Startseite Foren Halle (Saale) Ruinen schaffen ohne Waffen

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  • #353596

    Mit Verlaub, es sieht anders aus. Wer das bestreitet, dem ist nicht zu helfen.

    #353597

    teu

    Was hätte die DDR machen sollen?
    Die Möglichkeit gegen sogenannte Besitzer vorzugehen, weil diese nichts zur Erhaltung beitrugen, war wohl nichts.
    Also baut man sich eine eigene Stadt.
    Und jetzt haben wir da tapfere Erben, die schon immer, also die 90-Jährigen,
    was machen wollen.
    Aber es gibt Enkel.
    Enkel = Arschlöcher, ein Thema für Halle.

    #353598

    Es gibt nicht nur unter Enkeln Arschlöcher, manche sind es bis ins hohe Alter oder werden es im Alter, ich spreche aus Erfahrung.

    #353600

    Ist schon echt eine Leistung Herr Fractus Ihre Kapitalismusbrille:
    Nach der Wende wurde ein Grossteil der historischen Substanz der Stadt Halle gerettet. Falls Sie aber so verwirrt sind zu glauben, das die Marktwirtschaft als Gebäude unsaniert blieb wegen den Geldsäcken, scheint es dringend notwendig mehr Aufklärung zu leisten, wie kaputt diese Stadt einmal war.
    Unabhängig davon hat ein sehr fleissiger Privatmann viele Jahre eine Website unterhalten um zu mindestens auf die historische Problembauten hinzuweisen: leerstehende-baudenkmale.de u. Hat versucht dies möglichst aktuell zu halten. Hier sind Sanierungsstände aber auch Abrisse verzeichnet.
    Die DDR-bauten SIND dabei allerdings nicht dabei, aber natürlich sind die Geldbonzen das auch schuld. Aber nicht schlimm am Thälmannplatz entstehen ja wieder neue DDR-Renaissancebauten

    #353605

    Ich denke, die These, die immer noch hohe Zahl an Ruinen in Halle sei auf ein Übermaß an Kapitalismus in den letzten 30 Jahren zurückzuführen, lässt man am besten unkommentiert.

    #353612

    Bei aller Kapitalismuskritik sollte man aber feststellen, dass viele bedeutende Bauwerke in Halle nach der Wende nicht dem Kapitalismus, sondern der Verwaltungsarroganz und Kommunalpolitik zum Opfer gefallen sind. Beispiele: Berliner Brücke, Heilanstalt Nietleben, mehrere Barockhäuser in der Altstadt, Zuckerfabrik…

    #353627

    Herr Heiwu , wenn ich an die Abrisse durch das Land denke (Neuer geisteswissenschaftlicher Campus -ehemalige Landwirtschaftliche Fakultät…) stimmt das mit der Verwaltungsarroganz: besonders auch aus Magdeburg, Starres u. stringendes Denken in den 90er seitens z.B. der Denkmalbehörden aller Ebenen….

    Aber trotzdem es ist viel in Summe seit der Wende passiert, durch Investitionen u. Kapital……

    #353629

    War die alte landwirtschaftliche Fakultät denn wirklich so erhaltenswert? Das Gelände war abgesperrt, auf ihm befanden sich landwirtschaftliche Zweckbauten. Durch den neuen Campus haben die Uni und die Stadt sehr viel gewonnen, auch wenn ohne den damals herrschende Sparwahn wohl noch mehr möglich gewesen wäre.

    (Dass der Kapitalismus din alten ostdeutschen Stadtkerne noch im letzten Augenblick vor dem real existierenden Sozialismus gerettet hat, darüber brauchen wir doch nicht zu reden.)

    #353644

    Da wurde nur der historische Bauschrott mit seinen minderwertigen Mietskasernen beseitigt. Viele, die sich heute für die Rettung der Gründerzeit-Architektur feiern lassen vergessen, wie die Hinterhöfe vor 100 Jahren aussahen. Das wird natürlich gern verschwiegen.
    Ja, okay, bin natürlich weder Speichellecker noch Günstling des Systems. Da darf ich mir Systemkritik auch mal leisten. Wenn die heute auch genau so ungern gehört wird wie vor 40 Jahren.
    War heute nur lustig zum Laternenfest: Leibesvisitation vor Betreten des Festgeländes. Hätte es bei den beiden Erich´s jedenfalls nicht gegeben.
    Merkt das System eigentlich nicht, wie leicht die es den Spinnern von Pegida und AfD machen….?

    #353647

    „War heute nur lustig zum Laternenfest: Leibesvisitation vor Betreten des Festgeländes. “
    Das ist Kulturbereicherung.

    #353652

    Die Gründerzeit-Mietskasernen waren zur Gründerzeit begehrt, und sie sind es heute auch. Die Hinterhöfe sind heute teils hässlich, teils schön, und so war das wohl auch früher. Übrigens waren die Mietskasernen sozial durchmischt, und das sind es noch heute (vielleicht nicht mehr in München und Fankfurt am Main), weil sie in der Regel unterschiedlich attraktive Wohnungen beherbergen.

    #353664

    „Die Gründerzeit-Mietskasernen waren zur Gründerzeit begehrt, …“
    Ehm nein.

    #353667

    „Übrigens waren die Mietskasernen sozial durchmischt“
    Warum sollte sich jemand mit einem höheren Einkommen das antun?

    #353669

    Die Gründerzeit-Mietskasernen wurden jahrzehntelang von Bauunternehmern errichtet und mit Gewinn vermietet oder verkauft.
    Übrigens wäre es ja seltsam, wenn diese Häuser, zugeschnitten auf den damaligen Bedarf, damals gemieden worden wären, während sie heutzutage von Gentrifizierung bedroht sind.

    #353670

    Warum sollten sich Leute mit höherem Einkommen in der Beletage daran stören, wenn in den Hinterhauswohnungen Leute mit niedrigerem Einkommen leben?

    #353673

    Für gewöhnlich gab es an der Straße großzügige Bürgerwohnungen, die man nicht als Mietskaserne bezeichnen kann und dann Hinterhäuser für die Ärmeren.
    Und dann gab es noch solche Mietskasernen wie Loests Hof. Winzige Wohnungen 40m² mit durchschnittlich 6 Personen belegt.
    Ich halte nicht viel von Kintopp, aber die Serie „Babylon Berlin“ zeigte so eine Wohnung. Ich halte die Bilder für real, weil ich auch Fotos solcher Wohnverhältnisse kenne.

    #353682

    Für gewöhnlich gab es an der Straße großzügige Bürgerwohnungen, die man nicht als Mietskaserne bezeichnen kann und dann Hinterhäuser für die Ärmeren.

    Eben. Das war soziale Durchmischung.

    #353683

    Wie hoch war in der DDR die Miete? Was konnte ein Eigentümer damit für den Erhalt tun?

    „Repräsentantive Ruinen“ sind für mich zB Lehmanns Villa (wahrscheinlich noch keine Ruine, aber ohne Nutzung nagt der Zahn der Zeit), das Polizei- Präsidium.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 months, 3 weeks von rellah.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 months, 3 weeks von rellah.
    #353686

    Repräsentantive Ruinen“ sind für mich zB Lehmanns Villa (wahrscheinlich noch keine Ruine, aber ohne Nutzung nagt der Zahn der Zeit),

    Im Inneren dürfte die schon jetzt Ruine sein schon vor 15 Jahren war der Schwamm drin, das Land wollte sie deshalb schon nicht haben.
    Wem gehört die eigentlich jetzt?

    #353687

    „Übrigens waren die Mietskasernen sozial durchmischt,“
    Bei räumlich getrennten Häusern frage ich mich, wo da die soziale Durchmischung war. Sie war nur im Quartier vorhanden.

    #353688

    In Loests Hof wurde ja sowohl gearbeitet wie auch gewohnt. Auch darin kann die Gründerzeitstadt uns heute zu Vorbild dienen, dass Orte des Wohnens und des Arbeitens nah beieinander sind, zumal die meiste Arbeit heute nicht so lärmt und stinkt wie früher.

    #353690

    Das denke ich auch, aber wie man sah, stieß ja schon eine Augenklinik auf Widerstand.
    Und sebst ein Gewerbegebiet nur in Sichtweite stieß auf Widerstand.

    #353691

    Äh, und hier noch was zum Ausgangspunkt des Threads: Gibt es nicht rund um den Roten Ochsen eine Reihe ruinierter Häuser, und werden die nicht verschwinden, wenn auch das Verschwinden des Gefängnisses absehbar ist?

    #353696

    Leibesvisitation vor Betreten des Festgeländes. Hätte es bei den beiden Erich´s jedenfalls nicht gegeben.

    Der Kapitalismus duldet nicht, dass du deine eigenen Getränke mitbringst.

    #354223

    An dem hohen Wohnhaus am Franckeplatz, neben der Drogenberatungsstelle (früher konnte man da Pferdewetten abschließen)tut sich auch nichts.

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