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  • #393118

    Gestern wäre Willi Sitte 100 Jahre geworden. Interessiert offenbar kein Aas in Halle an der Saale. Hiermit will ich an den großen Maler erinnern.

    #393120

    Ehrlich gesagt interessiert mich Wolfgang Beltracchi mehr.

    #393121

    Hat doch keine was dagegen, oder?

    #393122

    Es sei denn, du würdest Sitte verübeln, dass er auch malen kann, wie die alten Meister. Kunstfälscher war er aber nicht. Aber vielleicht interessiert dich der kriminelle W.B. gerade deshalb?

    #393123

    Abgesehen dass Merseburg tiefe Provinz ist, hat man die Sitte-Galerie infolge zu einseitiger Ausrichtung auf Sitte vor den Baum gefahren. Was ich schon immer sage, die fetten Jahre sind vorbei und die Verantwortlichen haben den Schuss nicht gehört.

    #393144

    Keiner hat besser vorgeführt, wie der Kunstbetrieb funktioniert als Beltracchi.

    Zu Sitte: Er konnte zweifelsfrei malen. Wird zumindest auch im MDR gewürdigt:

    https://bit.ly/2O6JPnt

    Aber es wie beim Bücher schreiben. Auf den Inhalt kommt es an. Seine Motive haben mir nie zugesagt.

    #393145

    Wolfgang Beltracchi

    Passt besser in die heutige Zeit!
    „Sein Name: Wolfgang Beltracchi. Seine Profession: Kunstfälscher. Über 300 Kunstwerke hat Beltracchi eigenen Angaben zufolge gefälscht.“

    https://www.srf.ch/news/panorama/kriminal-einmaleins/die-faelschungen-des-herrn-beltracchi

    #393174

    Schon mal aufgefallen? Wenn im Staatsfernsehen von drittklassigen Journalisten über die DDR berichtet wird, werden immer kleine Gehässigkeiten eingebaut. Sehr bekannt: Erichs Lampenladen zum Palast der Republik. Oder zur „Schwalbe“ : geliebt und gehasst. Oder aktuell, im Volk hieß es : Lieber vom Leben gezeichnet als von Sitte gemalt. Und an anderer Stelle wettern sie gegen HateSpeech. Manchmal gibt es auch guten Journalismus. Kann es ein, dass es einen Unterschied zwischen externen und internen Journalisten gibt? Oder gibt es auch bei den Externen welche, die sich andienen wollen?

    #393177

    Selbst beim MDR:
    „Politische Funktion in Verbrecherstaat“

    …alles schlecht! Das hört nie auf. Gewinner müssen immer weiter gewinnen, selbst wenn es den Verlierer nicht mehr gibt.
    https://www.mdr.de/kultur/ausstellungen/willi-sitte-geburtstag-halle-100.html

    #393184

    Ja, es ist, wie schon die Altvorderen sinnig erkannten: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Da gibt es Beispiele fast ohne Ende, wo sich die Journaille von Ausländern den Kopf gerade rücken lassen mußte…

    Macht aber nichts, denn zumindest der alte DDR-Kalauer ist uptodate.

    Und damit haben „wir“ doch auch wieder gewonnen…

    #393176

    Interessiert offenbar kein Aas in Halle an der Saale.

    Nein – lieber still sein, sonst nehmen die CDUler uns den, denke da an Jähn, auch noch weg. Wie früher – is besser.

    https://www.zeit.de/2021/09/willi-sitte-kunst-ddr-mauerfall-100-geburtstag/komplettansicht

    https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Sitte

    #393188

    Sitte hat mit seiner kommunistischen Grundüberzeugung, seinen Beziehungen, seinen Einflussmöglichkeiten, seinen Privilegien, seinen Westreisen, seiner anerkannten Malkunst, seinen Finanzen, seinem Ruhm und seinem Westauto nicht erkennen wollen und vielleicht auch nicht erkennen können, dass das Sozialismusprojekt gescheitert ist und die DDR nur noch ihrem Ende entgegen gestolpert ist.
    Wie so viele alte Männer konnte er sich das Scheitern nicht eingestehen.
    So ist er an den Sozialismus glaubend gestorben. Deshalb wird an seinen Bildern immer der Geruch einer sozialistischen Diktatur hängenbleiben.

    #393193

    Wenn alles weg muss, was gescheiterte Systeme repräsentiert, muss aber noch allerhand weg.

    #393197

    Ach wolli, in dieser Hinsicht tust du mir einfach nur leid.

    #393221

    Wolli,ist dein Gewissen rein????

    #393232

    Nein, z.B. was ich über euch Linke denke, sollte man nicht denken.

    #393235

    Nein, z.B. was ich über euch Linke denke, sollte man nicht denken.

    Nicht jeder war ein Wehrmachtsdeserteur der mit den Partisanen gegen den Faschismus kämpfte, wie Willi Sitte. Klar, dass Du damit ein Problem hast.

    #393256

    Für Deserteure habe ich großes Verständnis, wer kämpft schon gern mit Todesgefahr, wenn man an die große Idee von der Verteidigung des Vaterlandes nicht glaubt. Normalerweise läuft ein Deserteur zur gegenerischen Armee über und ist dann als Gefangener erstmal relativ sicher. Eine italienische Armee gab es aber nicht mehr und zu den Alliierten ging es vermutlich von seinem Einsatzort aus nicht. Er hätte sich als Deserteur bei Zivilisten verstecken müssen, wenn er gefasst worden wäre, wären er und seine Verstecker erschossen worden, also war er bei den Partisanen am sichersten.
    Das kommt der Wahrheit sicher etwas näher.

    #393257

    Ein Blick in Wikipedia hätte genügt:
    „Willi Sitte wuchs als drittjüngstes Kind eines deutschen Bauern, Gründungsmitglied der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPTsch)…auf“
    Aber als was wuchs eigentlich Ulrike Wünscher auf? Vielleicht können da die InvestigativJournalisten der MZ mal ran. Privatleben ist zwar Privatleben, aber der Werdegang von Volksvertretern muss öffentlich sein.

    #393295

    wolli, verrenne dich nicht in deinem Hass auf alles, was du der ehemaligen DDR zu verdanken hast. Und was Willi Sitte anbetrifft; guck richtig hin – lies viele Bücher, nicht nur eins.

    #393296

    Wie haben wir zu DDR-Zeiten gesagt: Lieber vom Leben gezeichnet als von Sitte gemalt 😉

    #393304

    Ich lese gerade Luis Corvalan „Gespräche mit Margot Honecker über das andere Deutschland“, ISBN 9783360009500
    Ist das in Ordnung?

    #393305

    Sehr gut! Dafür kriegst du von mir ein Bierchen.

    #393338

    Am besten hat mir die Biografie von Werner Eberlein „Geboren am 9.November“ gefallen, der Mann ist mir sympathisch. Am Ende der DDR 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Magdeburg. Sohn eines Kommunisten auf Augenhöhe mit Ernst Thälmann, nach Moskau emigriert, Sohn Werner , genannt Wolodja, hinterher, Vater vom NKWD erschossen, Wolodja aber weiter gäubig an Stalin, dann in der DDR Chefdolmetscher, das ist der große Mann, der immer auf den Fotos mit Ulbricht etc. und Russen zu sehen ist. Eine ehrliche Haut vom Politbüro aber nicht so sehr gelitten.
    Kurzum, ich empfehle das Buch.

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