Startseite Foren Halle (Saale) Wäldchen Trotha: „Mitbürger“ sehen Rodungsarbeiten der Bahn kritisch

Dieses Thema enthält 15 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  hei-wu vor 2 Monate, 2 Wochen.

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  • #337120

    Wie die „Hallesche Störung“ jüngst berichtete, wird das Trothaer Wäldchen, bestehend überwiegend aus Robinien, gerodet, um hier wiederum Platz für  Au
    [Der komplette Artikel: Wäldchen Trotha: „Mitbürger“ sehen Rodungsarbeiten der Bahn kritisch]

    #337121

    teu

    Was sind das eigentlich für Geschöpfe, die Bäume „ringeln“. damit diese langsam sterben?

    #337122

    teu

    Ich gestehe, dass ich schon mehrmals Robinien gepflanzt habe. Einer ist inzwischen 40 Jahre alt. Ein stolzer Baum!

    #337123

    Das „Ringeln“ kann ich Dir erklären. Das machen die hier auf der Peißnitz auch. Opfer ist hier der gemeine „Eschenahorn“. Man entfernt eine Hand hoch sämtliche Rinde, so dass die Leiterbahnen, die die assimilierten Nährstoffe von der Baumkrone zurück zur Wurzel führen sollen, unterbrochen werden. Derweil pumpt die Wurzel jedoch weiter Nährlösungen in die Krone. Der Effekt: irgendwann verhungert die Wurzel. Würde man die Bäume einfach nur absägen, hätte die Wurzel noch genügend Energievorrat, um neue Schösslinge auszutreiben. Die geringelten Bäume sterben so „qualvoll“ innerhalb weniger Jahre.
    Auf deine Frage, wer so was macht: Profis, die Bäue effektvoll töten wollen.
    Warum machen die das?
    Weil sie der Ansicht sind, einen ordentlichen deutschen Wald herstellen zu müssen, in dem keine fremden Gewächse heimische Arten verdrängen.
    Ich halte das für idiotisch. Robinien sind hierzulande seit ca. 250 Jahren heimisch. Die Illusion, einen Wald herstellen zu wollen, der frei von fremdzugängen ist, erscheint mir wie der Kampf Don Quichotes gegem Windmühlen. Das Klima verändert sich, die Biotope (insbesondere in Menschennähe) verändern sich, und die Reaktion der Natur darauf ist Anpassung. Dazu gehörte schon seit der letzten Eiszeit die Einwanderung fremder Arten. Gleich, ob von Menschen, Vögeln oder sonstwie eingeschleppt. Robinien mag ich sowieso. Der Duft der Blüten im Sommer ist bezaubernd, und wenn sie Stickstoff sammeln, ist das Nahrung für weitere Stickstoffliebhaber. In städtischer Umgebung m.E. kein Problem. Hier gibt es keine Magerrasen mit Orchideen, denen so etwas schaden könnte.

    Diese Art „denkmalpflegerischer Naturrekonstruktion“ halte ich – vor dem Hintergrund des Klimawandels -für bekloppt. Aber manche Leute wollen halt Gott spielen.

    P.S. In einer früheren Version dieses Beitrags hatte ich behauptet, der AHA hätte das Tingeln des Eschenahorns auf der Peißnitz befürwortet. Herr Liste wies mich heute darauf hin, dass dem nicht so sei. Danke für den Hinweis.

    #337124

    Ich habe dazu noch einmal einem Kommentar der Mitbürger erhalten: „Unter dem Eindruck des trockenen Sommers 2018 sollten extreme Wetterbedingungen in der Planung berücksichtigt werden. Ein Maßnahmestopp und eine Reevaluation im Herbst wären aus unserer Sicht sinnvoll, um die Kompensationsmaßnahmen an die veränderten Klimabedingungen anzupassen.“

    ¡Hay arte! ¡Hay poesía!… Debe haber cielo. ¡Hay Dios!
    Rosalía de Castro

    #337125

    @hei-wu
    Von einem Wissenschaftler hätte ich schon eine etwas differenziertere Sichtweise erwartet.
    Lassen wir dann die Ufer unserer Flüße vom Riesenbärenklau zu wuchern und kümmern wir uns nicht mehr darum, dass es immer weniger Singvögel gibt, da Waschbären nun mal hunrig sind?
    Ich denke schon, dass es sinnvoll ist, diese invasiven Arten zumindest zurückzudrängen.
    p.s.
    Ich habe in Neuseeland ganze Waldgebiete geringelt gesehen. Dort kämpft man sehr engagiert gegen invasive Arten.

    #337126

    Ich denke, das habe ich genug ausdiffernziert. Es geht hier um Robinien in statdnahen Landschaften, nicht um Riesenbärenklau an Flussufern.
    An Waschbären in den Städten wird man sich gewöhnen müssen.

    #337127

    Stehen nicht Robinien im Energiewald auf der Silberhöhe?

    #337172

    teu

    Wir werden wohl aufhören müssen, Kartoffeln zu essen.

    #337175

    Der Wald soll dort umgebaut werden, das ist richtig, aber das kann etappenweise geschehen und muss nicht so erfolgen, dass da jahrelang kein Wald ist. Wir sollten uns da auf Aldag verlassen, der sich jetzt darum kümmert.

    #337183

    Wir werden wohl aufhören müssen, Kartoffeln zu essen.

    Und keinen Mais und keine Bohnen und keine Paprika, Tomaten und keinen Weizen. Rinder und Schafe auch nicht, allenfalls Schweine. Nicht einmal Hühner.
    Und eigentlich haben wir Menschen in Europa auch nichts zu suchen. Alle ausweisen nach Afrika.
    Bleiben kann allenfalls, wer eine 100%ige Neanderthalerin als Oma nachweisen kann.

    #337200

    Es geht doch nicht gegen bestimmte Bäume, weil sie hier nicht herstammen, sondern weil sie alle anderen Bäume verdrängen. So habe ich das jedenfalls verstanden.

    #337205

    Bevor auf dem Gelände Robinien standen, stand da kein anderer Baum. Da war nix mit verdrängen.

    #337207

    Ich war nicht dort, als da mal „nichts“ stand. Soweit mir aber bekannt ist, war das mal ein Tagebau. Bevor der erschlossen wurde, war aber da wohl mal was, Bebauung, Bäume, …
    Manche Gewächse wachsen schnell und verdrängen dann anderes, zB Pappeln. Man sollte kontinuierlich Bäume pflanzen, damit man, falls notwendig, auch welche fällen kann.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  rellah.
    #337226

    Robinien sind ideale Bäume für ehemalige Tagebaulandschaften, denn die Wurzeln sammeln Stickstoff, was den nachfolgenden Bäumen hilft, jetzt haben die Robinien ihre Aufgabe erfüllt und sollen anderen Bäumen weichen.

    #337254

    Und wo sammeln die Bienen dann den Akazienhonig?

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