Aus dem Sinnlosen neuen Sinn schaffen

22. März 2018 | Kultur | 1 Kommentar

Am 24. März 2018 jährt sich der Jahrestag des Absturzes der Germanwings Maschine in den französischen Alpen zum dritten Mal. 150 Personen kamen dabei ums Leben. Darunter war auch die junge Künstlerin Juliane Noack aus Leipzig, zu deren Erinnerung im Herbst 2015 dieser Förderverein gegründet wurde. Am 24. März gedenkt der Förderverein der Opfer des Absturzes. Dieser Tag ist für den Juliane Noack Förderverein aber auch Anlass, ein Fazit zu ziehen. „Die letzten drei Jahre waren für uns alle sehr hart. Wenn sich der Tag von Julianes Tod jährt, wird das immer besonders deutlich.“ so David Nowak, ihr Lebensgefährte und Vorsitzender des Vereins.

Juliane Noack. Ihr tragischer Todestag jährt sich zum dritten Mal.

„Aber umso mehr rührt es mich, wenn ich sehe, wie unser Verein, den wir in Gedenken an Juliane gegründet haben, immer weiter wächst und jedes Jahr mehr und mehr junge Künstler unterstützen kann. Die Ausschreibung unseres ersten Künstlerstipendiums Ende März ist dabei ein sehr besonderer Meilenstein, da dies die allererste Idee war, die schließlich zurGründung des Fördervereins führte. Darin liegt etwas sehr kraftvolles.“

Das Stipendium für Künstler*innen in den ersten Berufsjahren ist mit monatlich 1.250 Euro dotiert und ermöglicht es einem Künstler, zwölf Monate lang frei an sich und seiner
Entwicklung zu arbeiten. Schmuckkunst, Skulptur und Rauminterventionen sind die Medien
die dabei gefördert werden. Es sind die Medien, in denen Juliane Noack als Künstlerin
gearbeitet hat.
„Der Tod unserer Tochter ist nach wie vor sinnlos“, so Frank Noack, ihr Vater und Vorstandsmitglied des Fördervereins, „aber es war uns wichtig, etwas aufzubauen, dass an
Juliane erinnert und in ihrem Sinne ist.“
Seit der Gründung im Oktober 2015 konnten bundesweit bereits 26 Künstler*innen und Projekte gefördert werden. Ihre Ausstellungen, Kataloge und Produktionskosten unterstützte der Förderverein mit insgesamt 34.588 Euro,
so Katrin Eitner, ebenfalls Vorstandsmitglied und Galeristin von Juliane Noack. Unter den bisherigen Förderprojekten ist die Ausstellung „Master Class“ von Hannes Uhlenhaut und weiteren sieben Absolvent*innen der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie findet im Herbst 2018 auf dem Gelände der Leipziger Spinnerei statt. Im März 2018 wurde die Ausstellung „entoecia“ von Marcus Biesecke, Sophie Baumgärtner, Elisa Sophia Herrmann, Sarah Schuschkleb und Martina Singerova, Absolvent*innen und eine Studentin der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle gefördert.
Hier hatte auch Juliane Noack bis 2012 studiert. Darüber hinaus unterstützt der Förderverein die Erarbeitung eines​
Werkverzeichnisses von Juliane Noack.
Möglich machen dies die Unterstützer*innen, die den Verein mit Spenden finanzieren, Fördermitglieder geworden sind oder sich durch ihre Mitarbeit engagieren. Auch Familie Noack stellt immer wieder finanzielle Mittel zur Verfügung. Um die Förderungen langfristig zu sichern, ist die Gründung einer Stiftung das Ziel. Auch dafür werden weiter Geldmittel gesammelt.

Über Juliane Noack

Juliane Noack studierte bis 2012 in der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Daniel Kruger. Nach ihrem Diplom in Freier Kunst erhielt sie 2013 ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt. Seit Ende 2013 wurde sie durch die Galerie Katrin Eitner in Berlin vertreten. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Die erste Einzelausstellung von Hauptarbeiten fand 2016 in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Halle retrospektiv statt. Parallel dazu wurde eine Publikation mit ihren Hauptarbeiten veröffentlicht (gefördert durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und den Juliane Noack Förderverein). Juliane Noack befand sich im März 2015 für einen Arbeitsaufenthalt in Spanien. Auf dem Rückweg nach Deutschland stürzte ihr Flug 4U9525 über den französischen Alpen ab. Weitere Informationen über Juliane Noack finden Sie auf www.galerie-eitner.com und auf
Quelle: Förderverein Juliane Noack
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