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  • #248010

    Mein lieber Fractus, ich zähle mich auch zu dieser ominösen, nicht fassbaren „bürgerlichen Kultur“, und, noch schlimmer: dich rechne ich auch noch dazu. Zumindest möchte ich behaupten, auch keinen ästhetisch beschränkten Horizont zu haben. Beschränkt ist die Diskussion hier, weil sie Fragen der Denkmalpflege und historischen Erinnerung auf Ästhetik reduziert.

    Das Dilemma ist: Wer auf eine ästhetisch geleitete Marktplatzgestaltung fokussiert, müßte sich für nichthistorische Varianten öffnen.

    Wer aber eine historische Lösung von Zeugniswert favorisiert, müßte zunächstwissenschaftlich vorgehen, was nur ganz nebenbei die Frage einschließt, warum man ausgerechnet einen Zustand des Rathauses wiederherstellen will, der nur kürzeste Zeit bestanden hat, aber Hauptsache! nicht den Zustand zwischen den beiden Weltkriegen wiedergibt. Auch einen Zustand vor 1870 will man nicht, weil offenbar wenig repräsentativ und ungeeignet , hallische, nein deutsche Größe zu repräsentieren. Da will man denn doch lieber die historistische Attika rekonstruieren, die folgt zwar der französischen Renaissance, war aber deutscher Nationalstil. Gerade die hat man kaum 10 Jahre nach ihrer Entstehung weggerissen, weil: ahistorisch. Heute will man das, was schon damalige Denkmalpfleger verachteten, wiederhersteklen . Weil ja ästhetischer. Irgendwie. Hauptsache, sieht alt aus. Die Rathäuslewiederaufbauer unterscheiden sich da nicht von griechischen Restauranteinrichtern: ein paar gipserne Säulchen, die Venus von Botticelli, und fertig ist die hie Vergangenheit. Hoffentlich bleibt unserem Marcht das erspart.

    #248011

    Respekt Heinzi.

    #248013

    Ein aufblasbares Rathaus als Hüpfburg tut es auch.

    #248015

    Anonym

    Der Stadtrat besteht zu großen Teilen ja auch aus Bürgern und sogar Menschen. Von denen übrigens keiner bisher durch Käuflichkeit aufgefallen ist. Und das ein oder andere (Bau)Vorhaben war und ist schon weiter fortgeschritten, sprich: das Geld war schon vorhanden.

    Aber macht euch nur weiter Sorgen um Dinge, die noch nicht passiert sind und aller Voraussicht auch nicht passieren werden.

    #248019

    Schon mal die nachkriegsmoderne Architektur Ost mit der nachkriegsmodernen Architektur West vergleichend betrachtet? Da dürfte das Fazit sein: Sooooo groß ist der Unterschied nicht. Und die schwedische Nachkriegsarchitektur können wir auch in Halle-Neustadt betrachten.

    Bezogen auf die Baustile einzelner Gebäude magst du recht haben, aber ich meinte eher die gesamte Stadtplanung. Die unterscheidet sich deutlich zwischen westlich-kapitalistischer und östlich-sozialistischer – das fängt schon bei den Besitzverhältnissen und den städtebaulichen Dimensionen an.

    #248047

    @sagisdorfer 8: Wieviele Demokratien gibt es? Die direkte….und weiter?

    Die gelenkte und die ungelenke…

    #248055

    Der Stadtrat besteht zu großen Teilen ja auch aus Bürgern und sogar Menschen. Von denen übrigens keiner bisher durch Käuflichkeit aufgefallen ist. Und das ein oder andere (Bau)Vorhaben war und ist schon weiter fortgeschritten, sprich: das Geld war schon vorhanden.

    Aber macht euch nur weiter Sorgen um Dinge, die noch nicht passiert sind und aller Voraussicht auch nicht passieren werden.

    Ein Schreibtisch schafft 2 Neue, und ein Rathaus auch! 🙂

    #248603

    Ich frage mich, warum es eig. das gesamte alte Rathaus sein muss… Den Barockflügel halte ich (mit Verlaub) für nicht so wichtig. Am wertvollsten denke ich, ist die Rekonstuktion der Loggia, dem Turm und der „Kapelle“. Südlich davon könnte man etwas neues machen, mal zum Beispiel hochwertige Architektur. Was neues, etwas, was auch auf die (zwar rekonstruierte) alte Bausubstanz Rücksicht nimmt und sich nicht so (wie der Kaufhof-Neubau) in den Vordergrund spielt. Das erhaltene Barockportal könnte man auch gut in einen Neubau integieren, so wie das schon vor 110 Jahren in der Jägergasse (Medusaportal) geschehen ist und zukünftig wieder geschehen soll. Auch interessant wäre ein offener Innenhof (von der leipzigerstr.) zwischen Rathaus und Ratshof. Grüne Oase beispielsweise…?
    Nachdem das Rathaus nach dem Krieg zerstört wurde stand es ja noch 5 Jahe als Ruine da. In dieser Zeit gab es zwei Architekturwettbewerbe, die den Standort des Alten Rathauses neu beleben sollten. Da gab es ganz interessante Ansätze, zu sehen in dem Buch über das Alte Rathaus. (Seitenzahll hab ich leider nicht mehr im Kopf…) Fataler Weise bekam Halle dann den unfähigsten Stadtbaurat seiner Geschichte; trotz zwei (oder mehr) Siegerentwürfen der Ausschreibungen wurde der Abriss des Rathauses auf sein Einwirken hin im Stadtrat besiegelt.

    #248628

    Anonym

    Vom Barockflügel ist am meisten bzw. überhaupt noch was erhalten. Dessen Errichtung kostet deutlich weniger als die der Loggia, des Turms oder der Kapelle.

    Was „modernes“ kann da auch hin, dafür gibt es aber keinen Verein bzw. keine Stiftung und offenbar noch weniger Interesse seitens der Grundstücksinhaberin.

    Aber mit gutem Beispiel voranschreiten und einen Entwurf machen, könnte den entscheidenden Impuls geben.

    #248640

    @Sagisdorfer8,
    Was du da beschreibst, ist genau das, was man nicht haben möchte, nämlich weiteren“Fremden“ unter dem Deckmantel der „Moderne“ einen weiteren verschandelnden Zutritt zum Marktplatz zu gestatten.
    Entweder ein historischer Wiederaufbau oder garnichts.

    #248643

    Anonym

    @Kenno
    Das kommt aber darauf, wer „man“ ist. Jedenfalls gibt es einen Verein, der sich um den Aufbau des alten Rathauses bemüht und es gibt meines Wissens keinen Verein, der ein neues Rathaus bauen möchten.

    Bitte auch den Beitrag von carilloneur lesen. Steht direkt über meinem.

    #kontext

    #248659

    Habe ich gelesen und steht im selben Kontex.Es gibt aber jetzt eine „Stiftung“!!
    Und hier ist der Lösungsvorschlag:

    #248660

    Solltest du den Orientierungsvorschlag der Stiftung noch nicht kennen, dann hier nochmals:

    Da liegt schon eine gewisse langfristige Abstimung mit dem Kaufhof-Projektanten zugrunde.

    #248661

    Anonym

    Ich weiß nicht, woran du festmachst, dass ich für ein modernes Rathaus oder überhaupt für einen Bau bin.

    Woher die „Fremden“ kommen, die Deckmäntel dabei haben und vor allem wer „man“ ist, der das nicht will, bleibt auch ungeklärt.

    Aber danke für die Bilder. Komplett (zu)gebaut würde das ja ne kuschlige Ecke sein. Vor allem im Dezember mit wunderbarem Gemisch aus Glühwein, Magensäure und Urin… 🙂

    #248662

    War das nicht eindeutig? „…..Was „modernes“ kann da auch hin,“
    Mit zugebaut stimmt nicht, denn es war schon einmal so!!!Zugebaut wurde es mit dem Ratshof 1928!

    #248663

    Anonym

    Was „modernes“ kann da auch hin,“

    Das war meine Antwort auf carilloneurs Frage, warum es das gesamte alte Rathaus sein muss. Das muss es nicht – es ist aber das, was der Verein (jetzt Stiftung) möchte.

    Und es gibt bisher keine Interessenvertretung, die einen modernen Bau an dieser Stelle errichten möchte und sogar dafür sammelt.

    Soviel zu „Hab ich gelesen“ und Kontext.

    Mit zugebaut stimmt nicht, denn es war schon einmal so!

    Es war nicht zugebaut, weil es schonmal zugebaut war? Aha!

    Zugebaut wurde es mit dem Ratshof 1928!

    Der Ratshof bleibt ja stehen. Damit wäre der Platz vor der Treppe mit Rathaus und Barockflügel wieder: zugebaut.

    #248664

    man könnte auch sagen, dass der Ratshof mit seiner Bauhausarchitektur nicht zur historischen Gesamtansicht paßt und deshalb genau wie das „Lewin-Warenhaus“ einer Veränderung erfahren könnte.
    Nicht umsonst zitieren die „Dolgners“ in ihrem Buch, dass der heutige Marktplatz , „ein verdorbenes, verstümmeltes, zerstückeltes, ja ein weithin unbefriedigendes Bild“ abgibt.

    #248665

    Anonym

    , dass der Ratshof mit seiner Bauhausarchitektur nicht zur historischen Gesamtansicht paßt und deshalb genau wie das „Lewin-Warenhaus“ einer Veränderung erfahren könnte.
    Nicht umsonst zitieren die „Dolgners“ in ihrem Buch, dass der heutige Marktplatz , „ein verdorbenes, verstümmeltes, zerstückeltes, ja ein weithin unbefriedigendes Bild“ abgibt.

    Und so einen reaktionären Schmarren zitierst du freiwillig?

    Eigentlich lieferst du da genau die Argumente, die zum Erhalt der Klaren architektonischen Strukturen gegen das Verstellen des Ratshofes durch Historienkitsch sprechen.

    #248666

    man könnte auch sagen, dass der Ratshof mit seiner Bauhausarchitektur nicht zur historischen Gesamtansicht paßt

    Von welcher Gesamtansicht sprichst Du da?
    Meinst Du das sehr heterogene Architekturensemble zwischen Gotik und Moderne?
    Und das würdest Du gern in eine Pseudogründerzeitansicht umweandeln? Paar Türmchen hier, bissel Zierat dort, Commerzbank abreißen und Börse wiederaufbauen, Rathauskopie als krönenden Abschluss?
    Och nö, danke.

    Btw: bei allen Diskussionen um einen Wiederaufbau des alten Rathauses vermisse ich immer noch eine sinnvolle und realitätsnahe Funktionsidee. Die Idee, einen Neubau aus rein dekorativen Grüpnden zu errichten, finde ich etwas befremdlich.

    #248667

    Ich will das nicht, was mir jetzt hier unteretellt wird. Alles ist in dem Buch der Dolgners „Der historische Marktplatz „nachzulessen.

    #248668

    Anonym

    Ich will das nicht, was mir jetzt hier unteretellt wird.

    Kannste mal sehen, wie schnell sowas geht. 😉

    #248669

    Anonym

    Ich will das nicht, was mir jetzt hier unteretellt wird.

    Was wäre das?

    #248670
    #248826

    Ich habe eben den Bericht aus dem Kulturausschuss vom 4.Mai gelesen, in dem es um die Neue Residenz ging, die die Stadt nicht kaufen kann, weil sie zu wenig Geld hat.
    Es wäre doch Klasse, wenn statt des Wiederaufbaus des Alten Rathauses die Neue Residenz gerettet werden könnte. Die ist wesentlich wichtiger als das Alte Rathaus.
    Dass das Alte Rathaus weg ist, ist dem Krieg und dann vielleicht noch der DDR geschuldet. So gesehen schreibt die leere Stelle noch immer Geschichte und ist zugleich eine Mahnung.
    Wenn die Rathauswiederaufbauer etwas für den Markt tun wollen, dann sollten sie der Kaufhof-Chefetage die Bude einrennen, damit die endlich was an der primitiven Fassade des „alten“ Kaufhofs verändern. Die ist sowas von daneben und wirklich eine Schande für den Markt.

    #248828

    Bin voll der gleichen Meinung, die Rettung der Neuen Residenz ist wichtiger als der Wiederaufbau des Alten Rathauses.

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