Pflanze der Woche 4.-10. Juli

3. Juli 2016 | Bild der Woche | 12 Kommentare

Die letzte Pflanze der Woche wurde ja auch wieder schnell erraten, und dabei haben wir gar nicht nach dem Klassiker „Brennender Busch“ gefragt: Dictamnus albus war richtig, der Diptam. Rellah und Kenia kamen drauf, und bei ihm stimmte dann auch die Chemie. Gondwana hatte dann ja noch  das passende Video gefunden und eingestellt. An heißen Sommertagen, wenn zudem die Luft richtig steht, läßt sich das Gas, das die Blütenstände und unreifen Samenkapseln abgeben, entzünden. Da es schwerer als Luft ist, muß man mit dem Zündeln von unten beginnen. Die Verpuffung geht so schnell vor sich, dass die Pflanze selber dabei nicht verbrennt. Dennoch ist Vorsicht geboten: das kann man im heimischen Garten machen, in der freien Natur besser nicht, besonders nicht bei Waldbrandgefahr.

Wer die Pflanze im heimischen Garten ziehen will, sollte für kalkhaltigen Boden sorgen, und ihr ein möglichst sonniges, gern heißes Plätzchen gönnen. Dann klappt es auch mit dem Feuerwerk. Manche Gartenzenter und Pflanzenversandhäuser bieten sie an, sie stammen aus Nachzuchten. Sie ist in der Natur strengst geschützt, bitte die Finger davon lassen !

Für Botaniker: die Pflanze gehört zu den Rautengewächsen, zu denen im übrigen alle Zitrusfrüchte gehören, aber auch weitere Duftpflanzen wie etwa die Weinraute. Allen ist gemein, dass ihr Duft ätherischen LÖlen entsammt, die zur Gruppe der Terpene gehören. Sie sind alle aus wenigen Einheiten des Gases „Isopren“aufgebaut. Viele Naturstoffe des Pflanzenreichs folgen der so genannten „Isoprenregel“, dass sie sich aus mehreren Isoprenbausteinen zusammengesetzt denken lassen. Ganz lange Isoprenketten bilden übrigens den Naturkautschuk.

Isopren (Bild: Wiki commons)

Isopren (Bild: Wiki commons)

Als 1753  Carl von Linne Ordnung ins Pflanzenreich brachte, und allen ihm vorgelegten Pflanzen wissenschaftliche Namen gab, orientierte er sich an einer im antiken Griechenland hoch verejhrten Pflanze, der große Heilkräfte zugesprochen wurde. Diese Pflanze hieß Dictamnos, wuch nur auf Kreta, und ihr Duft wurde als betörend beschrieben. Heute wissen wir, dass Linne einem mittelalterlichen Irrtum aufgesessen ist.  Der „echte“ antike „Dictamnos“ wächst heute noch in Höhenlagen auf Kreta, ist ein Lippenblüter, eng mit Oregano verwandt. Sein wissenschaftlicher Name ist Oreganum dictamnus. Bleiben wir also gleich im antiken Griechenland, dort suchen wir unsere Pflanze der Woche, die aber, wie so viele, längst den Weg in unsere Gärten gefunden hat, und nicht nur dort hin:

Die Pflanze dieser Woche  soll etwas schwieriger werden. Deshalb versuchen wir, sie nur in Andeutungen zu umschreiben, und zeigen auch nur ihre Blüten.  Jetzt um diese Zeit ragen die Blütenstände wie große Kerzen in den Himmel, sie erreichen Höhen bis zu anderthalb  Meter. Majestätisch schweben sie über dem imposanten Blattwerk. Hier zu Lande ist es eine eher seltene Gartenpflanze, sie liebt es halbschattig, aber auch volle Sonne macht ihr nichts aus. Zu Hause ist sie im Mittelmeerraum, dort findet man sie zuweilen  an lichten Waldrändern. Spektakuläres tut unsere Pflanze im Spätsommer: wenn die Sonne so richtig auf die Samenstände brennt, dann öffnen sie sich mit lautem Knall, und verschießen ihre kirschkerngroßen Samen. Das kann schon ins Auge gehen. Man sollte sich ihr dann nicht zu sehr nähern, jedenfalls nicht ohne Schutzbrille.

Pflanzederwoche0407-10072016

Unsere gesuchte Pflanze dieser Woche

Es ist in engerem Sinne keine Nutzpflanze, sie liefert nichts, was man Essen könnte, zumindest tut man es nicht.  Wahrscheinlich schmeckt sie nicht, enthält viele Gerbstoffe, giftig ist sie aber auch nicht. Gelegentlich wurde sie als Heilpflanze gesammelt. Und duften tut sie auch nicht. Unsere gesuchte Pflanze war dennoch schon in der Antike im Mittelmeerraum sehr geschätzt.  Wenn etwas schon zu nichts Nutze ist, kann es ja trotzdem noch als Vorbild dienen. Allerdings in einer ganz anderen Sparte, die mit der menschlichen Ernährung wenig zu tun hat, und in Zonen, die von Pflanzen eher gemieden werden. Künstler schätzten die Blume, sie schufen unter ihrer züchterischen Hand viele Varianten, ihre Ranken ließ man gerne an den Fassaden bis in die Spitze der Säulen von Tempeln und Palästen klettern.

Wörlitzer Schloß

Im Gartenreich Wörlitz sorgt unsere Pflanze für eine gewisse Ordnung.

Und so kam sie dann auch in unser Land. Besonders schöne Exemplare findet man im Wörlitzer Gartenreich.

Wie heißt die Pflanze ?

Und wo schuf sie Ordnung ?

 

 

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