 ein machbares Ziel. In Zusammenarbeit mit GermanZero haben wir auch eine konkrete Planung für Halle aufgestellt, herausgekommen ist eine 50-seitige Broschüre, ein Klimastadtplan. Darin sind allgemein verfügbare Lösungsschritte ganz konkret auf Halle zugeschnitten, aber auch Maßnahmen, die direkt aus unserer Gruppe kommen. Auch ganz kleine konkrete Forderungen wie Rasenbereiche, die seltener gemäht werden, um deutlich mehr Blühpflanzen für Insektenvielfalt bereitzustellen – und die müssen miteinander vernetzt sein, um den Austausch der Insekten und Pflanzen zu gewährleisten. Zur Ergänzung sollten auch bestimmte Blühpflanzen ausgesät werden.

HS: 50 Seiten. Das klingt nach Konzepten, die nicht von ein paar Laien nach Feierabend zusammengeschrieben werden. Habt ihr denn überhaupt die nötige Expertise?

HalleZero

HalleZero

AF: GermanZero hat Teams aus Expert*innen auf den beteiligten Gebieten, in enger Kooperation mit Scientists for Future. Da steckt sehr viel Fachkompetenz dahinter. Jurist*innen, Biodiversitätsforscher, natürlich auch Teams zu Energie und zu Verkehr, zu Heizung und Bauen, zur Infrastruktur. Da wurden realistische, umsetzbare konkrete Maßnahmen entworfen. Das geht von politischen Entscheidungen bis zu Anreizen, die richtig gesetzt werden müssen. Ohne solche Anreize haben wir gar keine Chance, im Budget für das Paris-Abkommen zu bleiben. 

HS: … zu dessen Einhaltung sich die Stadt Halle ja verpflichtet hat. Diese Maßnahmen kosten sicher Geld. Ist das gesamte Paket denn sozial ausgewogen oder haben sich ein paar wohlsituierte Wissenschaftler*innen und Beamte hingesetzt? Sind die Bedürfnisse der Menschen mit geringem Einkommen überhaupt berücksichtigt?

AF: Ja, dass die Maßnahmen sozial ausgewogen sind, ist ein ganz wichtiger Punkt bei unserem Ansatz. Ein Bürger*innenbegehren kann man eigentlich gar nicht gegen die Mehrheit der Betroffenen durchbekommen, und das wäre auch nicht unser Ziel. Im gesamten Verlauf soll mit vielen unterschiedlichen Menschen gesprochen und gearbeitet werden, es geht gerade darum, die Spaltungen der Gesellschaft zu überwinden. So ein großes Projekt kann man nur gemeinschaftlich stemmen. Sicher ist da teilweise noch Bildungsarbeit notwendig. Innerhalb der nächsten Monate wird ein politisches Konzept dazu ausgearbeitet, an dem sich möglichst viele Bürger*innen beteiligen sollen. Es gibt schon mehrere Kommunen, die klimaneutral geworden sind, inklusive 100% Erneuerbare, da liegen also Erfahrungen vor, wie man die Bevölkerung einbezieht. Solche Projekte stärken die Teilhabe und oft auch die Identifikation mit der eigenen Kommune. Wandel geht nur gemeinsam, und indem wir die meisten Bürger*innen mitnehmen.

HS: Also handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Bewegung und ihr wollt es wirklich schaffen, alle Schichten für den Klimaschutz zu begeistern?

AF: Ja, es gibt doch auch viele Bereiche, wo wir von Veränderungen profitieren. Eine Ernährungswende, bei der die preisgünstigste Variante nicht mehr die gesundheitsschädlichste ist, verringert doch auch Krankheiten, Übergewicht, Fehlernährung. Unsere Ernährung mit viel zu viel Fleisch- und Milchprodukten wirkt sich negativ auf so viele Bereiche aus. Oder beim Straßenverkehr: mit viel weniger Autoverkehr gibt es viel weniger Stau, Verkehrslärm, Emissionen, schweren Unfällen, Stress. Also einen Gewinn für alle. Der Motorisierte Individualverkehr muss deutlich reduziert werden.

HS: Also sollen wir für Nettonull 2030 alle vegan werden?

AF: Vegane Ernährung verursacht die geringsten Emissionen, aber uns geht es nicht um die Extreme, uns geht es um sinnvoll machbare, praktische Veränderungen. Heute kann man so einfach, bequem und lecker den eigenen Speiseplan mit pflanzenbasierten Gerichten erweitern, ob im Restaurant, in der Kantine, im Supermarkt, dass es ein leichtes wäre, ein Viertel oder die Hälfte des Fleischkonsums zu ersetzen. Was jemand kauft und isst, bleibt natürlich Privatsache. Aber die Politik setzt Rahmenbedingungen für die Herstellung, den Vertrieb, den Verkauf. Das meiste davon liegt aber außerhalb der Kommune.

HS: Und das alles wollt ihr in kurzer Zeit vermitteln. Klingt sehr anspruchsvoll. Wird es dazu dann Stände geben? Plant ihr Umfragen, um rauszufinden, wo die größten Vorbehalte liegen? Wer kennt euch denn überhaupt schon?

AF: Auf Social Media gibt es schon viele Reaktionen, ganz unbekannt sind wir nicht mehr. Wir wollen auch in Kürze die Sammelstellen eröffnen, und Fördermittel für unsere Arbeit sind beantragt. Natürlich brauchen wir noch viel mehr Mitglieder, aktuell haben wir ca 18 richtig Aktive und ca 36 Unterstützer*innen. Aber es wächst gerade, und seit 25.10. sind wir ein eingetragener Verein, hoffentlich bald gemeinnützig.

HS: Ich drück die Daumen! Seid ihr damit jetzt bei den Aktiven eine Konkurrenz zu FFF? Halle hat ja nicht unbegrenzt viele Aktivisti, und wer bei Euch mitarbeitet, fehlt sicher anderswo?

AF: Ich habe HalleZero mit initiiert, und ja, ich war vorher bei FFF aktiv. Aber es gibt eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit, und unser Ansatz spricht auch andere Menschen an, die dadurch erst aktiv werden, deren Interesse nicht die Organisation von Demos ist.

HS: Und was werden eure Mittel sein, um mehr Druck zu machen? Wollt ihr dann auch Demos organisieren, oder Straßen blockieren?

AF: Nein, das ist nicht unsere Aktionsform. Natürlich werden wir auf den Demos auch Unterschriften sammeln und zusammenarbeiten, aber eigene sind eher nicht geplant. Im Zentrum stehen die Unterschriften und die Vermittlung der Ziele. Übrigens zählen bei solchen Entscheiden nur analoge Unterschriften auf Papier, keine elektronische Sammlung.

HS: Na vielleicht veranstaltet ihr ja mal ein Straßenfest, beim “LuWu Frei(t)räumen” war euer Stand ja ein voller Erfolg!

AF: Zumindest sind wir, falls Corona es zulässt, ganz bestimmt beim geplanten großen Umwelt-Frühlingsfest (Veganes Frühlingsfest) dabei. 

HS: Aber wie sieht es mit den Kosten aus? Die Stadt Halle ist chronisch pleite, und diese gesamte Umstellung klingt sehr teuer.

AF: Natürlich wird das eine riesige Aufgabe. Aber es wird ja immer deutlicher, dass es noch sehr viel teurer wird, die Klimakrise nicht zu bekämpfen – wie teuer, ist noch gar nicht absehbar. Die Stadt muss natürlich ihre Investitionen und Ausgaben umstellen, Förderprogramme suchen und nutzen, sicher braucht es auch private Unterstützung, wie zum Beispiel das Solarspar-Programm der EVH (buergerbeteiligung.evh.de). Und ist ein teures Parkhochhaus am Bahnhof denn wirklich notwendig? Knapp wird es eher an Arbeitskräften, Handwerker*innen, PV- Montage, Heizungsbau, all das.

HS: Dazu müsst ihr sicher mit allen (demokratischen) Fraktionen im Stadtrat reden. Bei einigen stelle ich mir den Einstieg recht einfach vor, Linke, Grüne, SPD, Mitbürger/Die Partei. Aber CDU und FDP? Wie steht es da mit der Vernetzung?

AF: Klimaschutz ist ja keine Aufgabe für eine einzelne politische Richtung, keine Frage von Links – Rechts. Sozial-ökologische Transformation, nachhaltiger Wandel und Klimaschutz geht jede Partei etwas an. Die heute vorhandenen Gräben sind schade und auch sehr gefährlich, Konservative sollten doch für die Erhaltung sein. Und individuelle Freiheit gibt es auch nicht, wenn die Ressourcen durch die Klimakrise wegbrechen. Diese Gräben wollen wir überwinden, auch Konservative Politiker sollen sich in unseren Plänen wiederfinden.

HS: Gelegentlich erwecken die CDU und FDP aber den Eindruck, dass ihr mehr rollende SUV wichtiger sind als eine lebendige Heide.

AF: Das ist eine Kognitive Dissonanz, außer wenn man konsequenter Klimakrisenleugner ist. Ganz bestimmt wollen CDU und FDP auch eine lebenswerte Welt, unterschätzen aber die dafür notwendigen Maßnahmen. Das Problem ist ja bisher auf die Konsumentin abgewälzt, genau dafür wollen wir eine Lösung bieten. Du kannst ein mobiles, gesundes Leben führen, musst dich dazu nicht wegen Ungerechtigkeiten und Klimasünden schlecht fühlen im Alltag, und genau um so was zu erreichen, brauchen wir strukturelle Umstellung.

HS: Also “Mehr Mobilität statt mehr SUV”?

AF: Ja, genau.

HS: Wie steht es mit klaren Leugnern der wissenschaftlichen Grundlagen? Auch im CDU-Umfeld sind klare Leugner der Klimakrise aktiv und belieb?

AF: Da ist viel Bildungsarbeit zu leisten. Wir stecken, auch global betrachtet, in einer Informationskrise, wo Quellen immer verwaschener werden und immer mehr Pseudowissenschaft verbreitet wird, auch das wird Teil unserer Arbeit sein.

HS: Vielleicht muss man die Leopoldina mal auf die kommunale Ebene kommen und ihre Politikberatung ergänzen, um auch die Stadträte zu erreichen? Politikberatung aus wissenschaftlicher Sicht ist ja deren wichtige Aufgabe.

AF: Ja, eine gute Idee. Die haben natürlich auch einen Vertrauensstatus.

HS: Also gut, HalleZero will die Transformation! Wie kann und sollte man euch denn jetzt unterstützen?

AF: Oh, da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Am besten direkt bei uns melden, per mail (HalleZero <halle.zero@posteo.de>) oder social media (zum Beispiel @HalleZero auf Twitter). 

Am liebsten sind natürlich ganz Aktive in der Gruppe, die die Organisation des Begehrens vorantreiben. Aber wer nur eine Stunde pro Woche oder eine halbe frei dafür hat, kann sich auch unserem Unterstützer*innenkreis anschließen und wird über konkrete Aufgaben informiert, ohne dass man groß in der Organisation stecken muss.

Wer keine Zeit einbringen kann, aber ein bisschen Geld, kann mit Spenden helfen. Grade am Anfang fallen viele Kosten an, bis zum Hygienekonzept und dem Desinfektionsmittel an den Sammelstellen.

Mindestens aber mit Freunden, Bekannten, der Familie (falls die in Halle sind) über das Projekt sprechen, informieren, und sie wissen lassen, dass sie bald bei uns unterschreiben können.

HS: Seid ihr denn schon in anderen Medien verbreitet?

AF: Nein, HalleSpektrum sind die ersten, die uns interviewen, wir sind ja erst seit einer Woche ein eingetragener Verein, aber freuen uns natürlich über jede Medienöffentlichkeit und werden die anderen Medien noch anschreiben.

HS: Was bedeutet jetzt Nettonull? Das hat doch Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Kein Verbrennerauto mehr, keine Gas- und Ölheizung, sitzen wir dann ohne Mobilität im Kalten Zimmer? Wie steht es mit der Lebensqualität?

AF: Nein, ich glaub die Lebensqualität wird sich verdoppeln. Davon gehe ich aus. Nicht nur, weil wir weniger Lärm und bessere Luft auf den Straßen haben, sondern auch, weil wir diesen Umsetzung in einem demokratischen Ansatz haben. Jeder hilft, den Strom zu produzieren und kann ihn zu fairen Preisen nutzen, wir haben dann als Stadtgemeinschaft ein gemeinsames Ziel, an dem wir arbeiten, eine Vision. Das bringt so eine Stadt unheimlich zusammen, erhöht also außer der praktischen Lebensqualität auch die gemeinschaftliche Qualität. Man hat dann gemeinsam etwas geschafft, hat sich von Vorurteilen gegen die Anderen befreit, und vielleicht kann das gerade hier, nach den negativen Auswirkungen der letzten wirtschaftlichen Umstellungen, viel Positives bringen.

HS: Und nebenbei wird man noch unabhängig von Öl- und Gasimporten, von Kohleverbrennung… klingt wirklich gut!

AF: Ja, das ist unser Ziel.

HS: Und wie steht es mit der Nachbarschaft? Die umliegenden Gemeinden? In Schkopau wird Kohle verbrannt, Verkehr endet nicht an den Stadtgrenzen, in Leuna und Buna stehen viele Freiflächen mitten in einem gut angebundenen Chemiepark… Energiespeicher, Batterieforschung, Redox Flux oder Natriumbatterie.

AF: Noch haben wir dafür zuwenig Mitwirkende, um das konkret anzugehen, aber ein wichtiges Ziel ist es natürlich. Gerade, wenn es um die konkrete Umsetzung der Klimaschutzkonzepte geht. Flächen für Windräder und Solarenergie werden direkt im Stadtgebiet nicht ausreichen. Der erste Schritt ist ein respektvoller, bedürfnisorientierter Austausch und Aufkärungsarbeit. Was die konkreten Ideen angeht: die sind ein gutes Beispiel, dass die Menschen, die schon lange hier leben, durch ihre Kenntnis der ganzen Gegend viele gute Vorschläge einbringen können. Damit sind sie lokale Expert*innen, egal auf welchem Gebiet, als Handwerker*in oder akademisch. Genau so was wie ein Chemiker, der an Leuna vorbeifährt und dort Möglichkeiten sieht. Die muss man dann durchrechnen. Um solche kreative Problemlösungen zu organisieren, und um dieses Potential einzusetzen, planen wir grade Stammtische. Zum Beispiel für den Sektor Energiewende, oder den Sektor Mobilität, oder Industrie, wo wir Bürger*innen zu diskutieren, Ideen zu entwickeln, auch zu diskutieren. Wir brauchen ja die besten Lösungen!

HS: Klingt nach verdammt viel Arbeit, da habt ihr euch ja was vorgenommen! Da ist ein Erfolg nicht garantiert.

AF: Das stimmt. Aber: selbst wenn wir trotz aller Anstrengungen bis 2030 die Nettonull nicht komplett schaffen, sind alle Schritte ja trotzdem wichtig und sinnvoll, die die Klimakrise ein bisschen entschärfen. Es ist keine Entweder-Oder-Frage, und was wir tun, wird dadurch ja nicht sinnlos. Und um dieses “Wir können das schaffen!” hinzubekommen, brauchen wir ambitionierte, aber umsetzbare Ziele.

HS: 90% Reduktion bis 2030 wäre ja auch schon eine große Leistung.

AF: Ja. Und man muss auch erwähnen, wie das beim aktuellen Klimaschutzkonzept der Stadt ist. Da wird vom Vergleichswert der Emissionen 1990 ausgegangen, seitdem ist fast die gesamte städtische Industrie stillgelegt worden und 20% der Bevölkerung ist weggezogen. Klar, dass da die Emissionen insgesamt sinken. Aber pro Kopf sind die Emissionen sogar gestiegen. Davon abgesehen fehlen darin die konkreten Maßnahmen. Und das Ziel im Klimaschutzkonzept der Stadt ist, bis 2030 40% der Emissionen zu reduzieren, das steht ja noch hinter der Europäischen Kommission zurück, wo 55% Reduktion das Ziel sind. Das muss also ohnehin nachgeschärft werden.

HS: Also als Fazit: HalleZero ist keine Konkurrenz zu den anderen Klimaschutzgruppen, sondern eine wichtige und sehr ambitionierte neue Gruppe mit einem sehr gut durchgeplanten Ansatz, der die ganze Gesellschaft mitnehmen will.

AF: Ja, die Klimaschutzbewegungen sind ja eher die Basis für unser Vorgehen. Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist bunt, vielseitig, hat verschiedene Ansätze. Und gemeinsam haben wir das Ziel, die Klimakrise auszubremsen und die Gesellschaft langfristig lebensfähig umzubauen.

HS: Dann bleibt uns nur, viel Erfolg zu wünschen! Vielen Dank für das Interview!

AF: Ja, ebenfalls vielen Dank, und schau doch mal bei einem der Stammtische vorbei!

HS: Mach ich ganz bestimmt!

Print Friendly, PDF & Email

Startseite Foren HalleZero – Neuer Ansatz zum Klimaschutz

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 133)
  • Autor
    Beiträge
  • #384378

    HalleZero ist eine Bürger:inneninitiative mit dem Ziel, den Klimaschutz per Bürgerbegehren voranzutreiben. Bis 2030 soll die Stadt Halle klimaneutral
    [Der komplette Artikel: HalleZero – Neuer Ansatz zum Klimaschutz]

    #384379

    Immer wieder cool, junge Menschen mit ambitionierten Zielen zu sehen. Danke für den Artikel und berichtet weiter.

    #384380

    „Du kannst ein mobiles, gesundes Leben führen, musst dich dazu nicht wegen Ungerechtigkeiten und Klimasünden schlecht fühlen im Alltag, und genau um so was zu erreichen, brauchen wir strukturelle Umstellung.“
    Um das zu erreichen reicht eine Abkehr von der Klimahysterie, nicht umsonst ist die Galionsfigur der Hysteriker ein depressives Kind. Aber bei den Erfindern vom Weltschmerz kommt sowas gut an. Aber solange die hallenser Nullen sich besser fühlen, wenn sie so tun als würden sie die Welt retten, ist ihnen ja geholfen.

    #384381

    „Innerhalb einer Kommune mit sehr wenig Industrie ist 2030 ein machbares Ziel.“
    Da sind sie in Halle richtig. Früher war sie eine bedeutende Industriestadt. Durch die Industrie wurde sie groß und reich. Jetzt hängt sie am Bettelgeld,

    #384382

    Ach Nixi, Nixie: Menschen zur „Abkehr“ von physikalisch gesicherten Fakten zu bringen, hat nichtmal 1633 die Kirche bei Galilei geschafft.
    Und so stark seid ihr Antiwissenschaftler auch wieder nicht, dass ihr einmal errungenes und seit 190 Jahren aufeinander aufbauendes gesichertes Wissen wieder wegbekommt.
    Dass du selbst verweigerst, wenigstens ein paar einfache Grundlagen zu verstehen, ist und bleibt dein eigenes Problem. Du kannst nicht die ganze Welt wieder auf Geozentrismus zurückdrehen.

    Was den Treibhauseffekt angeht, bist du ungefähr auf demselben wissenschaftlichen Level wie die Antivaxxer bezüglich Viren.

    #384383

    Wo verweigere ich mich der Wissenschaft?Warum müssen solche Typen wie Du immer Lügen? Hysterie ist eben keine Wissenschaft. Aber Typen die nur Propaganda und Agitation betreiben sind halt speziell, egal ob kleiner Neonazi oder kleiner Klimahysteriker.

    Unter welchen wissenschaftlichen Aspekt fiel eigentlich die völlig unnötige Coronaparty der Klimahysteriker mitten in einer Pandemie? Da hättet ihr mal echt was für die Menschen tun können aber darum geht es euch ja nicht.

    #384384

    „Wo verweigere ich mich der Wissenschaft?“
    Überall da, wo du die negativen Folgen von zu hoher CO2-Emission bestreitest. Also im Wesentlichen unter jedem Beitrag zum Thema „Klima“.
    Und auch in den Kommentaren, wo du von Hysterie sprichst. Ohne irgend einen kleinsten Hinweis zu liefern, warum wir ausgerechnet Dir glauben sollen, dass alles in Ordnung ist bei „Business as Usual“. Du hast bisher keinerlei Anzeichen von Ahnung der physikalischen, atmosphärischen oder glaciologischen Grundlagen geliefert, außer ein bisschen Tichy, Welt oder Achgut zu bringen.

    Du diffamierst ganze Heere von Wissenschaftlern als Hysteriker, und willst die Grundlagen nicht mal ansatzweise verstehen. Kraft deiner Rhetorischen Stärke willst du uns einreden, dass es gar kein akutes existenzielles Problem gibt.
    Während an der Arktis so wenig Eis wie noch nie in der Menschheitsgeschichte ist, die Luft über dem arktischen Ozean an großen Gebieten 10 – 20 Grad wärmer als das langjährige Mittel ist, im November die Leute im T-Shirt draußen rumlaufen, Milliarden Liter Wasser in unseren Böden fehlen.

    Geh und lern ein paar Grundlagen, danach kann man dich vielleicht wieder ein bisschen ernst nehmen.

    #384385

    Von welcher „Rhetorischen Stärke“ sprichst du bei @nix idee? Es sind immer wieder dieselben Muster. Wenn ich eine andere Meinung nicht verstehe, wird der Mensch verunglimpft. Greta ist AUTISTIN. Nicht alle Autisten sind depressiv.

    #384386

    Stammtische planen sie, aha… sowas hatten wir schon vor 30 Jahren, da brauchten wir nix zu planen. Aber jetzt muß ja wohl alles auch wissenschaftlich begleitet werden…

    #384400

    „Wo verweigere ich mich der Wissenschaft?“

    Überall da, wo du die negativen Folgen von zu hoher CO2-Emission bestreitest. Also im Wesentlichen unter jedem Beitrag zum Thema „Klima“.

    Man sieht, Propaganda funktioniert nur mit Lügen. Die negativen Folgen von zu hoher CO2-Emission habe ich nie bestritten.

    Und auch in den Kommentaren, wo du von Hysterie sprichst. Ohne irgend einen kleinsten Hinweis zu liefern, warum wir ausgerechnet Dir glauben sollen, dass alles in Ordnung ist bei „Business as Usual“. Du hast bisher keinerlei Anzeichen von Ahnung der physikalischen, atmosphärischen oder glaciologischen Grundlagen geliefert, außer ein bisschen Tichy, Welt oder Achgut zu bringen.

    Auch hier wieder viele Lügen. Wenn ich mir schon stumpfe Lügen anhören will, kann ich es auf dem Marktplatz tun. Wobei der Mann vermutlich selbst weiß, dass er dort stumpfe Propaganda betreibt.

    Du diffamierst ganze Heere von Wissenschaftlern als Hysteriker, und willst die Grundlagen nicht mal ansatzweise verstehen. Kraft deiner Rhetorischen Stärke willst du uns einreden, dass es gar kein akutes existenzielles Problem gibt.

    Klimahysteriker kann man schlecht als Klimahysteriker diffamieren.

    Geh und lern ein paar Grundlagen, danach kann man dich vielleicht wieder ein bisschen ernst nehmen.

    Das macht mich betroffen, Klimahysteriker die mich nicht ernst nehmen. Ähnlich schlimm wie Reichsbürger, Covidioten oder Neonazis die mich nicht ernst nehmen.

    #384401

    Von welcher „Rhetorischen Stärke“ sprichst du bei @nix idee? Es sind immer wieder dieselben Muster. Wenn ich eine andere Meinung nicht verstehe, wird der Mensch verunglimpft. Greta ist AUTISTIN. Nicht alle Autisten sind depressiv.

    Wo wir bei den selben Mustern sind, Keule schwingt die rhetorische Keule weil er wie so oft keine Ahnung hat. Unwissen ist nicht wild, man sollte sich nur nicht so sehr blamieren.

    Das Greta depressiv war ist kein Geheimnis und sollte jeder halbwegs informierte Mensch wissen.

    #384402

    Lasst emah Nixin in Ruhe, bitte. Wenn eener was nich vrschteht, weil’ers ehmd nich gann un ooch nich nach’n Blausiewelmachen, hats werklich keen‘ Zweck. Velleicht will’e nur schtreiden un eich noch mehr offrejen, das is jezz un in nächsder Zeid nich neetch. Seid emah vrnintch. Mir brauchen jezz Ruhe un missen jedesche ( Bedohnunk offen 2.E, so wie sanfder, jedämft , nich so offjerecht) sinn, weil mir jenuch Andres um de Ohrn hamm.

    #384466

    Ihr seid awwer artch, hättch nich jedacht, dasser noch off mich heert. Wardet mah, nachher, wenn’ch heeeme komme von dr Goofhalle, kricht e jeder von eich e Schnonks! Awwer zwischendurfch keen‘ offmachen…’s gennte dr WOLF sinn!

    #384471

    Ach friede. Wennde vonne gombjuderei geene ahnung haschd, dann laberschde den brogramierern ooch nich in ihr jescheffd rein. Da isses jar geen broblem, dassde da nüschd wissn willsd oder gannsd. Un wenne vonne füsig nich so ville gabiersd, jehste ooch nich zum Max Blang odr zur Leopoldina un erglärsd denen, dasse alle doof sin.

    So wie ich nich tsum scheff vonne deutsche Bundesfuhsballband latsche un dem erglähre, dasser Steffi Graf innen gasden schdellen muss, weil die jehdn Ball häld. Aber janz jenau das machd dr Nixie immr un immr wiedr.

    Abr de haschd ja rechd, s verlohnd nich.

    #384472

    Nur, falls hier wirklich noch jemand glaubt, dass Lethargismus irgendeine Grundlage hat:

    https://www.scientificamerican.com/article/a-new-arctic-is-emerging-thanks-to-climate-change/

    #384474

    Und wer wirklich schlauer ist als die Expert*innen vom Helmholtz, möge seine Behauptungen einfach mal ordentlich veröffentlichen. Dann gibts eine Basis für Debatten jenseits von Bauchgefühl eines random Lethargisten.

    https://www.helmholtz-klima.de/aktuelles/klimawissen-aktuell-neues-faktenpapier-erschienen

    #384495

    Qoch, @ HalleVerkehrt, ich gann mr ooch schreidten,
    awwer eenmah muss Schluss sinn. Das muss nich iwwer Seiten jehn. Andre schtehn bloß derbei, feixen un ammesiern sich, andre sinn jenervt un haun ab…Weeßt doch, der eene liebt de Dande, dr andre ’n Ongkel….alles heide erloobt.

    Ich schtehe off Lagrizze, was for een willste, hier….saure, sieße…hier welche mit ohne….“mit ohne“ is hibsch, wa. Fasse rin in de Diete, ihr andern ooch…SfK, du willst liewer e Ouzo? 🙂 ( so ähnlich wie Masdigga, wahr?)
    Immer wenn’ch den sehe, dengkch an diche….-):-)

    #384498

    Lakritze geht immer, ich stoß mit nem Taler aus „Piratos“ drauf an!

    #384502

    @HalleVerkehrt: Pscht! Ich sage immet: Lakritzliebhaber sind die besten Menschen! Ruhe doch! Coronaleugner ui.a. essen bestimmt kein Lakritz!!! ( Jetzt sind wir 2 Verschwörer 🙂 :-)):-)

    #384512

    Den ganzen Fuhrpark der Stadt auf CO2-Neutral umzustellen, dürfte spannend werden. Woher bezieht die Havag eigentlich ihren Strom?

    #384515

    Die werden auf Biohamster im Hamsterrad umgestellt, die neuen Busse werden als Briefbeschwerer genutzt.

    Solange man mit den Zahlen tricksen kann, sieht es nett aus. In der Realität ist es aber ziemlich finster. Mal der aktuelle Strommix von 15 Uhr:
    ~17,6 GW Solar/Wind
    ~54,2 GW Konventionelle

    Ein paar GW müssen wir importieren. Da müssen die hallenser und deutschen Nullen aber noch ganz schön was leisten.

    #384587

    B2B

    Dann gibts eine Basis für Debatten jenseits von Bauchgefühl eines random Lethargisten.

    random Lethargist – Fettleibiger mit zufälliger Trägheit?

    Für den ein oder anderen emotional denkenden Fachfremden mag das Papier Panik hervorrufen. Für den Riskomanager ist es eine Beschreibung der Änderung, die schon lange bekannt ist, mit weiterhin sehr ungewissen Auswirkungen in der Zukunft. An einigen Stellen einseitig aber mit so vielen Vereinfachungen gespickt, dass auch beim letzten Hinterbänkler in Berlin die Message rüberkommt: Die Klimaforschungsinstitute in unserem Land brauchen viel viel viel mehr Geld.

    Wenigstens wurde die Streuung der Klimamodelle benannt, 50 % Abweichung nach oben und unten. Dennoch sind einige der Meinung, dass wir nur noch genau 9,9 Mrd tonnen CO2 auststoßen dürfen, sonst geht die Welt unter.

    Ich verstehe immer noch nicht, dass Wissenschaftler Ganglinien extrem unterschiedlicher Genauigkeit und zeitlicher Auflösung unkommentiert hintereinander pappen, ohne zumindest das Band der Genauigkeit aufzutragen.

    Hin und wieder sollte man die ganze Wahrheit schreiben. Es wird mit Prozentzahl aufgelistet, in welchem Bundesland wie hoch die Ernteeinbußen 2018 waren. Es wird allerdings vergessen, dass die Ernteerträge im Saale-Wüstenjahr 2018 doppelt so hoch waren als 1960.

    Eine Ausage, wieviel Geld müssen wir für vertical farming in die Hand nehmen, um eine drohende Hungersnot 2100 in Halle abzuwenden? Wieviel Geld ist nötig, um unsere Gebäude für die Tropenstürme vom Harz kommend widerstandsfähig zu machen? Das wäre es gewesen.

    #384592

    Es ist eine ganz einfache Rechnung: je später der Ausstieg aus der CO2-Emission stattfindet, im so teurer wird er! Um so hektischer muss damm umgesteuert werden.

    Es gibt dennich genügend Dödels, die sagen da: Fein investiere ich erstmal nichts in den CO2-neutralen Umbau der Wirtschaft. Schließlich ist mir doch egal, wer nach mir die höheren Kosten stemmt und höheren Folgekosten übernimmt.

    Es gibt auch genügend Populisten, die mit den in Physik und Klimawissenschaften immanenten Mess- und Prognoseunsicherheiten Glauben ein Werkzeug in der Hand zu haben, un deren Ergebnisse leugnen zu können.

    #384621

    B2B

    Es ist eine ganz einfache Rechnung: je später der Ausstieg aus der CO2-Emission stattfindet, im so teurer wird er! Um so hektischer muss damm umgesteuert werden.

    Eine populistische These die nicht belegt ist. Da es sich auch beim Klimawandel um wellenförmige Prozesse handelt, kann kein Wissenschaftler genau die Schäden in 100 Jahren berechnen. Es geht also um eine Dämpfung der Welle mit Investitionen in den Klimaschutz. Das Optimum lässt sich nicht mit Kindergartengleichungen berechnen.

    Es gibt dennich genügend Dödels, die sagen da: Fein investiere ich erstmal nichts in den CO2-neutralen Umbau der Wirtschaft. S

    Nur Dödels unterstellen, dass nichts getan werden soll. Maßnahmen mit welcher Priorität, Höhe der Investitionen und zeitliche Anordnung ohne die Wirtschaft, die den Spaß finanzieren muss, abzuwürgen. Das ist das Thema außerhalb der emotionalisierten Laienschar.

    #384628

    Da es sich auch beim Klimawandel um wellenförmige Prozesse handelt,

    Endlich mal wieder ein völlig neuer Aspekt in der Klimawandeldiskussion. Hast Du das schon publiziert? Jetzt muss sich das Klima und die Natur nur noch an die Wellenform halten und die vom Menschen emittierten Treibhausgase ganz wellenförmig wieder aus der Atmosphäre rausholen. Interessant wäre allerdings zu wissen wie!

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 133)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.