Startseite Foren Halle (Saale) Sodann und Thieme: Oben alles Verbrecher, Ignoranten und Dumme

Dieses Thema enthält 151 Antworten und 24 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  hei-wu vor 4 Jahre, 6 Monate.

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  • #119074

    Selbst die Sonntagsnachrichten berichten heute sehr kritisch über diese zweifelhafte Veranstaltung. Da in dieser Zeitung an sich nur gelobt wird, ist das schon bezeichnend.

    Ich stelle mal einen Link zur Rede von Freya Klier am 3.Oktober im sächsischen Landtag ein, das ist eine gewaltiger Unterschied zu dem Zeug, das die DDR-Nostalgiker in der Ulrichkirche von sich gegeben haben.
    http://www.landtag.sachsen.de/dokumente/Festrede_Freya_Klier.pdf

    #119119

    Ich stelle mal einen Link zur Rede von Freya Klier am 3.Oktober im sächsischen Landtag ein, das ist eine gewaltiger Unterschied zu dem Zeug, das die DDR-Nostalgiker in der Ulrichkirche von sich gegeben haben.

    freya klier durfte trotz republikflucht (und vorzeitiger entlassung aus der haft) im „unrechtsstaat ddr“ ihr abitur machen, ein studium beginnen, später noch ein zweites studium absolvieren (insgesamt rund 9 jahre), noch später den ddr-regiepreis entgegennehmen… das vornweg zu ihrer kritik an der angeblich nicht vorhandenen chancengleichheit im ddr-bildungssystem:

    auf seite 7: „Die Schulreform von 1946
    versprach eine hohe Bildung. Auch sollte von nun an allen
    Befähigten der Weg zu den höchsten Bildungsstätten geebnet
    werden – ohne Rücksicht auf Herkunft, Stellung und Vermögen der
    Eltern. Das las sich vielversprechend….
    Wir wissen, es wurde nichts mit der Chancengleichheit: Die
    demokratischen Zugeständnisse waren lediglich ein Lockmittel für
    den Eintritt der Sozis in die Einheitspartei.“

    mir ist übrigens niemand bekannt, dem der zugang zu bildung in der ddr aufgrund von herkunft, stellung und vermögen der eltern verwehrt worden wäre. offensichtlich lebte frau klier in einer anderen ddr.

    auf seite 6 ist zu lesen: „Wo die Großeltern oder Eltern herkamen, was für ein Leben sie
    mitbrachten – all das erfuhren wir Kinder, wenn überhaupt, nur in
    kryptischen Andeutungen. In Diktaturen verkümmert das
    Sprechen; ein offenes Gespräch zwischen Generationen kommt
    meist gar nicht zustande.“

    da stellt sich die frage, ob das zwingend etwas mit den verhältnissen in der ddr zu tun hat. zeitgleich im westen wird es wohl kaum viele gegeben haben, die von ihrer unmittelbaren vergangenheit wirklich ehrlich berichtet haben, zu viele waren zumindest mitläufer oder gar täter. wer redet denn heute in der ach so demokratischen gesellschaft offen über seine sed-mitgliedschaft oder stasi-vergangenheit? an diktatorischen verhältnissen heutzutage kann es ja wohl nicht liegen, dass von den betreffenden darüber so fleißig geschwiegen wird. es sind zu allen zeiten vor allem persönliche gründe, über gewisse details aus dem eigenen leben zu schweigen.

    seite 14: „Bis zu diesem Herbst der Revolution hatten wir und andere
    Bürgerrechtler in Westberlin große Mühe, das Gros der
    bundesdeutschen Journalisten von einer zunehmenden
    Verharmlosung des SED-Regimes abzubringen. Wer bis dahin
    kritisch über den DDR-Staat berichtet hatte, wurde von seinen
    Vorgesetzten in Presse und Fernsehen zurückgepfiffen: Das gute
    Verhältnis zur SED sollte nicht gefährdet werden, der brutale DDRStaat
    erstrahlte in immer rosigerem Licht.“

    ob frau klier beim schreiben dieser zeilen aufgefallen ist, dass in der offenen und diktaturfreien bundesdeutschen gesellschaft durchaus nicht nur wahrheitsgemäß geschrieben und geredet wurde?

    seite 15: „Für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung herrschte
    dagegen anhaltendes Entsetzen: „Herr, schenke uns ein Fünftes
    Reich, das Vierte ist dem Dritten gleich!“ stöhnen viele anlässlich
    der Brutalität, die nach dem Nationalsozialismus nun mit dem
    Sozialismus über sie kam.“

    ach ja, mal eben wieder den sozialismus als gesellschaftsmodell undifferenziert in einen topf geworfen mit der real existierenden ddr-version davon.
    übrigens ist mir nicht bekannt, dass es in der ddr konzentrationslager gegeben hätte, in denen massenweise menschen vergast wurden oder von der ddr angriffskriege begonnen worden wären. den ddr-sozialismus quasi auf eine stufe mit dem deutschen nationalsozialismus zu stellen, grenzt an geschichtsfälschung.

    solch eine rede betrachte ich somit mit sehr gemischten gefühlen und ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, dass auch eine frau klier eine etwas gefärbte sicht auf die dinge hat, das ist aber wohl durchaus menschlich.

    #119122

    Jetzt müssen die Sonntagsnachrichten schon als Qualitätsjournalismus herhalten. So weit runtergekommen sind die Medien und die Demokratie bereits in diesem Lande ..

    #119127

    Zum Exempel der Artikel hier unverändert aus den Sonntagsnachrichten, 12. Oktober 2014, S. 1, damit sich jeder selbst ein Urteil bilde, wie kritisch das ist:

    HALLE. Vor 25 Jahren stand die DDR Kopf: Staatschef krank, Städte und Betriebe marode, Volk auf der Straße. Kurz nach dem 40. Geburtstag erlitt die Arbeiter- und Bauernrepublik einen Infarkt, von dem sie sich nicht mehr erholte. Mittwochabend wurde in der Ulrichskirche repetiert und resümiert.
    „25 Jahre friedliche Revolution“ war der Film- und Diskussionsabend überschrieben. Mehr als 200 Menschen saßen im Kirchengestühl und sahen „Das Leben der Anderen“. Zur Diskussion nahmen dann im hallesch rot-weißen Bühnenmobiliar prominente Zeitzeugen aus Politik, Kultur und Kirche Platz: Hans Modrow (ehemals Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden) und Sabine Wolff (Neues Forum), Matthias Brenner (Intendant des „neuen Theaters“), Peter Sodann (ehemals Intendant des „neuen Theaters“) und Thomas Thieme (Theater- und Filmschauspieler, in „Das Leben der Anderen“ Kulturminister Bruno Hempf) sowie Axel Noack (von 1997 bis 2008 Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen).
    Mit der Frage danach, wer denn heute „die Anderen“ sind, knüpfte Moderatorin Dagmar Röse an den Film an. Der Einstieg holperte und animierte die Befragten, die Regie der Runde immer wieder selbst zu führen. Sodann vor allem nutzte die Freiheit, an jeder Stelle Episoden und Bonmots einzufügen, die im gerade einfielen. Das damals 1989 in der DDR war keine friedliche Revolution, sondern ein „Gefängnisaufstand“, legte er los. Wolff erklärte, dass das Neue Forum mit den Anderen, für sie waren das damals die Genossen, was bewegen wollte. Modrow erwähnte Oskar Lafontaine, der für ihn damals der Andere war und heute „in meiner Partei“ (Die Linke) ist. Brenner sprang ins Jetzt zum NSU-Prozess und fragte, wie die unseren zu den Anderen geworden sind.
    Jeder Festlegung und Regie widersprach Thieme am heftigsten. „Die Anderen sind alle, außer ich“, wischte er die Frage vom Tisch. Trotzdem er 1984 die DDR verließ, nach drei Jahren Warten auf die Bewilligung seines Ausreiseantrags, erklärte er zum Abgang der DDR: „Der ganze Prozess ist mir bis heute schleierhaft.“ Was das eigentlich gewesen sei. Margot Honecker habe für ihn überzeugend erklärt, warum das eine Konterrevolution war. Die Aussage vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, dass die Wende die „Schwäche Gorbatschows“ war, klinge ebenso überzeugend. „Ich freue mich für jeden, dem diese Veränderung was gebracht hat. Wer sich jetzt wohler fühlt“, unterließ Thieme eine Bewertung zu Ungunsten der DDR. Noack sagte, dass die Welt komplizierter geworden ist und so auch die Frage, wer die Anderen sind.
    Kurz ging es auch um die Stasi: „Es gab Diskussionen aber keinen Mob“, nannte Birgit Neumann-Becker, Sachsen-Anhalts Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, die Veröffentlichung der IM-Listen 1992 durch die Bild-Zeitung in Halle eine interessante Erfahrung. Unbekannte hatten der halleschen Presse die (unvollständigen) Unterlagen zugespielt. Röse fragte, ob die Überprüfung heute fortgeführt werden sollte; Halles Stadtrat hatte das jüngst bejaht. Noack schlug dazu vor, dass man jetzt mit bewerten müsste, wie sich die Stasi-Leute in den vergangenen 25 Jahren verhalten haben. Allerdings melde sich niemand von denen, wenn sie die Aktenlage nicht zwinge.
    Sodann fand nach der Wende „keine Historiker, sondern nur Hysteriker“. Inzwischen tauchten langsam Historiker auf, leitete er ein Versöhnungsplädoyer ein, in das Modrow gerne einstimmte: Die Menschen in diesem Lande müssen sich verstehen, achten und aufeinander zugehen, sonst bleiben das weiter zwei Staaten. Vor 25 Jahren, am 8. Oktober 1989, habe er als Partei-Chef in Dresden auf einen Menschenauflauf in der Prager Straße reagieren müssen, der von Polizei umstellt war. Er habe Kirchenleute geschickt. Ziel: Gewaltfreiheit.
    Wer hat eigentlich den Begriff „Wende“ erfunden? Egon Krenz, „Der Spiegel“? Die Runde kam zu keiner Lösung. Das Neue Forum war es jedenfalls nicht, so Wolff. „Es ging uns um einfache Dinge, für die man bespitzelt wurde: Pressefreiheit, Reisefreiheit, Wahlfreiheit, Meinungsfreiheit.“ In Halle gab es viel Gewalt gegen Gewaltfreie, hielt sie Modrow entgegen. Bis heute gebe es keinen echten Dialog zwischen den Betroffenen und den Anderen.
    Brenner ist froh über das eine Deutschland. In der DDR war er fast bis zuletzt zufrieden, doch er war „zurückgeblieben“, denn Leute, die er kannte, gingen. Für den Sozialismus fand er es verwerflich, dass die Staatsführung 1988 einerseits das sowjetische Magazin „Sputnik“ (nach einem Bericht über den Hitler-Stalin-Pakt) verbot und Rumäniens Staatschef Nicolae Ceaucescu (brutaler Personenkult) andererseits den Karl-Marx-Orden verlieh. Gut findet Brenner auch, dass er heute mit Modrow im Podium sitzen kann. „Vor dem hätte ich mir vor 25 Jahren eingeschissen, wenn ich vorgeladen worden wäre.“
    Das war Thieme zu nett und so stänkerte er von „fetter Mitte, Verbrechergilde oben und den vollkommen Entwurzelten“ unten. „Ich finde die ganze Aufarbeitung lächerlich und gescheitert.“ Die Opfer seien immer die Gleichen. Man sehe nur die im Lichte. Er forderte eine intellektuelle Wende. Noack widersprach der Aussage zur Mitte. Seine Beobachtung, dass die Mitte „ausdünnt“ und eine Trennung in die Extreme oben und unten passiert, war im Publikum populärer.
    „Ich habe heute dieselbe Wut wie vor Jahren schon“, ging Brenner auf den Kurs seines Berufskollegen. In Berlin hat er vor einer Schule eine Spendenbox gesehen, während im Flughafen das Geld versickert. Auch die Missverständnisse zwischen Ost und West treiben ihn um. Wolff sprach von ihrer Angst vor Gewalt. Modrow erinnerte an die Forderung „Nie wieder Krieg“, erst von Wilhelm Pieck im Osten und dann Willy Brandt im Westen. Er kritisierte Bundespräsident Joachim Gauck, der mit seinen Reden den Krieg verharmlose. Ohne eine generelle Lösung geht das mit der Welt schief, meinte Sodann.
    Fazit: Die Runde ging weit über die Ankündigungsphrase hinaus und machte deutlich, wo bis heute in Deutschland eine unsichtbare, spürbare Grenze verläuft.

    #119128

    Zitat: „mir ist übrigens niemand bekannt, dem der zugang zu bildung in der ddr aufgrund von herkunft, stellung und vermögen der eltern verwehrt worden wäre“

    In höheren SED- und Stasi-Kreisen, in denen Du und Deine Vorfahren verkehrten, gab es mit Sicherheit niemanden, dem irgendwas „verwehrt“ wurde, solange er sich systemkonform verhielt.

    Meine Mutter durfte nicht Kindergärtnerin werden, weil sie katholisch und nicht in der FDJ war.
    Meine Großeltern galten als politisch verdächtig, weil sie sich regelmäßig an Treffen ihrer heimatvertriebenen, sudetendeutschen Landsleute beteiligten und intensive West-Kontakte pflegten. ok, wir sprechen hier von den 1950iger Jahren.

    Einem Kollegen aus der Berufsschule wurden trotz exzellenter Leistungen, der Zugang zur EOS verwehrt weil ebenfalls nicht in der FDJ war und sich weigerte an der vormilitärischen Ausbildung teilzunehmen.Sein Vater war Pfarrer. Das war Mitte der 80iger Jahre.

    Ich werde mich nicht wiederholen, über die Ähnlichkeiten von nationalen und real existierenden Sozialismus habe ich mich mehrfach ausgelassen. Der einzige Unterschied bestand in der Tat durch die systematische Vernichtung div. Menschen im Nationalsozialismus, ansonsten sind wenig Unterschiede erkennbar.

    #119131

    „mir ist übrigens niemand bekannt, dem der zugang zu bildung in der ddr aufgrund von herkunft, stellung und vermögen der eltern verwehrt worden wäre. offensichtlich lebte frau klier in einer anderen ddr.“

    Nein, du lebtest in einer anderen DDR.
    Mit der Begründung, kein Arbeiterkind zu sein, durfte ich nicht zur EOS.

    #119151

    Persönlich kenne ich niemand dem die EOS verweigert wurde, weil kein Arbeiterkind. Klassenkamerafen, deren Vater Lehrer war, sind zur EOS. UNd rs gab Berufsausbildung mit Abitur und Abendstudium an der VHS, selbst absolviert dreimal in der Woche abends dievSchulbank gedrückt
    UND die heutige Bundeskanzlerin haz als Pfarrerstochter EOS besucht und Physik in Leipzig studiert.

    #119175

    Ich kenne auch niemanden, denen der Zugang verweigert wurde. Ich kenne aber Christen, die nicht in der FDJ waren und trotzdem an der EOS.

    #119178

    Da ihr persönlich in der DDR keine Benachteiligten kanntet, wird es auch keine Benachteiligten gegeben haben.

    #119181

    Wolli, ich bin für eine sachliche Betrachtung der DDR und nicht für Hetze und Propaganda.
    Ich glaube sicher, dass ausgewählt wurde, aber nach Prozentzahlen.
    Wenn hier jemand behauptet, dass ihm gesagt wurde, er dürfe nicht zur EOS, weil er kein Arbeiterkind sei… hm, so direkt ins Gesicht?
    In meiner Klasse waren jedenfalls Kinder verschiedener Herkunft.

    #119186

    Wenn hier jemand behauptet, dass ihm gesagt wurde, er dürfe nicht zur EOS, weil er kein Arbeiterkind sei… hm, so direkt ins Gesicht?

    Mir wurde zumindest direkt ins Gesicht gesagt, dass es schwierig werden würde mit der EOS- weil kein Arbeiterkind. Notendurchschnitt 1,0 hin oder her. Dass es dann letztlich doch noch geklappt hat, war wohl dem Umstand zu verdanken, dass keine erschwerenden Umstände wie Kirchzugehörigkeit dazukamen.
    Von den Jungen in meiner Klasse hatten sich vorab durchweg alle zu 3 Jahren NVA verpflichtet, die wenigsten freiwillig.

    Ich denk schon, dass damals für einige die Türen zur Bildung weiter offen stadnen als heute – anderen wurden sie aber verschlossen. Das braucht man auch nicht wegreden.

    #119187

    Wenn deine soziale Herkunft nicht „Arbeiter“ war sondern z.B. „Angestellter“, konnte es sehr wohl möglich sein, dass du nicht auf die Penne delegiert wurdest. Mir wäre es fast so ergangen, aber meine Eltern waren beide im Staats-und Parteiapparat tätig. Dass vier Jahre später die Zulassung zum Studium unter fadenscheinigen Begründungen verwehrt wurde (nur noch bedingte Eignung, politische Haltung), hat wahrscheinlich ihre Ursachen wegen Beatmusik machen, langer Haare, eines schon fast staatsfeindlichen Vorkommnisses in der 12., wo ich knapp an der Relegierung vorbeirutschte.
    Dass die Kanzlerin trotz ihrer sozialen Herkunft problemlos auf die Penne kam, Naturwissenschaft studierte und im FDJ-Studienjahr als Sekretärin fungierte, ist mir sowieso ein Rätsel. Ich hatte einen Mitschüler, der wusste schon in der 9., was er studieren würde. Als Pfarrersohn kam nur ein Studium in Betracht: Theologie.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

    #119190

    Dir ist das ein Rätsel, mir eher nicht.
    Merkels Vater kassner war Pfarrer, der die DDR zumindest nicht pauschal ablehnte und Angie selbst war eine excellente Schülerin mit FDJ-Mitgliedschaft.
    Die FDJ verstand sich als Organisation aller Jugendlichen und hat sich gern mit Christen geschmückt.
    Und wer in der DDR Abi mit 1,0 gemacht hat, hatte auch keine Schwierigkeiten Physik zu studieren-Lehrerin durfte Angie. trotz hervorragender Russisch-Kenntnisse ja nicht werden.

    Übrigens haben in der alten Bundesrepublik mehr Arbeiterkinder studiert als (statistikbereinigt) in der DDR, so viel zum Zhema „Chancengleichheit“

    #119191

    „Wolli, ich bin für eine sachliche Betrachtung der DDR und nicht für Hetze und Propaganda“

    Dann müsstest Du und andere aber einräumen, dass die DDR tatsächlich ein „Unrechtsstaat“ gewesen ist.
    Ein Unrechtsstaat qualifiziert sich dadurch, dass dessen Bürger keine Möglichkeit haben, sich gegen staatliche Maßnahmen juristisch zu wehren.
    Dies war in der DDR der Fall. Karl Marx hat stehts die Freiheit des einzelnen, als Grundlager der Freiheit aller und einer freien Gesellschaft betrachtet.
    Da dies in der DDR nicht möglich war, verstehe ich die Diskussion in der Partei nicht, die Karl Marx als einen ihrer Vordenker betrachten.

    #119218

    Also halten wir doch fest: Es gab kein generelles Zulassungsverbot für Nichtsystemkonforme.
    Zugangskriterien waren: Leistung, vorgegebene Quoten nach Herkunft und politische „Zuverlässigkeit“. Ich denke, dass es auch regional an den Persönlichkeiten der Entscheider lag.
    Heutzutage spielt bei der Zulassung zum Gymnasium die Herkunft auch wieder eine Rolle. Reiche
    Eltern können ihr Kind aufs Gymnasium klagen.

    #119225

    Versucht doch mal heute jemand, „die Machtfrage“ zu stellen. Der wird genau so unter staatlicher Verfolgung und Repression leiden, wie weiland in der DDR Frau K.. Im Internet taucht immer mal wieder ein Foto von Frau K. aus dem Jahr 1987 auf. Frau K. mit fettem Pelzmantel. Ob ihr das heute peinlich ist?
    Übrigens ging meine FDJ-Sekretärin damals auch zur Christenlehre und war später auf der EOS. Viele von denen, die damals nicht auf die EOS kamen, machten dafür eine Berufsausbildung mit Abitur. In der Kirche aktiv zu sein und sich in der FDJ zu engagieren, war also kein Ausschlusskriterium.
    Das jetzt, 25 Jahre nach der Wende, wieder die Stunde der Geschichtsverdreher ist, war doch nur zu erwarten.

    #119226

    Bevor hier noch mehr „Schlußfolgerungen“ gezogen werden sollte mal über den Faktor Zeit gesprochen werden. Die (Bildungs)Politik in der DDR war sicher nicht 40 Jahre homogen und die Vielschreiber hier gehören sicher nicht zu den jüngeren Jahrgängen. Bei uns durften 2 Jungs des gesamten Schuljahrganges zur EOS und dies hatte überhaupt nichts mit Leistung zu tun. Es „reichte“ der richtige Berufswunsch. (Lehrer und Offizier)

    Wenn ich dann schon wieder die Nebensätze der beiden letzten Kommentare lese… Eine völlig neue Nachricht, auch „arme“ Eltern können klagen und wenn einer der Herren die Machtfrage stellt (was machen denn die LINKEN oder sind die nicht radikal genug?) passiert genau was ?

    #119228

    auch “arme” Eltern können klagen

    Meinst du, dass sie einen Kredit bekommen?

    #119229

    btw: Warum sollten reiche Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium klagen?

    Ich kenne auch persönlich einen Fall ganz gut, dass einem Schüler in der DDR gesagt wurde, die Noten wären für das Abitur nicht ausreichend, aber es werden noch Zerspanungsfacharbeiter gesucht.

    #119230

    Warum sollten reiche Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium klagen?

    https://www.google.de/search?q=gymnasium+zulassung&gws_rd=ssl#q=zulassung+gymnasium++anwalt+einspruch
    229000 Suchergebnisse

    #119231

    Um die Machtfrage geht es gerade in Thüringen:

    Die LINKE drängt zur Macht. Sie will die totale gesellschaftliche Wende. Nach ihrem Parteiprogramm beginnt der „Kampf für eine bessere Welt und demokratischen Sozialismus mit der Veränderung der Gesellschaft“, der „Veränderung der Eigentumsverhältnisse“ und „der radikalen Erneuerung der Demokratie“. (www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/)

    Was das bedeutet, ist uns aus dem 20. Jahrhundert nur allzu gut bekannt.
    Jetzt soll ganz legal das stattfinden, was die Kommunisten die Konterrevolution nannten: Die Befreiung durch die Revolution von 1989 soll in Thüringen revidiert werden.
    Lesen wir das „linke“ Parteiprogramm, Satz für Satz und lassen wir uns nicht hinters Licht führen von schönen Postulaten, die utopisch sind und bleiben.

    #119232

    Um die Machtfrage geht es gerade in Thüringen

    Haben sie denn die dazu erforderliche Mehrheit im Landtag?

    #119233

    Warum sollten reiche Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium klagen?

    https://www.google.de/search?q=gymnasium+zulassung&gws_rd=ssl#q=zulassung+gymnasium++anwalt+einspruch

    229000 Suchergebnisse

    Seit dem Schuljahr 2012/2013 gibt es in Sachsen-Anhalt für Viertklässler keine verbindliche Schullaufbahnempfehlung mehr. Dies bedeutet, dass jedes Kind sich für jeden angebotenen Schultyp bewerben kann. Landkreise und Kommunen als Schulträger müssen „die Aufnahme in die gewünschte Schulform im Schulträgergebiet in jedem Fall sicherstellen“, so das Kultusministerium. „Die Übergangszahlen haben sich seit der Änderung nicht signifikant verändert.“.

    Ich erspare mir das Zitat von Dieter Nuhr.

    #119238

    @farbspektrum

    „Haben sie (die LINKEN) denn die dazu erforderliche Mehrheit im Landtag?“

    SPD und Grüne sind gerade dabei, Ihnen diese Mehrheit zu verschaffen und Ramelow frisst dafür Kreide, aber was bedeuten schon Unterschriften und Zusagen von Ideologen, wenn es um die Macht geht!

    #119239

    Zitat „Versucht doch mal heute jemand, “die Machtfrage” zu stellen. Der wird genau so unter staatlicher Verfolgung und Repression leiden, wie weiland in der DDR“

    Das Du z.B. die RAF bemitleidest, spricht für Dein eingeschränktes Niveau.

    Wenn die Linken die „Eigentumsverhältnisse radikal ändern“ wollen, zeigt das einmal mehr deren eingeschränkte Weltsicht und deren mangelndes Verhältnis zum Grundgesetz.
    Wenn sie die Eigentumsverhältnisse ändern und „strukturbestimmende Großkonzerne“ enteignen wollen (so wie es der saarländische Hilfsnapoleon und sein „rosaluxemburgabklatschbetthässchen“ immer fordern) müssen sie auch die gegenwärtigen Eigentümer angemessen entschädigen.
    Die Antwort auf diese Frage bleiben diese Schwätzer weiterhin schuldig.

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